Wermut Tee


Nach einem schweren, fetten Essen wird bei uns gerne ein Gläschen Schnaps getrunken, um die Verdauung anzuregen und sich nicht mehr so „vollgestopft“ zu fühlen. Mit einer Tasse Wermuttee könne man aber nicht nur den gleichen Effekt erzielen, es wäre auch noch die wesentlich gesündere, weil alkoholfreie Variante. Es liegt wohl aber auch an der Tatsache, dass wegen möglicher schädigender Auswirkung vor zu hohem Genuss von Wermuttee gewarnt werden muss, weshalb dieser Kräutertee bei uns keine allzu große Rolle spielt.

Wermut Tee

Jedenfalls dürfte ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung Wermut bisher eher in Form von einer Absinth Tinktur, statt als Tee getrunken haben. Früher als Droge genutzt und schließlich in Europa verboten, ist dieser destillierte Schnaps aus Wermut, Anis und, je nach Rezeptur, weitere grüne Kräuter, Heilkräuter, inzwischen ein richtiges Modegetränk.

Inhaltsstoffe

Einen relativen großen Anteil an den Inhaltsstoffen tragen beim Wermutkraut zahlreiche Bitterstoffe. Unter anderem Absinthin. Da es den Hauptteil dieser Gruppe trägt, lautet der lateinische Name des Wermut Artemisia absinthium und der Schnaps eben auch Absinth. Die Gruppe der Bitterstoffe wird gefolgt von ätherischen Ölen und einigen Flavonoiden. Diese Bestandteile haben insgesamt eine so beeindruckende Bandbreite an positiven Aspekten für unsere Gesundheit zu bieten, dass ein alter Volksspruch besagt: „Wermut ist für alles gut!“

Vor allem bei Probleme mit dem Verdauungssystem, Symptome von Appetitlosigkeit über Sodbrennen bis hin zum Magendrücken oder Magenbeschwerden, kann Wermut hilfreich sein. Ganz besonders berühmt wird aber die aktivierende Wirkung auf den Leberkreislaus. Angeblich kann man dadurch sogar Bleivergiftungen lindern. Trotzdem wird davon abgeraten zu große Mengen von Wermuttee zu trinken. Schwangeren wird sogar ganz und gar davon abgeraten. Bei übermäßigem Konsum wirken nämlich die ätherischen Öle wie Giftstoffe und können ihrerseits wiederum zu Schädigungen führen.

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Anbaugebiete

Die Ansprüche, die Wermut an den Boden stellt reichen von trocken bis sandig-tonig. Außerdem haben die Wermutpflanzen gerne Wasserläufe in der Nähe und kommen auch in Höhen von bis zu 3.500 Metern zurecht. So stammt dieses Kraut ursprünglich aus Eurasien und Nordafrika.

Seinen Weg nach Nordamerika fand Wermut mit Hilfe des Menschen. Inzwischen gibt es dort aber auch erwähnenswert große Wildbestände, die völlig ohne Unterstützung überleben und sich vermehren.

Herstellung

Wie bei den meisten Kräutertees, ist auch beim Wermuttee die Herstellung denkbar einfach. Das Kraut wird geerntet, getrocknet und je nach Bedarf entsprechend zerkleinert. Bei einem losen Produkt wird empfohlen, pro Tasse mit drei Fingerspitzen Wermutkraut zu nehmen und mit heißem Wasser zu übergießen. Die Ziehdauer sollte dabei aber auch nicht länger als eine Minute sein.

Fazit

Wermut riecht herbwürzig und schmeckt ziemlich bitter. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen um zum Lieblingstee für gemütliche Teestunden zu werden. Aber in solchen Mengen sollte man diesen Tee ohnehin nicht trinken. Vielmehr sollte man ihn eher wie Medizin ansehen. Und dann kann er sogar „Schwermut“ vertreiben und soll sogar Alzheimer, zumindest für eine gewisse Zeit, bremsen können.

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Bildnachweis: Wermut Tee © LianeM – Fotolia.com

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