Honeybush und Rooibos werden oft in einem Atemzug genannt und gelegentlich verwechselt. Botanisch sind es jedoch zwei verschiedene Pflanzen aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Honeybush (Gattung Cyclopia) wächst ausschließlich am West- und Ostkap Südafrikas, ist von Natur aus koffeinfrei und schmeckt mild-honigsüß. Dieser Beitrag zeigt, warum Honeybush eine eigenständige Teeart ist, wie er sich von Rooibos unterscheidet und wie Sie ihn zubereiten.
| Pflanze/Basis | Honeybush (Gattung Cyclopia), Hülsenfrüchtler (Fabaceae) |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | mild, von Natur aus süßlich, honigartige Note |
| Wassertemperatur | 100 °C (kochendes Wasser möglich) |
| Ziehzeit | 5-10 Minuten, wird nicht bitter |
| Dosierung | 1-2 TL (ca. 2-3 g) pro 250 ml |
| Aufgüsse | 1-2 Aufgüsse sinnvoll |
| Preisspanne | ca. 3-6 € pro 100 g |
Honeybush und Rooibos: zwei Pflanzen, eine Familie
Weder Honeybush noch Rooibos sind im strengen Sinn Tee, denn echter Tee stammt von der Pflanze Camellia sinensis. Beide südafrikanischen Aufgüsse gehören botanisch dagegen zu den Hülsenfrüchtlern (Fabaceae). Honeybush umfasst rund zwei Dutzend Arten der Gattung Cyclopia, während Rooibos die einzige genutzte Art der Gattung Aspalathus ist (Aspalathus linearis). Allein diese unterschiedliche Gattungszugehörigkeit zeigt, dass es sich nicht um dieselbe Pflanze handelt.
Die Verwandtschaft ist also eher entfernt, vergleichbar damit, dass Darjeeling und Assam beide echte Schwarztees sind und sich dennoch klar voneinander unterscheiden. Aus den getrockneten Blättern und feinen Zweigen beider Pflanzen wird ein Aufguss bereitet, der bis zu zehn Minuten ziehen darf, ohne bitter zu werden.
Herkunft: nur am West- und Ostkap Südafrikas
Honeybush wächst ausschließlich in Südafrika, und zwar in einem eng begrenzten Streifen am West- und Ostkap. Außerhalb des südlichen Afrikas kommt die Pflanze praktisch nicht vor. Sie bildet zarte, leuchtend gelbe Blüten, die einen intensiven Honigduft verströmen. Genau dieser Duft hat dem Gewächs seinen Namen eingebracht.
Anders als Rooibos, der bereits in großem Stil im Zedernberg-Gebiet kultiviert wird, stammt ein erheblicher Teil des Honeybush nach wie vor aus Wildsammlung an Berghängen. Wer die Trinkgewohnheiten der Region kennenlernen möchte, findet in unserem Beitrag zur südafrikanischen Teekultur mehr Hintergrund zu Rooibos, Honeybush und Co.
Geschmack: honigsüß und rund
Honeybush schmeckt mild, weich und von Natur aus süßlich, mit einer deutlichen Honignote. Im direkten Vergleich wirkt er meist etwas voller und runder als Rooibos, der eine Spur herber und holziger ausfällt. Weil beide Aufgüsse kaum Gerbstoffe enthalten, bleiben sie auch bei langer Ziehzeit angenehm sanft.
Diese natürliche Süße macht zusätzlichen Zucker meist überflüssig, weshalb der Tee auch bei Kindern und magenempfindlichen Teetrinkern beliebt ist. Pur, mit einem Schuss Milch oder als Grundlage für aromatisierte Mischungen mit Frucht- oder Gewürznoten lässt er sich vielseitig genießen, warm wie kalt als Eistee.
Inhaltsstoffe
Honeybush ist koffeinfrei und enthält nur sehr wenige Gerbstoffe. Dafür liefert er Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium sowie sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, denen in der Forschung antioxidative Eigenschaften zugeschrieben werden. Konkrete gesundheitliche Wirkungen sind beim Menschen nicht hinreichend belegt, weshalb Honeybush in erster Linie ein Genussgetränk bleibt.
Praktisch ist die Koffeinfreiheit vor allem am Abend: Anders als ein Sencha oder ein anderer Grüntee hält Honeybush nicht wach und kann zu jeder Tageszeit getrunken werden.
Zubereitung Schritt für Schritt
Honeybush ist unkompliziert in der Zubereitung. Geben Sie ein bis zwei Teelöffel (etwa 2 bis 3 Gramm) lose Ware oder einen Beutel pro Tasse in die Kanne und übergießen Sie ihn mit sprudelnd kochendem Wasser von 100 Grad. Eine Abkühlphase wie bei Grüntee ist nicht nötig, da kein empfindliches Blattgut leidet.
Lassen Sie den Aufguss fünf bis zehn Minuten ziehen. Je länger die Ziehzeit, desto kräftiger und süßer wird das Aroma, bitter wird der Tee dabei nicht. Für einen zweiten Aufguss verlängern Sie die Ziehzeit etwas. Als Eistee bereiten Sie ihn doppelt so stark zu und gießen ihn über Eiswürfel.
Kauf und Lagerung
Im Handel finden Sie Honeybush lose, im Teebeutel und in aromatisierten Mischungen. Gute lose Ware erkennen Sie an gleichmäßig rotbraunem Schnitt mit erkennbaren Blütenanteilen und einem deutlichen Honigduft. Da die Pflanze nur in kleinen Mengen geerntet wird, liegt Honeybush mit etwa 3 bis 6 Euro pro 100 g meist über dem Preis von Rooibos.
Lagern Sie ihn trocken, lichtgeschützt und luftdicht in einer Dose abseits stark riechender Lebensmittel. So bleibt das feine Honigaroma rund zwölf bis 24 Monate erhalten. Angebrochene Packungen verbrauchen Sie am besten innerhalb eines halben Jahres.
Also doch eine eigene Teeart?
Streng genommen ist Honeybush gar kein Tee, sondern ein Kräuteraufguss, genau wie Rooibos. Misst man ihn aber an Rooibos, ist die Antwort eindeutig: Honeybush ist eine eigenständige Pflanzengattung mit eigenem Verbreitungsgebiet, eigenem Aroma und eigener Botanik, kein bloßer Rooibos-Ersatz. Wer wissen möchte, welche Getränke überhaupt als echter Tee gelten, findet die Einordnung in unserem Überblick zu den sechs echten Tee-Arten.
Häufige Fragen
Ist Honeybush dasselbe wie Rooibos?
Nein. Beide gehören zwar zur Familie der Hülsenfrüchtler, stammen aber von verschiedenen Gattungen: Honeybush von Cyclopia, Rooibos von Aspalathus linearis. Sie sind verwandt, aber zwei eigenständige Pflanzen.
Enthält Honeybush Koffein?
Nein, Honeybush ist von Natur aus koffeinfrei und enthält nur sehr wenige Gerbstoffe. Er eignet sich daher für jede Tageszeit, auch am Abend, und für die ganze Familie.
Wie schmeckt Honeybush-Tee?
Mild, weich und von Natur aus süßlich mit einer deutlichen Honignote. Im Vergleich zu Rooibos wirkt er etwas voller und runder, dafür weniger holzig.
Wie lange muss Honeybush ziehen?
Fünf bis zehn Minuten mit kochendem Wasser. Da er kaum Gerbstoffe enthält, wird er auch bei langer Ziehzeit nicht bitter, sondern nur kräftiger und süßer.
Wo wächst Honeybush?
Ausschließlich in Südafrika, in einem eng begrenzten Gebiet am West- und Ostkap. Ein großer Teil stammt bis heute aus Wildsammlung an Berghängen.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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