Wer Tee gern unterwegs trinkt, kennt das Problem: Mit der Zeit setzen sich in der Thermoskanne Verfärbungen, Ablagerungen und hartnäckige Gerüche fest, besonders wenn einmal Kaffee darin war. Weil Isolierkannen weder in die Spülmaschine dürfen noch untergetaucht werden sollten, braucht es passende Methoden. Dieser Beitrag zeigt, mit welchen Hausmitteln Sie Gerüche und Reste lösen, ganz ohne aggressive Chemie.
Warum Thermoskannen schwer zu reinigen sind
Eine Thermoskanne, auch Isolierkanne genannt, besteht meist aus einem Glaskörper und einer Außenhülle aus Edelstahl oder Kunststoff. Zwischen beiden liegt eine Luftschicht, die für die isolierende Wirkung sorgt. Diese Außenhülle ist nicht wasserdicht — beim Untertauchen dringt Wasser ein und bleibt dauerhaft in der Kanne.
Im Inneren des Glaskörpers sammeln sich über die Nutzung farbige Ablagerungen, im schlimmsten Fall sogar Schimmel. Besonders unangenehm ist Kaffee: Wer danach Tee einfüllt, schmeckt den Kaffee oft trotz mehrfachem Ausspülen noch deutlich heraus. Genau diese Rückstände beeinträchtigen den Teegeschmack zusätzlich zur ohnehin nachlassenden Qualität beim Warmhalten, wie unser Beitrag über das richtige Warmhalten von Tee erläutert.
Was nicht funktioniert
Mechanische Reinigung scheidet meist aus: Der Hals der Kanne ist oft zu eng für Bürsten, und der empfindliche Glaskörper kann dabei schnell zerbrechen. Auch die Spülmaschine ist tabu, da Wasser in die Isolierschicht gelangen würde.
Aggressive chemische Reiniger sind ebenfalls keine gute Wahl, denn aus der Kanne werden anschließend wieder Getränke getrunken — Rückstände möchte niemand mitschlucken. Bleiben von den vier klassischen Reinigungsfaktoren Mechanik, Chemie, Zeit und Temperatur vor allem die beiden letzten übrig.
Hausmittel mit Zeit und Temperatur
Die einfachste Methode setzt genau auf Zeit und Temperatur: Geben Sie etwas Spülmittel in die Kanne, füllen Sie sie mit heißem Wasser auf — aber nicht bis ganz oben — und verschließen Sie sie. Kräftig schütteln und dann über Nacht oder bei Bedarf sogar mehrere Tage stehen lassen.
Bei hartnäckigen Fällen wiederholen Sie die Prozedur einfach mehrfach. Die lange Einwirkzeit löst auch eingetrocknete Ablagerungen, die sich sofort nicht entfernen lassen. Anschließend gründlich ausspülen, bis kein Spülmittel mehr in der Kanne ist.
Natron, Backpulver, Eierschalen und Reis
Statt Spülmittel eignen sich auch Natron oder Backpulver: ein bis zwei Teelöffel mit heißem Wasser in die Kanne geben und einwirken lassen. Sie lösen Gerüche und leichte Ablagerungen zuverlässig. Zerbröselte Eierschalen wirken zusammen mit etwas Wasser und Spülmittel wie ein mildes Scheuermittel.
Eine clevere Variante für enge Kannen ist ungekochter Reis: Eine Handvoll mit etwas Wasser und Spülmittel in die Kanne geben und kräftig schütteln. Die Körner erreichen auch schwer zugängliche Stellen am Boden und an den Wänden und lösen dort Beläge mechanisch, ohne den Glaskörper zu beschädigen.
Gegen hartnäckigen Belag und Schimmel
Bei sehr starkem Belag oder Schimmel hat sich ein einfacher Trick bewährt: Lösen Sie ein bis zwei Reinigungstabs für Zahnprothesen in heißem Wasser in der Kanne auf. Sobald das starke Sprudeln nachlässt, verschließen Sie die Kanne und lassen sie einwirken. Diese Methode ist sehr wirksam und entfernt selbst hartnäckigen Schimmelbefall.
Danach unbedingt mehrmals gründlich ausspülen, bevor wieder Getränke eingefüllt werden, damit keine Reste zurückbleiben. Gegen kalkartige Verfärbungen eignet sich alternativ verdünnter Essig oder Zitronensäure mit ausreichend Einwirkzeit. Ähnliche Hausmittel bewähren sich übrigens auch bei Teeverfärbungen in Tassen.
Vorbeugen und richtig aufbewahren
Am wenigsten Mühe macht eine Kanne, die gar nicht erst stark verschmutzt. Spülen Sie sie möglichst bald nach jedem Gebrauch aus, solange die Reste noch frisch sind — eingetrocknete Ablagerungen sind deutlich zäher. Reinigen Sie auch die Dichtung separat, denn dort setzen sich Gerüche besonders gern fest.
Zwischen den Anwendungen sollte die Kanne offen und gut getrocknet aufbewahrt werden. Verschlossen bildet sich durch Restfeuchte schnell ein muffiger Geruch. Eine trockene, offen gelagerte Kanne bleibt länger frisch und ist beim nächsten Mal sofort einsatzbereit — praktisch für alle, die Tee lieber kalt mitnehmen, wie im Beitrag über kalt aufgegossenen Tee beschrieben.
Häufige Fragen
Darf eine Thermoskanne in die Spülmaschine?
Nein. Bei den meisten Isolierkannen würde Wasser in die Luftschicht zwischen Glaskörper und Außenhülle dringen und die isolierende Wirkung zerstören. Reinigen Sie die Kanne immer von Hand mit Hausmitteln.
Wie entferne ich Gerüche aus einer Thermoskanne?
Geben Sie Spülmittel, Natron oder Backpulver mit heißem Wasser in die Kanne, schütteln Sie und lassen Sie alles über Nacht einwirken. Danach gründlich ausspülen. Bei Bedarf den Vorgang mehrfach wiederholen.
Wie entferne ich Kaffeegeruch aus der Kanne?
Hartnäckiger Kaffeegeruch löst sich am besten mit langer Einwirkzeit: heißes Wasser mit Spülmittel oder Natron über Nacht stehen lassen, gegebenenfalls mehrmals. Auch Gebissreiniger-Tabs sind sehr wirksam.
Kann ich Reis zum Reinigen verwenden?
Ja. Ungekochter Reis wirkt mit etwas Wasser und Spülmittel wie ein mildes Scheuermittel. Durch kräftiges Schütteln löst er Ablagerungen auch an engen, schwer erreichbaren Stellen, ohne den Glaskörper zu beschädigen.
Wie beuge ich Gerüchen und Belägen vor?
Spülen Sie die Kanne bald nach jedem Gebrauch aus, reinigen Sie die Dichtung separat und bewahren Sie die Kanne offen und gut getrocknet auf. So bildet sich erst gar kein muffiger Geruch.
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