Der China Dong Ding Oolong gehört zu den berühmtesten Oolong-Tees und stammt ursprünglich vom Dong-Ding-Berg in Taiwan, dessen Name eisiger Gipfel bedeutet. Die zu Kugeln gerollten Blätter ergeben einen blumig-aromatischen Aufguss; je nach Verarbeitung reicht das Profil von hellgrün-floral bis warm-geröstet. Hier lesen Sie, woher der Tee kommt, wie er hergestellt wird, wie Sie ihn aufgießen und warum er für mehrere Aufgüsse gemacht ist.
| Pflanze/Basis | Oolong-Kultivar der Teepflanze (Camellia sinensis) |
|---|---|
| Oxidationsgrad | leicht bis mittel (ca. 15-40 %) |
| Geschmacksprofil | blumig, an Orchidee erinnernd, je nach Röstung nussig |
| Wassertemperatur | 85-95 °C |
| Ziehzeit | westlich 2-3 Min.; Gongfu 15-45 Sek. |
| Dosierung | ca. 2-3 g westlich; 5-8 g Gongfu pro 100-150 ml |
| Aufgüsse | 6 und mehr, Aroma wandelt sich |
| Herkunft | Dong-Ding-Berg (Taiwan); Handelsware oft aus Anhui (China) |
Herkunft: vom Dong-Ding-Berg nach China
Der originale Dong Ding Oolong stammt vom gleichnamigen Berg in Taiwan, dessen Name so viel wie eisiger Gipfel bedeutet. Der Überlieferung nach kamen die Oolong-Pflanzen dorthin, als ein Mandarin aus Taiwan nach bestandener Beamtenprüfung seiner Familie zum Dank einige Stecklinge vom chinesischen Festland mitbrachte. Damit liegt der Ursprung der Teegärten letztlich in China.
Tee, der unter dem Namen China Dong Ding Oolong verkauft wird, stammt deshalb meist aus der chinesischen Provinz Anhui statt vom taiwanischen Berg. Wie eng beide Regionen verflochten sind, zeigt auch die enge Verwandtschaft zum China Jade Dung Ting Oolong.
Was Oolong besonders macht
Oolong, auch Wulong oder Blauer Tee genannt, steht zwischen grünem und schwarzem Tee. Sein Oxidationsgrad reicht von etwa 15 bis 85 Prozent, weshalb kein anderer Teetyp eine so breite Aromenpalette abdeckt. Der Dong Ding liegt am leichteren Ende dieser Skala, was seine grünlich-floralen Noten erklärt.
Der Name Oolong bedeutet Schwarzer Drache und spielt auf die dunklen, gewundenen Blätter an. Die Herstellung verlangt großes handwerkliches Können, was diesen Teetyp zu einem der anspruchsvollsten in der Verarbeitung macht. Stärker geröstete Verwandte wie der China Tie Guan Yin Oolong zeigen, wie weit das Spektrum reicht.
Herstellung: Rollen zu festen Kugeln
Dong Ding Oolong kann bis zu fünfmal im Jahr geerntet werden. Charakteristisch ist, dass die Blätter vor dem Trocknen in sorgfältiger Handarbeit zu kleinen, festen Kugeln gerollt werden. So bewahren sie ihre tiefgrüne Farbe, weshalb dieser Oolong näher am grünen Tee liegt als viele andere Sorten und der Aufguss eine leuchtend grüne Färbung annimmt.
Beim Welken werden die Blätter im Freien und in Innenräumen regelmäßig geschüttelt, um die Ränder kontrolliert anzubrechen und die Oxidation einzuleiten. Der Teemeister entscheidet anhand von Aroma, Farbe und Beschaffenheit, wann er den Prozess durch Erhitzen stoppt. Stärker gerollte und geröstete Stile finden sich beim verwandten White Downy Oolong Longkou.
Geschmack: blumig, an Orchidee erinnernd
Der Dong Ding verwöhnt mit einem ausgesprochen blumigen Aroma, das im Idealfall an Orchideen erinnert. In leicht oxidierter Form dominieren florale und frisch-grüne Noten, während stärker geröstete Varianten wärmere Anklänge von gerösteten Nüssen und Karamell entwickeln.
Geschätzt wird bei guten Oolongs das sogenannte Hui Gan, ein süßes Nachklingen am Gaumen, das erst Sekunden nach dem Schluck einsetzt und ein Zeichen hoher Qualität ist. Wer florale Oolongs mag, findet im China Superior Fancy Oolong einen weiteren Vertreter.
Zubereitung und mehrere Aufgüsse
Sein volles Potenzial entfaltet der Dong Ding in der Gongfu-Methode: kleine Kanne oder Gaiwan, reichlich Blätter (5 bis 8 g auf 100 bis 150 ml), kurze Aufgusszeiten von 15 bis 45 Sekunden und viele Aufgüsse. Die Wassertemperatur liegt bei diesem leichteren Oolong bei etwa 85 bis 95 Grad, nicht sprudelnd kochend.
Auch westlich zubereitet gelingt er gut: 2 bis 3 Gramm auf 200 Milliliter, zwei bis drei Minuten Ziehzeit. Ein hochwertiger Dong Ding lässt sich sechsmal und öfter aufgießen, wobei sich das Geschmacksprofil mit jedem Aufguss wandelt. Wer das Verkosten über mehrere Aufgüsse liebt, findet Gleichgesinnte in unserem Beitrag über die Tee-Nerds.
Original oder Kopie? Der Streit um die Herkunft
Streng genommen lässt sich einwenden, dass China Dong Ding Oolong nicht vom namensgebenden Berg in Taiwan kommt. Kenner sind sich einig, dass das chinesische Pendant anders schmeckt als das Original, denn das spezielle Klima rund um den Dong-Ding-Berg prägt den Geschmack mit.
Ob dieser Unterschied so groß ist, dass auch ungeübte Gaumen ihn wahrnehmen, ist offen. Und da der Ursprung der Teegärten ohnehin in China liegt, kann derselbe Tee von dort kaum eine Fälschung sein. Bei regelmäßigen Dong-Ding-Wettbewerben, die Tees aus Taiwan und China zulassen, gewinnen nicht selten die chinesischen. Am Ende entscheidet, wie so oft, der eigene Geschmack. Vergleichbar gelagert ist die Diskussion um den Darjeeling Oolong Phoobsering.
Häufige Fragen
Woher stammt der China Dong Ding Oolong?
Der originale Dong Ding kommt vom Dong-Ding-Berg in Taiwan, dessen Name eisiger Gipfel bedeutet. Tee unter dem Namen China Dong Ding Oolong stammt meist aus der chinesischen Provinz Anhui.
Wie schmeckt der Dong Ding Oolong?
Ausgeprägt blumig, im Idealfall an Orchideen erinnernd. In leicht oxidierter Form floral und frisch-grün, stärker geröstet mit wärmeren Noten von Nuss und Karamell.
Wie bereite ich Dong Ding Oolong zu?
Mit Wasser von 85 bis 95 Grad. In der Gongfu-Methode mit reichlich Blättern und kurzen Aufgüssen von 15 bis 45 Sekunden, westlich mit 2 bis 3 Gramm auf 200 Milliliter und zwei bis drei Minuten.
Wie oft kann man den Dong Ding aufgießen?
Ein hochwertiger Dong Ding lässt sich sechsmal und öfter aufgießen. Das Geschmacksprofil verändert sich dabei von Aufguss zu Aufguss.
Warum ist der Aufguss so grün?
Weil die Blätter zu festen Kugeln gerollt werden und vergleichsweise leicht oxidiert sind, behalten sie ihre tiefgrüne Farbe. Dadurch liegt der Dong Ding näher am grünen Tee als viele andere Oolongs.
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