Ginkgo-Tee wird aus den getrockneten Blättern des Ginkgobaums (Ginkgo biloba) gewonnen, in Asien als Tempelbaum ein Sinnbild für ein langes Leben. Der koffeinfreie Aufguss schmeckt mild und leicht herb und gilt als Genussgetränk mit erfrischender Note. Wichtig zu wissen: Ginkgo hat einen rechtlichen Sonderstatus, und der enthaltene Stoff Ginkgolsäure setzt dem Genuss klare Grenzen.

Steckbrief
Pflanze/BasisBlätter des Ginkgobaums (Ginkgo biloba), Tempelbaum
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilmild, leicht herb-grasig, dezent erfrischend
Wassertemperaturkochend, ca. 100 °C
Ziehzeit5-10 Minuten
Dosierung1 gehäufter TL getrocknete Blätter pro 250 ml
Aufgüsse1 Aufguss, danach geschmacksarm
Preisspanneca. 3-6 € pro 100 g

Herkunft und Botanik: ein lebendes Fossil

Der Ginkgobaum ist die einzige überlebende Art einer Pflanzengruppe, die schon vor über 200 Millionen Jahren existierte, weshalb er als lebendes Fossil gilt. Ursprünglich war er nur im Südwesten Chinas heimisch; vermutlich verbreiteten ihn buddhistische Mönche über das ganze Land. Heute steht er auch in Europa und den USA.

Seine Robustheit macht ihn zum beliebten Stadtbaum: Ginkgo trotzt Schädlingen ebenso wie stark verschmutzter Luft und gedeiht überall dort, wo Bodenfeuchte und Temperatur keine Extreme erreichen. Aus seinen fächerförmigen Blättern wird hierzulande der Tee bereitet, während in Asien zusätzlich die Samen gegessen werden. Wie andere ostasiatische Heilpflanzen ihren Weg in unsere Tassen fanden, zeigt der Ginseng-Tee.

Inhaltsstoffe

In den Blättern fallen vier Stoffgruppen auf: Flavonoide, Terpene wie die Ginkgolide, langkettige Kohlenwasserstoffe und alicyclische Säuren. Zu letzteren zählt die Ginkgolsäure, die für die strenge Begrenzung des Genusses verantwortlich ist, weil sie in höheren Konzentrationen Allergien und Hautreaktionen auslösen kann.

Die standardisierten Spezialextrakte aus der Apotheke sind auf rund 24 Prozent Flavonglykoside und 6 Prozent Terpenlactone eingestellt und begrenzen die Ginkgolsäure auf maximal etwa 5 ppm, was etwa 1,2 mg pro Tagesdosis entspricht. Ein selbst aufgegossener Tee überschreitet diesen Wert je nach Blattmenge deutlich, da hier keine Aufreinigung stattfindet. Dem Ginkgo wird traditionell eine durchblutungsfördernde Eigenschaft zugeschrieben; belastbare Studien beziehen sich jedoch auf die standardisierten Extrakte, nicht auf den Haustee. Die Flavonoide gelten zudem als Antioxidantien, die freie Radikale binden können.

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Geschmack und Zubereitung

Ginkgo-Tee schmeckt unaufdringlich: mild, leicht herb-grasig und mit einer dezent erfrischenden Note, die ihn unabhängig von der Tageszeit trinkbar macht. Da er koffeinfrei ist, stört er den Schlaf nicht. Wer mag, rundet ihn mit etwas Honig oder einem Spritzer Zitrone ab.

Für die Zubereitung überbrühen Sie einen gehäuften Teelöffel getrockneter Blätter mit kochendem Wasser und lassen den Aufguss fünf bis zehn Minuten ziehen. Ein zweiter Aufguss lohnt kaum, da die Blätter dann geschmacklich ausgelaugt sind. Eine ähnlich kurze Genussfreude bietet der Grüne Ingwer nicht, der mehrere Komponenten vereint.

Rechtlicher Status und Sicherheit

In Deutschland gelten Ginkgo-Zubereitungen als Arzneimittel, nicht als Lebensmittel. Verkauft werden darf der Tee nur mit entsprechender Zulassung. Dieser Sonderstatus hat einen Grund: Ginkgo ist kein beliebig konsumierbares Genussmittel, und schon eine einzelne Tasse kann mehr Ginkgolsäure enthalten als ein ganzer Tag standardisierter Extrakt.

Wer ernsthafte Durchblutungs- oder Gedächtnisprobleme hat, sollte deshalb ärztlichen Rat suchen, statt in Eigenregie zu kuren. Gegen eine kurze Frühjahrskur mit einer Tasse täglich über ein bis zwei Wochen spricht wenig; für Dauerkonsum ist Ginkgo-Tee nicht gedacht. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei blutverdünnenden Medikamenten ist Zurückhaltung angebracht.

Kauf und Qualität

Achten Sie beim Kauf auf gleichmäßig grüne, sauber geschnittene Blätter ohne hohen Staubanteil und auf einen frischen, heuartigen Duft. Da Ginkgo dem Arzneimittelrecht unterliegt, ist Apothekenware oder Tee mit Zulassungshinweis gegenüber loser Internet-Bulkware zu bevorzugen, weil die Herkunft und der Ginkgolsäure-Gehalt dort nachvollziehbarer sind.

Bio-Qualität reduziert das Risiko von Pflanzenschutzmittel-Rückständen. Übliche Preise bewegen sich um drei bis sechs Euro pro 100 Gramm. Wie Sie Trockenkräuter generell richtig prüfen, erläutert unser Beitrag was ist dran am Bio-Tee.

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Lagerung und Alternativen

Bewahren Sie Ginkgoblätter luftdicht, dunkel und trocken auf, fern von stark riechenden Lebensmitteln, da sie Fremdgerüche annehmen. So bleiben Aroma und Wirkstoffe rund zwölf Monate erhalten. Angebrochene Packungen verbrauchen Sie am besten innerhalb eines halben Jahres.

Wer einen milden, koffeinfreien Aufguss ohne den arzneilichen Sonderstatus sucht, findet Alternativen in klassischen Kräutertees. Bei Themen rund um Herz und Kreislauf wird etwa traditionell der Weißdorn-Tee verwendet.

Häufige Fragen

Wie viel Koffein hat Ginkgo-Tee?
Ginkgo-Tee ist von Natur aus koffeinfrei, da er aus den Blättern des Ginkgobaums und nicht aus der Teepflanze stammt. Deshalb lässt er sich unabhängig von der Tageszeit trinken und stört den Schlaf nicht.

Ist Ginkgo-Tee gesundheitlich unbedenklich?
Nur in Maßen. Ginkgoblätter enthalten Ginkgolsäure, die Allergien und Hautreaktionen auslösen kann. Eine kurze Frühjahrskur mit einer Tasse täglich gilt als vertretbar, für Dauerkonsum ist der Tee nicht gedacht.

Wie bereitet man Ginkgo-Tee zu?
Übergießen Sie einen gehäuften Teelöffel getrockneter Blätter mit kochendem Wasser und lassen Sie den Aufguss fünf bis zehn Minuten ziehen. Ein zweiter Aufguss bringt kaum noch Geschmack, da die Blätter ausgelaugt sind.

Warum gilt Ginkgo in Deutschland als Arzneimittel?
Ginkgo-Zubereitungen fallen unter das Arzneimittelgesetz, weil ihre Wirkung und die enthaltene Ginkgolsäure eine kontrollierte Dosierung erfordern. Der Verkauf des Tees ist nur mit entsprechender Zulassung erlaubt.

Quellen

  • Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes: Monographie Ginkgo bilobae folium
  • ESCOP Monographs: Ginkgonis folium

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.