Krankheiten, wie Blasen- und Nierenentzündungen sind ohne Frage sehr unangenehm und man möchte sie so schnell wie möglich wieder loswerden. In der großen Gruppe der Kräutertees gibt es auch für diese Probleme ein geeignetes Mittelchen: Bärentraubentee. Auch er gehört zu den eher unbekannten, deshalb aber sicher nicht weniger wirksamen, Kräutertees, die man allerdings in Apotheken auf jeden Fall bekommen sollte.

Inhaltsstoffe

Die Blätter der Bärentraube (lat. Uvae ursi folium) enthalten besonders viele Gerbstoffe und einer Substanz namens Arbutin, die beispielsweise auch in Weizenkeimen, Heidel- und Himbeeren in nennenswerten Konzentrationen vorkommt. Diesen beiden Inhaltsstoffen ist es zu verdanken, dass der Tee antibakteriell wirkt und somit ein hervorragendes Mittel gegen sämtliche Harnwegsinfektionen ist. Weitere bedeutende Inhaltsstoffe sind Flavone und Glycoside. Sie runden das Wirksamkeitsspektrum der Echten Bärentraube perfekt ab. So helfen die Wirkstoffe dieser Pflanze auch bei Durchfall und wird von Hebammen gerne als Wehenmittel in Form von Tee eingesetzt. Hin und wieder wird auch eine Tinktur aus dem Kraut hergestellt.Dennoch sollte man Bärentraubentee vorsichtig dosieren und wirklich nur bei Bedarf trinken. Die hohe Konzentration an Gerbstoffen kann bei einer Überdosierung schnell den Magen reizen, im schlimmsten Fall führt sie sogar zu einer Verstopfung. Während einer Schwangerschaft und der Stillzeit sollte man ganz und gar auf Bärentraubentee verzichten. Auch Kindern unter 12 Jahren sollte man bei Blasenentzündungen oder ähnlichen Erkrankungen lieber andere wirksame Mittelchen verabreichen.

Anbaugebiete

Die Echte Bärentraube zählt zu den Heidekrautgewächsen und fühlt sich als solche besonders an trockenen, sonnigen und gleichzeitig geschützten Standorten wohl. Felsnischen und Bergwälder beispielsweise sind ideal. Kein Wunder also, dass man die Bärentraube in erster Linie in Westkanada findet, ebenso wie in den Alpen, in den südlichen Mittelgebirgen und allgemein in den Kiefernwäldern Nordeuropas. Je humushaltiger und saurer der Boden dabei ist, umso wohler fühlt sich die Bärentraube und umso besser gedeiht sie.

Herstellung

Die Echte Bärentraube ist ein immergrüner Strauch. Da für den Tee die Blätter verwendet werden, kann man also reintheoretisch das ganze Jahr über ernten. Allerdings reichern sich die wertvollen Inhaltsstoffe gerade in den Sommermonaten besonders intensiv in den Blättern an. Ideal ist also ein Erntezeitpunkt im Spätherbst. Oktober und November versprechen also ein Maximum an Wirksamkeit des späteren Tees. Die Blätter werden vorsichtig vom Strauch gezupft und getrocknet. Die Temperaturen dabei liegen am besten nicht höher als 40°C. Der fertige Tee wird am besten dunkel gelagert. Die trockenen Bärentraubenblätter zerkleinern, einen Teelöffel des Krauts in eine Tasse geben, mit kochendem Wasser übergiessen und einige Minuten ziehen lassen. Fertig ist der Aufguss aus dieser nützlichen Heilpflanze.

Fazit

Bereits seit Jahren geistert immer wieder einmal der Begriff "Antibiotika-resistent" durch die Medien. Dahinter verbirgt sich die Tatsache, dass immer mehr Krankheitserreger immun geworden sind, gegen die von uns üblicherweise und oft leider auch zu schnell eingesetzten Antibiotika. Wirksame Medikamente scheinen knapp zu werden. Umso besser, wenn man da ein altes Naturheilmittel kennt und so seine Probleme mit einem Tee ganz schnell und unkompliziert lösen kann. Selbstverständlich sollte man trotzdem zum Arzt gehen und gerade mit häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen ist nicht zu spaßen. Aber vielleicht ist trotzdem der Griff zu Antibiotika nicht immer notwendig, denn auch Heilpflanzen wie die Bärentraube bietet eine gute Wirkung.Bildnachweis: Bärentraubentee © Natalia Klenova - Fotolia.com

Bärentraubentee zubereiten – Das Naturmittel bei Harnwegsinfekten

Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) ist ein immergrüner Zwergstrauch der Heidenlandschaften, der an ausgedehnten Berghängen, in lichten Wäldern und auf Moorflächen in Nord- und Mitteleuropa wächst. Die kleinen, ledrigen Blätter und die roten Beerenfrüchte (die den Bären als Nahrung dienen, daher der Name) enthalten einen wichtigen Wirkstoff für die Behandlung von Harnwegsinfektionen.

Für Bärentraubentee gibt es zwei Zubereitungsoptionen: Als Kaltauszug (bevorzugt) oder als heißer Aufguss. Beim Kaltauszug werden 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Bärentraubenblätter in 250 ml kaltem Wasser 6 bis 12 Stunden eingeweicht, dann kurz erwärmt und abgeseiht. Diese Methode extrahiert weniger Gerbstoffe und verringert damit das Risiko von Magenreizungen. Als heißer Tee übergießen Sie die gleiche Menge mit 90-Grad-Wasser, 5 Minuten ziehen lassen und sofort abseihen.

Wichtig für die Wirksamkeit: Bärentraubentee wirkt optimal bei alkalischem Urin (pH über 8). Alkalisierung des Urins durch Natriumbicarbonat (1 Teelöffel Backpulver in Wasser gelöst) oder durch alkalisierende Ernährung (Gemüse) erhöht die Wirksamkeit deutlich. Trinken Sie dabei viel Wasser (mindestens 2 Liter täglich).

Heilwirkung bei Harnwegsinfektionen

Bärentraubenblätter enthalten als Hauptwirkstoff Arbutin (4 bis 7%), einen Glykosid-Vorläufer von Hydrochinon. Im Körper wird Arbutin in der Leber zu Hydrochinon umgewandelt, das über den Urin ausgeschieden wird. Im alkalischen Urin der Harnwege wirkt Hydrochinon antibakteriell – es hemmt das Wachstum von Harnwegsinfektionsbaktierien, besonders E. coli.

Klinische Studien und in-vitro-Studien belegen die antibakterielle Wirkung von Arbutin und Hydrochinon gegen die häufigsten Harnwegserreger. Die EMA erkennt Bärentraubenblätter als traditional herbal medicine zur kurzfristigen Behandlung leichter Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen an.

Bärentraubentee ist keine Alternative zu Antibiotika bei schweren oder komplizierten Harnwegsinfektionen (Nierenbeckenentzündung, Fieber, starke Schmerzen). Er ist jedoch ein wirksames ergänzendes Mittel bei leichten, unkomplizierten Blasenentzündungen und als präventives Mittel bei wiederkehrenden Infektionen.

Vorsicht: Hydrochinon kann in hohen Dosen lebertoxisch sein. Bärentraubentee sollte maximal 5 Tage am Stück und nicht öfter als 5-mal pro Jahr eingenommen werden. Für Schwangere, Stillende, Kinder unter 12 Jahren und Menschen mit Nierenerkrankungen ist er nicht geeignet.

Geschichte und Botanik der Bärentraube

Bärentraube wurde von indigenen Völkern Nordamerikas und Nordeuropas seit Jahrhunderten als Heilpflanze genutzt. In Europa war sie in der Volksmedizin besonders in den Alpenregionen, Skandinavien und Norddeutschland als Mittel bei Blasenproblemen bekannt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde sie in der akademischen Medizin untersucht, und Arbutin als Wirkstoff wurde im 19. Jahrhundert isoliert.

Botanisch interessant ist die Bärentraube als Pionierpflanze: Sie wächst oft auf nährstoffarmen, kargen Böden und bildet dichte, bodenbedeckende Matten. Als immergrüner Zwergstrauch übersteht sie die langen Winter des Nordens ohne Probleme. Die leuchtend roten Beerenfrüchte, die im Herbst reifen, sind eine wichtige Nahrungsquelle für Raufußhühner, Drosseln und – wie der Name sagt – Bären.

Häufige Fragen zu Bärentraubentee (FAQ)

Wie schnell hilft Bärentraubentee bei Blasenentzündung?
Bei leichten Blasenentzündungen zeigt sich nach 2 bis 3 Tagen regelmäßiger Anwendung eine Verbesserung. Bei schwerwiegenderen Beschwerden unbedingt Arzt aufsuchen.

Warum wirkt Bärentraube besser bei alkalischem Urin?
Hydrochinon, der aktive Metabolit aus Arbutin, entfaltet seine antibakterielle Wirkung optimal bei alkalischem pH. Saurer Urin reduziert die Wirksamkeit erheblich.

Kann Bärentraubentee eine Blasenentzündung heilen?
Bei leichten, unkomplizierten Blasenentzündungen kann er helfen. Bei Fieber, Rückenschmerzen oder anhaltenden Beschwerden ist ärztliche Behandlung notwendig.

Wie lange darf ich Bärentraubentee nehmen?
Maximal 5 Tage am Stück und maximal 5 Anwendungen pro Jahr wegen der möglichen Hydrochinon-Toxizität bei Daueranwendung.

Gibt es eine Alternative für Schwangere?
Cranberry-Produkte sind eine sicherere Alternative bei Harnwegsinfektionen in der Schwangerschaft.

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