Walnüsse sind weit bekannt und fast genauso beliebt. Vor allem im Winter können sich viele nichts schöneres vorstellen, als abends gemütlich ein paar leckere Walnüsse zu knacken. Mittlerweile ist auch bekannt, dass diese Nüsse nicht nur lecker schmecken, sondern auch noch gesund sind. Wesentlich weniger bekannt ist jedoch, dass man nicht nur die Nüsse des Walnuss-Baums verwenden kann. Ja, dass nahezu der ganze Baum in irgendeiner Art und Weise zu unserer Gesundheit beitragen kann. Selbstverständlich auch in Form von Tee.

Inhaltsstoffe

Bei einem Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe der Walnuss, fallen recht schnell einige bekannte Substanzen auf. Gerbstoffe und -säure beispielsweise trifft man häufiger in der Pflanzenwelt. Bitterstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide und selbst Tannine sind keineswegs Exoten wenn es um Heilpflanzen geht.Für den Tee müssen bzw. dürfen jedoch nicht alle Inhaltsstoffe in Betracht gezogen werden. Walnuss-Tee wird ausschließlich aus den Blättern des Baumes hergestellt. Und die Blätter enthalten in erster Linie Gerbstoffe, alle anderen Inhaltsstoffe spielen entweder keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Dank der hohen Konzentrationen an Gerbstoffen in den Blättern, wirkt der Tee der Walnuss allerdings sehr zusammenziehend und verengend. Dadurch wird das Verdauungssystem angeregt und in seiner Arbeit unterstützt. Verdauungsprobleme sind also eine geeignete Indikation für Walnuss-Tee. Aber auch Hautentzündungen können mit Walnuss-Tee gemildert werden. Dann wird aber meist eine äußere Anwendung des Tees empfohlen.

Anbaugebiete

Der Walnussbaum gehört so selbstverständlich zu unserem Landschaftsbild, dass man glatt meinen könnte, er sei schon immer hier heimisch gewesen. Tatsächlich allerdings bahnte er sich von Mittelasien aus seinen Weg über den Mittelmeerraum erst ganz allmählich in unsere Gefilde. An der Frostempfindlichkeit seiner Blüten, macht sich aber die ursprüngliche Heimat des Walnussbaumes bis heute bemerkbar. Doch in den milden Regionen kann er auch bei uns mit bis zu 25 Metern eine stattliche Höhe und bis zu 200 Jahren ein stolzes Alter erreichen.

Herstellung

Für den Walnuss-Tee werden, wie bereits erwähnt, ausschließlich die Blätter des Baumes verwendet. Gesammelt werden sie im Juni, dann ist die Konzentration der für uns so wertvollen Gerbstoffe, ideal. Selbstverständlich hat man auch in diesem Fall, wie bei nahezu allen Kräutertees, die Wahl, ob man die Blätter gleich frisch übergießt, oder ob man sie zu besseren Haltbarkeit erst sorgfältig trocknet. In jedem Fall allerdings sollten, die Blätter nicht am Stück aufgegossen werden. Durch das Zerkleinern vergrößert man die Oberfläche, das Wasser hat wesentlich mehr Kontaktpunkte und kann die Gerbstoffe einfacher und effektiver aus den Blättern lösen.

Fazit

Die namensgebende Frucht des Walnussbaumes ist völlig zu Recht so beliebt. Umso bedauernswerter ist es, dass dabei kaum jemand weiß, welch einen wirkungsvollen und verdauungsfördernden Kräutertee man aus den Blättern der Walnuss zubereiten kann. Viele von uns haben, zumindest hin und wieder, mit Verdauungsproblemen zu kämpfen. Dabei hätten einige die Lösung sprichwörtlich vor der Tür stehen.Bildnachweis: Walnuss Tee ©Thinkstock: iStockphoto

Walnuss-Tee zubereiten: Das Wintergetränk aus der Heimat

Walnuss-Tee kann aus verschiedenen Teilen der Walnuss hergestellt werden: aus den Blättern, den unreifen grünen Walnüssen, den Schalen oder als Aromatee mit Walnussgeschmack. Am bekanntesten ist Walnussblätter-Tee. Für diesen Teelöffel getrocknete Walnussblätter mit 250 ml fast kochendem Wasser (90-95 Grad) übergießen und fünf bis sieben Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und mit Honig süßen, der die nussig-herbigen Noten der Walnuss ergänzt. Der Tee hat eine leicht bräunliche Farbe und ein charakteristisch herb-nussiges Aroma.

Für Aromatee mit Walnussgeschmack: Kommerziell erhältliche Walnuss-Teemischungen auf Rooibos-, Schwarztee- oder Kräutertee-Basis aufbrühen. Diese sind oft süßlicher und für Einsteiger zugänglicher als reiner Walnussblätter-Tee. Eine besonders herbstliche Kombination: Walnussblätter-Tee mit Zimt und einem Schuss Walnusslikör. Als Eistee ist Walnusstee ebenfalls lecker – kühl aufbrühen und mit Vanilleeis kombinieren.

Walnussblätter in der Heilkunde: Tradition und Wirkung

Walnussblätter (Juglans regia, Folia Juglandis) haben eine lange Tradition in der europäischen Volksmedizin. Sie enthalten Juglon (ein Naphthochinon mit antibiotischen Eigenschaften), Gerbstoffe (Tannine), ätherische Öle, Flavonoide und Vitamin C. Die antibiotische Wirkung des Juglons ist gut erforscht – es hemmt das Wachstum verschiedener Bakterien, Pilze und sogar einiger Parasiten.

Traditionell wird Walnussblätter-Tee bei Hautproblemen wie Schuppenflechte, Akne und Ekzemen eingesetzt – sowohl als Getränk als auch als äußerliche Anwendung (Umschläge, Bäder). Bei Verdauungsproblemen, Durchfall und Blähungen hat der hohe Gerbstoffgehalt eine zusammenziehende Wirkung. Als Mundspülung bei Zahnfleischproblemen ist Walnussblätter-Abkochung ein bewährtes Hausmittel. Die traditionelle Verwendung bei Diabetes mellitus wird in einzelnen Studien untersucht, ist aber noch nicht klinisch ausreichend belegt.

Häufig gestellte Fragen zu Walnuss-Tee

Welche Teile der Walnuss verwendet man für Tee?
Hauptsächlich die Blätter (Walnussblätter-Tee). Aber auch die unreifen grünen Schalen und das Perikarp (grüne Außenhülle) werden medizinisch genutzt. Die Kerne selbst werden nicht für Tee verwendet, sondern als Nuss gegessen.

Färbt Walnussblätter-Tee die Zähne?
Ja, Walnussblätter-Tee enthält Juglon und Tannine, die wie andere Gerbstoffe Zähne leicht verfärben können. Regelmäßiges Zähneputzen nach dem Trinken beugt dem vor. Das Juglon ist auch für die bekannte braun-schwarze Verfärbung von Händen beim Schälen von Walnüssen verantwortlich.

Ist Walnuss-Tee gut für die Haut?
Walnussblätter-Tee wird traditionell bei verschiedenen Hautproblemen eingesetzt, besonders bei entzündlichen Erkrankungen. Die Gerbstoffe wirken zusammenziehend und beruhigend auf entzündete Haut. Äußerlich angewendet (als Umschlag oder im Bad) kann Walnussblätter-Tee bei Ekzemen, Schuppenflechte und Akne unterstützend wirken.

Walnuss-Tee: Unterschätzte Heilpflanze aus dem Baum des Hippokrates

Die Walnuss (Juglans regia) ist seit der Antike als Heilpflanze bekannt. Hippokrates und Galen nutzten Walnussblätter und -schalen medizinisch; die arabische Medizin des Mittelalters schätzte die Pflanze ebenfalls hoch. Was viele nicht wissen: Nicht nur die Walnüsse selbst, sondern auch die Blätter und die grüne äußere Schale der Frucht enthalten wertvolle Wirkstoffe und können als Tee aufgegossen werden. Walnussblatt-Tee ist in der mitteleuropäischen Volksmedizin eine jahrhundertealte Tradition, besonders in Osteuropa und dem Balkan, wo Walnussbäume häufig vorkommen.

Die Walnussblätter enthalten hohe Konzentrationen von Juglon (ein Naphthochinon mit antimikrobiellen Eigenschaften), Flavonoide, Gerbstoffe (Tannine), ätherische Öle und Vitamin C. Juglon ist das charakteristische Agens, das auch dafür verantwortlich ist, dass unter Walnussbäumen kaum andere Pflanzen wachsen können (Allelopathie). Im Tee wirkt Juglon antibakteriell und antifungal; die Gerbstoffe wirken adstringierend und entzündungshemmend. Wissenschaftliche Studien haben antimikrobielle Wirkungen gegen verschiedene Bakterien und Pilze bestätigt, darunter Staphylococcus aureus und Candida albicans.

Anwendungsgebiete und traditionelle Nutzung

Walnussblatt-Tee wird traditionell bei mehreren Beschwerden eingesetzt. Äußerlich: als Waschung oder Umschlag bei Ekzemen, Schuppenflechte, Hautpilz und übermäßigem Schwitzen (besonders Fußschweiß). Innerlich: bei Durchfall und anderen Verdauungsproblemen (Gerbstoffe wirken zusammenziehend im Darm), bei Blutzuckerregulation (mehrere Studien zeigen hypoglykämische Wirkung), und als Stärkungsmittel allgemein. In der Volksmedizin Osteuropas wird Walnussblatt-Tee auch als Mittel gegen Würmer und andere Parasiten verwendet. Die Kommission E hat Walnussblätter für die Behandlung leichter entzündlicher Hauterkrankungen und übermäßigen Schwitzens anerkannt.

FAQ: Walnuss-Tee

Wie schmeckt Walnuss-Tee? Walnussblatt-Tee hat einen herben, leicht bitteren, erdigen Geschmack mit einem charakteristischen Tannin-Nachgeschmack – nicht angenehm süßlich wie Früchtetees, sondern eher medizinisch-würzig. Er wird daher meist medizinisch und nicht als Genusstee getrunken. Mit Honig und einem Spritzer Zitrone wird er für viele erträglicher.

Wann sollte man Walnuss-Tee nicht trinken? Bei Eisenmangel (Gerbstoffe hemmen die Eisenabsorption); bei sehr empfindlichem Magen (Gerbstoffe können Übelkeit verursachen); während der Schwangerschaft (begrenzte Sicherheitsdaten). Juglon ist in hohen Dosen toxisch; bei Aufgüssen aus getrockneten Blättern in normalen Mengen (1–2 Tassen täglich) besteht jedoch keine Gefahr.

Kann man Walnussblatt-Tee selbst herstellen? Ja – junge Walnussblätter (am besten im Mai/Juni gepflückt, wenn der Juglon-Gehalt optimal ist) lufttrocknen und dunkel lagern. Für Tee: 1–2 TL getrocknete Blätter mit 250 ml heißem Wasser (90°C) übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Nicht mehr als 2–3 Tassen täglich.

Unterscheidet sich Walnuss-Tee von Walnussschalen-Tee? Ja – die grünen Walnussschalen haben einen noch höheren Juglon-Gehalt und eine stärkere antimikrobielle Wirkung, sind aber auch intensiver im Geschmack und sollten mit größerer Vorsicht verwendet werden. Walnussblatt-Tee ist milder und für die meisten Menschen besser geeignet.

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