Weidenbäume gehören ganz selbstverständlich zu unserem Landschaftsbild. Vor allem in der Nähe von Flüssen und Bächen kann man im Schatten von Trauerweiden den Sommer genießen und beobachten, wie die langen, hängenden Äste sich sanft im Wind wiegen. Dass die Weide auch zu den Heilpflanzen zählt und zu einer Zeit, als es noch keine künstlich hergestellten Schmerzmedikamente gab, gerne Tee aus Weidenrinde getrunken wurde, um Fieber und Schmerzen zu lindern, ist dabei nur wenigen bekannt.

Inhaltsstoffe

Die Liste der Inhaltsstoffe der Weide ist recht kurz und überschaubar. Neben Gerbstoffen und -säure, sind eigentlich nur noch die Salizylsäure und ein spezielles Glykosid namens Salicin zu nennen. Und letzteres ist es auch, dem wir die schmerzstillende Wirkung eines Weidentees zu verdanken haben. Der Effekt ist sogar so hoch, dass Salicin bis heute das Mittel Nummer Eins, das von der Pharmaindustrie in ihren Schmerzmitteln und -präparaten verarbeitet wird. Aspirin ist sicher der bekannteste Vertreter. Weidentee ist allerdings nicht nur schmerzstillend. Er ist zusätzlich noch schweiß- und harntreibend und besitzt einen entzündungshemmenden Effekt. So empfiehlt er sich nicht nur bei Erkältungskrankheiten, Fieber und grippalen Infekten. Migräne, Gicht und Rheuma sind ebenso geeignete Indikationen, wie Blasenentzündung oder neuralgische Schmerzen, also Schmerzen des Nervensystems.

Anbaugebiete

Weiden gibt es quasi weltweit. Auch in Mitteleuropa findet man mehrere verschiedene Arten von Weiden. Da diese Bäume es recht feucht lieben, wachsen sie meist in der Nähe von Gewässern. Aber auch ein feuchter Standort reicht ihnen bereits aus. Dabei werden sie, je nach Art zwischen 3 und 30 Meter hoch. Eine Besonderheit bei den Weiden ist allerdings, dass sie "zweihäusig" sind, d. h. die männlichen und die weiblichen Blüten wachsen auf unterschiedlichen Bäumen. Auf den ersten Blick erschwert das die Fortpflanzung enorm, schließlich ist nicht immer garantiert, dass in der Nähe eine Weide mit Blüten des anderen Geschlechts steht. Stehen die Bäume zu weit auseinander, kann selbst der Wind nur bedingt helfen. Doch zum Glück treiben Weiden recht leicht. Es reicht schon, einfach einen Ast in die Erde zu stecken. Schon bald wird er Wurzeln ansetzen und wachsen.

Herstellung

Die Rinde für den Weidentee sammelt man am besten im Frühjahr. Ist sie getrocknet, kann man sie zerkleinern und pro Tasse etwa ein bis zwei Teelöffel mit kochendem Wasser für 10 Minuten übergießen. Wie bei vielen anderen Kräutertees auch, werden ein bis drei Tassen täglich in kleinen Schlucken getrunken, empfohlen.

Fazit

Bei Weiden denken wir in der Regel zuerst an schöne Bäume, mit kleinen Blätter und weißer Rinde, an tief hängende Äste und an stabile Körbe, die in Handarbeit aus Weidenästen geflochten wurden. Dabei sollte man es auch wieder bekannter machen, dass man mit dem Weidenrindentee dieser Bäume ein ganz wunderbares, natürliches Schmerzmittel hat. Und wer weiß, vielleicht ist der Effekt sogar noch intensiver, weil man bei Tee ohnehin entspannt und so der Schmerz schon fast von alleine besser wird.Weidentee hat eine vielfältige Wirkung im Bezug auf bestimmte Erkrankungen. Rezepte mit Weidenrinde gibt es zu genüge.Trotz allem sollte man auf die Dosierung achten, um Nebenwirkungen entgegen zu wirken.Bildnachweis: Weide ©Thinkstock: iStockphoto

Zubereitung von Weiden-Tee

Weiden-Tee wird aus der Rinde der Weide (Salix alba, Salix purpurea oder andere Weidenarten) zubereitet, die als eines der ältesten natürlichen Schmerzmittel gilt. Die Rinde enthält Salicin, eine Verbindung, die im Körper in Salicylsäure umgewandelt wird – die chemische Basis von Aspirin. Für einen Weiden-Tee werden ein bis zwei Teelöffel der getrockneten, fein geschnittenen Weidenrinde pro 250 ml Wasser benötigt. Die Rinde wird in kaltem Wasser angesetzt, zum Kochen gebracht und dann zwanzig Minuten bei kleiner Flamme köcheln gelassen. Der Tee wird abgesiebt. Der Geschmack ist ausgesprochen bitter und adstringierend – ähnlich wie konzentrierter schwarzer Tee, aber bitterer. Mit Honig und einem Spritzer Zitronensaft lässt er sich besser trinken. Für therapeutische Zwecke werden täglich drei Tassen bei akutem Bedarf empfohlen. Die Wirkung tritt langsamer ein als bei chemischem Aspirin, hält aber möglicherweise länger an und ist magenverträglicher.

Wirkung und Gesundheitliche Vorteile von Weiden-Tee

Weidenrinde ist das älteste bekannte Schmerzmittel der Welt. Ihr Hauptwirkstoff Salicin wird im Körper zunächst zu Saligenin und dann zu Salicylsäure metabolisiert, die entzündungshemmende, schmerzstillende und leicht fiebersenkende Eigenschaften besitzt. Im Gegensatz zu synthetischer Acetylsalicylsäure (Aspirin) wirkt Salicin langsamer, hält aber länger an und verursacht weniger Magenreizungen. Klinische Studien haben gezeigt, dass Weidenrinden-Extrakt bei Rückenschmerzen, Arthrose und anderen entzündlichen Gelenkerkrankungen signifikante Schmerzlinderung bewirken kann. Die Kommission E des deutschen Bundesgesundheitsamts hat Weidenrinde für die Behandlung von Fieber, Erkältungen, Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen zugelassen. Zusätzlich zu Salicin enthält Weidenrinde Flavonoide (Catechine, Proanthocyanidine), die synergistisch antioxidativ und entzündungshemmend wirken und die Gesamtwirkung verstärken. Weidenrinde gilt als magenverträglichere Alternative zu Aspirin, ist aber dennoch nicht für Kinder unter 16 Jahren und Aspirinallergiker geeignet.

Geschichte und Herkunft von Weiden-Tee

Die Verwendung der Weidenrinde als Heilmittel reicht Jahrtausende zurück. Papyri aus dem alten Ägypten (ca. 1550 v. Chr.) beschreiben die Verwendung von Weidenblättern bei Schmerzen und Fieber. Hippokrates empfahl Weidenrinden-Abkochungen bei Fieber und Schmerzen um 400 v. Chr. In der Volksmedizin vieler europäischer Kulturen war Weidenrinde das Mittel der Wahl bei Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Fieber. Im 19. Jahrhundert wurde aus Weidenrinden-Extrakt der Wirkstoff Salicin isoliert und daraus später Acetylsalicylsäure synthetisiert. Das synthetische Aspirin (Bayer AG) wurde 1897 entwickelt und ab 1899 vermarktet – es verdrängte Weidenrinde aus dem Markt, obwohl das pflanzliche Mittel magenverträglicher ist. In der Naturheilkunde erlebt Weidenrinde eine Renaissance als natürliche Alternative, besonders bei chronischen Schmerzzuständen.

Häufige Fragen zu Weiden-Tee

Ist Weidenrinden-Tee wie Aspirin zum Trinken?
Weidenrinde enthält den Vorläufer von Salicylsäure (Aspirin) und wirkt ähnlich schmerzlindernd und entzündungshemmend, aber langsamer und milder. Als natürliche Alternative zu Aspirin ist er bei leichten bis mittleren Schmerzen interessant.

Wer sollte Weidenrinden-Tee meiden?
Personen mit Aspirin-Allergie, Kinder unter 16 Jahren (Reye-Syndrom-Risiko), Schwangere und Personen mit Magengeschwüren sollten Weidenrinden-Tee meiden. Bei Einnahme von Blutverdünnern Arzt konsultieren.

Kann Weidenrinde Fieber senken?
Ja, Weidenrinde hat antipyretische (fiebersenkende) Eigenschaften durch Salicylsäure. Sie wirkt jedoch milder als synthetisches Aspirin und langsamer. Als ergänzende Maßnahme bei leichtem Fieber sinnvoll.

Wie schnell wirkt Weidenrinden-Tee bei Schmerzen?
Weidenrinden-Tee wirkt langsamer als Aspirin, da Salicin erst metabolisiert werden muss. Bei regelmäßiger Einnahme über mehrere Wochen entfaltet er seine volle Wirkung bei chronischen Schmerzzuständen besser als bei akutem Bedarf.

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