Sonnenhut-Tee wird aus dem Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) gewonnen, einem auffälligen Korbblütler aus Nordamerika. Echinacea ist als pflanzliches Mittel in der Erkältungszeit bekannt, seine Wirksamkeit gilt jedoch als wissenschaftlich umstritten. Der Aufguss schmeckt mild und leicht kräutrig. Hier lesen Sie, was in der Pflanze steckt, wie die Studienlage aussieht und worauf Sie bei Allergien achten sollten.

Steckbrief
Pflanze/BasisPurpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), Korbblütler
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilmild, leicht kräutrig, dezent herb
Wassertemperatur100 °C (kochend)
Ziehzeit5-10 Minuten, zugedeckt
Dosierung1-2 TL Kraut oder Wurzel pro Tasse
Aufgüsse1
Preisspanneca. 4-9 € pro 100 g

Die Pflanze: Echinacea aus Nordamerika

Der Purpur-Sonnenhut gehört zur Familie der Korbblütler und stammt ursprünglich aus den Prärien Nordamerikas, wo es bis heute große Wildbestände gibt. Indigene Völker nutzten die Pflanze seit Langem, von dort gelangte sie nach Europa. Neben Echinacea purpurea werden auch der Schmalblättrige Sonnenhut (Echinacea angustifolia) und der Blasse Sonnenhut (Echinacea pallida) genutzt, die sich in Wirkstoffprofil und Blütenform leicht unterscheiden.

Auffällig sind die leuchtend purpurnen Blütenblätter rund um einen stacheligen Blütenkegel — der Name Echinacea leitet sich vom griechischen Wort für Igel ab. Die Pflanze kann bis zu 140 cm hoch werden und blüht über viele Wochen im Hochsommer. Sie ist zugleich eine beliebte, insektenfreundliche Gartenstaude, deren Samenstände im Winter Vögeln Nahrung bieten.

Inhaltsstoffe und traditionelle Verwendung

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen Echinacosid, Polysaccharide und ätherische Öle. Die meisten dieser Wirkstoffe stecken in der Wurzel, weshalb für Tee oft ein gewisser Wurzelanteil empfohlen wird. Traditionell wird Echinacea bei beginnenden Erkältungen verwendet.

Interessant ist ein Detail aus dem Anbau: Pflanzen, die in voller Sonne wachsen, weisen höhere Wirkstoffgehalte auf als solche aus schattigen Lagen. Ergänzend zu einem klassischen Erkältungstee wird Sonnenhut deshalb gern als Bestandteil von Mischungen eingesetzt.

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Studienlage: umstrittene Wirkung

Die Wirksamkeit von Echinacea ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Studien kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen, und die Kommission E hat nur Zubereitungen aus bestimmten Pflanzenteilen positiv bewertet. Belastbare Beweise für einen schützenden Effekt gegen Erkältungen fehlen.

Für den Tee selbst gilt: Er ist ein Genussgetränk und kein Heilmittel. Wer ihn trinkt, geht im schlimmsten Fall das Risiko ein, ein unwirksames Mittel zu sich zu nehmen — anders als bei den konzentrierteren Frischpflanzen-Presssäften, bei denen Überdosierungen kritischer sind.

Geschmack und verwendete Pflanzenteile

Sonnenhut-Tee schmeckt mild und dezent kräutrig mit einer leicht herben Note. Für den Aufguss lassen sich Blüten, Blätter und Wurzel verwenden; die Wurzel ist am wirkstoffreichsten, schmeckt aber kräftiger und etwas würziger.

Wegen seines zurückhaltenden Aromas lässt sich Sonnenhut gut mit anderen Erkältungskräutern kombinieren. Mit Holunderblüten oder Thymian entsteht eine aromatischere, rundere Mischung.

Zubereitung

Für eine Tasse (250 ml) übergießen Sie ein bis zwei Teelöffel des getrockneten Krauts oder der zerkleinerten Wurzel mit kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee fünf bis zehn Minuten zugedeckt ziehen, damit sich die Inhaltsstoffe lösen; bei Wurzelware darf es etwas länger sein. Das Abdecken hält die flüchtigen ätherischen Öle im Aufguss.

Mehr als zwei bis drei Tassen täglich sind nicht zu empfehlen, und eine dauerhafte Anwendung über viele Wochen sollte vermieden werden — Fachgesellschaften raten häufig zu Anwendungszeiträumen von höchstens ein bis zwei Wochen am Stück. Bei anhaltenden Beschwerden ist ärztlicher Rat sinnvoller als die Selbstbehandlung mit Tee.

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Vorsicht bei Allergien und besondere Hinweise

Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten auf alle Echinacea-Produkte verzichten, auch auf den Tee — das Risiko einer allergischen Reaktion ist hier deutlich höher als ein möglicher Nutzen. Auch bei Autoimmunerkrankungen wird von einer Anwendung abgeraten.

Schwangere, Stillende und Kinder sollten vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Wie bei anderen Heilkräutern, etwa beim Salbeitee, steht ein maßvoller, informierter Umgang an erster Stelle.

Anbau und Kauf

Im Garten ist der Sonnenhut robust und pflegeleicht; er bevorzugt sonnige, nährstoffreiche Standorte und blüht den ganzen Sommer. Aus eigenen Pflanzen lassen sich Blüten und Wurzeln für Tee gewinnen.

Im Handel kostet getrocknetes Sonnenhutkraut etwa 4 bis 9 Euro pro 100 g. Achten Sie auf einen erkennbaren Wurzelanteil, gleichmäßige Farbe und Bio-Qualität ohne Rückstände. Gut verschlossen, dunkel und trocken gelagert, bleibt das Kraut rund 12 bis 18 Monate aromatisch.

Häufige Fragen

Wofür wird Sonnenhut-Tee verwendet?
Traditionell wird Echinacea bei beginnenden Erkältungen genutzt. Der Tee ist ein Genussgetränk und kein Heilmittel; die wichtigsten Wirkstoffe stecken in der Wurzel.

Hilft Sonnenhut-Tee bei Erkältungen?
Die Wirksamkeit von Echinacea ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Studien sind widersprüchlich, belastbare Beweise für einen schützenden Effekt fehlen.

Wer sollte Sonnenhut-Tee meiden?
Menschen mit Korbblütler-Allergie sollten alle Echinacea-Produkte meiden. Auch bei Autoimmunerkrankungen wird abgeraten; Schwangere, Stillende und Kinder sollten ärztlichen Rat einholen.

Welcher Teil des Sonnenhuts wird für Tee genutzt?
Blüten, Blätter und Wurzel sind nutzbar. Die Wurzel ist am wirkstoffreichsten und schmeckt würziger, weshalb für Tee oft ein gewisser Wurzelanteil empfohlen wird.

Wie bereitet man Sonnenhut-Tee zu?
Ein bis zwei Teelöffel Kraut oder zerkleinerte Wurzel mit kochendem Wasser übergießen und fünf bis zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Mehr als zwei bis drei Tassen täglich sind nicht zu empfehlen.

Quellen

  • Kommission E: Monographie Echinaceae purpureae herba (Purpursonnenhutkraut)

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.