Walnuss-Tee wird nicht aus der bekannten Nuss, sondern aus den Blättern des Walnussbaums (Juglans regia) aufgegossen. Die Blätter enthalten vor allem Gerbstoffe und werden in der Volksheilkunde traditionell bei Verdauungsbeschwerden sowie äußerlich bei Hautproblemen verwendet. Der Tee schmeckt herb und leicht zusammenziehend. Hier erfahren Sie, wann man die Blätter erntet, wie Sie den Tee zubereiten und worauf Sie achten sollten.

Steckbrief
Pflanze/BasisBlätter des Walnussbaums (Juglans regia)
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilherb, leicht bitter, zusammenziehend
Wassertemperatur100 °C (kochend)
Ziehzeit5-10 Minuten, abgedeckt
Dosierung1-2 TL zerkleinerte Blätter pro Tasse (250 ml)
Aufgüsse1 Aufguss
Preisspanneca. 3-7 € pro 100 g

Nicht die Nuss, sondern das Blatt

Walnüsse sind als wohlschmeckende und nährstoffreiche Knabberei bekannt. Weit weniger geläufig ist, dass sich aus dem Walnussbaum weit mehr nutzen lässt als nur die Frucht. Für den Tee werden ausschließlich die Blätter verwendet.

Damit unterscheidet sich Walnuss-Tee grundlegend von einem Nuss-Aufguss: Die Blätter bringen ein ganz eigenes, gerbstoffbetontes Profil mit. Als verdauungsfördernder Kräutertee lässt er sich gut neben anderen herben Blatt- und Wurzeltees wie Brennnessel-Tee einordnen.

Inhaltsstoffe: vor allem Gerbstoffe

In der Walnuss insgesamt finden sich Gerbstoffe und Gerbsäure, Bitterstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide und Tannine. Für den Tee zählen jedoch nicht alle: Da nur die Blätter verwendet werden, dominieren dort die Gerbstoffe, während die übrigen Inhaltsstoffe nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Dem hohen Gerbstoffgehalt wird eine zusammenziehende (adstringierende) Eigenschaft zugeschrieben. Traditionell wird Walnussblätter-Tee deshalb bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt; bei Hautentzündungen empfiehlt die Volksheilkunde meist eine äußere Anwendung, etwa als Umschlag. Eine ärztliche Behandlung ersetzt der Tee nicht.

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Der Walnussbaum und sein Anbau

Der Walnussbaum wirkt hierzulande so vertraut, als sei er immer heimisch gewesen. Tatsächlich stammt er aus Mittelasien und gelangte über den Mittelmeerraum allmählich nach Mitteleuropa. An der Frostempfindlichkeit seiner Blüten zeigt sich diese warme Herkunft bis heute.

In milden Regionen erreicht der Baum Höhen von bis zu 25 Metern und kann bis zu 200 Jahre alt werden. Wer einen eigenen Walnussbaum hat, kann die Blätter für den Tee bequem selbst ernten.

Ernte und Zubereitung

Geerntet werden die Blätter idealerweise im Juni, wenn der Gerbstoffgehalt am höchsten ist. Sie lassen sich entweder frisch aufgießen oder zur besseren Haltbarkeit erst sorgfältig trocknen. In jedem Fall sollten die Blätter vor dem Aufguss zerkleinert werden: Die größere Oberfläche bietet dem Wasser mehr Kontaktpunkte, sodass sich die Gerbstoffe leichter lösen.

Für eine Tasse übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel zerkleinerte Blätter mit etwa 250 ml kochendem Wasser und lassen den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen. Der Aufguss schmeckt herb und zusammenziehend; bei Bedarf mildert etwas Honig die Herbe.

Anwendung und Hinweise

Wegen der adstringierenden Gerbstoffe wird Walnussblätter-Tee vor allem dann getrunken, wenn die Verdauung unterstützt werden soll. Trinken Sie ihn maßvoll, da hohe Gerbstoffmengen empfindliche Mägen reizen und die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung beeinträchtigen können.

Für die äußere Anwendung bei Hautproblemen wird der abgekühlte, etwas stärkere Aufguss als Umschlag oder Waschung genutzt. Bei anhaltenden Beschwerden, in der Schwangerschaft oder Stillzeit sollten Sie vor regelmäßiger Anwendung ärztlichen Rat einholen. Als verdauungsfreundliche Alternative bietet sich auch ein milderer Fencheltee an.

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Geschmack und Verwendung im Garten

Walnuss-Tee schmeckt deutlich herb und hinterlässt ein leicht pelziges, zusammenziehendes Gefühl im Mund, typisch für gerbstoffreiche Blattaufgüsse. Frisch aufgegossene Blätter wirken oft etwas grasiger, getrocknete dagegen runder und dunkler im Aroma.

Über den Tee hinaus werden Walnussblätter in der Hausanwendung gern äußerlich genutzt: Ein stärker aufgebrühter, abgekühlter Sud dient als Waschung oder Fußbad. Auch im Garten haben die Blätter einen Ruf, da ihr Geruch manche Insekten fernhält. Für den Aufguss zählt jedoch allein die Junipflückung der Blätter, weil dann der Gerbstoffgehalt am höchsten ausfällt.

Lagerung

Getrocknete Walnussblätter halten sich in einer luftdichten, lichtgeschützten Dose etwa 12 Monate. Wichtig sind ein trockener, kühler Standort und Abstand zu stark riechenden Lebensmitteln, da die Blätter sonst Fremdgerüche annehmen.

Achten Sie beim Trocknen darauf, dass die Blätter vollständig durchgetrocknet sind, bevor Sie sie verschließen, um Schimmel zu vermeiden. Reste vom Vorjahr erkennen Sie an nachlassendem Aroma und blasserer Farbe; sie lassen sich noch verwenden, geben aber weniger Gerbstoffe ab.

Häufige Fragen

Woraus besteht Walnuss-Tee?
Walnuss-Tee wird ausschließlich aus den Blättern des Walnussbaums zubereitet, nicht aus den Nüssen. Die Blätter enthalten vor allem Gerbstoffe, die dem Tee seinen herben, zusammenziehenden Charakter geben.

Wofür wird Walnussblätter-Tee traditionell verwendet?
Traditionell wird er wegen seiner adstringierenden Gerbstoffe bei Verdauungsbeschwerden getrunken. Bei Hautentzündungen empfiehlt die Volksheilkunde meist eine äußere Anwendung als Umschlag. Eine ärztliche Behandlung ersetzt er nicht.

Wann erntet man Walnussblätter für Tee?
Am besten im Juni, da der Gerbstoffgehalt dann am höchsten ist. Die Blätter lassen sich frisch aufgießen oder trocknen; vor dem Aufguss sollten sie zerkleinert werden.

Wie bereite ich Walnuss-Tee zu?
Übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel zerkleinerte Blätter mit 250 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen. Der Aufguss schmeckt herb; etwas Honig mildert die Herbe.

Sollte man Walnuss-Tee in großen Mengen trinken?
Besser nicht. Hohe Gerbstoffmengen können empfindliche Mägen reizen und die Eisenaufnahme aus der Nahrung beeinträchtigen. Trinken Sie den Tee daher maßvoll.

Quellen

  • Kommission E: Monographie Juglandis folium (Walnussblätter)

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.