Inhaltsstoffe
Einen relativen großen Anteil an den Inhaltsstoffen tragen beim Wermutkraut zahlreiche Bitterstoffe. Unter anderem Absinthin. Da es den Hauptteil dieser Gruppe trägt, lautet der lateinische Name des Wermut Artemisia absinthium und der Schnaps eben auch Absinth. Die Gruppe der Bitterstoffe wird gefolgt von ätherischen Ölen und einigen Flavonoiden. Diese Bestandteile haben insgesamt eine so beeindruckende Bandbreite an positiven Aspekten für unsere Gesundheit zu bieten, dass ein alter Volksspruch besagt: "Wermut ist für alles gut!" Vor allem bei Probleme mit dem Verdauungssystem, Symptome von Appetitlosigkeit über Sodbrennen bis hin zum Magendrücken oder Magenbeschwerden, kann Wermut hilfreich sein. Ganz besonders berühmt wird aber die aktivierende Wirkung auf den Leberkreislaus. Angeblich kann man dadurch sogar Bleivergiftungen lindern. Trotzdem wird davon abgeraten zu große Mengen von Wermuttee zu trinken. Schwangeren wird sogar ganz und gar davon abgeraten. Bei übermäßigem Konsum wirken nämlich die ätherischen Öle wie Giftstoffe und können ihrerseits wiederum zu Schädigungen führen.Anbaugebiete
Die Ansprüche, die Wermut an den Boden stellt reichen von trocken bis sandig-tonig. Außerdem haben die Wermutpflanzen gerne Wasserläufe in der Nähe und kommen auch in Höhen von bis zu 3.500 Metern zurecht. So stammt dieses Kraut ursprünglich aus Eurasien und Nordafrika. Seinen Weg nach Nordamerika fand Wermut mit Hilfe des Menschen. Inzwischen gibt es dort aber auch erwähnenswert große Wildbestände, die völlig ohne Unterstützung überleben und sich vermehren.Herstellung
Wie bei den meisten Kräutertees, ist auch beim Wermuttee die Herstellung denkbar einfach. Das Kraut wird geerntet, getrocknet und je nach Bedarf entsprechend zerkleinert. Bei einem losen Produkt wird empfohlen, pro Tasse mit drei Fingerspitzen Wermutkraut zu nehmen und mit heißem Wasser zu übergießen. Die Ziehdauer sollte dabei aber auch nicht länger als eine Minute sein.Fazit
Wermut riecht herbwürzig und schmeckt ziemlich bitter. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen um zum Lieblingstee für gemütliche Teestunden zu werden. Aber in solchen Mengen sollte man diesen Tee ohnehin nicht trinken. Vielmehr sollte man ihn eher wie Medizin ansehen. Und dann kann er sogar "Schwermut" vertreiben und soll sogar Alzheimer, zumindest für eine gewisse Zeit, bremsen können.Bildnachweis: Wermut Tee © LianeM - Fotolia.comWermuттee zubereiten – Königliche Bitterkeit mit Heilkraft
Wermut (Artemisia absinthium) ist eine der ältesten und bedeutendsten Heilpflanzen Europas, bekannt für seinen intensiv bitteren Geschmack. Der lateinische Name gibt einen Hinweis auf die mythologische Bedeutung: Artemisia ehrt die griechische Göttin Artemis, der Schutzgöttin der Frauen, die der Pflanze ihre Kräfte verliehen haben soll.
Für Wermuттee ist Vorsicht bei der Dosierung geboten. Verwenden Sie nur etwa 1/2 bis 1 Teelöffel getrockneter Wermutblätter pro Tasse. Die Bitterstoffe wirken bereits in kleinen Mengen, und zu viel Wermut kann Nebenwirkungen verursachen. Übergießen Sie mit 250 ml heißem Wasser (90 Grad) und lassen Sie den Tee nur 3 bis 5 Minuten ziehen – zu lange Ziehzeiten erhöhen die Konzentration der Bitterstoffe übermäßig. Nach dem Abseihen kann ein Teelöffel Honig zum Abmildern der Bitterkeit zugegeben werden.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Wermut wird auch als Bestandteil von Bitterlikören (Bitters) und als Aromastoff in Vermouth-Weinen verwendet. Die Bitterstoffe im Wermut sind in der Spirituosenindustrie für ihre Geschmacksgebende Funktion geschätzt.
Wichtig: Wermut enthält Thujon, eine Substanz, die in hohen Dosen neurotoxisch ist. Maximal 1 bis 2 Tassen täglich, nicht über 4 Wochen am Stück. Nicht für Schwangere oder Menschen mit Epilepsie.
Heilwirkung von Wermuттee
Wermut enthält eines der reichhaltigsten Wirkstoffspektren der europäischen Heilpflanzenwelt. Hauptwirkstoffe sind Sesquiterpenlactone (Absinthin, Artabsin), ätherisches Öl (mit Thujon), Bitterstoffe, Flavonoide und organische Säuren. Diese Kombination verleiht Wermut ein breites Wirkspektrum.
Das klassische Anwendungsgebiet ist die Verdauungsförderung. Wermut ist eines der stärksten Bittermittel überhaupt – schon sehr kleine Mengen regen massiv die Produktion von Magensaft, Galle und Verdauungsenzymen an. Bei Appetitmangel, Verdauungsschwäche, Völlegefühl und Reizmagen hat sich Wermuттее als wirksam erwiesen. Wermutextrakt ist in vielen verdauungsfördernden Bittermitteln enthalten.
Gegen Darmparasiten (Würmer) wurde Wermut traditionell eingesetzt – daher der englische Name „wormwood" (Holz gegen Würmer). Aktuelle Forschungen bestätigen, dass Absinthin und andere Sesquiterpenlactone gegen bestimmte Parasiten und Protozoen wirksam sein können. Artemisinin, ein Wirkstoff aus dem verwandten Artemisia annua, ist heute das wichtigste Mittel gegen Malaria.
Als Frauenheilkraut wurde Wermut in der Volksmedizin auch bei Regelschmerzen und menstruellen Unregelmäßigkeiten eingesetzt. Diese Wirkung ist auf die leicht krampflösenden Eigenschaften der ätherischen Öle zurückzuführen.
Geschichte des Wermuts und der Absinth-Kultur
Wermut blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte als Heil- und Kultpflanze zurück. Im alten Ägypten wurde er zur Mumifizierung und als Tempelduft verwendet. Im griechischen Altertum war Wermut Artemis, der Göttin der Jagd und der Frauen, heilig. Hippokrates und andere antike Ärzte nutzten Wermut bei Magen- und Frauenleiden.
Berüchtigt ist die Geschichte des Absinthlikörs, der im 18. und 19. Jahrhundert in Europa weit verbreitet war und bei Künstlern wie Vincent van Gogh, Arthur Rimbaud und Oscar Wilde sehr beliebt war. Absinth enthält destilliertes Wermutöl mit Thujongehalt und wurde im frühen 20. Jahrhundert in vielen Ländern verboten, da man ihm halluzinogene und gefährliche Wirkungen zuschrieb. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die damaligen Qualitäten tatsächlich sehr hohe Thujongehalte hatten, die neurotoxisch wirken konnten.
Heute ist Absinth wieder erhältlich, nun jedoch mit streng reguliertem Thujongehalt. Wermut als Heilpflanze und Würzkraut ist ebenfalls wieder populär geworden, vor allem im Kontext der Renaissance von Wildkräuterküche und natürlicher Heilkunde.
Häufige Fragen zu Wermuттее (FAQ)
Ist Wermut dasselbe wie Absinth?
Absinth ist ein aus Wermut und anderen Kräutern destillierter Likör. Wermut ist die Pflanze, aus der – unter anderem – Absinth hergestellt wird.
Kann Wermut halluzinogen wirken?
Das enthaltene Thujon kann in sehr hohen Mengen neurotoxisch sein. Als Tee in normalen Mengen (max. 1 Tasse täglich) treten keine halluzinogenen Effekte auf.
Hilft Wermuттee bei Verdauungsproblemen?
Ja, Wermut ist eines der stärksten natürlichen Bittermittel und sehr effektiv bei Verdauungsschwäche und Appetitmangel.
Für wen ist Wermut ungeeignet?
Für Schwangere (kann Wehen auslösen), Epileptiker, Kinder und Menschen mit Leber- oder Nierenerkrankungen.
Wie viel Wermuттее darf ich trinken?
Maximal 1 bis 2 Tassen täglich, höchstens 4 Wochen am Stück. Dann eine Pause einlegen.
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