Dragon White ist ein sogenannter Hybridtee: Er wird aus Bai Hao Cha gewonnen, der klassischen Teepflanze für weißen Tee, aber wie ein Oolong verarbeitet. Erst 2011 kreiert, verbindet die Rarität aus Yunnan die zarte, fruchtige Note eines Weißtees mit einer dezent erdigen, brotigen Komponente. Hier erfahren Sie, wie der Tee entsteht, wie er schmeckt und wie Sie ihn richtig aufgießen.
| Pflanze/Basis | Camellia sinensis, Kultivar Bai Hao Cha (Weißtee-Pflanze) |
|---|---|
| Koffeingehalt | moderat, ca. 20-40 mg pro Tasse (200 ml) |
| Geschmacksprofil | zart fruchtig, süßlich, mit dezenter erdiger Brotnote |
| Wassertemperatur | 75-80 °C, keinesfalls kochend |
| Ziehzeit | 1-2 Minuten im ersten Aufguss, danach steigernd |
| Dosierung | 3-4 g (ca. 2 TL) auf 150-200 ml Wasser |
| Aufgüsse | mindestens 4, das volle Aroma öffnet sich erst spät |
| Preisspanne | ca. 8-15 € pro 100 g, je nach Händler und Ernte |
Ein Hybridtee aus zwei Welten
Korrekterweise muss man Dragon White als Hybridtee bezeichnen: Ausgangsmaterial ist die Pflanze eines weißen Tees, das Herstellungsverfahren stammt vom Oolong. Erst 2011 kreierten Tee-Experten diesen Hybrid — gemessen an Klassikern mit jahrhundertealter Geschichte ist der Weiße Drache also ein Neuling, der es trotzdem schnell zu einem Ruf als Spezialität gebracht hat.
Geschmacklich sitzt er genau zwischen den Stühlen: die helle, fruchtige Zartheit seiner weißen Verwandten, dazu eine wärmende, leicht erdige Brotkomponente aus der Oxidation. Bei den Inhaltsstoffen bietet er dagegen keine Auffälligkeiten — was diesen Punkt betrifft, ist er ein ganz normaler Tee. Seine Besonderheit liegt allein in Machart und Aroma.
Herkunft: von Fujian nach Yunnan
Die Teepflanze Bai Hao Cha hat ihre Heimat in der südostchinesischen Provinz Fujian, wo zahlreiche Plantagen seit Generationen weißen Tee von ihr pflücken — berühmte Vertreter sind Bai Hao Yinzhen und Shou Mei. Für den Dragon White fand der Kultivar seinen Weg in die südwestliche Provinz Yunnan, wo er wie eine Oolong-Pflanze kultiviert und verarbeitet wird.
Bislang arbeitet ausschließlich Yunnan auf diese Weise mit Bai Hao Cha, weshalb nur kleine Mengen auf den Markt kommen. Hält der Erfolg an, dürften weitere Teegärten die Idee aufgreifen — bis dahin bleibt der Tee eine Rarität, die in Deutschland deutlich weniger bekannt ist als etwa in den USA.
Herstellung: Weißtee-Blatt, Oolong-Verfahren
Obwohl Dragon White als weißer Tee gehandelt wird, folgt seine Verarbeitung dem Oolong-Schema: Die Blätter welken an, werden bewegt und teilweise oxidiert, bevor Hitze den Prozess stoppt. Klassischer Weißtee wird dagegen nur gewelkt und getrocknet. Erst die Teiloxidation erzeugt das süßliche, leicht erdige Aroma, das den Hybrid ausmacht — wie dieses Verfahren überhaupt entstand, erzählt der Beitrag über die Entstehung des Oolong.
Auffällig ist das fertige Blatt: Es ist relativ fest zusammengerollt, ähnlich wie bei Kugel-Oolongs. Die Blätter öffnen sich deshalb nur langsam, Aufguss um Aufguss — und genau darauf ist dieser Tee angelegt.
Zubereitung: 75-80 °C und Geduld
So gelingt der Aufguss: 1. Wasser aufkochen und auf 75 bis 80 °C abkühlen lassen — kochendes Wasser macht die zarten Blätter kratzig. 2. Pro 150 bis 200 ml etwa 3 bis 4 g Tee in Kanne oder Gaiwan geben. 3. Den ersten Aufguss nur 60 bis 120 Sekunden ziehen lassen. 4. Die Blätter abgießen und direkt weiterverwenden.
Mindestens vier Aufgüsse sollten Sie einplanen, denn die fest gerollten Blätter geben ihr Aroma gestaffelt frei: Der erste Aufguss wirkt noch verhalten, ab dem dritten und vierten, wenn sich das Blatt ganz geöffnet hat, zeigt der Tee seine volle Süße und Tiefe. Jede Tasse schmeckt dabei etwas anders — wer nach dem zweiten Aufguss aufhört, verpasst den besten Teil.
Geschmack und Vergleich mit anderen weißen Tees
In der Tasse zeigt Dragon White ein helles Goldgelb. Der Duft erinnert an reife Früchte und Honig, am Gaumen folgen eine weiche Süße und die typische, dezent erdige Brotnote, die reine Weißtees nicht haben. Bitterkeit tritt bei korrekter Wassertemperatur praktisch nicht auf.
Wer vergleichen möchte: Knospentees wie China Snow Buds wirken daneben filigraner und grasiger, während klassische Oolongs deutlich kräftiger rösten. Liebhabern zarter weißer Tees, denen Oolong oft zu schwer ist, bietet der Hybrid genau den Mittelweg — kein zweiter Tee vereint beide Welten bisher so schlüssig.
Kauf und Lagerung der Rarität
Wegen der kleinen Erntemengen führen vor allem spezialisierte Online-Händler und gut sortierte Teefachgeschäfte den Dragon White; rechnen Sie mit etwa 8 bis 15 Euro pro 100 g. Achten Sie auf intakte, gleichmäßig gerollte Blätter mit sichtbaren hellen Spitzen und auf eine klare Herkunftsangabe aus Yunnan. Stark zerbrochenes Blatt oder fehlende Angaben sprechen gegen den Anbieter — Beutelware wird der Sorte ohnehin nicht gerecht, da das Blatt Platz zum Entfalten braucht.
Gelagert wird er wie jeder feine, leicht oxidierte Tee: luftdicht in einer Dose, dunkel, kühl und fern von Gewürzen oder Kaffee. So hält das Aroma 12 bis 18 Monate; angebrochene Packungen trinken Sie am besten innerhalb eines halben Jahres leer.
Häufige Fragen
Was ist Dragon White für ein Tee?
Ein 2011 kreierter Hybridtee aus Yunnan: Die Weißtee-Pflanze Bai Hao Cha wird nach dem Oolong-Verfahren teiloxidiert. Gehandelt wird er meist als weißer Tee, verarbeitet ist er wie ein Oolong.
Wie heiß darf das Wasser für Dragon White sein?
75 bis 80 °C sind ideal. Kochendes Wasser verbrennt die zarten Blätter und macht den Aufguss herb, deshalb das Wasser nach dem Kochen einige Minuten abkühlen lassen.
Wie oft kann man Dragon White aufgießen?
Mindestens viermal — und das sollte man auch. Die fest gerollten Blätter öffnen sich langsam und geben ihr volles Aroma oft erst ab dem vierten Aufguss frei.
Wie schmeckt ein weißer Oolong?
Zart fruchtig und süßlich wie ein Weißtee, ergänzt um eine wärmende, dezent erdige Brotnote aus der Teiloxidation. Die Tasse ist hellgolden und kaum bitter.
Warum ist Dragon White so selten?
Bislang verarbeitet nur die Provinz Yunnan die Pflanze Bai Hao Cha nach dem Oolong-Verfahren, und das in kleinen Mengen. Entsprechend begrenzt ist das Angebot im Handel.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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