White Monkey — chinesisch Bai Mao Hou, der "weißhaarige Affe" — ist ein seltener Spitzentee aus der südchinesischen Provinz Jiangxi, der nur im April gepflückt wird. Mit seinen flaumig behaarten Knospen und dem zart süßlichen, blumig-fruchtigen Aufguss gilt er als idealer Einstieg in die Welt der weißen Tees. Hier erfahren Sie, woher er stammt, wie er schmeckt und wie Sie ihn richtig aufgießen.

Steckbrief
Pflanze/BasisCamellia sinensis, Knospe mit jungen Blättern
Koffeingehaltca. 20-35 mg pro Tasse (200 ml)
Geschmacksprofilzart, leicht süßlich, blumig-fruchtige Nuancen
Wassertemperatur75-80 °C, keinesfalls kochend
Ziehzeit2-3 Minuten, je Folgeaufguss ca. 30 Sekunden länger
Dosierung3-4 g (ca. 2 gehäufte TL) auf 200 ml Wasser
Aufgüsse3-5 Aufgüsse möglich
Preisspanneca. 7-14 € pro 100 g, je nach Pflückqualität

Herkunft: die Sieben Berge der Provinz Jiangxi

White Monkey stammt ausschließlich aus der Provinz Jiangxi südlich des Jangtsekiang. Der Fluss macht die Böden der Region fruchtbar; die Bevölkerung lebt überwiegend vom Reisanbau und anderer Landwirtschaft. Mittendrin liegen die "Sieben Berge" — ein im Vergleich zu Fujian oder Zhejiang kleines Teeanbaugebiet, das aber für Tees der absoluten Spitzenklasse bekannt ist.

Die Produktionsmengen sind entsprechend gering: Weil nur makellose Knospen und junge Blätter aus einem engen Erntefenster infrage kommen, lässt sich der Ausstoß kaum steigern. Das unterscheidet White Monkey von Massensorten und erklärt, warum er im Handel deutlich seltener zu finden ist als etwa Pai Mu Tan, der bekannteste weiße Tee aus Fujian.

Der Name: Bai Mao Hou, der weißhaarige Affe

Der bildhafte Name folgt einer in China üblichen Tradition, Tees nach ihrem Aussehen zu benennen. Die leicht gebogenen, von silbrigem Flaum überzogenen Knospen erinnern an die hellen Haare von Affenpfoten — daraus wurde Bai Mao Hou, der "weißhaarige Affe". Gepflückt wird von Hand, in der Regel eine Knospe mit den ein bis zwei jüngsten Blättern.

Der feine weiße Flaum ist zugleich ein Qualitätsmerkmal: Er zeigt, dass tatsächlich junge Frühjahrsknospen verarbeitet wurden. Dasselbe Merkmal kennzeichnet auch die berühmte Silver Needle (Yin Zhen), die ausschließlich aus Knospen besteht und preislich noch einmal deutlich über White Monkey liegt.

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Geschmack: zart und doch erstaunlich präsent

In der Tasse zeigt White Monkey ein helles, leicht goldenes Gelb. Der Geschmack ist zart und unaufdringlich — ein Hauch süßer Frucht- und Blumenaromen umspielt den Gaumen, ohne je ins Schwere zu kippen. Bemerkenswert ist, dass der Tee trotz dieser Leichtigkeit klar präsent bleibt: mehr als nur "heißes Wasser mit einer Ahnung von Süße", wie es bei schwächeren weißen Tees vorkommen kann.

Genau diese Kombination macht ihn zum Lehrstück: Wer den Unterschied zwischen grünem und weißem Tee bisher kaum erschmecken konnte, erkennt an White Monkey sofort, wofür weiße Tees stehen. Wie sich die sechs Teearten überhaupt voneinander unterscheiden, erklärt unser Beitrag über die sechs echten Tee-Arten.

Zubereitung Schritt für Schritt

1. Wasser aufkochen und auf 75 bis 80 °C abkühlen lassen — kochendes Wasser zerstört die feinen Aromen und macht den Aufguss bitter. 2. 3 bis 4 g Tee (etwa zwei gehäufte Teelöffel) auf 200 ml Wasser in Kanne oder Glas geben. 3. Zwei bis drei Minuten ziehen lassen. 4. Blätter vollständig abgießen, damit nichts nachzieht.

Hochwertiger White Monkey verträgt drei bis fünf Aufgüsse; verlängern Sie die Ziehzeit mit jedem Durchgang um etwa 30 Sekunden. Der zweite Aufguss gilt vielen als der harmonischste. Trinken Sie den Tee pur — Milch, Zucker oder Zitrone würden die leisen Nuancen vollständig überdecken.

Erntefenster und Herstellung

Die Qualität des White Monkey beruht weniger auf einem speziellen Verfahren als auf dem Erntezeitpunkt: Verarbeitet werden ausschließlich Knospen und Blätter, die im April gepflückt werden. Früher im Jahr enthalten sie noch zu wenige Geschmacks- und Aromastoffe; bei späterer Ernte würden die Konzentrationen zu hoch — der Tee verlöre seine charakteristische Leichtigkeit.

Die Verarbeitung selbst ist minimalistisch wie bei allen weißen Tees: Die Blätter werden gewelkt und an der Luft getrocknet, ohne Rollen, ohne kontrollierte Oxidation, ohne Röstung. Dadurch bleiben Catechine, L-Theanin und die natürlichen Aromastoffe weitgehend erhalten; der Koffeingehalt liegt mit rund 20 bis 35 mg pro Tasse spürbar unter dem von Schwarztee. Optisch ähnelt das fertige Blatt grünen Flaumknospen-Tees wie dem Mao Feng — geschmacklich trennt beide jedoch die fehlende Erhitzung des weißen Tees.

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Kauf, Preis und Lagerung

Rechnen Sie für losen White Monkey mit etwa 7 bis 14 Euro pro 100 g; besonders feine Pflückungen mit hohem Knospenanteil können darüber liegen. Gute Ware erkennen Sie an intakten, flaumigen, silbrig schimmernden Knospen, gleichmäßiger Blattfarbe und einem frischen, leicht süßlichen Duft — Bruch, Staub und muffiger Geruch sind Ausschlusskriterien.

Lagern Sie den Tee luftdicht, lichtgeschützt, kühl und trocken, am besten in einer Metall- oder Keramikdose abseits stark riechender Lebensmittel. Wie alle wenig oxidierten Tees reagiert White Monkey empfindlich auf Sauerstoff: Innerhalb von 6 bis 12 Monaten sollte die Packung aufgebraucht sein, danach verflachen die blumigen Noten zusehends.

Häufige Fragen

Was bedeutet der Name White Monkey?
Die chinesische Bezeichnung Bai Mao Hou heißt übersetzt "weißhaariger Affe". Sie spielt auf die gebogenen, silbrig beflaumten Knospen an, die an helle Affenpfoten erinnern — eine in China übliche bildhafte Namensgebung.

Mit welcher Wassertemperatur bereitet man White Monkey zu?
Mit 75 bis 80 °C heißem Wasser. Kochendes Wasser löst zu viele Bitterstoffe und zerstört die feinen Blüten- und Fruchtaromen, für die dieser Tee geschätzt wird.

Wie oft kann man White Monkey aufgießen?
Drei bis fünf Aufgüsse sind üblich. Verlängern Sie die Ziehzeit pro Durchgang um rund 30 Sekunden; viele Teetrinker halten den zweiten Aufguss für den ausgewogensten.

Warum ist White Monkey so selten?
Er wird nur im April in einem kleinen Anbaugebiet der Provinz Jiangxi gepflückt, und nur makellose Knospen und junge Blätter kommen infrage. Dieses enge Erntefenster begrenzt die Produktionsmenge dauerhaft.

Wie viel Koffein enthält White Monkey?
Etwa 20 bis 35 mg pro Tasse (200 ml) — weniger als Schwarztee mit rund 40 bis 70 mg. Wer empfindlich reagiert, trinkt ihn besser nicht direkt vor dem Schlafengehen.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.