Inhaltsstoffe
Die hohe Konzentration an Saponinen ist dafür verantwortlich, dass Fische die Königskerze nicht vertragen. Wie genau die Saponine in unserem Körper wirken, ist noch nicht geklärt. Fest steht zumindest, dass sie für uns nicht schädlich sind. Weiter von Bedeutung sind zahlreiche ätherische Öle, die gelben Farbstoffe, Flavonoide und Schleimstoffe. So ist Königskerzentee für viele Naturheilkundefans das Mittel des Wahl, wenn es darum geht hartnäckige Verschleimungen und Husten zu lösen.Anbaugebiete
Trotz ihres hoheitlichen Namens ist die Königskerze eine der anspruchslosesten Pflanzen. In Mitteleuropa wächst sie quasi überall, selbst in Straßengräben ist sie immer wieder zu finden. Erkennen kann man sie ganz einfach an ihrer ungewöhnlichen Größe. Mit mindestens 40 cm ist sie schon recht groß, doch mit ihrer maximalen Größe von bis zu zwei Metern überragt sie selbst manchen Busch oder gar Baum.Herstellung
Obwohl die Königskerze quasi überall wächst, sehr leicht zu erkennen ist und damit eigentlich ideale Bedingungen liefert, um sich den Tee daraus selbst zuzubereiten, ist davon eher abzuraten. Tatsächlich gestaltet sich die Herstellung des Königskerzentees sehr kompliziert und wird nahezu ausschließlich maschinell durchgeführt. Das die Blüten dabei sehr gründlich getrocknet werden müssen, ist wohl eine der größten Schwierigkeiten. Als Hobby-Teemacher kann man sich nur schwer sicher sein, dass die Blüten tatsächlich alle restlos getrocknet sind. Zudem findet man Königskerzentee relativ einfach. Es gibt ihn in einigen Drogeriemärkten sogar in Teebeuteln und in Apotheken und auf Kräutermärkten wird in aller Regel lose Ware angeboten.Fazit
Bei Bronchitis und Husten fällt einem beim Stichwort Tee meist als erstes Salbei ein. Dabei finden viele den Geschmack alles andere als angenehm. Kräuter, wie etwas die Königskerze ist in diesem Fall eine hervorragende Alternative. In der Wirksamkeit steht die Königskerze dem Salbei in nichts nach, der Geschmack dagegen erinnert angenehm an milden Honig. Zusätzlicher Zucker ist da völlig unnötig. Besonders für Kinder ist dies wohl unter Umständen die bessere Wahl, um eine Tasse Königskerzentee zu trinken. Denn was nützt das wirksamste Heilmittel, wenn es doch nicht getrunken wird. In besonders hartnäckigen Fällen kann man mit Königskerzentee auch hervorragend Inhalieren. Dazu sollte man die Königskerzenblüten mit heißem Wasser übergießen, reichlich Kochsalz und eventuell noch etwas Kamille dazu geben und anschließend einige Minuten mit einem Handtuch über dem Kopf inhalieren. Bildquelle: Tee mit Königskerze/Heike Rau/fotolia.comKönigskerzentee zubereiten – Goldene Blüte für Atemwege
Königskerze (Verbascum thapsus) ist eine imposante Wildpflanze, die bis zu zwei Meter hoch werden kann und sich durch ihre dichten Blattrosetten im ersten Jahr und den hohen, kerzenartigen Blütenstand im zweiten Jahr auszeichnet. Die goldgelben Blüten erscheinen von Juni bis August und werden für Tee gesammelt. Die filzartig weichen Blätter und der markante Wuchs machen die Pflanze unverwechselbar.
Für Königskerzentee sammeln Sie die frisch geöffneten Blüten oder kaufen getrocknete Blüten in der Apotheke. Übergießen Sie 2 bis 3 Teelöffel getrockneter Blüten mit 250 ml heißem Wasser (90 Grad). 10 bis 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen, dann durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch abseihen – das ist wichtig, da die feinen Blütenhaare im Hals kratzen können. Honig verbessert den Geschmack und verstärkt die schleimhautberuhigende Wirkung.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Königskerze harmoniert gut in Hustenmischungen mit Malve, Spitzwegerich, Eibischwurzel und Thymian. Diese Kombination ergibt eine umfassende Atemwegs-Heilmischung, die Schleimhäute beruhigt, Schleim löst und antibakteriell wirkt.
Heilwirkung der Königskerze bei Atemwegsbeschwerden
Königskerzenblüten enthalten als wichtigste Wirkstoffe Schleimpolysaccharide, Iridoidglykoside (Acubin, Catalpol), Saponine, Flavonoide und ätherisches Öl. Die Kombination dieser Wirkstoffe macht Königskerze zu einem vielseitigen Atemwegsheilkraut.
Die Schleimstoffe bilden einen schützenden Film auf den gereizten Schleimhäuten des Rachens und der Atemwege. Diese demulzierende Wirkung ist besonders bei trockenem Reizhusten und bei entzündeten Schleimhäuten wertvoll. Die Schleimstoffe lindern das Brennen, Kratzen und den Hustenreiz direkt.
Die Saponine ergänzen die Schleimstoffe durch eine sekretolytische Wirkung: Sie verflüssigen den Schleim und erleichtern das Abhusten von festsitzendem Schleim bei produktivem Husten und Bronchitis. Diese schleimlösende Wirkung ist wichtig für die Heilung von Atemwegsinfektionen.
Traditionell wurde Königskerze auch bei Halsschmerzen, Heiserkeit, Asthma bronchiale und zur Unterstützung bei Lungenerkrankungen eingesetzt. In der europäischen Volksmedizin war Königskerze eines der wichtigsten Lungenkräuter überhaupt.
Geschichte und Folklore der Königskerze
Königskerze hatte in der antiken und mittelalterlichen Welt eine bedeutende Stellung als Heilpflanze und als Lichtquelle. Im alten Rom wurden die mit Talg getränkten Blütenstände als Fackeln verwendet – daher kommen Volksnamen wie „Himmelskerze" oder „Fackelkraut". Dieser Name verweist auf die lange Geschichte der Pflanze als Lichtquelle in dunklen Zeiten.
In der Mythologie wurde Königskerze vor allem dem griechischen Gott Merkur (Hermes) zugeordnet – dem Boten zwischen Göttern und Menschen, der Wanderer führt und schützt. Die hohen, leuchtenden Blütenstände galten als Wegweiser und Schutzsymbol für Reisende.
Im Mittelalter war Königskerze eine der wichtigsten Heilpflanzen gegen Lungenkrankheiten und Husten. Hildegard von Bingen beschrieb sie als Mittel bei Herzleiden und Melancholie. In der Volksmedizin wurden nicht nur Blüten, sondern auch Blätter, Wurzeln und sogar die Samen der Königskerze bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt. Getrocknete, eingeölte Blätter wurden als Umschlag bei Brusterkrankungen verwendet.
Häufige Fragen zu Königskerzentee (FAQ)
Warum muss Königskerzentee durch Mulltuch geseiht werden?
Die feinen Blütenhaare der Königskerze können im Hals kratzen, wenn sie mitgetrunken werden. Daher muss der Tee immer sehr sorgfältig abgeseiht werden.
Welche Teile der Königskerze sind heilwirksam?
Vor allem die Blüten. Auch die Blätter werden traditionell verwendet, haben aber weniger Schleimstoffe als die Blüten.
Kann ich Königskerze selbst sammeln?
Ja, auf Kiesplätzen, Schutthalden und an trockenen Wegrändern ist sie verbreitet. Die Blüten früh morgens sammeln, wenn sie frisch geöffnet sind.
Für welche Beschwerden ist Königskerzentee besonders geeignet?
Trockener Reizhusten, Bronchitis, Halsschmerzen und gereizte Atemwegsschleimhäute. Als Kombination mit Thymian bei produktivem Husten.
Ist Königskerzentee für Kinder geeignet?
Ja, in normalen Mengen ist er auch für Kinder sicher und wirksam bei Hustenreiz und Erkältungen.
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