Inhaltsstoffe
Im Volksmund ist das Heilkraut - Schöllkraut auch unter dem Namen "Warzenkraut" bekannt. Die gelb-weiße Pflanzenmilch wirkt frisch nämlich ganz wunderbar bei Warzen. Allerdings nur, solange diese noch relativ klein sind. Bei größeren Exemplaren sollte man doch lieber in der Apotheke nach einem geeigneten Mittel fragen oder zum Arzt gehen. Doch für den Tee ist das eher nicht von Bedeutung. Was diesen Punkt der Verwendung des Schöllkrauts betrifft, muss man sagen, dass das Schöllkraut auffallend hohe Konzentrationen der verschiedensten Alkaloide enthält. Mehr als 20 verschiedene wurden bereits aus dieser Pflanze isoliert. Üblicher Weise sind sie gleichmäßig in der ganzen Pflanze verteilt, im Herbst allerdings sammeln sie sich mehr und mehr in den Wurzeln. Diese werden dadurch sogar giftig. Besonders von Bedeutung, sind dabei beispielsweise Berberin, Chelidonin, Coptesin und Spartein. Diese Verbindungen schmecken zwar allesamt nicht besonders gut und sind in größeren Konzentrationen auch giftig, in den Mengen allerdings, in denen sie im Tee vorkommen, wirken sie entspannend und schmerzstillend und werden in der Medizin bei allen Formen von Gallen- und Leberleiden, Magen-Geschwüren und sogar bei Magen-Krebs angewandt. Auch Reizhusten und Bronchialasthma lassen sich mit Schöllkrauttee gut behandeln und therapieren.Anbaugebiete
Das Schöllkaut ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze, die bis zu 70 cm hoch werden kann. Sie liebt stickstoffreiche Böden und ist deshalb eigentlich fast immer in der Nähe von Menschen zu finden. Ursprünglich war dieses Kraut in den gemäßigten Zonen des Mittelmeerraums, Europas und Asiens zu Hause. Siedler nahmen es schließlich mit nach Nordamerika, so dass es inzwischen auch dort zu finden ist.Herstellung
Schöllkrauttee ist eine der wenigen Sorten, für die die ganze Pflanze verwendet wird. Ebenfalls untypisch ist wohl auch die Tatsache, dass kurz vor der Blüte geerntet wird. Normalerweise werden Blütenblätter gerne, oft sogar ausschließlich für Tee verarbeitet. Doch zu dieser Zeit des Vegetationszyklus sind Konzentration und Verteilung der Inhaltsstoffe ideal.Fazit
Auch, wenn sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt, bei Schöllkrauttee sind sich vermutlich alle einig. Doch in diesem Fall geht die Wirkung und Anwendung bei Krankheiten ganz eindeutig über Genuss. Jeder, der schon mal ein schmerzhaftes Magengeschwür hatte, wird wohl lieber regelmäßig bitteren Tee trinken, statt dauerhaft die Schmerzen zu ertragen. Und Linderung ist bei regelmäßigem Konsum über einen längeren Zeitraum quasi garantiert. Dafür kann man sicher etwas bitteren Geschmack in der Teetasse in Kauf nehmen. Bildnachweis: Schöllkrauttee © Dušan Zidar - Fotolia.comSchöllkrauttee zubereiten – Vorsichtige Anwendung bei heilkräftiger Pflanze
Schöllkraut (Chelidonium majus) ist eine der faszinierendsten und gleichzeitig heiklsten Heilpflanzen Europas. Die Pflanze fällt durch ihren orangefarbenen Milchsaft auf, der bei Kontakt mit der Haut hinterlassen wird und leicht brennt. Schöllkraut wächst bevorzugt an Mauern, Zäunen, in Gebüschen und auf Schuttplätzen. Es enthält eine Vielzahl von Alkaloiden, die sowohl heilsam als auch in hohen Dosen giftig sein können.
Schöllkrauttee wird aus den getrockneten, oberirdischen Teilen der Pflanze (Blätter, Stängel, Blüten) hergestellt. Die Zubereitung erfolgt als Kaltauszug oder kurzes Aufbrühen: Für einen schwachen Aufguss übergießen Sie 1 Teelöffel getrocknetes Schöllkraut mit 250 ml heißem Wasser und lassen diesen 5 bis 8 Minuten ziehen. Der Tee sollte dann vollständig abgeseiht werden.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Fruchtetee.
Wichtig: Schöllkrauttee darf nie eigenständig als Heilmittel für schwerwiegende Erkrankungen eingesetzt werden. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei maximal einer Tasse schwachen Tees. Bei Leber- oder Gallenerkrankungen ist eine ärztliche Begleitung unbedingt erforderlich. Schöllkraut ist nicht für Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren geeignet.
Heilwirkung und Anwendungsgebiete von Schöllkraut
Schöllkraut enthält über 20 verschiedene Alkaloide, darunter Chelidonin, Coptisine, Sanguinarin und Berberine. Diese Wirkstoffe machen Schöllkraut zu einer pharmakologisch interessanten Pflanze, die gleichzeitig sorgfältigen Umgang erfordert.
Das Hauptanwendungsgebiet von Schöllkraut in der pflanzlichen Medizin ist die Unterstützung bei Leber- und Gallenbeschwerden. Schöllkraut regt die Produktion von Gallenflüssigkeit an (choleretische Wirkung) und fördert den Gallenfluss (cholagoge Wirkung). Bei krampfartigen Beschwerden der Gallenwege und des Magen-Darm-Trakts wirkt Chelidonin krampflösend.
Äußerlich angewendet ist Schöllkraut vor allem als Mittel gegen Warzen bekannt. Der orangefarbene Milchsaft, direkt auf Warzen aufgetragen, kann diese durch seine ätzenden Eigenschaften zum Schrumpfen bringen. Diese Anwendung ist seit Jahrhunderten bekannt und hat eine wissenschaftliche Grundlage, auch wenn kontrollierte klinische Studien begrenzt sind.
Bei Reizdarmsyndrom und krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden kann Schöllkraut in niedriger Dosierung lindernd wirken. Die EMA hat Schöllkraut für die kurzzeitige Anwendung bei krampfartigen Verdauungsbeschwerden als traditional herbal medicine anerkannt.
Achtung vor Lebertoxizität: In hohen Dosen oder bei Daueranwendung kann Schöllkraut leberschädigend sein. Mehrere Fälle von Hepatitis (Leberentzündung) nach Einnahme von Schöllkrautpräparaten sind bekannt. Die Dosis macht das Gift – bei Schöllkraut gilt dieser Grundsatz ganz besonders.
Geschichte und Volksmedizin des Schöllkrauts
Schöllkraut hat eine jahrtausendealte Geschichte als Heilpflanze. Im antiken Griechenland und Rom wurde es bei Augenkrankheiten, Gelbsucht und Leberbeschwerden eingesetzt. Dioskurides beschrieb den orangefarbenen Pflanzensaft als Mittel gegen trübes Sehvermögen. Der Name „Chelidonium" stammt vom griechischen „chelidon" (Schwalbe) – eine Referenz auf den Volksglauben, dass Schwalben den Saft nutzten, um blind geborenen Jungen die Augen zu öffnen.
Im Mittelalter war Schöllkraut eine bedeutende Heilpflanze in der Volksmedizin. Paracelsus schrieb ihm umfangreiche Heilkräfte zu und nutzte es bei Leber-, Galle- und Hauterkrankungen. In der Volksmedizin galt Schöllkraut als Pflanze, die besonders wirksam in der Walpurgisnacht (Nacht vom 30. April auf den 1. Mai) gesammelt werden sollte, wenn die Heilkraft der Pflanzen besonders stark sei.
Der deutsche Name „Schöllkraut" hat möglicherweise seinen Ursprung im Wort „schölen" (schälen) – ein Hinweis auf die Wirkung des Milchsafts auf Warzen und rauhe Haut. Alternativ könnte der Name mit dem mittelhochdeutschen „schellen" (laut schallen) zusammenhängen, da die Pflanze in manchen Gegenden auch „Kuchenkraut" oder „Teufelsauge" genannt wird.
Häufige Fragen zu Schöllkrauttee (FAQ)
Ist Schöllkraut giftig?
In hohen Dosen ja. Die enthaltenen Alkaloide können bei Überdosierung lebertoxisch sein. Nur niedrige Dosierungen und kurzzeitige Anwendung sind sicher.
Hilft Schöllkraut gegen Warzen?
Der frische Milchsaft, direkt auf Warzen getropft, kann helfen. Diese äußerliche Anwendung ist traditionell belegt und wirksam, wenn auch kontrollierte Studien begrenzt sind.
Kann ich Schöllkraut bei Galle- und Leberproblemen trinken?
Nur in niedrigen Dosen und mit ärztlicher Begleitung. Bei bestehenden Lebererkrankungen ist besondere Vorsicht geboten.
Für wen ist Schöllkrauttee ungeeignet?
Für Schwangere, Stillende, Kinder unter 12 Jahren und Menschen mit Lebererkrankungen.
Wie erkenne ich Schöllkraut?
An seinen tief eingeschnittenen Blättern, den gelben Blüten und dem charakteristischen orangefarbenen Milchsaft, der beim Brechen der Stängel austritt.
Verwandte Artikel
Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:
- Fencheltee (Kräutertee)
- Nana Minze (Kräutertee)
- Eisenkraut Tee (Kräutertee)
- Lungenkraut-Tee (Kräutertee)
- Goldruten Tee (Kräutertee)
- Schwangerschaftstee - natürlicher Tee in der Schwangerschaft (Teeseiten)
- Abnehmen mit Mate-Tee: Funktioniert es wirklich? (Gesundheit)
- Indien - Land des Tees (Teeländer)