Wilder Yam Tee wird aus der Wurzel der Yamspflanze (Dioscorea) gewonnen, einer Kletterpflanze aus den Tropen, deren Knollen in Afrika, der Karibik und Südamerika ein wichtiges Grundnahrungsmittel sind. Bekannt ist die Wurzel vor allem für den Inhaltsstoff Diosgenin. Dieser Beitrag erklärt, was wirklich in der Pflanze steckt, wie Sie aus ihr eine Abkochung zubereiten und warum bei den vielen Versprechen Vorsicht angebracht ist.

Steckbrief
Pflanze/BasisWilder Yam (Dioscorea villosa und verwandte Arten), Yamswurzelgewächs
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilerdig, stärkehaltig-mild, leicht bitter
Wassertemperaturkalt angesetzt, dann aufgekocht (Abkochung)
Ziehzeit20-30 Minuten köcheln lassen
Dosierungca. 20 g getrocknete Wurzel auf 0,75 l Wasser
Aufgüsse1 (Abkochung, kein klassischer Aufguss)
Preisspanneca. 4-8 € pro 100 g getrocknete Wurzel

Herkunft und Botanik der Yamspflanze

Yams (Dioscorea) umfasst mehrere Hundert Arten, die ausschließlich in wärmeren Regionen der Erde wachsen. Es handelt sich um mehrjährige Kletterpflanzen, die bis zu drei Meter hoch werden. Die herzförmigen Blätter mit ihren stark ausgeprägten Blattnerven erinnern an Efeu. Eine Besonderheit sind die Blüten: Eine Pflanze trägt entweder männliche oder weibliche Blüten, nie beide zugleich.

Während die stärkereichen Knollen in Afrika, der Karibik und Teilen Südamerikas einen ähnlichen Stellenwert haben wie bei uns Kartoffeln oder Brot, wird für den Tee der Wilde Yam (vor allem Dioscorea villosa) verwendet. Er unterscheidet sich von den reinen Speisesorten und stammt traditionell aus Nord- und Mittelamerika.

Inhaltsstoffe und Diosgenin

Charakteristisch für Wilden Yam ist das Saponin Diosgenin, ein pflanzlicher Steroid-Baustein. Hinzu kommen weitere Saponine, Oxalat, Stärke, Proteine sowie Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Kupfer und Mangan. Diosgenin diente und dient der pharmazeutischen Industrie als Ausgangsstoff für die Synthese von Steroidhormonen im Labor.

Wichtig ist eine verbreitete Fehlannahme: Der menschliche Körper kann Diosgenin nicht selbst in Progesteron oder andere Hormone umwandeln — diese Umwandlung gelingt nur in chemischen Verfahren. Werbeaussagen, die Wildem Yam eine direkte hormonelle Wirkung zuschreiben, sind daher kritisch zu sehen. Wer sich für Kräuter rund um Frauenthemen interessiert, findet im Beitrag über Traubensilberkerzen-Tee weitere Hintergründe.

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Traditionelle Verwendung und Studienlage

In der traditionellen Pflanzenkunde Nordamerikas wurde Wilder Yam unter anderem bei krampfartigen Beschwerden eingesetzt; im englischen Sprachraum trägt er den Beinamen colic root. Heute wird er traditionell bei Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden verwendet. Belastbare klinische Studien, die eine solche Wirkung beim Menschen eindeutig nachweisen, fehlen jedoch weitgehend.

Die vorliegenden Untersuchungen sind uneinheitlich und überwiegend vorläufig, sodass sich daraus keine gesicherten Aussagen ableiten lassen. Wilder Yam ist deshalb kein Heilmittel, sondern eine interessante exotische Pflanze, deren Versprechen man mit Augenmaß betrachten sollte. Verwandte traditionelle Frauenkräuter behandelt unser Beitrag über Frauenmantel-Tee.

Geschmack

Wilder Yam Tee schmeckt erdig und stärkehaltig-mild mit einer deutlich bitteren Note, die von den Saponinen stammt. Aromatisch erinnert er weniger an einen Blüten- oder Blatttee als an eine herbe Wurzelabkochung. Für viele ist der Geschmack gewöhnungsbedürftig.

Mildern lässt sich die Bitterkeit mit etwas Honig, einem Spritzer Zitrone oder durch Mischen mit aromatischeren Kräutern wie Ingwer oder Süßholz. Da die Wurzel ihre Stoffe langsam abgibt, ist der fertige Sud eher kräftig als zart.

Zubereitung als Abkochung

Anders als bei Blatttees reicht heißes Übergießen bei der harten Wurzel nicht aus — nötig ist eine Abkochung (Dekokt). Geben Sie etwa 20 Gramm getrocknete, klein geschnittene Wilder-Yam-Wurzel mit rund 0,75 Litern kaltem Wasser in einen Topf. Erhitzen Sie die Mischung bis zum Kochen und lassen Sie sie anschließend 20 bis 30 Minuten leise köcheln.

Am Ende sollte sich die Flüssigkeit auf etwa einen halben Liter reduziert haben. Abseihen und über den Tag verteilt in kleinen Portionen trinken. Bei uns ist Wilder Yam allerdings häufiger als fertiger Extrakt oder als Kapselpräparat erhältlich als in Wurzelform.

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Kauf, Vorsicht und Lagerung

Beim Kauf finden Sie Wilden Yam als getrocknete Wurzelstücke, als Pulver oder als Fertigpräparat. Achten Sie auf saubere, gleichmäßig hellbraune Stücke ohne muffigen Geruch und auf eine klare Herkunftsangabe. Wegen des Oxalatgehalts sollten Menschen mit Neigung zu Nierensteinen zurückhaltend sein.

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte man auf Wilden Yam verzichten; auch bei hormonabhängigen Erkrankungen und bei der Einnahme von Medikamenten ist vorab ärztlicher oder pharmazeutischer Rat sinnvoll. Getrocknete Wurzel lagern Sie trocken, luftdicht und dunkel; so bleibt sie über ein bis zwei Jahre verwendbar.

Häufige Fragen

Was ist Wilder Yam Tee?
Ein Aufguss beziehungsweise eine Abkochung aus der Wurzel der Yamspflanze (Dioscorea), einer tropischen Kletterpflanze. Verwendet wird vor allem die Art Dioscorea villosa, die sich von den essbaren Speise-Yams unterscheidet.

Wirkt Diosgenin im Yam wie ein Hormon?
Nein. Der Körper kann Diosgenin nicht selbst in Progesteron oder andere Hormone umwandeln; das gelingt nur in chemischen Laborverfahren. Werbeversprechen einer direkten hormonellen Wirkung sind daher kritisch zu sehen.

Was sagt die Forschung zu Wildem Yam?
Die vorliegenden Studien sind uneinheitlich und überwiegend vorläufig. Eindeutige Belege für eine Wirkung beim Menschen fehlen. Wilder Yam ist kein Heilmittel, sondern traditionell verwendete exotische Pflanze.

Wie bereitet man Wilder Yam Tee zu?
Als Abkochung: etwa 20 Gramm getrocknete Wurzel mit 0,75 Litern kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und 20 bis 30 Minuten köcheln lassen, bis rund ein halber Liter übrig bleibt. Dann abseihen.

Wer sollte Wilder Yam Tee meiden?
In Schwangerschaft und Stillzeit sollte man verzichten. Bei hormonabhängigen Erkrankungen, Nierensteinneigung oder Medikamenteneinnahme ist vorab ärztlicher oder pharmazeutischer Rat ratsam.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.