Inhaltsstoffe
Was seine Inhaltsstoffe betrifft, so liegt auch der Darjeeling Oolong zwischen schwarzem und grünen Tee. Als Konsument kommt man in den Genuss einer angenehm anregenden Wirkung, die dem Koffein zu verdanken ist. Zusätzlich liefern Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe einen gewissen gesundheitlichen Nutzen für Magen-Darm-Trakt, Immun- und auch Nervensystem. All dies sind jedoch Punkte, die jeder schwarze oder grüne Tee ebenso erfüllt. Die Besonderheit des Darjeeling Oolong muss also anderweitig begründet sein.Anbaugebiete
Das Anbaugebiet liefert da schon mehr Argumente. Darjeeling ist eigentlich eine absolut klassische Gegend für schwarzen Tee und vielen Verbrauchern ist nicht einmal bekannt, dass dort auch noch anderer Tee hergestellt wird. So mag es vielleicht sogar verwundern, dass nun selbst Oolong in Darjeeling produziert wird. Seinen Namen verdankt der Darjeeling Oolong Phoobsering aber auch seinem speziellen Teegarten. Bisher konnte nämlich nur die Qualität des Gartens Phoobsering in Darjeeling die hiesigen Teehändler von der Qualität ihres Oolong überzeugen.Herstellung
Wie bei Oolong üblich, werden auch die Teeblätter der Sträucher von Phoobsering vorsichtig geschüttelt und gemischt um eine gleichmäßige Oxidation zu gewährleisten. Um diesen Vorgang dann aber zum richtigen Zeitpunkt wieder abzubrechen, werden die Blätter kurz geröstet. Die hohen Temperaturen deaktivieren sämtliche Enzyme und die Qualität des Tees wird quasi beim aktuellen Ist-Zustand angehalten.Fazit
Der Darjeeling Oolong Phoobsering eignet sich nur bedingt als Einstieg um die Teeart Oolong kennenzulernen. Sein süßer Duft erinnert an Blumen und Honig. Auch der Geschmack ist im ersten Moment frisch und recht süß. Dies ist für einen Oolong äußerst ungewöhnlich und erinnert vielmehr an jungen Darjeeling Schwarztee. Erst im Nachgeschmack entfaltet dieser Tee die für Oolong charakteristische Brot-Note, die auch recht lange anhält. Möchte man sich allerdings als überzeugter Schwarztee Trinker doch einmal an etwas Neues wagen und Oolong versuchen, dann ist der Darjeeling Oolong wohl gerade wegen seiner teilweise großen Ähnlichkeit mit Darjeeling Schwarztee genau die richtige Wahl. Dieser Oolong bietet all die Vorzüge eines Darjeeling mit seinem blumig-frischen Geschmack, beweist aber spätestens im Abgang, dass er doch ein echter Oolong ist.Bildnachweis: Darjeeling Oolong Phoobsering — © Luftbildfotograf - Fotolia.com
Darjeeling Oolong zubereiten: Das Beste aus Indien und China
Der Darjeeling Oolong Phoobsering ist eine besondere Rarität: ein Oolong-Tee aus den berühmten Darjeeling-Teegärten Indiens, hergestellt nach chinesischer Tradition. Die Zubereitung folgt den Regeln für mittelschwere Oolongs: Wasser auf 85 bis 90 Grad Celsius erhitzen, drei bis vier Gramm pro 200 ml verwenden und 90 Sekunden bis zwei Minuten ziehen lassen. Wie alle guten Oolongs gibt er mehrere Aufgüsse ab, wobei sich das Aroma von Aufguss zu Aufguss verändert – der erste Aufguss zeigt die floralen Noten, spätere Aufgüsse werden voller und mineralischer.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber chinesische Teekultur. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Jiaogulan Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Gaiwan oder ein kleines Tonkannen-Set sind die traditionellen Aufbrühgefäße für Oolong. Im westlichen Stil eignet sich eine Porzellan-Teekanne. Ohne Milch und Zucker genießen, um das komplexe Aroma vollständig zu erleben. Da Darjeeling Oolong Phoobsering ein seltenes Produkt ist, sollte er mit Sorgfalt aufbewahrt werden – in einer luftdichten Metalldose, kühl und dunkel, idealerweise verbraucht binnen sechs Monaten nach Öffnung der Verpackung.
Die Besonderheit: Oolong aus Darjeeling
Darjeeling ist in der Teeliebhaber-Welt vor allem für seinen Schwarztee bekannt – insbesondere den First Flush und Second Flush, die als „Champagner der Tees" gelten. Dass aus denselben Teegärten im Himalaya-Vorland nun auch Oolongs entstehen, ist eine neuere Entwicklung. Einige progressive Teegärten in Darjeeling experimentieren seit den 1990er Jahren mit Oolong-Verarbeitung und haben dabei außergewöhnliche Ergebnisse erzielt. Der Phoobsering-Teegarten ist einer der Pioniere dieser Bewegung.
Das Ergebnis ist ein Tee mit einer einzigartigen Charakteristik: die typischen muscatell-artigen Noten des Darjeeling-Terroirs verbinden sich mit den floralen und fruchtigen Eigenschaften, die durch die Oolong-Verarbeitung entstehen. Der Phoobsering-Oolong wird von Kennern als einer der spannendsten experimentellen Tees aus Indien bewertet und erfreut sich wachsender Nachfrage bei Teeliebhabern, die das Bekannte neu entdecken möchten.
Häufig gestellte Fragen zum Darjeeling Oolong Phoobsering
Warum ist Darjeeling Oolong so selten?
Die Oolong-Produktion in Darjeeling ist auf einige wenige Teegärten beschränkt, die die aufwendige chinesische Verarbeitungstechnik erlernt haben. Die Produktion ist gering und die Nachfrage unter Spezialitäten-Teeliebhabern hoch – eine Kombination, die den Tee selten und vergleichsweise teuer macht.
Schmeckt Darjeeling Oolong wie chinesischer Oolong?
Nicht ganz – das Terroir von Darjeeling verleiht dem Tee die charakteristischen muscatell-artigen Noten, die für die Region typisch sind. Die Verarbeitungsmethode ist chinesisch, aber der Geschmack bleibt unverwechselbar „Darjeeling". Es ist eine faszinierende Fusion zweier großer Teetraditionen.
Kann man Darjeeling Oolong mehrmals aufgießen?
Ja, hochwertiger Darjeeling Oolong gibt zwei bis drei Aufgüsse ab. Jeder Aufguss hat seinen eigenen Charakter, mit dem ersten Aufguss als filigraner und blumig, späteren Aufgüssen tiefer und fruchtiger. Etwas längere Ziehzeiten bei jedem folgenden Aufguss anwenden.
Zubereitung von Darjeeling Oolong aus Phoobsering
Darjeeling Oolong ist eine Rarität – halbfermentierte Tees sind in Indien weit weniger verbreitet als in China oder Taiwan, weshalb Darjeeling Oolong von versierten Teekennern hoch geschätzt wird. Phoobsering ist eines der wenigen Darjeeling-Teegüter, das Oolong-Tee in Handarbeit herstellt. Oxidationsgrad: 20–40%, was Darjeeling Oolong nahe an grünen Tee rückt. Zubereitung: 4–5 Gramm Tee pro 200 ml Wasser bei 85–90 °C, 3–4 Minuten Ziehzeit. Für Gongfu-Stil: 3–4 Gramm pro 100 ml, Aufgüsse von 30–45 Sekunden. Der Tee liefert eine goldgelbe Flüssigkeit mit einem komplexen Aroma: frische Bergluft, Muskatell, etwas Honig und eine leichte blumige Süße, die an Darjeeling First Flush erinnert. Zwei bis drei Aufgüsse sind möglich, wobei der zweite oft die besten Aromen offenbart.
Das Gut Phoobsering und seine Besonderheiten
Phoobsering liegt im Seebu-Tal, einem der westlichsten Teebezirke Darjeelings, auf 1300–1800 Metern Höhe. Das Gut ist bekannt für seine handwerkliche Verarbeitung und seine Bereitschaft, unkonventionelle Teesorten auszuprobieren. Die Pflanzen sind oft alte Chinatyp-Kamelien (Camellia sinensis var. sinensis), die sich für feine Oolongs besser eignen als die großblättrigen Assam-Typen. Beim Darjeeling Oolong wird das Blatt nach der Ernte leicht welken gelassen, dann durch kontrolliertes Rollen und kurze Oxidation in seinen Charakter gebracht. Das Ergebnis: Ein Tee, der weder Grüntee noch Schwarztee ist, aber das Beste aus beiden Welten vereint – die Frische und Finesse des Darjeeling First Flush mit der Tiefe und Süße eines leichten Oolongs. Diese Tees sind meist in kleinen Mengen erhältlich und werden schnell von Spezialitätenhändlern aufgekauft.
Geschichte des Oolong-Anbaus in Darjeeling
Oolong-Tee hat in Darjeeling keine lange Tradition – die Region wurde von britischen Kolonialplantagenbesitzern hauptsächlich für Schwarztee entwickelt. Die Experimente mit Oolong begannen erst in den 1990er und 2000er Jahren, als zunehmend asiatische Käufer (besonders aus Japan und Taiwan) Darjeeling-Tees entdeckten und die Nachfrage nach weniger oxidierten Sorten wuchs. Einige Plantagenbesitzer schickten ihre Mitarbeiter zum Studium der Oolong-Verarbeitung nach Taiwan und Fujian. Das Wissen wurde auf Darjeeling übertragen und mit lokalem Terroir kombiniert, was einzigartige Hybridtees ergab – mit der charakteristischen Darjeeling-Muskatell-Note, aber der Struktur eines Oolongs. Phoobsering war eines der Pioniergüter in dieser Entwicklung. Darjeeling Oolong ist heute ein kleines, aber wachsendes Segment des Spezialitäten-Teemarkts.
Häufig gestellte Fragen zu Darjeeling Oolong
Ist Darjeeling Oolong selten?
Ja – die Produktion ist klein und saisonal. Gute Darjeeling Oolongs sind limitierte Spezialitäten, die oft direkt beim Produzenten oder über Spezialitätenhändler bezogen werden müssen.
Welche Plantagen in Darjeeling stellen Oolong her?
Phoobsering, Makaibari, Glenburn und einige andere Güter experimentieren mit Oolong. Verfügbarkeit variiert je nach Ernte.
Wie unterscheidet sich Darjeeling Oolong von chinesischem Oolong?
Das Terroir ist völlig anders – Darjeeling hat ein spezifisches Muskatell-Terroir. Chinesische Oolongs wie Tieguanyin sind floraler, taiwanesische cremiger.
Welcher Aufguss schmeckt am besten?
Viele Kenner bevorzugen den zweiten Aufguss, wenn das Blatt sich vollständig geöffnet hat und alle Aromen freigesetzt werden.
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