Ihren Namen verdankt die Nachtkerze (lat. Oenothera biennis, Oenotheraceae) wohl ihrer Besonderheit. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen, die ihre Blüten schließen, sobald die Sonne untergeht, blüht die Nachtkerze auch im Dunkeln. Besonders an lauen Sommerabenden fällen einem die strahlend gelben Blüten in der Dunkelheit auf. Als Heilpflanze allerdings gilt die Nachtkerze sozusagen als eine Art Neuentdeckung. Menschen, die unter einer empfindlichen Haut leiden, sind ihr vielleicht schon einmal in speziellen, sanften Pflegeprodukten, Duschen oder Bodylotions begegnet. Aber auch als Tee kann man von der Nachtkerze profitieren.

Inhaltsstoffe

Was die Inhaltsstoffe betrifft, kommt es sehr darauf an, welchen Teil der Nachtkerze man betrachtet. Die Samen beispielsweise sind in erster Linie wegen ihrer hohen Konzentration an der sog. Gamma-Linolensäure beliebt. Sie lässt Entzündungen besser und schneller abheilen. Am effektivsten kann man diesen Wirkstoff nutzen, wenn aus den Samen Nachtkerzenöl gewonnen wird. Es wird oft in Kosmetika verarbeitet, aber auch als Nahrungsergänzungsmittel ist es zu finden. Die Blätter fallen in erster Linie wegen ihrer Gerbstoffe auf, die Wurzeln dagegen sind wegen Eiweiß, Stärke und Mineralstoffen von Bedeutung. So wird der Nachtkerze insgesamt eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Sie hilft bei Husten ebenso wie bei Asthma. Auch bei Bluthochdruck, Verdauungsbeschwerden, Durchfall, PMS und Wechseljahrsbeschwerden (versuchen Sie auch Schafgarbentee!) wird ihr ein gewisser positiver Einfluss nachgesagt. Die Heilkraft bei Ekzemen allerdings beschränkt sich sicher eher auf die äußerliche Anwendung als Umschlag oder eben in speziellen Kosmetika. Den Wurzeln als Gemüse gegessen eilt der Ruf voraus, allgemein sehr stärkend zu wirken. Nach überstandener, längerer Krankheit soll dies sehr zu empfehlen sein.

Anbaugebiete

Die ursprüngliche Heimat der Nachtkerze war der komplette amerikanische Kontinent. Egal, ob Nord-, Mittel- oder Südamerika, die Nachtkerze schien sich überall wohl zu fühlen. Und ganz besonders dort, wo sonst nichts und kaum etwas wuchs, weil der Boden einfach schlichtweg zu unfruchtbar oder die Gegend insgesamt zu „ungemütlich“ war. Da stelle man sich nur einmal den Anblick eines in der Dämmerung liegenden Ödlandes vor: kaum Vegetation, vieles vielleicht bereits vertrocknet oder am Absterben und mittendrin die bis zu einem Meter hohe strahlend gelbe Nachtkerze, die selbst um diese Tageszeit noch blüht! Inzwischen ist die Nachtkerze, die übrigens eine zweijährige Pflanze ist, auch in vielen weiteren Ländern verbreitet. Wie erwähnt, stellt sie keine allzu großen Ansprüche an ihre Umgebung. So fühlt sie sich nahezu überall wohl.

Herstellung

Für den Tee verwendet man am besten die Blätter der Nachtkerze. Man kann sie direkt frisch oder getrocknet übergießen. Die Sammelzeit für diese Blätter liegt von Juni bis Oktober. Ebenfalls im Herbst kann man dann zusätzlich die Wurzeln ernten. In der Regel werden diese aber eher gegessen, als zu Tee verarbeitet.

Fazit

Es empfiehlt sich aber, lieber in einer Apotheke oder aber auch im Spezialversand im Internet nachzufragen und sich den Nachtkerzentee dort zu kaufen. Wer sich Tee aus Heilkräuter selbst herstellen möchte, sollte sich unbedingt sehr gut mit diesen Pflanzen auskennen und auch ganz sicher sein, dass er die richtige Pflanze erwischt hat. Ansonsten gilt auch hier: gerne ausprobieren, sofern man sich beispielsweise mit seinem Arzt ausführlich genug darüber beraten hat. Bildnachweis: Nachtkerzen Tee © mythja - Fotolia.com

Nachtkerzentee zubereiten – Die Blume des Mondes

Nachtkerze (Oenothera biennis) ist eine beeindruckende Pflanze mit leuchtend gelben Blüten, die sich nur in der Dämmerung öffnen und einen intensiven Duft verbreiten – daher ihr poetically Name. Die Pflanze stammt aus Nordamerika und wurde im 17. Jahrhundert nach Europa eingeführt, wo sie sich schnell als Heilpflanze etablierte. Für Tee werden die Samen, Blätter und seltener Blüten verwendet.

Für Nachtkerzentee aus Blättern übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel getrockneter Nachtkerzenblätter mit 250 ml heißem Wasser (90 Grad). 8 bis 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Der Tee hat einen milden, leicht süßlichen Geschmack. Kombiniert mit Hagebutte und Holunderblüte ergibt er einen wunderbar aromatischen Frühlingstee.

Der wirtschaftlich bedeutsamste Nachtkerzenprodukt ist jedoch das Nachtkerzenöl, das aus den Samen gepresst wird und als Nahrungsergänzungsmittel sehr verbreitet ist. Als Tee spielen Blätter und Blüten eine ergänzende Rolle in der Naturheilkunde.

Heilwirkung der Nachtkerze – Gamma-Linolensäure als Schlüssel

Das Nachtkerzenöl aus den Samen enthält als wichtigste Substanz Gamma-Linolensäure (GLA), eine seltene Omega-6-Fettsäure. GLA ist ein Vorläufer von entzündungshemmenden Prostaglandinen und hat wichtige Funktionen im Hormonhaushalt und in der Entzündungsregulation des Körpers.

In der Naturheilkunde wird Nachtkerzenöl bei Neurodermitis und anderen entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt. Klinische Studien zeigen, dass regelmäßige GLA-Einnahme die Symptome von Neurodermitis (atopischem Ekzem) lindern kann. Auch bei Mastalgie (Brustschwellung und -schmerz bei Frauen) hat Nachtkerzenöl klinisch belegte Wirksamkeit gezeigt.

Für das prämenstruelle Syndrom (PMS) und zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden wird Nachtkerzenöl eingesetzt. Die GLA unterstützt die Hormonbalance und kann übermäßige Prostaglandinbildung (Ursache von Krämpfen) reduzieren.

Nachtkerzentee aus Blättern – nicht das Öl – hat mildere Wirkungen und wird vor allem bei Atemwegsbeschwerden, Hautproblemen und als allgemeines Stärkungsmittel eingesetzt. Die Blätter enthalten Gerbstoffe, Flavonoide und Vitamin C.

Geschichte und Kulturgeschichte der Nachtkerze

Nachtkerze stammt aus Nordamerika, wo die indigenen Völker alle Teile der Pflanze nutzten. Wurzeln wurden als Gemüse gegessen, Blätter als Salat, Samen als Ölquelle. Die Cree-Indianer verwendeten Nachtkerze bei Übergewicht und der Schilfpflanzungen im Flachland.

In Europa wurde Nachtkerze zunächst als Zier- und Nahrungspflanze kultiviert. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Nachtkerzenblätter und Wurzeln als Gemüse gegessen. Die medizinische Nutzung entwickelte sich langsamer, setzte sich aber im 19. und 20. Jahrhundert durch.

Die Geschichte des Nachtkerzenöls beginnt in den 1930er Jahren, als britische Forscher den GLA-Gehalt der Nachtkerze entdeckten. In den 1980er und 1990er Jahren boomte das Interesse an Nachtkerzenöl, und zahlreiche klinische Studien wurden durchgeführt. Heute ist Nachtkerzenöl eines der meistverkauften pflanzlichen Nahrungsergänzungsmittel weltweit.

Häufige Fragen zu Nachtkerzentee (FAQ)

Ist Nachtkerzentee dasselbe wie Nachtkerzenöl?
Nein. Tee wird aus Blättern und Blüten gebrüht; das Öl wird aus Samen gepresst. Das Öl ist das medizinisch wichtigere Produkt für Hauterkrankungen und Hormonstörungen.

Hilft Nachtkerzenöl bei Neurodermitis?
Klinische Studien zeigen positive Effekte. Es wird als ergänzende Behandlung eingesetzt, ersetzt aber keine ärztliche Therapie.

Kann ich Nachtkerzen im Garten anpflanzen?
Ja, Nachtkerze ist eine pflegeleichte zweijährige Wildblume, die sich selbst aussät. Die gelben Blüten sind im Sommer attraktiv für Nachtfalter und Bienen.

Hat Nachtkerzentee Nebenwirkungen?
In normalen Teemengen sind keine Nebenwirkungen bekannt. Das Öl kann in sehr hohen Dosen Übelkeit verursachen.

Was unterscheidet Nachtkerze von anderen Ölpflanzen?
Ihr hoher GLA-Gehalt (bis zu 12%) ist ungewöhnlich und macht sie medizinisch besonders interessant. GLA kommt in kaum einer anderen Pflanzenart in so hoher Konzentration vor.

Verwandte Artikel

Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema: