Qündel Tee wird aus dem Sand-Thymian (Thymus serpyllum) gewonnen, dem wilden Verwandten des Garten-Thymians, auch Feldthymian genannt. Der würzige, leicht herbe Aufguss enthält ätherische Öle mit Thymol und Carvacrol und wird traditionell bei Husten und Erkältungen verwendet. Hier erfahren Sie, woran Sie das Wildkraut erkennen, wie Sie es richtig dosieren und mit 100 °C heissem Wasser zubereiten und worauf Sie beim Sammeln achten sollten.

Steckbrief
Pflanze/BasisSand-Thymian / Qündel (Thymus serpyllum), oberirdisches Kraut
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilwürzig-aromatisch, milder als Garten-Thymian, leicht herb
Wassertemperaturca. 100 °C (sprudelnd kochend)
Ziehzeit5-10 Minuten, abgedeckt
Dosierung1 TL (ca. 1,5-2 g) getrocknetes Kraut pro Tasse (250 ml)
SammelzeitMai bis September, zur Blüte
Preisspanneca. 3-5 € pro 100 g; Wildsammlung kostenlos

Was Qündel ist und wo er wächst

Qündel ist der volkstümliche Name für den Sand-Thymian (Thymus serpyllum), einen niedrigen Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler. Anders als der aufrecht wachsende Garten-Thymian bildet der Qündel dichte, kriechende Teppiche und wird selten höher als 10 Zentimeter. Im Sommer überzieht er trockene Standorte mit kleinen, leuchtend violetten Blütenpolstern.

Er bevorzugt sonnige, magere und durchlässige Böden: Magerwiesen, sandige Hangkanten, Böschungen und Felsspalten. Verbreitet ist er in den gemässigten Zonen Europas und Asiens, mit Schwerpunkt im Mittelmeerraum. Schon Hildegard von Bingen beschrieb das Kraut. Wegen seiner Verwandtschaft lohnt der Vergleich mit dem kultivierten Thymiantee, der kräftiger im Aroma ausfällt.

Inhaltsstoffe und traditionelle Anwendung

Das ätherische Öl des Qündels enthält vor allem Thymol und Carvacrol, daneben die frischen Komponenten Geraniol, Linalool und Citronellol. Hinzu kommen Gerbstoffe, Flavonoide und Bitterstoffe. Thymol belegt die enge Verwandtschaft zum Garten-Thymian, fällt beim Qündel aber meist niedriger aus, weshalb das Wildkraut milder schmeckt und wirkt.

Das Kraut ist als Serpylli herba Gegenstand einer Monographie der Kommission E. Traditionell wird der Aufguss bei Husten, Bronchialkatarrh und Erkältungsbeschwerden verwendet, da die ätherischen Öle als schleimlösend und reizmildernd gelten. Qündel Tee ist kein Heilmittel; bei länger anhaltendem Husten gehört die Ursache ärztlich abgeklärt. Als geschmackliche Alternative in der Erkältungszeit dient auch der Spitzwegerich.

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Geschmack und Aroma

Qündel Tee schmeckt würzig-aromatisch und erinnert deutlich an Thymian, bleibt jedoch sanfter und weniger scharf. Eine leichte Herbe und ein frischer, fast zitroniger Unterton runden das Profil ab. Die Tassenfarbe ist hellgelb bis goldgelb.

Das Kraut harmoniert gut mit anderen Kräutern: Eine Prise Fenchel oder ein Stück frischer Ingwer verstärken die Würze, etwas Honig mildert die Herbe. Wer den Tee zur Erkältungszeit trinkt, kann ihn auch in eine selbst gemischte Erkältungstee-Mischung einbinden.

Zubereitung Schritt für Schritt

1. Geben Sie einen Teelöffel (etwa 1,5 bis 2 g) getrocknetes Qündelkraut pro Tasse in ein Sieb. 2. Übergiessen Sie es mit rund 250 ml sprudelnd kochendem Wasser von etwa 100 °C. 3. Decken Sie die Tasse ab, damit das ätherische Öl nicht mit dem Dampf entweicht. 4. Lassen Sie den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen. 5. Seihen Sie ab und trinken Sie ihn in kleinen Schlucken, bei Husten warm und ungesüsst oder mit etwas Honig.

Alternativ können Sie den heissen Aufguss zum Inhalieren nutzen: Beugen Sie sich über die dampfende Schale und atmen Sie die ätherischen Dämpfe vorsichtig ein. Frisches Kraut funktioniert ebenso, hier nehmen Sie etwa die doppelte Menge, da es noch viel Wasser enthält.

Qündel selbst sammeln und trocknen

Wer das Kraut sicher bestimmen kann, sammelt es von Mai bis September zur Blütezeit, idealerweise am späten Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Schneiden Sie nur die oberen, blühenden Triebe und ernten Sie ausschliesslich an sauberen Standorten abseits von Strassen und Äckern. Da der Qündel violette Polster und einen kräftig würzigen Duft hat, ist er gut zu erkennen; im Zweifel hilft eine Bestimmungshilfe.

Zum Trocknen binden Sie kleine Bündel und hängen sie kopfüber an einen luftigen, schattigen Ort, oder breiten das Kraut locker auf einem Tuch aus. Nach etwa ein bis zwei Wochen ist es durchgetrocknet und lässt sich grob zerkleinern. So angelegt, hält sich der Vorrat in einer luftdichten, dunklen Dose über 12 bis 18 Monate aromatisch.

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Wer vorsichtig sein sollte

Qündel gilt in den üblichen Teemengen als gut verträglich. Vorsicht ist dennoch geboten: In der Schwangerschaft und Stillzeit sollten grössere Mengen gemieden werden, da die ätherischen Öle wehenfördernd wirken können und Sicherheitsdaten begrenzt sind. Menschen mit bekannter Allergie gegen Lippenblütler reagieren mitunter empfindlich.

Wegen des Thymolgehalts sollte der Tee nicht über Wochen in grossen Mengen getrunken werden. Für Kleinkinder eignen sich thymianhaltige Aufgüsse nur nach ärztlicher Rücksprache. Ein bis drei Tassen täglich über wenige Tage hinweg gelten bei Erwachsenen als unproblematisch.

Häufige Fragen

Ist Qündel dasselbe wie Thymian?
Qündel ist der wilde, kriechende Verwandte des Garten-Thymians und wird auch Sand- oder Feldthymian genannt. Botanisch ist es eine eigene Art, Thymus serpyllum, mit milderem Aroma und etwas geringerem Thymolgehalt.

Wofür wird Qündel Tee traditionell verwendet?
Wegen der ätherischen Öle mit Thymol und Carvacrol wird der Aufguss traditionell bei Husten, Bronchialkatarrh und Erkältungsbeschwerden verwendet. Ein Heilmittel ist er nicht; bei anhaltenden Beschwerden gehört die Ursache ärztlich geklärt.

Wie schmeckt Qündel Tee?
Würzig-aromatisch mit einem deutlichen Thymian-Charakter, dabei aber milder und sanfter. Eine leichte Herbe und ein frischer, fast zitroniger Unterton runden den Geschmack ab.

Wann und wie sammelt man Qündel?
Von Mai bis September zur Blütezeit, an sauberen, sonnigen Standorten abseits von Strassen. Man erntet nur die oberen blühenden Triebe und trocknet sie schattig in kleinen Bündeln.

Darf man Qündel Tee in der Schwangerschaft trinken?
Grössere Mengen sollten in Schwangerschaft und Stillzeit gemieden werden, da die ätherischen Öle wehenfördernd wirken können. Im Zweifel klären Sie die Anwendung ärztlich ab.

Quellen

  • Kommission E: Monographie Serpylli herba (Qündelkraut)
  • Kommission E: Monographie Thymi herba (Thymiankraut)

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.