Ginkgo, auch Ginkgo Biloba genannt, ist in Asien auch unter dem Namen "Tempelbaum" bekannt und gilt dort schon seit Urzeiten als Symbol für ein langes Leben in geistiger Gesundheit. Auch bei uns hat Ginkgo inzwischen den Ruf, den Geist wachzuhalten und das Erinnerungsvermögen zu verbessern. Neu ist vielen jedoch, dass es Ginkgo nicht nur als Kapsel oder Tablette, sondern auch in Form von Tee gibt. Mit seinem angenehmen erfrischen Geschmack kann man ihn unabhängig von der Tageszeit genießen. Mit den Mengen sollte man es zum Schutz vor Allergien dennoch nicht übertreiben.

Inhaltsstoffe

Bei den Inhaltsstoffen fallen vor allem vier Gruppen positiv ins Auge: Flavonoide, Terpene, langkettige Kohlenwasserstoffe und alicyclische Säuren sind enthalten. Zu letzteren gehört auch die Ginkgolsäure, die dafür verantwortlich ist, dass man Ginkgo nur in eingeschränktem Masse genießen sollte. Zu hohe Konzentrationen davon könnten nämlich Allergien auslösen.Von diesem kleinen Manko abgesehen, werden dem Ginkgo wahre Wunder zugeschrieben, was vor allem die geistige Leistungsfähigkeit betrifft. Diese Pflanze fördert nämlich die Durchblutung und beugt somit typischen Alterserscheinungen im Gehirn vor. Inzwischen gibt es sogar einige topaktuelle Studien, die diese Wirkung wissenschaftlich belegen.

Anbaugebiete

Ursprünglich war der Ginkgobaum nur im Südwesten Chinas beheimatet. Wahrscheinlich durch buddhistische Mönche, ist er inzwischen längst in ganz China verbreitet. Dank der Tatsache, dass der Ginkgo sehr resistent gegenüber Schädlingen ist und gleichzeitig auch noch mit stark verschmutzter Luft gut klar kommt, ist er in Asien als Straßen- und Parkbaum sehr beliebt. Auch in den USA fühlten sich extra angepflanzte Ginkgosetzling sehr wohl. So lange sowohl die Feuchtigkeit des Bodens und die Temperaturen keine extremen Werte, egal in welche Richtung, annehmen, lässt sich der Ginko auch außerhalb Asiens sehr gut verbreiten.

Herstellung

Während in Asien auch die Ginkgo-Samen gegessen werden, sind die zum Verzehr gedachten Ginkgoprodukte bei uns grundsätzlich aus dessen Blättern hergestellt. Zudem gelten diese in Deutschland nicht als Lebens- sondern als Arzneimittel und so darf auch der Tee nur mit der speziellen Zulassung vertrieben werden. Für den Tee werden die Blätter getrocknet und geschnitten. So können sie einfach abgefüllt und portioniert werden.

Fazit

Sicher nicht ohne Grund ist die gesetzliche Lage so, dass Ginkgotee unter die Arzneimittel fällt. Deshalb sollte man es mit dem Genuss dieses Tees auf keinen Fall übertreiben. Einige Quellen merken sogar an, das in Ginkgoextrakt die Höchstdosis der bedenklichen Ginkgolsäure meist nur bei maximal 1,2 mg liegt. Allein mit einer einzigen Tasse Tee wird dieser Werst allerdings um ein Vielfaches überschritten. Wer also ernsthafte Durchblutungsstörungen oder Gedächtnisprobleme hat, sollte sich unbedingt an seinen Arzt wenden, anstatt in Eigenregie eine Therapie mit Ginkgotee zu probieren. Gegen eine Art "Frühjahrskur" etwa, bei der man einfach über einen begrenzten Zeitraum von nicht mehr als ein, zwei Wochen täglich eine Tasse Ginkgotee trinkt, ist jedoch nichts einzuwenden.Bildnachweis: Ginkgo Tee © Shawn Hempel - Fotolia.com

Ginkgo-Tee zubereiten: Der Tempel-Baum als Heilgetränk

Ginkgo-Tee wird aus den getrockneten Blättern des Ginkgo biloba-Baums hergestellt. Für die Zubereitung Wasser auf 90 bis 95 Grad Celsius erhitzen und pro Tasse (250 ml) einen Teelöffel getrockneter Ginkgo-Blätter verwenden. Fünf bis zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und trinken. Der Aufguss hat eine hellgelbe bis goldgelbe Farbe und einen angenehm grünlich-kräuterigen, leicht adstringierenden Geschmack. Mit Honig kann der Geschmack gemildert werden.

Wichtig: Ginkgo-Tee sollte nicht aus den Blättern direkt vom Baum im Garten gemacht werden, wenn man sich der Inhaltsstoffe nicht sicher ist – frische Ginkgo-Blätter können Ginkgolsäure enthalten, die irritierend wirkt. Getrocknete, standardisierte Ginkgo-Blätter aus dem Naturkosthandel oder der Apotheke sind die sichere Wahl. Dosierung und Anwendungsdauer sind bei Ginkgo wichtiger als bei anderen Kräutertees – an die Empfehlungen auf der Verpackung halten und nicht dauerhaft ohne Pause trinken.

Ginkgo als älteste Kulturpflanze der Menschheit

Ginkgo biloba ist buchstäblich ein lebendes Fossil – diese Pflanzenart existiert seit über 200 Millionen Jahren nahezu unverändert und hat mehrere Massenaussterbe-Ereignisse überlebt. In China und Japan sind Ginkgo-Bäume mit Alter von 2000 bis 3000 Jahren bekannt. Der älteste bekannte Ginkgo-Baum steht in China und ist schätzungsweise 3500 Jahre alt. In japanischen und chinesischen Tempeln und Schreinen gelten Ginkgo-Bäume als heilig und als Symbole für Langlebigkeit, Ausdauer und Erleuchtung.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Ginkgo-Samen und -Blätter seit Jahrhunderten bei Gedächtnisproblemen, Kreislaufstörungen und Lungenproblemen eingesetzt. Im 20. Jahrhundert wurde Ginkgo-Extrakt intensiv wissenschaftlich untersucht, insbesondere die Wirkung auf die Durchblutung des Gehirns und die Kognition. Ginkgo-Extrakt ist heute eines der meistverkauften pflanzlichen Arzneimittel in Deutschland und Europa.

Inhaltsstoffe und Wirkung: Was die Forschung sagt

Ginkgo-Blätter enthalten Flavonoide (Ginkgo-Flavon-Glykoside), Terpenlactone (Ginkgolide und Bilobalid) und organische Säuren. Die Flavonoide wirken als Antioxidantien; Ginkgolide hemmen den plättchenaktivierenden Faktor (PAF) und können die Blutfließeigenschaften verbessern. Die wissenschaftliche Forschung zu Ginkgo ist umfangreich: Gut belegte Wirkungen sind die Verbesserung der Durchblutung (besonders in Extremitäten und Gehirn) und Linderung von Schwindel bei Kreislaufproblemen.

Bei Demenz und Alzheimer zeigen große klinische Studien (GRACE-Studie, EGb761-Studien) leichte kognitive Verbesserungen bei regelmäßiger Einnahme standardisierter Extrakte. Allerdings sind standardisierte Extrakte (EGb761) wesentlich wirksamer als einfach aufgebrühter Blättertee. Als Tee ist Ginkgo also weniger dosierbar und zuverlässig als Extrakt, bietet aber als Ergänzung einen angenehmen Weg, Ginkgo in die tägliche Routine einzubauen.

Häufig gestellte Fragen zu Ginkgo-Tee

Hilft Ginkgo-Tee wirklich bei Gedächtnisproblemen?
Standardisierte Ginkgo-Extrakte (in Kapselform) haben in Studien messbare kognitive Effekte gezeigt. Einfach aufgebrühter Ginkgo-Tee enthält die Wirkstoffe in unkontrollierten Mengen und ist weniger verlässlich. Für konkrete gesundheitliche Wirkungen sind standardisierte Präparate besser geeignet als Tee.

Kann man Ginkgo-Tee täglich trinken?
Eine bis zwei Tassen täglich über Wochen bis Monate sind für gesunde Erwachsene in der Regel sicher. Ginkgo kann die Blutgerinnung beeinflussen – Menschen, die Blutverdünner nehmen (Warfarin, Aspirin), sollten vor der Einnahme einen Arzt konsultieren. Schwangere sollten Ginkgo meiden.

Wann sieht man Wirkungen von Ginkgo?
Bei standardisierten Extrakten sind Wirkungen bei regelmäßiger Einnahme nach vier bis acht Wochen spürbar. Bei Ginkgo-Tee gilt dasselbe Prinzip – Geduld ist gefragt. Ginkgo ist kein sofort wirkendes Mittel, sondern ein langfristiges Gesundheitsmittel.

Zubereitung von Ginkgo-Tee

Ginkgo-Tee wird aus den getrockneten Blättern des Ginkgo biloba-Baumes hergestellt, einer der ältesten Baumarten der Welt. Wichtige Vorbemerkung: Ginkgo-Blätter sind nicht dasselbe wie die Früchte des Ginkgo (die unangenehm riechen und bei empfindlichen Personen Hautreizungen verursachen können). Die Blätter enthalten die wertvollen Wirkstoffe (Flavonoide, Terpenoide). Zubereitung: 1–2 Teelöffel getrocknete Ginkgo-Blätter pro Tasse (250 ml), kochendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, gut abseihen. Der Tee hat einen leicht herb-bitter, harzigen Geschmack. Manchmal wird er mit Grüntee oder Pfefferminze kombiniert, um den Geschmack angenehmer zu machen. Maximale Tagesdosis: 2–3 Tassen. Ginkgo wirkt blutverdünnend – bei Einnahme von Gerinnungshemmern immer Arzt konsultieren.

Wirkung und gesundheitliche Eigenschaften des Ginkgos

Ginkgo biloba ist einer der am intensivsten erforschten Heilpflanzen weltweit. Die Hauptwirkstoffe – Ginkgoflavonglykoside und Terpenoide (Ginkgolide, Bilobalid) – verbessern die Durchblutung, besonders im Gehirn und in den Extremitäten. Klinische Studien belegen: Ginkgo-Extrakt verbessert die kognitive Funktion bei leichter bis moderater Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz, lindert Symptome von Tinnitus, verbessert die Gehgangsdistanz bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit und unterstützt die Augengesundheit durch bessere Durchblutung der Netzhaut. Weniger gut belegt ist die oft behauptete Wirkung bei gesunden jungen Menschen. Bei regelmäßiger Einnahme (normalem Konsum) sind die Effekte moderat, aber konsistent.

Geschichte des Ginkgo-Baumes und seiner medizinischen Nutzung

Ginkgo biloba ist ein lebendes Fossil – die einzige verbliebene Art seiner Familie, die sich seit 270 Millionen Jahren kaum verändert hat. In China wurden Ginkgo-Blätter seit der Sung-Dynastie (ca. 960 n. Chr.) medizinisch genutzt. Im 17. Jahrhundert entdeckten europäische Botaniker den Ginkgo auf Japanreisen und brachten ihn nach Europa. Der Frankfurter Botaniker Engelbert Kaempfer dokumentierte 1712 die erste wissenschaftliche Beschreibung des Baumes. Heute stehen Ginkgos in vielen europäischen Städten als Alleebäume – sie sind erstaunlich widerstandsfähig gegen Luftverschmutzung, Parasiten und sogar nuklearen Strahlungsstress (sechs Ginkgos überlebten nahe dem Epizentrum der Atombombe in Hiroshima). In der modernen Phytotherapie ist Ginkgo-Extrakt eines der meistverkauften Präparate weltweit.

Häufig gestellte Fragen zu Ginkgo-Tee

Für wen ist Ginkgo-Tee besonders geeignet?
Ältere Menschen mit Gedächtnisproblemen, Durchblutungsstörungen oder Tinnitus. Nicht als Ersatz für medizinische Therapie, sondern als Ergänzung.

Wann sollte man Ginkgo nicht trinken?
Nicht kombinieren mit blutverdünnenden Medikamenten (Warfarin, ASS), nicht vor Operationen. Nicht in der Schwangerschaft ohne ärztlichen Rat.

Wie schnell spürt man die Wirkung von Ginkgo?
Wirkungen auf Kognition und Durchblutung brauchen 4–8 Wochen regelmäßige Einnahme. Keine sofortige Wirkung erwarten.

Ist Ginkgo sicher für Langzeitanwendung?
Bei normalen Mengen (2–3 Tassen Tee täglich oder standardisierter Extrakt bis 240 mg/Tag) gilt Ginkgo als sicher für Erwachsene ohne Kontraindikationen.

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