Ginseng hat seinen festen Platz in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und ist bis heute von dort nicht wegzudenken. Es dauerte jedoch bis ins 17. Jahrhundert, bis sich das positive Bild des Ginseng auch bei uns endgültig durchsetzten konnte. Das wir die Heilkraft der Wurzel dieser Pflanze inzwischen ebenfalls zu schätzen wissen, verdanken wir in erster Linie niederländischen Seefahrern. Doch während die meisten von uns den den sogenannten Panax ginseng als medizinisches Präparat in Form von Tabletten und Dragees vor oder nach der Ernährung zu sich nehmen, gibt es auch sehr wirkungsvolle Tees.

Inhaltsstoffe

Bei den für uns bedeutenden Inhaltsstoffen des Ginsengs steht selbstverständlich an erster Stelle das Glycosid Ginsenin bzw. Ginsenoside. Mit Panaquilon reiht sich gleich das zweite Glycosid ein. Doch auch die Vitamine B1 und B2 fallen sofort ins Auge. Dank dieser Wirkstoffkombination gilt der Ginseng stärkend auf den gesamten Organismus. Egal, ob Herz oder Immunsystem, alles scheint durch das Vitamin B im Ginseng mehr Kraft zu bekommen. Selbst die Regenerationsfähigkeit der menschlichen Gewebe wird verbessert und auch Vergiftungen verlaufen milder und klingen schnell ab. Er ist auch berühmt für seinen besondere Effekt bei Grippe, zu hohem Blutdruck und unterstützt sogar die Therapie von Krebs. Laut einer online Studie ist die bekannteste Fähigkeit des Ginsengs wohl das Stärken der Gedächtnisleistung. Eine weitere Studie belegte das roter Ginseng gegen Mundgeruch hilft, welches durch die folgen von Helicobacter-Infektion auftritt. Nach einnahmen des roten Ginsengs war der durch helicobacter Bakterien entstandene Mundgeruch einfach verschwunden. Er ist also eine Art Heiler für die verschiedensten Symptome.Östrogene Stoffe etwas fördern zudem die Libido, verbessern die Potenz und lindern Wechseljahrsbeschwerden (auch Schafgarbentee ist hier eine Option). Die Regulierung des Blutzuckerspiegels und der positive Einfluss auf Arteriosklerose sind dabei schon fast so etwas wie positive Nebeneffekte. Auf dem Markt wird grundsätzlich zwischen weißem und rotem Ginseng unterschieden. Während es sich bei dem roten um die frische Wurzel handelt, die nach der Ernte lediglich bedampft und getrocknet wird, wurde der weiße Ginseng ursprünglich geschält, gebleicht und erst dann getrocknet. Um die Inhaltsstoffe zu schonen verzichtet man heutzutage allerdings meist auf das Schälen und Bleichen. So enthält der weiße Ginseng tatsächlich etwa doppelt so viel wertvolles Ginsenin, wie der rote, was nicht heißen soll das roter Ginseng weniger leistet. Wie gut die Wirkung des Tees wirklich ist, hängt von der Qualität ab und wie viel in den Tee eingesetzt wird. Man beachte das es verschiedene Rezepte zur Bearbeitung des Ginseng gibt.

Anbaugebiete

Ursprünglich war die Verbreitung des Ginsengs auf die Gebirgs- uns Waldregionen Nordkoreas, das nordöstliche China sowie das südöstliche Sibirien beschränkt. Inzwischen allerdings ist Ginseng eine wirkungsvolle und daher weltweit beliebte Basis zahlreicher Medikamente und wird deshalb für diesen Zweck auch weltweit kultiviert. In Korea allerdings begann der gezielte Anbau des Ginsengs und die kommerzielle Nutzung seiner Wurzel bereits ca. 11 vor Chr. Schon lange davor war bis dahin Ginseng aus Wildbeständen genutzt worden. Bis heute setzt die Kultivierung und Gewinnung von Ginseng einiges an Wissen und vor allem auch Arbeitskraft voraus.

Herstellung

Geerntet werden die Wurzeln von Ginsengpflanzen, die zwischen drei und sieben Jahre alt sind. Egal, wie die Wurzel weitergenutzt werden soll, getrocknet wird sie in jedem Fall. Für den Tee wird sie dann häufig zu einem feinen Pulver vermahlen. So in Portionspäckchen verpackt, findet man Ginseng-Tee meist als Instantvariante. Alternativ wird ein sehr dickflüssiger Sirup aus den Wurzeln gewonnen. Dieser schmeckt grundsätzlich sehr bitter, weshalb er nicht nur mit heißem Wasser aufgegossen, sondern auch mit Honig gesüßt wird.

Fazit

Der chinesische Ginseng gehört zweifelsfrei zu den Teesorten, die man sicher mehr ihrer Wirksamkeit wegen, anstatt wegen seines guten Geschmacks trinkt, anders wie beim Oolong Tee hat er einen leicht bitteren Nachgeschmack. Empfehlenswert ist es den Tee bei der Zubereitung mit etwas Honig zu bearbeiten. Aber was den Punkt der gesundheitsfördernden Eigenschaften betrifft, scheint die Wirkung des Ginseng Tees unschlagbar. Mit der passenden Ernährung hilft der Tee auch ein oder zwei Pfunde loszuwerden, er ist also die ideale Ergänzung zu einer Diät. Wer den Ginseng trinken möchte aber Bio-Produkte eher bevorzugt, der findet online eine riesen Auswahl an verschiedenen Bio-Ginseng-Teesorten. Auch die Studien sind sich sicher ein weißer bzw. roter Ginseng Tee gehört in jede Küche.Bildnachweis: Gingseng Tee ©Thinkstock: iStockphoto

Zubereitung von Ginseng-Tee

Ginseng-Tee wird aus der Wurzel verschiedener Ginsengarten zubereitet, wobei Koreanischer Ginseng (Panax ginseng) und Amerikanischer Ginseng (Panax quinquefolius) am häufigsten verwendet werden. Für einen Ginseng-Tee aus getrockneten Wurzelscheiben werden etwa drei bis fünf Gramm der Wurzel pro 300-400 ml Wasser benötigt. Die getrockneten Wurzelstücke werden in kaltem Wasser angesetzt und dann langsam zum Kochen gebracht, anschließend zwanzig bis dreißig Minuten bei kleiner Flamme geköchelt. Diese Abkochungsmethode ist notwendig, um die Ginsenoside aus der harten Wurzelstruktur zu lösen. Der fertige Tee wird abgesiebt und kann mit Honig gesüßt werden. Der Geschmack ist charakteristisch herb-bitter-süßlich und erdnussähnlich. Im Handel sind auch Ginseng-Teebeutel, Ginseng-Pulver und Ginseng-Extrakt erhältlich, die einfacher in der Anwendung sind, aber nicht immer dieselbe Wirkstoffkonzentration haben. Ginseng-Tee wird am besten morgens getrunken, da er anregend wirken kann und abends den Schlaf stören könnte.

Wirkung und Gesundheitliche Vorteile von Ginseng-Tee

Ginseng gilt in der asiatischen Medizin seit Jahrtausenden als eines der mächtigsten Adaptogene – Substanzen, die dem Körper helfen, sich an Stresssituationen anzupassen und die allgemeine Widerstandsfähigkeit zu stärken. Die Hauptwirkstoffe, die Ginsenoside (auch Panaxoside), sind Saponine, die vielfältige biologische Aktivitäten im menschlichen Körper ausüben. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Ginseng die kognitive Leistungsfähigkeit (Gedächtnis, Konzentration) verbessern, körperliche Ausdauer und Energie steigern sowie das Immunsystem stärken kann. Die adaptogenen Eigenschaften helfen dabei, die Auswirkungen von Stress auf den Körper zu reduzieren und die Stresshormone zu regulieren. Ginseng kann außerdem blutzuckerregulierend wirken, was für Diabetiker interessant ist (aber immer mit Arzt besprechen). Weitere Forschungen deuten auf positive Effekte auf die Herzgesundheit und auf erektile Dysfunktion hin. Wichtig: Die Evidenz für viele Ginseng-Wirkungen ist noch nicht abschließend, und die Qualität der Ginseng-Produkte variiert stark.

Geschichte und Herkunft von Ginseng

Ginseng (Panax ginseng) gehört zu den ältesten und bekanntesten Heilpflanzen Asiens. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) hat Ginseng eine mindestens 2000-jährige Geschichte und gilt als „König der Kräuter". Der Name „Panax" stammt vom griechischen Wort für „Allheilmittel", und der chinesische Name „Rén Shēn" bedeutet „Menschenwurzel" – ein Hinweis auf die menschenähnliche Form der Wurzel. In Korea ist Ginseng seit dem 1. Jahrtausend n. Chr. dokumentiert und spielt eine zentrale Rolle in der koreanischen Heil- und Küchentradition. Koreanischer roter Ginseng (gedämpft und getrocknet) gilt als besonders hochwertig. Im Westen wurde Ginseng erst im 17. und 18. Jahrhundert durch Jesuitenmissionare bekannt. Im 20. Jahrhundert wurde Ginseng durch Forschungen der sowjetischen Pharmakologie als Adaptogen popularisiert. Heute ist Ginseng eines der meistverkauften pflanzlichen Nahrungsergänzungsmittel weltweit.

Häufige Fragen zu Ginseng-Tee

Gibt es Unterschiede zwischen rotem und weißem Ginseng?
Ja. Weißer Ginseng ist die getrocknete Wurzel, roter Ginseng wird vor dem Trocknen gedämpft. Durch das Dämpfen entstehen zusätzliche Ginsenoside, und roter Ginseng gilt als stärker stimulierend und für die allgemeine Vitalitätsförderung geeignet.

Kann ich Ginseng-Tee täglich trinken?
Kurzzeitig (zwei bis drei Monate) ist täglicher Ginseng-Tee für gesunde Erwachsene in der Regel unbedenklich. Danach sollte eine Pause eingelegt werden. Langzeitkonsum und hohe Dosen können zu Nervosität und Schlafstörungen führen.

Ist Ginseng-Tee für alle geeignet?
Personen mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Diabetes (Blutdruckinteraktion), Schwangere und stillende Mütter sollten Ginseng nur nach ärztlichem Rat konsumieren. Wechselwirkungen mit Blutverdünnern und Antidepressiva sind möglich.

Welcher Ginseng ist am wirksamsten?
Koreanischer roter Ginseng (Panax ginseng) hat die meisten klinischen Studien und gilt als am wirksamsten. Amerikanischer Ginseng wirkt etwas kühler und ist besser für hitzige Konstitutionen. Sibirischer Ginseng ist botanisch anders und eher ein Adaptogen-Kraut.

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