Inhaltsstoffe
Es wird immer wieder diskutiert, ob durch die Röstung in den Teeblättern möglicher Weise krebserregende Substanzen entstehen. Dies konnte jedoch bislang in keiner der zahlreichen Studien nachgewiesen werden. Davon abgesehen profitiert man durch den regelmäßigen -genuss von Oolong von den gleichen Inhaltsstoffen wie bei schwarzem und grünem Tee auch. Das Koffein wirkt in angenehmer Weise anregend auf den Organismus, Vitamine und Mineralstoffe beeinflussen Stoffwechsel und Immunsystem positiv. Die Unterschiede in den einzelnen Konzentrationen sind dabei nicht der Rede wert und können auch innerhalb einer Sorte durchaus schwanken. In erster Linie profitieren der Zellschutz, das Nervensystem und die Verdauung vom Teegenuss.Anbaugebiete
Yancha stammt traditioneller Weise aus der chinesischen Provinz Fujian, aus dem Wuyi-Gebirge. Die Hochebenen dieser Region eignen sich hervorragend zur Produktion des Wuyi Yancha, allerdings gibt es inzwischen auch in Taiwan große Oolong-Plantagen, auf denen sogar in ganz großem Stil maschinell geerntet wird.Herstellung
Normaler Weise wird bei der Teeherstellung peinlichst genau darauf geachtet, dass die Blätter trocknen und keinesfalls welken. In diesem Falle setzt nämlich ein Oxidationsvorgang ein, der den Geschmack des Tees negativ beeinflussen kann. Beim Oolong allerdings ist dies genauso gewünscht. Damit die Blätter gleichmäßig oxidieren, werden sie sogar immer wieder vermischt und geschüttelt, damit neuer Sauerstoff aus der Luft an die Blätter kann und sich auch überall verteilt. Später muss diese Oxidation dann aber durch eine große Hitzeeinwirkung wieder abgebrochen werden, weshalb die Blätter für Oolong dann geröstet werden.Fazit
Auch beim Oolong stellt sich die Frage, ob seine Entstehung ein Unfall oder beabsichtigt war und wie auch beim gelben Tee, wird man dies wohl nie erfahren. Fakt ist, dass dieses abgewandelte Herstellungsverfahren eine ganz neue Aromabandbreite entstehen lässt, weshalb man durch den Genuss von Oolong durchaus eine neue Erfahrung macht.Bildnachweis: Yancha - © Kondor83 - Fotolia.comYancha zubereiten: Die richtige Technik für den Felsoolong
Yancha, der Wuyi-Felsoolong, gehört zu den anspruchsvolleren Teesorten in der Zubereitung, belohnt aber jede Sorgfalt mit einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis. Die Wassertemperatur sollte bei 90 bis 95 Grad Celsius liegen – höher als bei Grüntees, aber nicht kochend, da kochendes Wasser die röstigen Noten übermäßig hervorhebt. Für die Gongfu-Cha-Methode (die traditionelle chinesische Kurzziehmethode) werden 5 bis 7 Gramm Tee in einem 100 ml Gaiwan oder einer kleinen Yixing-Teekanne verwendet. Der erste Aufguss wird nach 20 bis 30 Sekunden abgegossen, der zweite nach 30 bis 45 Sekunden – und so weiter, wobei jeder folgende Aufguss etwas länger zieht.
Hochwertiger Yancha gibt sechs bis acht, manchmal sogar mehr Aufgüsse ab, wobei jeder seine eigene Charakteristik offenbart: Die ersten Aufgüsse sind blumig und komplex, die mittleren zeigen mehr mineralische Röstaromen, die letzten sind weich und süßlich. Für die einfachere westliche Zubereitung: Drei Gramm Tee in 200 ml Wasser bei 90°C, drei bis vier Minuten ziehen lassen. Kein Zucker oder Milch – diese würden das filigrane Aromaprofil des Yancha vollständig überdecken.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber chinesische Teekultur. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Jiaogulan Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Fruchtetee.
Das Wuyi-Gebirge: Das Herz der Yancha-Produktion
Kein Yancha ist vorstellbar ohne das Wuyi-Gebirge in der südchinesischen Provinz Fujian. Diese UNESCO-Welterbe-Region ist bekannt für ihre charakteristischen roten Felsen (Danxia-Gestein), tiefen Schluchten und ein mildes, feuchtes Klima, das optimale Bedingungen für die Teepflanze schafft. Die mineralstoffreichen Böden zwischen den Felsen verleihen dem Yancha seine einzigartige "Rock Charm" (Yan Yun) – jene charakteristische Mineralität und Tiefe, die Qualitäts-Yancha von einfachem Oolong unterscheidet.
Die bekanntesten Yancha-Sorten stammen aus der "Zheng Yan" (echter Fels) Zone innerhalb des Nationalparks: Da Hong Pao, Rou Gui und Shui Xian sind die großen Drei. Yancha aus der weniger streng definierten "Ban Yan" Zone oder aus Taiwan ist günstiger und qualitativ solide, verfügt aber nicht über dieselbe Komplexität. Echter Zheng Yan Yancha ist selten und entsprechend hochpreisig – Fälschungen und minderwertige Imitate sind auf dem Markt weit verbreitet.
Wirkung und Inhaltsstoffe von Yancha
Als Oolong, der zwischen grünem und schwarzem Tee angesiedelt ist, bietet Yancha ein einzigartiges Inhaltsstoffprofil. Sein Oxidationsgrad von 30 bis 70 Prozent bedeutet, dass er sowohl Catechine (wie grüner Tee) als auch Theaflavine (wie schwarzer Tee) enthält – allerdings in moderateren Mengen als die reinen Vertreter. Besonders interessant ist, dass Oolong-Tee in mehreren Studien mit metabolischen Vorteilen in Verbindung gebracht wurde: Er scheint Enzyme zu aktivieren, die beim Fettabbau helfen, und kann den Blutzuckerspiegel stabilisieren helfen.
Der Koffeingehalt von Yancha ist moderat und liegt zwischen grünem und schwarzem Tee. Das enthaltene L-Theanin wirkt beruhigend und sorgt für die typische "klare Energie" des Tees. Yancha enthält außerdem Mangan, Zink und Kupfer – Mineralien, die aus dem mineralstoffreichen Wuyi-Gestein in die Teepflanze aufgenommen werden und dem Tee seinen charakteristischen mineralischen Charakter verleihen.
Häufig gestellte Fragen zu Yancha
Was ist der Unterschied zwischen Yancha und anderen Oolongs?
Yancha ist ein stark gerösteter Felsenoolong aus dem Wuyi-Gebirge mit einem besonders ausgeprägten mineralischen Charakter. Andere Oolongs wie Tie Guan Yin sind weniger stark geröstet und blumiger; Formosa-Oolongs aus Taiwan sind fruchtiger und milchwein-artiger. Yancha ist der komplexeste und erdigste unter den bekannten Oolong-Arten.
Warum ist echter Yancha so teuer?
Yancha aus der Zheng Yan Zone des Wuyi Nationalparks ist selten: Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche ist begrenzt, die Ernte ist komplett manuell und die Röstung (Beifire Roasting) erfordert enormes Fachwissen. Echter Da Hong Pao aus wenigen alten Mutterpflanzen erzielte Auktionspreise im Millionenbereich pro Kilogramm. Der Großteil des kommerziell erhältlichen "Da Hong Pao" ist eine Mischung aus Klonen und Yancha verschiedener Qualitäten.
Kann man Yancha mehrfach aufgießen?
Absolut, und gerade das zeichnet Qualitäts-Yancha aus. Beim Gongfu-Cha-Stil kann man fünf bis acht und mehr Aufgüsse aus denselben Blättern holen. Bei westlicher Zubereitung (weniger Tee, längere Ziehzeit) sind zwei bis drei Aufgüsse üblich.
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