Legende oder Wahrheit?
Dieser Punkt kann in diesem Fall denkbar kurz behandelt werden. Die geschichtlichen Fakten sind zweifelsfrei belegt. In den Details mögen einzelne Berichte voneinander abweichen. Die Tatsache jedoch ist unbestritten. Die Briten haben entscheidend dazu beigetragen, dass Indien zum Teeland wurde und es kann niemand mit Gewissheit sagen, dass dies bei einem anderen Verlauf der Geschichte ebenso oder zumindest so ähnlich gekommen wäre.Fazit
Der große Erfolg des britischen Empires und die Entwicklungen auf dem Welthandelsmarkt waren ohne Zweifel der Grund, weshalb Indien überhaupt zum Teeproduzenten wurde. Das der Tee aber auch erfolgreich wurde, das konnten die Briten nur bedingt beeinflussen. Was die Züchtung und Herstellung an sich betrifft, da ließen sie sich von Teebauern aus China helfen. Allerdings schmeckt indischer Tee würziger und aromatischer, als vergleichbare Produkte aus anderen Ländern. Diese Eigenschaft ist aber in erster Linie der eigenen Art der Teesträucher und den Anbaubedingungen in Indien zu verdanken. Alles Punkte, die kein Mensch beeinflussen konnte und kann. Den Briten war dieses kräftige Aroma schnell viel lieber als die vergleichsweise zarten und dezenten Tees aus China. Sie wurde bald schon in ganz England ausschließlich indischer schwarzer und grüner Tee getrunken und auch das ist eine Tatsache, die sich bis heute kaum verändert hat. Egal, ob pur, aromatisiert oder in Mischungen verarbeitet. Was Tee betrifft scheinen Großbritannien und Indien bis heute unzertrennlich, verbunden durch den guten Geschmack des Tees. Politisch gesehen ist Indien längst unabhängig, die Zugehörigkeit zum Empire gehört im wahrsten Sinne des Wortes der Geschichte an. Doch der Tee verbindet beide Nationen unverändert und wird dies wohl auch weiterhin tun. Es gäbe wohl wesentlich unangenehmere Erinnerungen an eine ehemalige Besatzung. Sicher war die Zeit als britische Kronkolonie für Indien und seine Bevölkerung nicht nur der wunderbare Weg zu einer großen Teenation. ganz gewiss gab es auch hier Situationen und Bedingungen, unter denen die Inder litten. Allerdings ist der Tee bis heute eine gute Erinnerung daran, dass nicht alles negativ war.Bildnachweis: Tee und Indien © ZINQ Stock - Fotolia.comIndischen Tee richtig zubereiten: Masala Chai und Assam
Die zwei bekanntesten Zubereitungsarten indischen Tees könnten unterschiedlicher kaum sein. Der klassische Assam-Schwarztee: Wasser sprudelnd kochen (100°C), 3–4 g Tee auf 200 ml Wasser, 4–5 Minuten ziehen lassen, mit oder ohne Milch servieren. Der Assam hat einen kräftigen, malzigen Charakter, der Milch und Zucker verträgt wie kaum ein anderer Tee. Masala Chai hingegen ist eine Komposition: Wasser mit Gewürzen (Kardamom, Ingwer, Zimt, Nelken, Pfeffer) aufkochen, Tee zugeben, Milch hinzufügen und gemeinsam aufkochen, abseilen, mit Zucker oder Honig süßen. Diese Art des Kochens – nicht nur Ziehens – ist typisch indisch und ergibt ein vollmundiges, cremiges Heißgetränk.
Gesundheitliche Wirkung des indischen Tees
Assam-Schwarztee enthält hohe Konzentrationen an Theaflavinen und Thearubiginen – Polyphenole, die durch die vollständige Oxidation entstehen. Diese Verbindungen schützen das Herz-Kreislauf-System, wirken antientzündlich und können den LDL-Cholesterinspiegel senken. Mit 50–80 mg Koffein pro Tasse ist Assam einer der koffeinreichsten Tees und ideal für den Morgeneinstieg. Masala Chai verbindet die Vorteile des Schwarztees mit der Heilkraft der Gewürze: Ingwer wirkt verdauungsfördernd und antientzündlich, Kardamom beruhigt den Magen und ist antimikrobiell, Zimt hilft bei der Blutzuckerregulation, Nelken sind stark antioxidativ. Diese Kombination macht Masala Chai zu einem der gesundheitlichsten traditionellen Heißgetränke weltweit.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber chinesische Teekultur. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Yan Cha Felsentee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Jiaogulan Tee.
Die Geschichte: Wie Tee zufällig nach Indien kam
Lange wurde behauptet, Tee sei in Indien eine rein britische Erfindung. Die Wahrheit ist komplizierter: Als Robert Bruce 1823 in der Assam-Region wildwachsende Teepflanzen entdeckte, bemerkte er, dass die lokalen Singpho-Stämme diese seit Generationen nutzten. Es war also kein britischer Triumph, sondern ein „Zufall" der Entdeckung: Die Briten standen tatsächlich auf Tee, der in Indien heimisch war. Das britische Empire etablierte dann die plantagenmäßige Kultivierung der Camellia sinensis var. assamica – einer größblättrigeren, robusteren Varietät als die chinesische Pflanze. Bis 1840 produzierten die Assam Tea Company die ersten kommerziellen Chargen, und bis 1900 hatte Indien China als weltgrößten Teeproduzenten nahezu eingeholt.
FAQ: Wie Tee nach Indien kam
Wann entdeckten die Briten Tee in Indien? Robert Bruce entdeckte 1823 wildwachsende Teepflanzen in Assam. Sein Bruder Charles Alexander Bruce baute die ersten Teeplantagen kommerziell aus.
Welche indische Teesorte ist am bekanntesten? Darjeeling (First und Second Flush) und Assam CTC (Crush, Tear, Curl) sind die international bekanntesten. Darjeeling gilt als „Champagner unter den Tees".
Was bedeutet „CTC" bei indischem Tee? Crush, Tear, Curl – eine Verarbeitungsmethode, bei der Teeblätter durch Metallwalzen gedrückt werden, um kleine Granulatkugeln zu erzeugen. Diese lösen sich schnell auf und ergeben kräftigen, dunklen Tee – ideal für Milchtee.
Wann ist die beste Erntezeit für Darjeeling? Der First Flush (März–April) gilt als der wertvollste – blumig, leicht und frisch. Der Second Flush (Mai–Juni) ist voller und muscatartiger. Monsoon und Autumn Flush haben geringere Komplexität.
Verwandte Artikel
Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:
- Die goldenen Fäden der Schicksalsfrau (Mythen)
- Tee als Antidepressiva? (Mythen)
- Die Kunst der richtigen Löffelposition (Mythen)
- Ganz leicht und einfach abnehmen mit grünem Tee (Mythen)
- Der Mann, der den berühmten Karawanen-Tee erfand (Mythen)
- Yogi Tee (Teemischung)
- Shincha (Grüner Tee)
- Huangya (Gelber Tee)