Was muss beim Kochen mit Tee beachtet werden?
Traditioneller Weise werden meist Tees wie Sencha, Bancha oder auch Gunpowder zum Kochen verwendet. Da sie fein vermahlen sind, lassen sie sich einfach dosieren und mischen sich gut beispielsweise mit Soßen. Davon abgesehen empfiehlt es sich, den Tee nicht einfach direkt in das Essen zu geben, sondern noch zusätzlich einen sogenannten Aromaverstärker zu verwenden. Salz etwa eignet sich hervorragend dazu. Mittlerweile findet man auch bei uns sogenanntes Matcha-Salz vereinzelt in den Gewürzregalen, meist in Bioläden oder spezialisierten Online-Portalen. Mit einem guten Matcha kann man sich solch ein Salz aber auch selbst ganz einfach und jederzeit frisch mischen. Gewürzt werden damit am besten Geflügel- und Fischgerichte, vor allem helle Fischsorten und Garnelen erhalten durch den Matcha ein unvergleichliches Aroma und schmecken einfach hervorragend. Selbst Gemüsegerichte kann man damit verfeinern, ganz besonders, wenn es sich um Sorten mit einem eher süßlichen Eigengeschmack, wie etwa Erbsen handelt. Auch Olivenöl eignet sich hervorragend für grünen Tee als Aromaverstärker. Der Tee verleiht dem Öl eine sehr erfrischende Note, umso mehr, wenn es noch mit etwas Zitrone versetzt wird. Auch solch ein geschmacklich einzigartiges Olivenöl kann man sich ganz einfach selbst ansetzten. Alles, was man dazu braucht, ist ein qualitativ möglichst hochwertiges Olivenöl, Zitronenscheiben oder etwas abgeriebene Schale und grünen Tee, dessen Qualität selbstverständlich ebenfalls möglichst hoch sein sollte. Es kann sowohl Teepulver, als auch zerstoßene Blätter verwendet werden. Zudem haben Wissenschaftler in einer medizinischen Studie bewiesen, dass sich die Kombination aus Olivenöl und grünem Tee sehr positiv auf unsere Gefäßwände auswirkt. Beginnende Gefäßverkalkung beispielsweise kann damit rückgängig gemacht werden und auch der Stoffwechsel wird angekurbelt.Fazit
Zugegeben, der Anblick von grünen Salzkristallen auf unserem Essen ist zunächst sicher erst einmal gewöhnungsbedürftig, der Geschmack allerdings wird schnell überzeugen. Die Zeiten in denen in unseren Küchen fast nur mit Salz und Pfeffer gewürzt wurde, sind Gott sei Dank vorbei. Und wenn wir schon seit Jahren unsere Kräutergärten erweitern und immer wieder neue Geschmackskomponenten für unsere Lieblingsgerichte entdecken, warum dann nicht auch einmal mit grünem Tee würzen? Wer ihn gerne trinkt, wird ihn sicher gerne auch essen. Es ist wirklich immer wieder erstaunlich und überraschend, wie vielseitig und damit auch abwechslungsreich Tee ist. Früher hatte man in unseren Breitengraden meist nur Kamillentee, eine einfache Früchteteemischung und bestenfalls noch einen simplen schwarzen Tee stehen. Doch längst haben wir die breite Vielfalt der diversen Teearten und -sorten entdeckt. Nun ist es also Zeit, auch die Vielseitigkeit der Verwendung von Tee zu entdecken. Mit etwas Mut und Entdeckergeist werden die Überraschungen ganz bestimmt (fast) nur positiv sein. Bei der nächsten Party beeindruckt man seine Gäste damit sowohl optisch, als auch geschmacklich ganz sicher. Und wer genießt nicht gerne den Ruf eines passionierten Hobbykochs, der es versteht, seine Gäste zu verwöhnen? Bildnachweis: Etwas in der Küche © alex - Fotolia.comTee als Kochzutat: Grundlagen und Techniken
Tee in der Küche ist ein unterschätztes Geschmacksmittel, das Gerichten unerwartete Tiefe verleiht. Im asiatischen Raum ist das Kochen mit Tee seit Jahrhunderten etabliert – chinesische Tee-Eier (Cha Ye Dan, mit Schwarztee und Gewürzen hartgekocht), japanischer Ochazuke (Reis mit Grüntee übergossen) oder den Marinier von Lachsfilets in Lapsang Souchong sind nur einige Beispiele. In der westlichen Küche gewinnt Tee als Kochzutat zunehmend an Bedeutung. Die Grundidee ist einfach: Tee wird entweder direkt als Flüssigkeit (stark aufgebrühter Tee statt Wasser oder Brühe) verwendet oder die Blätter werden gemahlen als Gewürz eingesetzt. Matcha-Pulver eignet sich perfekt zum Einrühren in Teig, Saucen oder Cremes. Getrocknete Teeblätter können auf einem Hackbrett fein gehackt und als Rub für Fleisch verwendet werden.
Welcher Tee für welches Gericht?
Die Aromapalette der verschiedenen Teesorten eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Küche. Lapsang Souchong (rauchiger Schwarztee) verleiht Marinaden, BBQ-Saucen und Schmorgerichten eine tiefe Rauchnote, ohne tatsächlich zu räuchern – ideal für vegetarische Gerichte, die Umami-Tiefe benötigen. Earl Grey mit seinem Bergamotten-Aroma harmoniert mit Desserts: Panna Cotta, Shortbread, Ganache und Crème brûlée bekommen durch Earl Grey eine elegante Zitrusnote. Jasmin-Tee eignet sich für Vinaigrettes, Marinaden für Geflügel und Reisgerichte. Matcha passt zu Pasta (grüne Pasta mit Matcha), zu Suppen und zu süßen Cremes. Chai-Gewürze aus dem Tee können in Kürbissuppe, Lebkuchen oder Porridge eingesetzt werden. Schwarzer Tee ersetzt in Schmorrezepten häufig Rotwein – die Gerbstoffe zartmachen das Fleisch ähnlich.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber chinesische Teekultur. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Yan Cha Felsentee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Jiaogulan Tee.
Rezepte und praktische Tipps zum Kochen mit Tee
Ein einfaches Einsteiger-Rezept: Earl-Grey-Crème-brûlée. Man erhitzt 500 ml Sahne mit drei Earl-Grey-Teebeuteln (oder 8 Gramm losen Tee), lässt den Tee 15 Minuten ziehen und seiht ab. Die aromatisierte Sahne wird mit Eigelb und Zucker zu einer klassischen Crème brûlée verarbeitet. Das Ergebnis ist eine elegante Neuinterpretation des Klassikers mit Bergamotten-Note. Für ein herzhaftes Gericht: Schweinebauch in Lapsang-Souchong-Marinade. Tee aufbrühen, mit Sojasauce, Knoblauch und Ingwer mischen, Fleisch darin über Nacht marinieren und dann langsam schmoren. Ein weiterer Tipp: Grüntee-Salz. Matcha mit grobem Meersalz mischen (1:3) und auf gegrilltem Fisch, Avocado oder Eiern verwenden. Die Grundregel: Tee-Aromen sind subtil – lieber mehr Tee nehmen als zu wenig.
Häufig gestellte Fragen zu Tee in der Küche
Kann man Tee statt Brühe zum Kochen verwenden?
Ja – stark aufgebrühter Schwarztee eignet sich gut als Ersatz für Fleischbrühe in vegetarischen Rezepten. Er gibt Tiefe und Umami-Charakter.
Wie viel Matcha gibt man in Teig?
Pro 100 Gramm Mehl etwa 5–10 Gramm Matcha, je nach gewünschter Intensität. Zu viel Matcha macht das Gebäck bitter.
Verändert Hitze die Tee-Aromen?
Ja – Hitze verstärkt einige Aromen und zerstört andere. Flüchtige Verbindungen wie Blumennoten gehen beim Kochen verloren; robuste Röst- und Erdnoten bleiben erhalten.
Welche Tees eignen sich nicht zum Kochen?
Sehr subtile, teure Tees wie Yin Zhen oder hochwertiger First Flush Darjeeling verlieren beim Kochen ihre Finesse. Besser einfachere Qualitäten verwenden.
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