Tee ist nicht nur ein sehr beliebtes Getränk, er ist auch noch gesund. Dies liest und hört man immer wieder. Vor allem seit der Anteil der, zum Teil extrem übergewichtigen in der Bevölkerung steigt, wird immer wieder empfohlen, auf seine Ernährung und Gesundheit zu achten, Sport zu treiben statt diverser Softdrinks zum Beispiel lieber ungesüßten Tee zu trinken. Und wenn Tee so gesund ist, dann kann man doch auch sicher am Tag so viel trinken, wie man möchte, oder? Dies gilt zum Thema "Tee" leider nur eingeschränkt. Absolut uneingeschränkt und bedenkenlos kann man eigentlich nur Früchtetees trinken. Bei allen anderen Teearten sollte man es mit dem am Tag konsumierten Mengen Tee nicht übertreiben.Als erstes mag einem da sicher das Koffein in den Sinn kommen. Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen, die täglich empfohlene Trinkmenge von 1,5 bis 2 Liter zum größten Teil mit Kaffee zu bestreiten. Selbstverständlich sind auch die Auswirkungen des in Tee enthaltenen Koffeins nicht zu unterschätzen. Davon abgesehen sollten Personen mit einem empfindlichen Magen bei Teesorten mit hohem Anteil an Gerb- und Bitterstoffen Vorsicht walten lassen. Diese, zwar eigentlich gesunden Substanzen, könnten die empfindlichen Schleimhäute reizen und so zu Schmerzen oder gar Blutungen führen. Ganz besonders entscheidend sind die täglichen Aufnahmemengen allerdings in erster Linie bei den Kräutertees. Nicht umsonst werden die meisten von ihnen auch in Apotheken verkauft. Es ist besser, sie mehr als Medizin, oder zumindest Heilmittel zu sehen, denn als Getränk. So gut sie bei diversen Erkrankungen helfen können, eine Überdosierung ist trotzdem auf jeden Fall zu vermeiden. Zudem gibt es auch bestimmte Personengruppen, die ihren Konsum bei einigen Teesorten zumindest ganz genau im Auge haben sollten. Schwangere beispielsweise könnten nicht nur mit zu viel Koffein sich und ihrem Baby schaden. Himbeerblätter, Zimt und Nelken etwa können möglicherweise Wehenfördernd wirken. In einem Stadium der Schwangerschaft, kurze Zeit vor dem Geburtstermin oder sogar bereits danach, mag dies ein gewünschter Effekt sein und man kann solche Tees gerne mit der Absicht trinken, die Geburt damit in Gang zu bringen. Gewisse Zeit vor Ende der Schwangerschaft allerdings, könnte solch ein Genuss fatale Folgen haben. Und auch während der Stillzeit sollte man noch vorsichtig bei der Wahl seines Tees sein. Pfefferminze und Salbei können etwa den Milchfluss hemmen, Kümmel, Fenchel und Anis dagegen, regen ihn an. Bei Kindern sollte man vorher auch überlegen, ob der jeweilige Tee tatsächlich altersgerecht ist. Sicher ist es schön, wenn auch Kinder bereits an die wundervollen Geschmäcker und Aromen der Teewelt herangeführt werden. Allerdings sollte man auch hier wieder den Koffeingehalt im Auge behalten und auch die Wirkungen einiger Kräutertees sollte man bedenken.

Fazit

Hier mag sicher der Ausspruch "Die Dosis macht das Gift!" gelten. Egal wie gesund im eigentlichen Sinne, ein zu viel ist niemals gut. Selbst Vitamin C ist in extrem hohen Konzentrationen tödlich, Blei dagegen ist in ganz geringen Mengen für einen gesunden Organismus unverzichtbar. Wie bei fast allem, ausser Wasser, so sollte man es also auch beim Tee nicht übertreiben. Und zugegeben, eigentlich schmeckt die Lieblingssorte doch genau dann am besten, wenn sie etwas ganz Besonderes ist, in Ruhe und ganz bewusst genossen. Selbst der beste Tee, wäre er jederzeit und jeden Orts unbegrenzt verfügbar, würde schon bald nicht mehr so gut schmecken. Die "gute Tasse Tee" würde ihren Zauber verlieren und wäre nicht mehr in der Lage eine herrliche Ausnahme im Alltag zu sein, ein Highlight, auf das man sich schon lange vorher freut. Sollte man sich, gerade in Bezug auf Kräutertees, unsicher sein, welchen Tee und vor allem wie viel man davon trinken soll oder kann, frägt man im Idealfall bei einem Apotheker oder auch einem Arzt nach. Entscheidend kann nämlich nicht nur die tägliche Menge sind, sondern auch der Zeitraum, über den eine bestimmte Teesorte regelmäßig getrunken wird.Bildnachweis: Tee in unbegrenzten Mengen? © Africa Studio - Fotolia.com

Warum selbst gesunde Dinge in Maßen sein müssen

Das Konzept des „Hormesis" – dass kleine Mengen einer Substanz beneficial sind, größere Mengen aber schädlich – gilt auch für Tee. Die Bestandteile, die Tee gesund machen, können in übermäßigen Mengen Probleme verursachen. Catechine (besonders EGCG in Grüntee) hemmen in Laborstudien bei niedrigen Dosen Tumorzellen; in sehr hohen Dosen sind sie potenziell hepatotoxisch (leberschädigend). Fallberichte von Leberschäden durch Grüntee-Extrakte in Nahrungsergänzungsmitteln (sehr hohe Konzentration) sind dokumentiert. Bei normalem Teekonsum (Aufgüsse, kein Extrakt) ist dieses Risiko nicht relevant, aber es illustriert das Prinzip.

Koffein ist der naheliegendste Grund für Maß beim Teetrinken. Schwarztee enthält 40–70 mg Koffein pro Tasse; Grüntee 20–45 mg; Matcha bis zu 70–80 mg. Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) empfiehlt, täglich nicht mehr als 400 mg Koffein zu konsumieren (für Schwangere 200 mg). Wer 8–10 starke Tassen Schwarztee täglich trinkt, nähert sich dieser Grenze. Symptome von Koffein-Überdosierung: Herzrasen, Schlafstörungen, Nervosität, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen bei Entzug.

Spezifische Risiken bei hohem Teekonsum

Neben Koffein gibt es weitere Inhaltsstoffe, die bei exzessivem Konsum relevant werden. Fluorid: Teeblätter, besonders ältere Blätter, akkumulieren natürlich Fluorid aus dem Boden. Sehr hoher Teekonsum (10+ Tassen täglich, jahrzehntelang) kann zu Fluorose führen – einer Überfluoridierung, die Knochen und Zähne schädigt. Dies ist in Regionen mit bereits hohem Fluoridgehalt im Trinkwasser relevant. Oxalate: Tee enthält Oxalsäure, die bei genetisch prädisponierten Menschen zur Oxalatstein-Bildung in den Nieren beitragen kann. Menschen mit bekannter Nierensteinkrankheit (Oxalatsteine) sollten Teemengen begrenzen. Tannine: Gerbstoffe im Tee binden Eisen und hemmen die Eisenabsorption. Menschen mit Eisenmangelanämie sollten Tee nicht zu oder unmittelbar nach eisenreichen Mahlzeiten trinken.

FAQ: Tee in unbegrenzten Mengen trinken?

Wie viele Tassen Tee täglich sind optimal? Die meisten gesundheitlichen Vorteile von Tee werden in Studien bei 2–5 Tassen täglich beobachtet. Darüber steigen die Vorteile kaum noch; die Risiken (Koffein, Fluorid, Oxalate) nehmen zu. Für Kräutertees (koffeinfrei) ist die Grenze weniger streng, aber auch hier sollte man nicht täglich literweise ein und denselben Kräutertee trinken.

Kann man eine Teesucht entwickeln? Eine echte pharmakologische Abhängigkeit wie bei harten Drogen entsteht nicht. Aber eine Koffeinabhängigkeit ist durchaus möglich: regelmäßige Teetrinker erleben bei abruptem Stopp Kopfschmerzen, Müdigkeit und Reizbarkeit – klassische Koffeinentzugsymptome, die 1–5 Tage andauern. Dies ist mild und gut handhabbar; schrittweise Reduktion ist angenehmer als abrupter Stopp.

Sind koffeinfreie Tees unbegrenzt trinkbar? Fast – koffeinfreier Tee (entkoffeinierter Tee) enthält noch kleine Mengen Koffein (1–5 mg), was vernachlässigbar ist. Kräutertees sind völlig koffeinfrei. Aber: Bestimmte Kräutertees (Wacholder, Baldrian, Senna) sollten nicht dauerhaft täglich getrunken werden, da sie spezifische Wirkstoffe enthalten, deren Langzeitkonsum in hohen Mengen problematisch sein kann.

Wie erkenne ich, dass ich zu viel Tee trinke? Zeichen von übermäßigem Teekonsum: Schlafprobleme (besonders wenn Tee nachmittags/abends getrunken wird), anhaltende Nervosität, Herzrasen, Zahnverfärbungen, Verdauungsbeschwerden oder Übelkeit. Wenn Symptome auftreten, Konsum reduzieren und bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt konsultieren.

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