China Snow Buds - auf Chinesisch Xue Ya, "Schneeknospe" - ist ein weißer Tee aus den Hochlagen der Provinz Fujian. Sein silbrig-weißer Härchenflaum erinnert an Pulverschnee im Sonnenlicht, geschmacklich steht er mit leichter Herbe und fruchtigem Duft dem Grüntee näher als die meisten Weißtees. Hier erfahren Sie, wie er gepflückt und verarbeitet wird und worauf es bei der Zubereitung ankommt.

Steckbrief
Pflanze/BasisCamellia sinensis, weißer Tee (nur leicht anoxidiert)
Koffeingehaltca. 15-30 mg pro Tasse, je nach Knospenanteil und Dosierung
Geschmacksprofilleicht herb, fruchtiger Duft, Noten von Birne, Maronen und Kräutern
Wassertemperatur75-80 °C, keinesfalls kochend
Ziehzeit2-3 Minuten
Dosierungca. 2-3 g (1 gehäufter TL) auf 200 ml
Aufgüsse2-3 Aufgüsse möglich
Preisspanneca. 6-15 € pro 100 g, Special Grade darüber

Herkunft: Hochlagen im Südosten Chinas

Die Teegärten, aus denen der Snow Buds stammt, liegen auf etwa 1.000 Höhenmetern in den Gebirgen Südostchinas, vor allem in der Provinz Fujian - der Region, die Kenner gern als Schatzkammer des weißen Tees bezeichnen. Kühle Nächte und häufiger Nebel lassen die Knospen langsam wachsen, was Aromendichte und Zartheit der Triebe erklärt.

Versuche, das Herstellungsverfahren andernorts zu kopieren, scheitern regelmäßig am Terroir: Klima und Böden der Hochlagen lassen sich nicht nachbauen. Aus denselben Gärten Fujians stammen auch die bekannteren Verwandten Pai Mu Tan und Yin Zhen Silver Needle, an denen sich der Snow Buds messen lassen muss.

Name und Aussehen: Schneeknospen mit silbrigem Flaum

Blattspitzen und noch geschlossene Knospen sind von einem dichten Flaum feiner weißer Härchen überzogen, fachsprachlich Trichome genannt. Dieser silbrige Schimmer, der an frischen Pulverschnee erinnert, gab dem Tee seinen Namen Xue Ya. Ein hoher Anteil intakter, flaumiger Knospen ist zugleich das wichtigste Qualitätsmerkmal beim Kauf.

Der Name sorgt allerdings öfter für Verwirrung: Snow Buds wird gelegentlich mit dem Grüntee Lung Ching verwechselt, und weil er auch geschmacklich an Grüntee erinnert, wird immer wieder diskutiert, zu welcher Teeart er eigentlich gehört. Botanisch und nach der Verarbeitung ist die Sache klar: Er zählt zu den weißen Tees.

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Pflückung und Herstellung: die grüne Seele des Weißtees

Geerntet wird ausschließlich von Hand nach dem Pflückstandard "two leaves and a bud" - zwei junge Blätter mit einer Knospe. Beim Special Grade, der hochwertigsten Version, kommen sogar nur geschlossene Knospen ins Körbchen. Diese Auslese könnte keine Maschine leisten, und man schmeckt den Aufwand im fertigen Tee.

Anders als die meisten weißen Tees wird der Snow Buds anschließend ganz leicht anfermentiert. Die Teemacher sagen, so bleibe "die grüne Seele" des Tees erhalten - tatsächlich erklärt dieser Schritt, warum der Aufguss überraschend kräftig gefärbt ausfällt und der Charakter zwischen Weiß- und Grüntee changiert. Woher die am wenigsten bearbeitete Teeart überhaupt stammt, erzählt unser Beitrag zum Ursprung des weißen Tees.

Geschmack: Birne, Maronen und feine Herbe

Schon vor dem ersten Schluck fällt der angenehm fruchtige Duft auf. Im Mund zeigt der Snow Buds eine leichte, grünteeartige Herbe, das Hauptaroma erinnert an Maronen und getrocknete Kräuter. Im Nachgeschmack bleibt eine süße Birnennote stehen - manche Verkoster wollen darin sogar die Williams Christ erkennen.

Mit seinem moderaten Koffeingehalt eignet sich der Tee als sanfte Alternative zum Nachmittagskaffee, ohne dessen Wucht zu entwickeln. Wer sonst Sencha trinkt, findet hier einen weicheren, parfümierteren Verwandten; eingefleischten Schwarztee-Trinkern dürfte er dagegen zu zart sein.

Zubereitung: 75 bis 80 °C und kurze Ziehzeit

Dosieren Sie 2 bis 3 g (einen gehäuften Teelöffel) auf 200 ml und gießen Sie mit 75 bis 80 °C heißem Wasser auf - kochendes Wasser verbrüht die zarten Knospen und macht den Aufguss stumpf und bitter. Praktisch: Wasser aufkochen und etwa fünf Minuten offen abkühlen lassen, dann liegt die Temperatur im richtigen Bereich.

Nach 2 bis 3 Minuten Ziehzeit ist der erste Aufguss fertig; zwei weitere Aufgüsse mit leicht verlängerter Ziehzeit sind problemlos möglich, da die Knospen ihr Aroma nur langsam abgeben. Ein Glas- oder Porzellankännchen zeigt nebenbei das schöne Spiel der aufrecht treibenden Knospen.

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Kauf, Preis und Aufbewahrung

Rechnen Sie mit etwa 6 bis 15 Euro pro 100 g, der knospenreine Special Grade liegt darüber - ein weißer Tee dieser Machart kostet spürbar mehr als ein einfacher Grüntee, was angesichts der reinen Handpflückung nachvollziehbar ist. Achten Sie auf ganze, silbrig bereifte Knospen, wenig Bruch und einen frischen, fruchtigen Duft ohne muffige Töne.

Zu Hause gehört der Snow Buds in ein lichtdicht schließendes Gefäß an einen kühlen Platz ohne Fremdgerüche. Da leicht anfermentierter Weißtee empfindlich auf Sauerstoff reagiert, sollten Sie ihn innerhalb von 6 bis 12 Monaten aufbrauchen - kaufen Sie also lieber kleine Mengen und dafür öfter frisch.

Häufige Fragen

Was bedeutet der Name China Snow Buds?
Der chinesische Name Xue Ya heißt übersetzt Schneeknospe. Er bezieht sich auf den silbrig-weißen Härchenflaum auf Knospen und Blattspitzen, der an Pulverschnee im Sonnenlicht erinnert.

Ist Snow Buds ein weißer oder ein grüner Tee?
Ein weißer Tee, der allerdings nur ganz leicht anfermentiert wird. Deshalb erinnern Färbung und leichte Herbe des Aufgusses an Grüntee, was immer wieder zu Verwechslungen führt.

Wie heiß darf das Wasser für Snow Buds sein?
75 bis 80 °C sind ideal. Kochendes Wasser verbrüht die zarten Knospen, zerstört die fruchtigen Aromen und macht den Aufguss unangenehm bitter.

Wie schmeckt China Snow Buds?
Leicht herb mit fruchtigem Duft, das Hauptaroma erinnert an Maronen und getrocknete Kräuter. Im Nachgeschmack bleibt eine süße Birnennote, die manche an Williams Christ erinnert.

Was ist der Special Grade beim Snow Buds?
Eine besonders hochwertige Auslese, bei der ausschließlich geschlossene, von Hand gepflückte Knospen verwendet werden. Sie ist entsprechend teurer als die Standardpflückung mit zwei Blättern und einer Knospe.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.