Milky Oolong ist ein teiloxidierter Oolong-Tee mit cremig-milchiger Note, die an Honigmilch erinnert. Die begehrte Variante stammt vom taiwanischen Jin-Xuan-Kultivar und aus der chinesischen Provinz Fujian, wo das Milcharoma auf natuerliche Weise entsteht. Daneben gibt es aromatisierte Ware. Hier lesen Sie, woher die Sahnenote kommt, wie Sie den Tee bei 75 Grad richtig aufgiessen und wie Sie gute Qualitaet erkennen.

Steckbrief
Pflanze/BasisCamellia sinensis, oft Kultivar Jin Xuan (Milchoolong)
Koffeingehaltca. 25-45 mg pro Tasse (250 ml)
Geschmacksprofilcremig, buttrig, blumig, Note von Honigmilch
Wassertemperatur75-85 °C, nicht kochend
Ziehzeit2-3 Minuten je Aufguss
Dosierungca. 2-3 g (1 geh. TL) auf 250 ml
Aufgüsse3-5 Aufgüsse möglich
Preisspannearomatisiert ab ca. 4 €, naturbelassen ca. 6-15 € pro 100 g

Herkunft: vom Jin-Xuan-Kultivar bis Fujian

Der hochwertige Milky Oolong geht auf den taiwanischen Kultivar Jin Xuan zurück, in den 1980er Jahren als TTES Nr. 12 gezüchtet. Dieser Strauch bringt von Natur aus eine sahnige Note hervor, ohne dass Aroma zugesetzt wird. Daneben stammt grüner Milky Oolong aus der chinesischen Provinz Fujian, wo die idealen Höhenlagen und die Erfahrung der Teemeister eine eigene Stilrichtung hervorgebracht haben.

Der Aufguss bleibt klar und hellgrün, weil der Tee nur teiloxidiert ist. Schon beim ersten Riechen tritt die zarte Milchnote hervor, fast als hätte man einen Schuss Sahne ins Glas gegeben. Wer kräftiger geröstete Tees mag, findet im China Tie Guan Yin Oolong oder im Yancha-Felsentee das andere Ende der Oolong-Bandbreite.

Natürlich oder aromatisiert: der Unterschied

Bei der traditionellen Methode werden die teiloxidierten Blätter vor dem Rollen in Milchwasserdampf erhitzt. Durch die Hitze öffnen sich die Poren, nehmen das Aroma auf und schließen es beim Abkühlen und Rollen ein. Erst der Aufguss gibt es wieder frei. Diese Variante bleibt im Glas hellgrün und klar.

Günstige Ware wird dagegen schlicht mit Milcharoma oder Milchpulver versetzt. Milchpulver löst sich beim Aufguss und trübt den Tee milchig ein, statt ihn klar zu lassen. Ein klarer, hellgrüner Aufguss ist deshalb ein gutes Zeichen für ehrliche Verarbeitung. Verglichen mit dem cremigen Formosa Oolong Jade Pearls fällt die Milchnote des Milky Oolong deutlich süßer aus.

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Geschmack: cremig, buttrig, blumig

Milky Oolong schmeckt samtig und sanft mit einer butterigen, an Sahne erinnernden Süße und einem blumigen Abgang. Bitterstoffe treten kaum hervor, was den Tee auch für Einsteiger zugänglich macht. Die Süße entsteht ohne Zucker allein aus dem Kultivar und der schonenden Verarbeitung.

Wird das Wasser zu heiß, kippt das feine Aroma ins Grasige und verliert die Cremigkeit. Deshalb sind 75 bis 85 Grad das Maß der Dinge. Im Vergleich zum spritzig-frischen Oolong Ruanzhi wirkt Milky Oolong runder und voller.

Zubereitung Schritt für Schritt

So gelingt der Aufguss zuverlässig: 1. Pro 250 ml einen gehäuften Teelöffel (2 bis 3 g) Blätter dosieren. 2. Wasser auf 75 bis 85 Grad abkühlen lassen, niemals kochend übergießen. 3. Zwei bis drei Minuten ziehen lassen. 4. Blätter aus dem Wasser nehmen oder abgießen, damit der zweite Aufguss nicht bitter wird.

Die gerollten Blätter entfalten sich erst nach und nach, weshalb drei bis fünf Aufgüsse drin sind. Der zweite gilt vielen als der aromatischste, weil sich die Sahnenote dann voll zeigt. Wer den Tee kalt mag, kann ihn auch über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen, ähnlich wie beim kalten Aufgießen.

Kauf und Qualitätsmerkmale

Gute Ware erkennen Sie an gleichmäßig gerollten, dunkelgrünen Kugeln und einem klaren, frisch-cremigen Duft ohne aufdringliche Süße. Künstlich aromatisierte Tees riechen schon trocken stark nach Karamell oder Sahnebonbon. Naturbelassener Jin Xuan kostet etwa 6 bis 15 Euro pro 100 Gramm, während stark aromatisierte Mischungen bereits ab rund 4 Euro zu haben sind.

Ein klarer, hellgrüner Aufguss spricht für unverfälschte Verarbeitung, ein milchig getrübter eher für zugesetztes Milchpulver. Wer Wert auf Herkunft legt, achtet auf Angaben zu Anbaugebiet und Kultivar. Im Geschmack steht Milky Oolong dem leicht oxidierten Darjeeling Oolong Phoobsering nahe, bleibt aber deutlich cremiger.

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Lagerung

Milky Oolong hält sich in einer luftdichten, lichtundurchlässigen Dose etwa 12 bis 18 Monate. Wichtig sind ein kühler, trockener Standort abseits von Herd und Spüle sowie Abstand zu stark riechenden Lebensmitteln, da die Blätter Fremdgerüche schnell aufnehmen. Angebrochene Packungen am besten innerhalb von sechs bis acht Monaten aufbrauchen, weil die feine Sahnenote mit der Zeit verfliegt.

Häufige Fragen

Was ist Milky Oolong?
Ein teiloxidierter Oolong-Tee mit cremig-milchiger Note. Die hochwertige Variante stammt vom taiwanischen Jin-Xuan-Kultivar oder aus Fujian und entwickelt das Aroma auf natürliche Weise ohne Zusätze.

Woher kommt das milchige Aroma?
Entweder vom Kultivar Jin Xuan und einer Dampfbehandlung mit Milchwasser, oder durch zugesetztes Milcharoma. Ein klarer, hellgrüner Aufguss spricht für die natürliche, ein milchig getrübter für die aromatisierte Variante.

Wie heiß sollte das Wasser sein?
75 bis 85 Grad sind ideal. Kochendes Wasser löst zu viele Bitterstoffe und zerstört die feine Sahnenote, sodass der Tee grasig statt cremig schmeckt.

Wie oft kann man Milky Oolong aufgießen?
Drei bis fünf Aufgüsse sind üblich, da sich die gerollten Blätter nur langsam öffnen. Der zweite Aufguss gilt oft als der aromatischste.

Was kostet guter Milky Oolong?
Naturbelassener Jin Xuan liegt bei etwa 6 bis 15 Euro pro 100 Gramm. Aromatisierte Mischungen sind ab rund 4 Euro erhältlich, schmecken aber meist deutlich süßlicher.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.