Rooibos, auch Rotbusch oder Rooibusch genannt, stammt aus Südafrika und hat sich auch hierzulande einen festen Platz im Teeregal erobert. Ob pur, aromatisiert oder als Mischung – der rotbraune Aufguss wird von vielen geschätzt. Sein größter Vorzug: Er ist von Natur aus koffeinfrei und enthält kaum Gerbstoffe, weshalb er magenfreundlich und zu jeder Tageszeit geeignet ist. Hier lesen Sie alles zu Herkunft, Sorten und Zubereitung.

Steckbrief
Pflanze/BasisRotbusch (Aspalathus linearis), Hülsenfrüchtler
HerkunftZederberg-Region, Westkap, Südafrika
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilmild, leicht süßlich, rund, gerbstoffarm
Wassertemperaturkochend (100 °C)
Ziehzeit3-5 Minuten (Folgeaufguss bis 3 Min.)
Dosierung1 TL pro Tasse (250 ml)
Preisspanneca. 2-5 € pro 100 g

Herkunft: ein Strauch vom Westkap

Rooibos wird aus den Blättern und feinen Zweigen eines südafrikanischen Strauchs gewonnen, botanisch Aspalathus linearis. Die Pflanze gehört zu den Hülsenfrüchtlern und wächst fast ausschließlich in der Zederberg-Region am Westkap. Das besondere Klima und der nährstoffarme Boden dort bieten ideale Bedingungen, weshalb sich der Anbau bis heute kaum in andere Regionen übertragen ließ.

Streng genommen ist Rooibos kein echter Tee, sondern ein Kräuteraufguss, denn er stammt nicht von der Teepflanze Camellia sinensis. Dennoch hat er sich weltweit als Heißgetränk etabliert und wird selbstverständlich als Tee bezeichnet. Wie tief er in seiner Heimat verwurzelt ist, beleuchtet unser Beitrag zur südafrikanischen Teekultur.

Roter und grüner Rooibos

Bei der Verarbeitung unterscheidet man zwei Hauptvarianten. Beide werden gleich angebaut, doch nach der Ernte wird roter Rooibos fermentiert – dabei entstehen die charakteristische rotbraune Farbe und der typische süßlich-runde Geschmack. Beim grünen Rooibos wird die Fermentation unterbunden und die Blätter werden sofort getrocknet, was einen helleren, grasigeren Aufguss ergibt.

Daneben gibt es zahlreiche aromatisierte Sorten. Beliebt sind Vanille, Karamell und Schokolade ebenso wie fruchtige Varianten mit Pfirsich, Melone oder Kokosnuss; oft sind echte Fruchtstücke untergemischt. Diese Vielseitigkeit macht Rooibos zur idealen Basis für Mischungen, etwa für den fruchtigen Rooibos-Sommertee.

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Mild, gerbstoffarm und koffeinfrei

Rooibos enthält nur wenige Gerbstoffe, weshalb er auch bei längerer Ziehzeit kaum bitter wird – das macht die Zubereitung angenehm unkompliziert. Sein Geschmack ist mild, leicht süßlich und rund, was ihn auch bei Kindern und empfindlichen Genießern beliebt macht.

Die Koffeinfreiheit ist sein zweiter großer Vorteil: Rooibos lässt sich zu jeder Tageszeit genießen, auch am Abend. In seiner Heimat Südafrika wird er sogar Säuglingen gegeben. Wer den milden Charakter mag, findet ihn auch beim Spitzwegerich Tee wieder.

Die richtige Zubereitung

Rooibos verträgt im Gegensatz zu vielen Tees problemlos kochend heißes Wasser, und die exakte Temperatur ist hier nicht so entscheidend wie bei grünem, weißem oder schwarzem Tee. Die Ziehzeit sollte mindestens drei bis fünf Minuten betragen; wer es herber mag, lässt ihn sechs bis acht Minuten ziehen, ohne Bitterkeit befürchten zu müssen.

Rooibos lässt sich auch mehrfach aufgießen. Dabei gilt eine Besonderheit: Ab dem zweiten Aufguss sollte er nicht länger als drei Minuten ziehen, da sich Blattstruktur und Lösungsverhalten von klassischen Teesträuchern unterscheiden. Wer mag, genießt ihn pur, mit einem Schuss Milch oder einem Hauch Honig. Auch gekühlt als Eistee überzeugt er, ähnlich erfrischend wie ein Fichtennadel-Tee aus heimischen Nadeln.

Inhaltsstoffe und ein Wort zur Gesundheit

Rooibos enthält Mineralstoffe, Flavonoide wie Aspalathin sowie nur geringe Mengen Gerbstoffe. Wegen seines Mineralgehalts wird er gelegentlich mit einem isotonischen Getränk verglichen. Ihm werden traditionell verschiedene wohltuende Eigenschaften zugeschrieben, doch solche Aussagen sollte man mit Augenmaß betrachten.

Denn Rooibos ist in erster Linie ein Genussmittel, kein Heilmittel, und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wer ihn als wohltuendes, koffeinfreies Alltagsgetränk schätzt, hat den richtigen Zugang gefunden. Eine kritische Sicht auf vollmundige Versprechen rund um Tee bietet unser Beitrag Detoxing wie die Stars.

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Kauf, Qualität und Lagerung

Gute lose Rooibos-Ware erkennen Sie an gleichmäßig rotbraunem (oder beim grünen Rooibos olivfarbenem) Schnitt, geringem Staubanteil und einem frischen, leicht süßlichen Duft. Übliche Preise liegen zwischen etwa 2 und 5 Euro pro 100 Gramm; Bio-Qualität und sortenreine Single-Estate-Ware kosten etwas mehr.

Bei der Lagerung gilt wie für alle Tees: trocken, luftdicht und lichtgeschützt aufbewahren, fern von stark riechenden Lebensmitteln. In einer gut schließenden Dose bleibt Rooibos viele Monate aromatisch. Da er gerbstoffarm und unkompliziert ist, eignet er sich auch gut als Vorrat für die ganze Familie – ähnlich vielseitig wie die Pelargonie (Umckaloabo) unter den Kräuterspezialitäten.

Häufige Fragen

Was ist Rooibos?
Ein Kräuteraufguss aus dem südafrikanischen Strauch Aspalathus linearis. Streng genommen ist er kein echter Tee, da er nicht von der Teepflanze stammt, wird aber weltweit als solcher geschätzt.

Ist Rooibos koffeinfrei?
Ja, Rooibos ist von Natur aus koffeinfrei und lässt sich daher zu jeder Tageszeit unbeschwert genießen, auch am Abend oder vor dem Schlafengehen.

Was ist der Unterschied zwischen rotem und grünem Rooibos?
Roter Rooibos wird nach der Ernte fermentiert und erhält dadurch Farbe und süßliche Note. Grüner Rooibos wird sofort getrocknet und bleibt heller und grasiger im Geschmack.

Wird Rooibos bitter?
Nein, durch seinen geringen Gerbstoffgehalt wird er auch bei längerer Ziehzeit kaum bitter. Beim zweiten Aufguss sollte die Ziehzeit dennoch drei Minuten nicht überschreiten.

Ist Rooibos für Kinder geeignet?
Ja, da er koffeinfrei und mild ist. Sein leicht süßlicher Geschmack kommt bei Kindern oft gut an; in Südafrika wird er sogar Säuglingen gegeben.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.