Immer wieder findet man Tee mit der einfachen aber nicht besonders vielsagenden Bezeichnung Früchtetee. Auch in zahlreichen Speisekarten, liest man bei den Tees, das man sich gerne einen Früchtetee bestellen kann, doch was genau bekommt man dann eigentlich?

Was ist drin?

Die exakte Rezeptur freilich variiert von Hersteller zu Hersteller. Grundlage sind jedoch immer Hagebutte und Hibiskusblüte. Neben diese beiden Fruchtsorten werden gerne auch noch Äpfel gerne verwendet. Holunderbeeren tragen ebenfalls zu einem angenehmen Aroma- und Geschmackserlebnis bei. Ebenso liefern schwarze Johannisbeeren viele Vitamine und sind gleichzeitig auch perfekte Farbgeber, da die meisten Verbraucher bei dem Namen Früchtetee meist grundsätzlich einen rötlichen Aufguss erwarten. Stückchen von Orangen- und Zitronenschalen bieten eine äußerst kostengünstige Alternative um dem Tee eine frische, leicht säuerliche Komponente zu verleihen.

Fazit

Die Bezeichnung Früchtetee könnte kaum allgemeiner sein. So mag es doch überraschen, das man unter diesem Namen tatsächlich bis auf ein paar Details, nahezu das gleiche Produkt erhält. Es handelt sich immer um eine Mischung, deren Aufguss ein angenehmes rot hat. Neben Hagebutten und Hibiskusblüten sind meist Teile enthalten, die bei der Herstellung von Obstkonserven als Abfallprodukte anfallen. Somit dürfte auch klar sein, dass es sich bei Früchtetee, der auch unter diesem schlichten Namen verkauft wird, kaum um ein qualitativ sehr hochwertiges Produkt handelt. Diejenigen Teehersteller, die tatsächlich ausschließlich Fruchtstückchen erlesener Früchte für ihre Tees einsetzten, geben ihren Mischungen eindeutigere Namen, wie etwa Beerentraum, Exotik Mix oder ähnliches. Namen eben, bei denen man sofort eine genaue Vorstellung davon hat, welche Früchte enthalten sind. Nichts desto trotz bietet Früchtetee sowohl warm, als auch kalt getrunken, eine gute Erfrischungsmöglichkeit und wird deshalb gerne das ganze Jahr über getrunken.

Bildnachweis: Früchtetee — © Heike Rau - Fotolia.com

Zubereitung und Empfehlung

Für die optimale Zubereitung von Früchtetee empfiehlt es sich, einen bis zwei Teelöffel der Teemischung mit 250 ml frisch gekochtem Wasser zu übergießen. Je nach Zusammensetzung der Mischung variiert die empfohlene Ziehzeit zwischen fünf und zehn Minuten.

Teemischungen sind häufig so komponiert, dass sich die Aromen der einzelnen Zutaten gegenseitig ergänzen und verstärken. Die richtige Ziehzeit ist dabei entscheidend: Zu kurz, und die tieferen Aromen entfalten sich nicht vollständig; zu lang, und die Balance der Mischung kann durch dominante Einzelnoten gestört werden.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Früchtetee sollte wie alle Teemischungen kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Eine luftdichte Teedose schützt vor Feuchtigkeit und Fremdgerüchen und bewahrt das Aroma für zwölf bis achtzehn Monate.

Achten Sie beim Kauf auf die Qualität der einzelnen Zutaten. Hochwertige Teemischungen verwenden ganze oder nur leicht gebrochene Blätter, Blüten und Früchte, während minderwertige Produkte oft stark zerkleinerte Reste enthalten.

Früchtetee richtig zubereiten: Heiß und kalt ein Genuss

Früchtetee ist unkompliziert in der Zubereitung, aber ein paar Grundregeln machen den Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem ausgezeichneten Aufguss. Wasser vollständig aufkochen lassen (100 Grad Celsius) – anders als bei grünem oder weißem Tee benötigt Früchtetee kochendes Wasser, um die Aromen vollständig freizusetzen. Pro Tasse (250 ml) einen Teebeutel oder zwei bis drei Gramm loser Früchtetee verwenden. Die Ziehzeit beträgt fünf bis sieben Minuten – bei zu kurzer Ziehzeit bleibt der Tee blass und aromaneutral, bei zu langer Ziehzeit kann er bitter und sauer werden.

Früchtetee eignet sich hervorragend als Eistee. Doppelt so stark aufbrühen, abkühlen lassen und mit Eiswürfeln und frischen Früchten servieren. Selbstgemachter Früchtetee-Eistee ohne Zuckerzusatz ist eine gesündere Alternative zu Fertig-Eistee aus dem Supermarkt, der oft viel Zucker enthält. Früchtetee kann auch mit Mineralwasser als Aperitif aufgewertet werden oder als Basis für Bowlen und Cocktails dienen. Einige Früchtetee-Sorten eignen sich auch zum Kalt-Aufbrühen im Kühlschrank.

Inhaltsstoffe und Wirkung: Was steckt wirklich im Früchtetee?

Früchtetee enthält – je nach Zusammensetzung – Hibiskusblüten, Hagebutten, Apfelstücke, Orangenschalen, Zitronenschalen, Holunderblüten, Himbeeren, Erdbeeren oder andere getrocknete Früchte und Pflanzenteile. Hibiskusblüten und Hagebutten, die in vielen Mischungen den größten Anteil ausmachen, liefern Vitamin C und Anthocyane. Hagebutten enthalten besonders viel Vitamin C – mehr als Zitrusfrüchte. Citrus-Schalen liefern ätherische Öle und Flavonoide.

Echter Früchtetee (ohne Schwarztee-Anteil) ist von Natur aus koffeinfrei und damit für Kinder und Koffein-Muffel geeignet. Allerdings ist Früchtetee durch seinen Gehalt an organischen Säuren – besonders aus Hibiskus und Hagebutten – relativ säurehaltig. Regelmäßiges Trinken ohne anschließendes Ausspülen des Mundes kann den Zahnschmelz angreifen. Zuckergesüßter Früchtetee verstärkt dieses Risiko erheblich. Wer Früchtetee regelmäßig trinkt, sollte danach Wasser trinken und nicht sofort die Zähne putzen.

Geschichte: Vom Ersatztee zum Lieblingsgetränk

Früchtetee in der Form, wie wir ihn heute kennen, ist eine vergleichsweise junge Erfindung. In Deutschland gewann Früchtetee erst nach dem Zweiten Weltkrieg an Bedeutung, als Schwarztee knapp und teuer war und man auf heimische Früchte und Kräuter zurückgriff. Früher trank man in Europa Aufgüsse aus Hagebutten, Holunderblüten und Apfelschalen als Hausmittel – die Idee, diese zu einem modernen Genussgetränk zu kombinieren, entstand erst mit der Aufkommen der industriellen Teeindustrie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Heute ist Früchtetee nach Schwarztee und Kräutertee das beliebteste Teegetränk in Deutschland. Der Deutsche Teeverband schätzt den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch auf mehrere hundert Gramm. Die Vielfalt der erhältlichen Sorten ist enorm: Von klassischen Himbeere-Vanille-Mischungen über exotische Tropenfrucht-Kombinationen bis hin zu speziellen Wellness- und Detox-Mischungen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Qualitativ reicht die Spanne von günstigen Supermarkt-Teebeuteln bis zu hochwertigen, biologisch angebauten losen Mischungen.

Häufig gestellte Fragen zu Früchtetee

Enthält Früchtetee Koffein?
Reiner Früchtetee aus Früchten und Kräutern enthält kein Koffein und ist damit koffeinfreie Alternative für alle Altersgruppen. Achtung: Manche als Früchtetee vermarktete Produkte enthalten Schwarztee-Anteile und damit Koffein – immer das Etikett lesen. Früchtetee mit Hibiskus, Hagebutten, Äpfeln und Zitrusfrüchten ist zuverlässig koffeinfrei.

Kann man Früchtetee kalt trinken?
Absolut, Früchtetee eignet sich hervorragend als Eistee und ist eines der leckersten und gesündesten Sommergetränke. Einfach doppelt so konzentriert aufbrühen, abkühlen lassen und auf Eis servieren. Wer es ganz natürlich mag, verzichtet auf Zucker – Früchtetee ist von Natur aus fruchtig-süßlich und braucht kaum Süßung.

Ist Früchtetee gut für Kinder?
Früchtetee ohne Zuckerzusatz ist grundsätzlich für Kinder geeignet und besser als Limonade oder Fruchtsäfte. Allerdings ist der Säuregehalt zu beachten: Zu häufiger Konsum ohne anschließendes Trinken von Wasser kann den Zahnschmelz schädigen. Für kleine Kinder kann der Tee mit Wasser verdünnt werden, was Säure und Fruktosegehalt senkt.

Warum wird Früchtetee manchmal bitter?
Früchtetee wird bitter, wenn er zu lange zieht oder das Wasser beim Kochen nicht vollständig erhitzt wurde. Besonders Hibiskusblüten können bei zu langer Ziehzeit eine unangenehme Säure und Bitterkeit entwickeln. Optimale Ziehzeit: fünf bis sieben Minuten bei frisch kochendem Wasser. Danach Beutel oder Sieb entfernen und sofort servieren.

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