Der Darjeeling Oolong Phoobsering ist eine Rarität: ein teiloxidierter Tee aus einer Region, die fast jeder nur mit Schwarztee verbindet. Er duftet nach Blüten und Honig, schmeckt zunächst frisch und süß wie ein junger Darjeeling - und zeigt erst im Abgang mit seiner langen Brot-Note, dass er ein echter Oolong ist. Herkunft, Herstellung und Zubereitung im Überblick.
| Pflanze/Basis | Camellia sinensis, teiloxidierter Oolong aus Darjeeling |
|---|---|
| Koffeingehalt | ca. 30-50 mg pro Tasse (200 ml) |
| Geschmacksprofil | Duft nach Blüten und Honig, frisch-süßer Antrunk, lange Brot-Note im Abgang |
| Wassertemperatur | ca. 90 °C, nicht sprudelnd kochend |
| Ziehzeit | westlich 3-5 Minuten; Gongfu-Stil 15-45 Sekunden |
| Dosierung | 2-3 g auf 200 ml; Gongfu: 5-8 g auf 100-150 ml |
| Aufgüsse | westlich 2-3, im Gongfu-Stil deutlich mehr |
| Preisspanne | ca. 8-15 € pro 100 g |
Herkunft: der Teegarten Phoobsering in Darjeeling
Darjeeling liegt im Norden Indiens am Fuß des Himalaya und ist eigentlich die klassische Schwarztee-Region schlechthin - vielen Verbrauchern ist gar nicht bekannt, dass dort auch andere Teearten entstehen. Einen Überblick über die berühmte Region und ihre Flushes gibt unser Porträt des Darjeeling.
Seinen Namen trägt dieser Oolong nach seinem Teegarten: Bislang konnte allein die Qualität des Gartens Phoobsering die hiesigen Teehändler von einem Oolong aus Darjeeling überzeugen. Die Höhenlage spielt ihm dabei in die Karten - in der kühlen Bergluft wachsen die Blätter langsam und entwickeln die feinen Aromen, die auch die Schwarztees der Region berühmt gemacht haben.
Herstellung: Schütteln, Oxidieren, Rösten
Wie bei Oolong üblich werden die Blätter der Phoobsering-Sträucher nach dem Welken vorsichtig geschüttelt und gemischt, damit die Blattränder gleichmäßig brechen und die Oxidation kontrolliert einsetzt. Zum richtigen Zeitpunkt wird der Prozess abgebrochen: Eine kurze Röstung deaktiviert die Enzyme und hält den Tee gewissermaßen beim aktuellen Ist-Zustand an.
Mit welchem Oxidationsgrad ein Oolong aus der Produktion kommt, ist Sache des Teemeisters - die Spanne reicht bei dieser Teeart von etwa 15 bis 85 Prozent, weshalb kein anderer Teetyp eine so breite Aromenpalette abdeckt. Warum die halboxidierten Tees überhaupt erfunden wurden, beleuchtet der Beitrag Drei Theorien zum Oolong.
Geschmack: erst Darjeeling, dann Oolong
Der süße Duft erinnert an Blumen und Honig, und auch der erste Schluck wirkt frisch und recht süß - für einen Oolong äußerst ungewöhnlich und viel näher an einem jungen Darjeeling-Schwarztee. Erst im Nachgeschmack entfaltet der Tee die charakteristische Brot-Note des Oolong, die angenehm lange anhält.
Als allererster Kennenlern-Oolong eignet er sich deshalb nur bedingt; typischer schmecken chinesische Klassiker wie der Tie Guan Yin. Umgekehrt gilt: Wer als überzeugter Schwarztee-Trinker einen behutsamen Einstieg in die Welt der halboxidierten Tees sucht, trifft mit dem Phoobsering genau die richtige Wahl - vertrauter Darjeeling-Charakter vorn, echter Oolong im Abgang.
Zubereitung: westlich oder im Gongfu-Stil
In der westlichen Kannenzubereitung rechnen Sie 2 bis 3 g Blätter auf 200 ml Wasser von etwa 90 °C und lassen den Tee 3 bis 5 Minuten ziehen; zwei bis drei Aufgüsse sind möglich. Sprudelnd kochendes Wasser sollten Sie vermeiden, es überdeckt die Blüten- und Honignoten.
Intensiver wird das Erlebnis im Gongfu-Stil: 5 bis 8 g auf 100 bis 150 ml in einer kleinen Kanne oder einem Gaiwan, Aufgusszeiten von nur 15 bis 45 Sekunden, dafür viele Aufgüsse hintereinander, deren Ziehzeit Sie jeweils leicht verlängern. So lässt sich gut verfolgen, wie der Tee von der süßen Frische des Anfangs zur brotigen Tiefe des Abgangs wandert.
Inhaltsstoffe: zwischen Grün- und Schwarztee
Auch bei den Inhaltsstoffen steht der teiloxidierte Tee zwischen grünem und schwarzem Tee: Eine Tasse liefert je nach Dosierung etwa 30 bis 50 mg Koffein und damit eine spürbar anregende, aber sanftere Wirkung als Filterkaffee. Dazu kommen Gerbstoffe, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, wie sie alle Tees der Camellia sinensis mitbringen.
Eine Besonderheit gegenüber Grün- und Schwarztee ist das beim Oolong geschätzte Hui Gan - ein süßes Nachklingen am Gaumen, das erst Sekunden nach dem Schluck einsetzt. Beim Phoobsering verbindet es sich mit der Brot-Note zu einem ungewöhnlich langen Abgang; bei hochwertigen Partien ist dieser Effekt deutlich ausgeprägter als bei einfacher Ware.
Kauf und Aufbewahrung
Indischer Oolong ist eine Nische - die meiste Ware dieser Teeart stammt aus China oder Taiwan, entsprechend klein ist das Angebot aus Darjeeling. Rechnen Sie mit etwa 8 bis 15 Euro pro 100 g und achten Sie auf die Gartenbezeichnung Phoobsering sowie auf ganze, gleichmäßig gefärbte Blätter mit klarem Blütenduft. Wie sich solche Herkunfts- und Blattgrad-Angaben generell entschlüsseln lassen, erklärt unser Ratgeber zu den Namenszusätzen beim Tee.
Gelagert wird der Tee luftdicht, dunkel und trocken, fern von Kaffee und Gewürzen. Als teiloxidierter Tee ist er weniger empfindlich als Grüntee und hält sein Aroma bei guter Lagerung ein bis zwei Jahre.
Häufige Fragen
Was ist der Darjeeling Oolong Phoobsering?
Ein teiloxidierter Oolong aus dem Teegarten Phoobsering in Darjeeling, Nordindien. Er ist eine Seltenheit, denn die Region ist sonst fast ausschließlich auf Schwarztee spezialisiert.
Wie schmeckt der Darjeeling Oolong?
Der Duft erinnert an Blumen und Honig, der Antrunk ist frisch und süß wie bei einem jungen Darjeeling-Schwarztee. Erst im Abgang zeigt sich die lange, brotige Note eines echten Oolong.
Eignet sich der Phoobsering als Einstiegs-Oolong?
Für die typische Oolong-Aromatik nur bedingt, weil er zunächst stark an Darjeeling-Schwarztee erinnert. Genau deshalb ist er aber ideal für Schwarztee-Trinker, die sich behutsam an Oolong herantasten wollen.
Wie bereitet man Darjeeling Oolong am besten zu?
Westlich mit 2 bis 3 g auf 200 ml bei rund 90 °C und 3 bis 5 Minuten Ziehzeit. Im Gongfu-Stil mit 5 bis 8 g auf 100 bis 150 ml und vielen kurzen Aufgüssen von 15 bis 45 Sekunden.
Wie viel Koffein hat ein Oolong aus Darjeeling?
Etwa 30 bis 50 mg pro Tasse, abhängig von Dosierung und Ziehzeit. Damit liegt er zwischen Grüntee und Filterkaffee und wirkt sanfter anregend als Letzterer.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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