Bluthochruck muss man langsam wohl wirklich schon als Volkskrankheit bezeichnen. Immer mehr Menschen leiden bei uns darunter und dennoch werden die Folgen oft unterschätzt. Wie der Name schon verrät, wird bei Bluthochdruck das Blut mit zu viel Druck durch die Andern gepumpt, die langfristig unter dieser Überbeanspruchung sehr stark leiden können. Besonders feine und dünne Adern beispielsweise können platzen. In der Niere bedeutet dies mindestens eine Reduzierung der Filterleistung, wenn nicht sogar ein schwerwiegendes Nierenversagen, was wiederum eine Dialyse notwendig macht. Im Gehirn dagegen sind die Folgen von geplatzten Andern allgemein als Schlaganfall bekannt. Doch auch das Herz leidet unter Bluthochdruck. Das Blut kommt viel zu schnell an, unser Herz hat ständig eine viel größere Menge als normal durch unseren Körper zu pumpen. Diese permanente Überlastung endet früher oder später in einem Herzinfarkt. Mehr als genug Gründe also, etwas gegen zu hohen Blutdruck zu unternehmen. Aber auch, um seinen Blutdruck regelmäßig kontrollieren zu lassen und am besten auch vorbeugend etwas zu unternehmen, damit es gar nicht erst zu einer Hypertonie kommt. Teefans wissen natürlich längst, was sie für einen gesunden Blutdruck tun können: Tee trinken selbstverständlich. Wissenschaftler haben inzwischen in zahlreichen Studien eindrucksvoll belegt, wie sehr vor allem grüner Tee ein gesundes Herz-Kreislauf-System unterstützen kann, bzw. sogar bereits im Falle einer Erkrankung zu einer Verbesserung der medizinischen Werte führen kann. Doch den Experten geht es bei ihren Untersuchungen keineswegs ausschließlich darum, die weltweite Teewirtschaft zu stärken. Vielmehr sind sie ständig auch auf der Suche, nach neuen Wirkmechanismen und Inhaltsstoffen, die für diese positiven Wirkungen verantwortlich sind. Mit deren Hilfe könnte man nämlich möglicher Weise neue Medikamente herstellen, die zum einen effektiver sind, zum anderen aber auch weniger Nebenwirkungen haben.Aktuell sind in Fällen von Hypertonie sog. ACE-Hemmer die Mittel der Wahl. ACE steht für einen bestimmten Enzymkomplex, deren Aktivität ganz entscheidend für die Durchmesser-Regulierung unserer Adern ist. Werden diese Enzyme blockiert, entspannen und weiten sich die Adern, das Blut fließt somit automatisch langsamer und der Blutdruck sinkt. Längst ist bekannt, dass Tee natürlicher Weise ebenfalls ACE-Hemmer enthält, wodurch durch regelmäßigen Teegenuss der Blutdruck ganz nebenbei positiv beeinflusst wird. In einer aktuellen Studie teilten die Wissenschaftler ihre Patienten in drei Gruppen ein. Eine für japanischen Sencha, eine für indischen Assam (Schwarztee) und eine für südafrikanischen Rooibos Tee. Der Definition nach, ist Rooibos zwar gar kein Tee, dennoch lässt sich nicht verleugnen, dass er wie ein solcher hergestellt und getrunken wird. Die Teilnehmer dieser Studie bekamen zunächst Blut abgenommen, damit ihre individuelle Aktivität des ACE-Komplexes gemessen werden konnte. Dann bekamen sie jeweils 400ml des entsprechenden Tees ihrer Gruppe zu trinken. Anschließend wurde erneut ihr Blut auf einen möglichen Effekt auf die ACE untersucht.

Beeindruckende Ergebnisse

Während der Assam nur kaum feststellbare Auswirkungen zeigte, erlebten die Forscher dennoch eine große Überraschung. Dass der Sencha gut abschneiden würde, davon waren alle ausgegangen. Schließlich ist der Einfluss von grünem Tee auf unser Herz-Kreislauf-System schon seit Jahren eindeutig wissenschaftlich belegt und gesichert. Doch auch in der Gruppe der Rooibos Tee -Trinker zeigten sich ganz eindeutige Werte. Mehr noch, die ACE-Hemmung war hier sogar ähnlich hoch, wie beim Sencha. Die Studie kam also zu dem Ergebnis, dass Sencha und Rooibos in Bezug auf Bluthochdruck den gleichen positiven Einfluss ausüben.

Fazit

Manchmal hat man fast den Eindruck, dass Rooibos schon froh sein muss, dass er überhaupt neben den ganzen "echten" Tees im Regal stehen darf. Doch seine Anhänger wissen längst, dass sein Geschmack allein es schon absolut rechtfertigt, zumindest hin und wieder auch einmal eine Tasse Rooibos Tee zu trinken. Und nun haben wir es auch noch schwarz auf weiß, dass wir damit auch noch unserer Gesundheit etwas Gutes tun. Und das sogar in vergleichbarem Ausmaß, wie mit einem Grüntee. Die Frage wann solche Studien für andere Teesorten wie z.B Kräutertee, Früchtetee oder Matcha und andere gemacht werden, kann man leider nicht beantworten. Durch die Inhaltsstoffe und Zubereitung vom Tee, kann man aber schon vieles Schlussfolgern.Bildnachweis: Rooibos ©Thinkstock: iStockphoto

Rooibos und Sencha zubereiten: Ein Vergleich

Rooibos (Aspalathus linearis) und Sencha (Camellia sinensis) sind grundverschieden in Herkunft und Charakter, eignen sich aber für einen spannenden Vergleich. Sencha-Zubereitung: 3 g auf 150 ml Wasser bei 70–80°C, 1–2 Minuten ziehen, hellgrüner klarer Tee mit grasig-frischer Note und feiner Umami-Tiefe. Rooibos-Zubereitung: 2–3 Teelöffel auf 250 ml kochendem Wasser (100°C – Rooibos verträgt volle Hitze), 5–7 Minuten ziehen, tiefroter Tee mit süßlich-nussiger Note ohne Bitterkeit. Beide haben ihre Stärken: Sencha für Frische und Koffein-Fokus; Rooibos für entspannten Genuss rund um die Uhr. Als Eistee: Beide funktionieren hervorragend als Cold Brew – Sencha sanfter und süßlicher, Rooibos fruchtiger und vollmundiger.

Sencha vs. Rooibos: Inhaltsstoffe im Vergleich

Sencha enthält Koffein (25–45 mg/Tasse), L-Theanin (10–25 mg), EGCG und andere Catechine sowie Chlorophyll. Rooibos ist vollständig koffeinfrei und enthält kein L-Theanin. Dafür hat Rooibos ein einzigartiges Antioxidans: Aspalathin, ein Dihydrochalkon, das ausschließlich in Aspalathus linearis vorkommt und in keiner anderen Pflanze der Welt. Aspalathin zeigt antidiabetische Eigenschaften (senkt Blutzucker durch Insulinsekretion-Förderung), schützt das Herz und wirkt entzündungshemmend. Rooibos enthält außerdem Quercetin, Rutin und Luteolin – gut belegte Antioxidantien. In Summe: Sencha hat stärkere neurokognitive Effekte, Rooibos ist für Koffeinempfindliche und als Alltagsgetränk ohne Limits geeignet.

Geschichte: Zwei Tees von verschiedenen Enden der Welt

Sencha hat eine über tausend Jahre alte Geschichte in Japan und ist seit dem 18. Jahrhundert die dominante Teeform des Landes. Rooibos dagegen wurde von der Khoikhoi-Bevölkerung Südafrikas seit Jahrtausenden genutzt, aber erst 1904 vom benjaminischen Botaniker Carl Humbert wissenschaftlich beschrieben und erst ab den 1930er Jahren kommerziell kultiviert. Die globale Popularität von Rooibos ist ein Phänomen des späten 20. Jahrhunderts: Als koffeinfreie, tanninfreie Alternative für Menschen mit Koffeinempfindlichkeit stieg er zum Exportschlager Südafrikas auf. Heute sind die Cederberg-Berge das einzige Anbaugebiet weltweit – ein geografisches Monopol, das Rooibos besonders macht. Der Vergleich mit Sencha zeigt: Beide Tees sind Kulturgüter ihrer Herkunftsregionen, die weltweit Resonanz fanden.

FAQ: Rooibos vs. Sencha

Welcher Tee ist gesünder: Rooibos oder Sencha? Beide haben einzigartige Vorteile. Sencha für kognitive Leistung und kardiovaskulären Schutz mit Koffein. Rooibos für koffeinfreie Antioxidantien, Diabetesprävention und unbegrenzte Tagesmenge.

Kann man Rooibos als Sencha-Ersatz am Abend verwenden? Ja, Rooibos ist die klassische Empfehlung für Menschen, die den Teegenuss abends ohne Schlafstörungsrisiko fortsetzen wollen. Geschmacklich anders, aber ebenfalls reich und warm.

Gibt es Rooibos in verschiedenen Qualitäten? Ja: Grüner (unfermentierter) Rooibos hat ein mildes, grasiges Profil mit mehr Antioxidantien; roter (fermentierter) Rooibos hat den bekannten süßlich-nussigen Charakter. Bio-Rooibos aus gesicherter Herkunft ist Qualitätsstandard.

Kann man Sencha und Rooibos mischen? Ungewöhnlich, aber möglich. Die Mischung ergibt einen komplementären Drink – Sencha bringt Frische, Rooibos Süße und Körper. Geschmacklich ein Experiment wert.

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