Inhaltsstoffe
Wie bei vielen anderen Heilpflanzen auch, enthält der gelbe Enzian Bitterstoffe, wie Gerbstoff und -säure die im Mittelpunkt stehen. Sie sind auch für die anregende Wirksamkeit auf das Verdauungssystem hauptverantwortlich. Schleim, Inulin und Zink etwa sind ebenfalls zu den bedeutenden Substanzen des Gelben Enzians zu zählen. So unterstützen die Wirkstoffe diese Heilpflanze auch das Herz-Kreislaufsystem und wirkt insgesamt stärkend. Magenbeschwerden, Darmbeschwerden, Fieber, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Schwindel sind nur ein weiterer Ausschnitt einer langen Liste von geeigneten Einsatzbereichen für verschiedene Beschwerden bei denen der gelbe Enzian hilft. Bei Beschwerden wie Bluthochdruck und während einer Schwangerschaft ist der Enzian als Heilpflanze nicht geeignet, selbst in der alkoholfreien Form von Tee sollte man darauf verzichten.Anbaugebiete
Der Enzian ist in zahlreichen Gebirgen Süd- und Mitteleuropas verbreitet. Vor allem in den Alpen kommt er sehr oft vor. Dabei legt der Enzian großen Wert auf kalkhaltige Böden, die zwar locker, aber zumindest zwischendurch auch feucht sind. Egal jedoch in welcher Region der Enzian wächst, er steht streng unter Naturschutz. Wer keine Anzeige will der sollte keinesfalls der Versuchung erliegen und selbst etwas von dieser Pflanze sammeln. Selbst, wenn man "nur" einen Teil der Droge haben möchte, um sich selbst diesen Tee zuzubereiten. Nur wenn man das Material dafür legal und offiziell in einer Apotheke kauft, kann man sicher gehen, daß der Bestand des Gelben Enzians geschützt bleibt und der Tee auch noch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten getrunken werden kann.Herstellung
In den Monaten März und April, sowie August und September ist die beste Zeit um die Wurzeln des Enzians zu sammeln. Aber nochmal: er steht unter Naturschutz! Anschließend werden bei der Produktion des Tees die Wurzeln von Erdrückständen gesäubert, getrocknet und zerkleinert. So werden die Wurzelstückchen verpackt und in speziellen Kräuterkunde-Läden oder als Medikamente oder Tinktur in Apotheken verkauft. Und dort sollte man sich seine Enzianwurzeln auch holen, wenn man sich solch einen Tee kochen möchte. Alles andere wäre nicht nur strafbar, es wäre auch extrem kurzsichtig. Deutschlands Naturschutzorganisationen wie zum Beispiel der WWF dienen dazu, den Fortbestand der Pflanze zu sichern. Wer jedoch ein Fan von Gartenarbeit ist, kann durch die richtigen Samen eigene Enzian Pflanzen züchten und zu einem Tee bearbeiten.Fazit
Den Tee des gelben Enzians kann man nur dann wirklich genießen, wenn man die Wurzeln dazu ordnungsgemäß gekauft hat. Dann aber kann man guten Gewissens von der Wirkung dieser Heilpflanze profitieren. Enzianschnaps als Verdauungshilfe nach einem üppigen, fettigen Essen kennen viele. Es muss aber nicht immer gleich die alkoholische Variante sein, es muss nur echter Enzian sein. Um den Tee zu trinken übergießt man etwa einen halben Teelöffel der Wurzelstückchen mit kochendem Wasser und lässt das Ganze für fünf bis zehn Minuten lang ziehen. Wer einen Kaltauszug bevorzugt, sollte den Sud für sieben bis acht Stunden stehen lassen. Aber Vorsicht wer seinen Tee nur süß trinkt muss stark aufpassen, denn ohne Zucker könnte der gelbe Enzian ziemlich bitter schmecken.Bildnachweis: Kräutertee ©Thinkstock: iStockphotoZubereitung von Gelbem Enzian-Tee
Gelber Enzian (Gentiana lutea) ist eine der bekanntesten Bitterpflanzen Europas und enthält einen der stärksten natürlichen Bitterstoffe. Für einen Enziantee werden Enzianwurzelspäne oder -pulver verwendet, da die Wurzel die höchste Konzentration der Wirkstoffe enthält. Für eine Tasse Tee reicht bereits ein Viertel bis ein halber Teelöffel der getrockneten Wurzelspäne – mehr führt zu einem extrem bitteren, kaum trinkbaren Ergebnis. Die Wurzel wird mit 250 ml leicht siedendem Wasser (ca. 90 Grad) übergossen und fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen. Alternativ kann eine Kaltmazeration über Nacht in kaltem Wasser durchgeführt werden, die etwas mildere Bitterstoffe ergibt. Der Tee wird ungesüßt getrunken, da Süßen die Bitterstoffwirkung aufhebt. Enzian-Tee sollte 30 Minuten vor den Mahlzeiten konsumiert werden, um den Verdauungsapparat optimal vorzubereiten. Da Enzian sehr bitter ist, wird er häufig als alkoholischer Enzian-Schnaps oder in geringen Mengen in Bittertropfen verwendet.
Wirkung und Gesundheitliche Vorteile von Gelbem Enzian-Tee
Gelber Enzian enthält Gentiopikrosid und Amarogentin, zwei der bittersten natürlichen Substanzen überhaupt. Diese Iridoidglykoside sind die Schlüsselverbindungen hinter den vielfältigen Heilwirkungen des Enzians. Bereits kleinste Mengen regen über Bitterrezeptoren auf der Zunge und in den Schleimhäuten des Magen-Darm-Trakts die Produktion von Speichel, Magensäure, Verdauungsenzymen und Gallenflüssigkeit an. Dies macht Enzian zu einem äußerst wirksamen Digestivum bei Verdauungsschwäche, Appetitlosigkeit, Blähungen und Völlegefühl nach Mahlzeiten. Die verstärkte Gallenproduktion fördert die Fettverdauung erheblich. Enzian wirkt außerdem entzündungshemmend auf die Magenschleimhaut und kann bei niedrigem Magentonus den Mageninnendruck normalisieren. Weitere Inhaltsstoffe umfassen Flavonoide und Phenolsäuren mit antioxidativen Eigenschaften. In der Volksmedizin wurde Enzian auch bei Fieber, als Stärkungsmittel nach Krankheiten und zur Unterstützung der Leberfunktion eingesetzt.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Yan Cha Felsentee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
Geschichte und Herkunft des Gelben Enzians
Der Gelbe Enzian (Gentiana lutea) hat eine jahrtausendealte Geschichte als Heilpflanze. Der Gattungsname „Gentiana" leitet sich vom illyrischen König Gentios ab, der im 2. Jahrhundert v. Chr. der griechischen Sage nach die Heilkraft des Enzians entdeckt haben soll. Dioskurides und Plinius der Ältere beschrieben Enzian als Gegengift und Verdauungsmittel. Im Mittelalter war Enzian eine der wichtigsten Heilpflanzen in den Klostergärten und wurde in der mittelalterlichen Medizin vielfältig eingesetzt. Hildegard von Bingen empfahl ihn bei Magenerkrankungen. Der Gelbe Enzian ist eine Hochgebirgspflanze, die in den Alpen, Pyrenäen und anderen europäischen Gebirgen wächst. Er steht in Deutschland unter Naturschutz und darf nicht wild gesammelt werden. Für medizinische Zwecke wird er kultiviert. Enzian ist auch die Grundlage zahlreicher alpiner Kräuterliköre und Digestifs, die bis heute in der Alpenregion populär sind.
Häufige Fragen zu Gelbem Enzian-Tee
Warum darf ich Enziantee nicht süßen?
Die heilende Wirkung des Enzians beruht auf Bitterstoffen, die über Bitterrezeptoren auf der Zunge und in der Mundschleimhaut auf den Verdauungsapparat einwirken. Süßen hebt diese Reaktion auf und macht den Tee wirkungslos als Verdauungsmittel.
Kann ich Enzian täglich trinken?
In kleinen Mengen und bei Bedarf ist Enziantee unbedenklich. Bei regelmäßiger Anwendung sollte man nach zwei bis drei Wochen eine Pause machen. Bei Magengeschwüren oder Übersäuerung ist Enzian kontraindiziert.
Wo wächst Gelber Enzian?
Gelber Enzian wächst wild in den Alpen, Apenninen, Pyrenäen und anderen europäischen Gebirgen auf Bergheiden und Almwiesen. Er steht in Deutschland unter strengem Naturschutz und darf nicht gesammelt werden.
Welchen Unterschied macht es, ob ich Enziantee oder Enzianschnaps trinke?
Beide nutzen die Bitterstoffeigenschaften des Enzians für die Verdauung. Enzianschnaps hat durch den Alkohol eine zusätzliche wärmende Wirkung, ist aber für viele Personengruppen (Kinder, Schwangere, Nüchternmägen) ungeeignet. Enziantee ist alkoholfrei und milder.
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