Zimt-Tee ist ein koffeinfreier Aufguss aus der Rinde des Zimtbaums — pur aus der Zimtstange oder als würzende Zutat in Chai- und Wintermischungen. Sein warmes, süßlich-würziges Aroma stammt vor allem vom Zimtaldehyd im ätherischen Öl. Wichtig für Vieltrinker: Ceylon-Zimt enthält deutlich weniger Cumarin als der günstigere Cassia-Zimt. Hier lesen Sie, wie Sie den Tee zubereiten und worauf Sie beim Kauf achten.
| Pflanze/Basis | Rinde des Zimtbaums (Cinnamomum verum bzw. Cinnamomum cassia) |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | warm, süßlich-würzig; Cassia kräftiger, Ceylon feiner |
| Wassertemperatur | 100 °C, sprudelnd kochend |
| Ziehzeit | ca. 10 Minuten (Zimtstange), 5-8 Minuten (Pulver) |
| Dosierung | 1 Zimtstange oder 1 bis 1,5 TL Pulver pro 250 ml |
| Aufgüsse | Stange: 2 Aufgüsse möglich; Pulver: 1 |
| Preisspanne | Ceylon-Stangen ca. 3-6 € pro 100 g, Cassia ab ca. 1,50 € |
Ceylon oder Cassia: zwei Zimtsorten, ein großer Unterschied
Im Handel dominieren zwei Arten: Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) aus Sri Lanka und Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia), der überwiegend aus China und Indonesien stammt. Ceylon schmeckt feiner und leicht süßlich, Cassia kräftiger und schärfer — und ist meist nur halb so teuer.
Der wichtigste Unterschied steckt jedoch im Cumaringehalt: Cassia-Zimt enthält davon ein Vielfaches des Ceylon-Zimts. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt als duldbare tägliche Aufnahmemenge 0,1 mg Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht — wer regelmäßig und viel Zimt-Tee trinkt, greift deshalb besser zu Ceylon-Ware. Erkennbar ist sie an der Stange: Ceylon-Stangen bestehen aus vielen feinen, zigarrenartig ineinander gerollten Rindenlagen, Cassia-Stangen aus einer einzelnen dicken Rindenschicht.
Anbau und Herstellung: warum Zimt einst Luxus war
Der Zimtbaum gehört zu den Lorbeergewächsen und wächst ausschließlich in Südasien — das Kerngebiet des Ceylon-Zimts ist bis heute Sri Lanka. Die Gewinnung ist aufwendig: Der junge Baum wächst zunächst einige Jahre, dann werden sämtliche Äste gekappt, bis nur der Stamm steht. Aus ihm treiben neue Schösslinge, die nach etwa zwei weiteren Jahren geschnitten und geschält werden. Beim Trocknen rollt sich die abgelöste Innenrinde von beiden Seiten ein — so entsteht die charakteristische Doppelrolle der Zimtstange.
Ein Zimtbauer wartet also Jahre, bis seine Pflanzung Ertrag bringt. Dieser Aufwand erklärt, warum Zimt über Jahrhunderte ein kostbares Handelsgut war, das per Karawane und Schiff nach Europa kam und sich nur Wohlhabende leisten konnten. Erst der Plantagenanbau machte das Gewürz zur Alltagsware im Supermarktregal.
Geschmack und Kombinationen
Pur aufgegossen schmeckt Zimt-Tee warm, holzig-süß und angenehm würzig; die Schärfe des Zimtaldehyds bleibt im Hintergrund, solange Sie Ceylon-Zimt verwenden. Cassia liefert einen deutlich kräftigeren, fast brennenden Aufguss — manche mögen genau das, etwa als Basis für Punsch.
Zimt harmoniert mit vielen Partnern: Apfelstücke machen den Aufguss fruchtig-mild — die Kombination kennt jeder vom Bratapfel, sie funktioniert auch mit klassischem Apfeltee. Orange und Nelke ergeben das typische Winteraroma, frischer Ingwer steuert Schärfe und Frische bei. Und im indischen Chai-Tee ist Zimt neben Kardamom, Nelke und Pfeffer eine der tragenden Gewürzsäulen.
Zubereitung Schritt für Schritt
1. Eine ganze Zimtstange (oder 1 bis 1,5 Teelöffel Pulver) in eine Tasse mit 250 ml geben. 2. Mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen. 3. Rund 10 Minuten ziehen lassen — die feste Rinde gibt ihr Aroma deutlich langsamer ab als zerkleinerte Kräuter. 4. Stange entnehmen beziehungsweise Pulver durch ein feines Sieb abgießen.
Die Stange können Sie für einen zweiten, etwas milderen Aufguss erneut verwenden. Für eine schnelle Chai-Variante lassen Sie zusätzlich einen Schwarzteebeutel drei Minuten mitziehen und runden mit warmer Milch und etwas Zucker oder Honig ab. Kalt aufgegossen und über Eiswürfel serviert eignet sich Zimt-Apfel-Tee im Sommer auch als Gewürz-Eistee.
Inhaltsstoffe und Studienlage
Hauptträger des Aromas ist das ätherische Öl der Rinde mit bis zu 75 Prozent Zimtaldehyd, begleitet von Eugenol, Limonen und Sesquiterpenen. Dazu kommen Gerbstoffe und Mineralstoffe wie Zink. In der traditionellen Pflanzenkunde wird Zimtrinde bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden verwendet; die Kommission E hat sie entsprechend monographiert.
Viel diskutiert wird Zimt im Zusammenhang mit dem Blutzuckerstoffwechsel: Mehrere kleinere Studien an Menschen mit Typ-2-Diabetes lieferten Hinweise auf günstige Effekte, andere fanden keine — die Ergebnisse sind insgesamt uneinheitlich, und Fachgesellschaften empfehlen Zimt ausdrücklich nicht als Ersatz für eine Diabetesbehandlung. Zur Vorsicht mahnt zudem das Cumarin im Cassia-Zimt, das in hohen, dauerhaften Mengen die Leber belasten kann. In der Schwangerschaft sollte Zimt nur in küchenüblichen Mengen verwendet werden.
Kauf und Lagerung
Für Tee lohnt der Griff zu ganzen Ceylon-Stangen aus kontrolliertem Anbau: 100 g kosten etwa 3 bis 6 Euro und reichen für viele Tassen. Auf dem Etikett verrät die botanische Bezeichnung die Sorte — steht dort Cinnamomum verum oder "Ceylon", sind Sie auf der sicheren Seite; fehlt jede Angabe, handelt es sich fast immer um Cassia. Gemahlener Zimt verliert sein Aroma deutlich schneller als die ganze Stange.
Lagern Sie Stangen luftdicht, trocken und dunkel; so halten sie zwei Jahre und länger. In der Vorweihnachtszeit wandert Zimt traditionell in Gewürzmischungen — was sonst noch in winterlichen Mischungen steckt, zeigt unser Beitrag über Adventstee und Weihnachtstee.
Häufige Fragen
Wie macht man Zimt-Tee selbst?
Eine Zimtstange oder 1 bis 1,5 TL Pulver mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und rund 10 Minuten ziehen lassen. Die Stange lässt sich für einen zweiten, milderen Aufguss erneut verwenden.
Welcher Zimt ist besser für Tee: Ceylon oder Cassia?
Für regelmäßigen Genuss Ceylon-Zimt: Er schmeckt feiner und enthält nur einen Bruchteil des Cumarins von Cassia. Erkennbar ist er an vielen dünnen, ineinander gerollten Rindenlagen in der Stange.
Wie viel Zimt-Tee darf man am Tag trinken?
Mit Ceylon-Zimt sind ein bis zwei Tassen täglich unkritisch. Bei Cassia-Zimt gilt die BfR-Richtgröße von 0,1 mg Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag — hier sollte es bei gelegentlichem Genuss bleiben.
Hat Zimt-Tee Koffein?
Nein, reiner Zimt-Tee ist koffeinfrei und auch abends geeignet. Koffein kommt erst hinzu, wenn Zimt mit Schwarz- oder Grüntee kombiniert wird, etwa im Chai.
Ist Zimt gut bei Diabetes?
Die Studienlage ist uneinheitlich: Einige kleine Studien zeigten günstige Effekte auf den Blutzuckerstoffwechsel, andere nicht. Zimt ersetzt keine Behandlung — wer Diabetes hat, bespricht Hausmittel mit der Arztpraxis.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Stellungnahmen zu Cumarin in Zimt und zimthaltigen Lebensmitteln
- EFSA: Scientific Opinion zu Cumarin in Lebensmitteln (TDI 0,1 mg/kg Körpergewicht)
- Kommission-E-Monographie: Cinnamomi cortex (Zimtrinde)
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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