Traubensilberkerzen-Tee wird aus der getrockneten Wurzel der nordamerikanischen Traubensilberkerze (Actaea racemosa, früher Cimicifuga racemosa) gewonnen. Schon die Ureinwohner Nordamerikas schätzten die Pflanze als Heilkraut; traditionell wird sie vor allem bei Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden verwendet. Da der Tee nur in Maßen und zeitlich begrenzt getrunken werden sollte, lesen Sie hier neben Herkunft und Zubereitung auch die wichtigen Vorsichtshinweise.

Steckbrief
Pflanze/BasisTraubensilberkerze (Actaea racemosa / Cimicifuga racemosa)
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilherb-bitter, würzig, leicht erdig
Wassertemperatur100 °C (kochend)
Ziehzeitca. 15 Minuten, dann abseihen
Dosierung1-2 TL getrocknete Wurzel pro Tasse (250 ml)
Aufgüsse1 Aufguss; max. 1-3 Tassen pro Tag
Preisspanneca. 4-10 € pro 100 g

Herkunft: Heilpflanze aus Nordamerika

Die Heimat der Traubensilberkerze liegt in Nordamerika, wo die indigene Bevölkerung sie seit Jahrhunderten als Heilpflanze nutzte. Die Pflanze gehört zur Gattung Actaea (früher Cimicifuga racemosa) und wird bis zu zweieinhalb Meter hoch. Ihre kerzenförmigen, silbrig schimmernden Blütenstände sind ein auffälliger Anblick, auch wenn die Pflanze recht unangenehm riecht.

Als Standort bevorzugt die mehrjährige Staude Wälder und schattige Plätze; unterirdisch verzweigt sie stark und bildet rasch ein buschiges Gewächs. Im 19. Jahrhundert gelangte die Traubensilberkerze nach Europa, wo sie zunächst nur als Zierpflanze kultiviert wurde.

Inhaltsstoffe und traditionelle Verwendung

Die Wirkung der Traubensilberkerze wird verschiedenen Inhaltsstoffen zugeschrieben: Bitterstoffe, Isoflavone, Harze, Gerbstoffe, Glykoside, Salicylsäure und ätherisches Öl. Besonders die Isoflavone gelten als pflanzliche Stoffe mit östrogenartiger Aktivität.

Das Hauptanwendungsgebiet liegt traditionell bei Frauen: Die Wurzel wird vor allem bei Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden verwendet. Im Handel ist sie als Kapsel, Tinktur oder Tee erhältlich. Wichtig ist die Einordnung als traditionelles Mittel; gesicherte Heilversprechen lassen sich daraus nicht ableiten, und die Anwendung gehört bei Beschwerden in ärztliche Begleitung.

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Zubereitung und Dosierung

Für den Tee werden die getrockneten Wurzeln verwendet, genauer das Rhizom (Rhizoma Cimicifugae racemosae). Übergießen Sie ein bis zwei Teelöffel davon mit etwa 250 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Aufguss rund 15 Minuten ziehen, bevor Sie ihn abseihen.

Getrunken wird der eher herb-bittere Tee in kleinen Schlucken, üblicherweise nicht mehr als ein bis drei Tassen pro Tag. Wegen der östrogenartig wirksamen Inhaltsstoffe ist eine maßvolle Dosierung wichtig. Wer mildere Alternativen bei Frauenbeschwerden sucht, findet sie etwa in Frauenmanteltee oder Schafgarbentee.

Wichtige Vorsichtshinweise

Bei der Traubensilberkerze ist eine Daueranwendung zu vermeiden. Üblich ist, nach spätestens sechs Wochen eine Pause einzulegen, um eine Gewöhnung und unerwünschte Langzeitwirkungen zu verhindern. Im Zweifel sollte stets ärztlicher Rat eingeholt werden.

Historisch wurde die Pflanze nach ihrer Einführung in Europa oft zu hoch dosiert, meist als Tinktur oder Extrakt, was zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Übelkeit und Kopfschmerzen führte. Schwangere und Stillende sollten auf die Anwendung verzichten. Wer einen Selbstversuch erwägt, bespricht dies am besten mit Arzt oder Apotheker, der auch zu Wechselwirkungen beraten kann.

Geschmack und Kombination

Geschmacklich ist Traubensilberkerzen-Tee kein klassischer Genusstee: Der Wurzelaufguss schmeckt herb-bitter, würzig und leicht erdig. Diese Note stammt aus den Bitterstoffen und Harzen der Wurzel.

Um den Geschmack abzumildern, kann man den Tee mit milderen Kräutern kombinieren oder mit etwas Honig süßen. Da er primär als traditionelles Mittel und nicht zum reinen Genuss getrunken wird, steht hier ohnehin die maßvolle, zeitlich begrenzte Anwendung im Vordergrund.

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Botanik und Geschichte in Europa

Die Traubensilberkerze wurde von der indigenen Bevölkerung Nordamerikas zu unterschiedlichen Tageszeiten geerntet, weil man von schwankender Wirksamkeit ausging; tatsächlich können die Konzentrationen einzelner Inhaltsstoffe im Tagesverlauf variieren. Botanisch gehört sie zu den Hahnenfußgewächsen und bildet ihre namensgebenden, kerzenförmigen Blütenstände im Sommer.

Nach der Einführung im 19. Jahrhundert diente die Pflanze in Europa zunächst nur als Zierde im Garten. Erst später erinnerte man sich an ihre überlieferte Verwendung bei östrogenartig geprägten Beschwerden wie Regelschmerzen. Frühe Fehldosierungen sorgten jedoch dafür, dass die Heilpflanze rasch wieder in Vergessenheit geriet. Mit dem neuen Interesse an Naturheilkunde rückte sie wieder stärker in den Blick.

Lagerung und Bezug

Getrocknete Traubensilberkerzenwurzel beziehen Sie am besten in der Apotheke oder bei spezialisierten Kräuterhändlern, wo Qualität und korrekte Botanik gesichert sind. Achten Sie auf eine klare Bezeichnung als Rhizoma Cimicifugae racemosae.

Lagern Sie die getrocknete Wurzel luftdicht, trocken und dunkel; so bleibt sie etwa ein bis zwei Jahre verwendbar. Ein kühler Standort abseits von Feuchtigkeit und Fremdgerüchen verhindert, dass die Wurzel Aroma verliert oder Schimmel ansetzt.

Häufige Fragen

Woraus besteht Traubensilberkerzen-Tee?
Der Tee wird aus der getrockneten Wurzel beziehungsweise dem Rhizom der nordamerikanischen Traubensilberkerze (Actaea racemosa, früher Cimicifuga racemosa) zubereitet, nicht aus Blättern oder Blüten.

Wofür wird Traubensilberkerze traditionell verwendet?
Traditionell wird sie vor allem bei Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden verwendet. Verantwortlich gemacht werden östrogenartig wirksame Isoflavone. Bei Beschwerden gehört die Anwendung in ärztliche Begleitung.

Wie viel Traubensilberkerzen-Tee darf man trinken?
Üblich sind höchstens ein bis drei Tassen pro Tag. Nach spätestens sechs Wochen sollte eine Pause eingelegt werden, um Gewöhnung und unerwünschte Langzeitwirkungen zu vermeiden.

Wer sollte Traubensilberkerzen-Tee meiden?
In Schwangerschaft und Stillzeit ist von der Anwendung abzusehen. Auch sonst ist wegen der hormonähnlich wirksamen Inhaltsstoffe Rücksprache mit Arzt oder Apotheker ratsam, besonders bei bestehenden Erkrankungen.

Wie schmeckt der Tee?
Der Wurzelaufguss schmeckt herb-bitter, würzig und leicht erdig. Mit milderen Kräutern oder etwas Honig lässt sich der Geschmack abmildern, da er kein typischer Genusstee ist.

Quellen

  • Kommission E: Monographie Cimicifugae racemosae rhizoma (Traubensilberkerzenwurzelstock)
  • ESCOP Monographs: Cimicifugae rhizoma

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.