Inhaltsstoffe
Zu den bedeutendsten Inhaltsstoffen gehört selbstverständlich das Echinacinosid. Polysaccharide und ätherische Öle vervollständigen die wirksamen Substanzen und führen dazu, dass Sonnenhut nicht nur bakterien- und entzündungshemmend sondern auch schleimlösend wirkt. Auch Husten wird gelindert, trotz allem werden die Schleimhäute geschont und nicht, wie leider allzu oft, noch zusätzlich gereizt. So hilft Sonnenhut bzw. Echinacea auch bei Halsschmerzen und sogar bei Mandelentzündungen. Aber auch bei einer Erkältung, einer Infektion oder bei schwer heilenden Wunden als Tinktur oder Salbe kann diese Heilpflanze eingesetzt werden.Anbaugebiete
Die ursprüngliche Heimat vom Sonnenhut-Kraut liegt in Nordamerika. Bis heute gibt es dort große Wildbestände. Dabei können die Pflanzen bis zu 140cm hoch wachsen und sind zur Blütezeit bereits von weitem an ihrer strahlenden, purpurnen Farbe zu erkennen. Inzwischen gibt es dank seiner positiven Wirkung auf das menschliche Immunsystem und der breiten Verwendung in der Medizin auch zahlreiche landwirtschaftliche Kulturen. Der Bedarf an Sonnenhut wächst, da der Tee längst nicht die einzige Nutzungsart dieses Naturheilmittels ist. Bei der Standortwahl gilt es unbedingt zu beachten, dass Sonnenhutpflanzen, die in der direkten Sonne wachsen konnten, tatsächlich eine höhere Wirksamkeit besitzen, als diejenigen, die zumindest zeitweise Schatten ausgesetzt waren.Herstellung
Die meisten wirksamen Inhaltsstoffe des Sonnenhuts sind in der Wurzel der Pflanze enthalten. Zwar kann man jederzeit auch die Blüten oder übrige Pflanzenteile für den Tee verwenden, es ist aber durchaus sinnvoll, wenn immer auch noch ein gewisser Anteil an Wurzeln enthalten ist. Ansonsten gelten die üblichen Regeln, wie bei allen anderen Kräutertees auch. Die entsprechenden Pflanzenteile sollten zerkleinert und, wenn man sie länger aufbewahren möchte, sorgfältig getrocknet und schliesslich mit kochendem Wasser übergossen werden.Fazit
Eindeutig wissenschaftlich belegt ist die Wirksamkeit des Sonnenhuts bis heute nicht. Während der größte Teil der Bevölkerung dabei schlimmstenfalls das Risiko eingeht, ein unwirksames Mittel bzw. einen unwirksamen Kräutertee zu sich zu nehmen, sollten Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler auf jeden Fall auf sämtliche Echinacea-Produkte verzichten. Selbstverständlich auch auf den Tee. Das Risiko einer allergischen Reaktion ist dabei um ein Vielfaches höher, als die zu erwartende Wirksamkeit. Für alle anderen aber gilt, dass wohl jeder selbst über die Wirkung des Sonnenhut Tees entscheiden muss, bis die Wissenschaft eindeutige Studien liefern kann. Und im Grunde genommen ist es eigentlich auch nur zweitrangig, ob der Tee nun tatsächlich wegen seiner Inhaltsstoffe dazu beiträgt, dass man sich besser fühlt, oder ob es einfach nur ein individuelles Empfinden ist. Das Ergebnis zählt.Bildnachweis: Sonnenhut-Tee© Heike Rau - Fotolia.comSonnenhuttee (Echinacea) zubereiten – Immunbooster aus der Natur
Sonnenhut (Echinacea purpurea, Echinacea angustifolia, Echinacea pallida) ist eine der weltweit meistverkauften Heilpflanzen und in der naturheilkundlichen Praxis besonders geschätzt für seine immunstärkenden Eigenschaften. Die imposanten rosa-violetten Blüten mit dem stacheligen Mittelkegel sind im Sommer ein Hingucker in Gärten und Naturwiesen. Für Sonnenhuttee werden Wurzeln, Blätter und Blüten verwendet.
Für Echinacea-Tee aus Blüten und Blättern übergießen Sie 1 bis 2 Teelöffel getrockneter Pflanzenteile mit 250 ml kochendem Wasser und lassen 10 Minuten ziehen. Für Wurzeltee wird ein Dekokt empfohlen: Wurzeln 10 bis 15 Minuten köcheln lassen, dann abseihen. Sonnenhuttee hat einen leicht säuerlichen, kräutrigen Geschmack mit einem charakteristischen kribbelnden Effekt auf der Zunge – durch die enthaltenen Alkamide, die für die immunstimulierende Wirkung mitverantwortlich sind.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Für die Immunstärkung werden 2 bis 3 Tassen täglich über maximal 8 Wochen empfohlen, dann eine Pause von mindestens 4 Wochen. Bei akuter Erkältung beginnen sofort bei ersten Anzeichen mit dem Tee.
Heilwirkung von Echinacea – Immunstimulation wissenschaftlich belegt
Echinacea ist eine der wissenschaftlich am besten erforschten Heilpflanzen der Welt. Die wichtigsten Wirkstoffgruppen sind: Alkamide, Polysaccharide (Heteroglykane), Caffeinsäurederivate (besonders Echinacoside und Chicorsäure) und Glykoproteine. Zusammen stimulieren diese Stoffe das Immunsystem auf mehreren Wegen.
Alkamide in Echinacea aktivieren spezifische CB2-Cannabinoid-Rezeptoren des Immunsystems, was zu einer verstärkten Aktivität von Makrophagen und T-Zellen führt. Polysaccharide aktivieren weitere Immunzellen und stimulieren die Produktion von Zytokinen (Immunbotenstoffen). Diese kombinierte Immunstimulation hilft dem Körper, Infektionen schneller abzuwehren.
Zahlreiche klinische Studien (Meta-Analysen umfassen über 3000 Patienten) zeigen, dass Echinacea-Extrakte die Dauer und Schwere von Erkältungsinfektionen signifikant reduzieren können. Die Erkältungsdauer kann um durchschnittlich 1,4 Tage verkürzt werden. Die Wirkung ist am größten, wenn die Einnahme bei ersten Erkältungszeichen beginnt.
Wichtig: Echinacea sollte nicht dauerhaft und nicht bei Autoimmunerkrankungen eingenommen werden, da eine dauernde Immunstimulation möglicherweise Autoimmunreaktionen verstärken könnte. Die empfohlene Kur-Dauer ist 8 Wochen mit anschließender Pause.
Geschichte und Herkunft des Sonnenhuts
Echinacea stammt aus Nordamerika, wo die Prärie-Indianer-Völker – insbesondere die Sioux und die Lakota – die Pflanze seit Jahrhunderten als Heilmittel verwendeten. Sie war eines der meistverwendeten Heilmittel in der indianischen Volksmedizin und wurde bei Schlangenbissen, Infektionen, Zahnschmerzen und allgemeiner Schwäche eingesetzt.
Im 19. Jahrhundert entdeckten amerikanische Ärzte die Echinacea-Anwendungen der indianischen Völker und integrierten sie in die eklektische Medizin – ein damals verbreiteter medizinischer Ansatz, der traditionelle und naturheilkundliche Methoden integrierte. Echinacea wurde schnell eines der populärsten pflanzlichen Heilmittel in den USA.
In Deutschland wurde Echinacea durch den Apotheker Gerhard Madaus in den 1930er Jahren populär. Er importierte Echinaceapflanzen und begann mit ihrer Kultivierung. Sein Unternehmen legte den Grundstein für die heutige europäische Echinaceaindustrie. Deutschland ist heute einer der weltgrößten Produzenten und Verbraucher von Echinacea-Präparaten.
Häufige Fragen zu Sonnenhuttee (FAQ)
Welche Echinacea-Art ist wirksamer – Echinacea purpurea oder angustifolia?
Beide haben immunstimulierende Eigenschaften. E. purpurea ist wissenschaftlich am besten erforscht und kommerziell am häufigsten. E. angustifolia hat möglicherweise stärkere Alkamid-Konzentrationen.
Kann man Echinacea-Tee täglich als Vorbeugung trinken?
Maximal 8 Wochen am Stück. Dann mindestens 4 Wochen Pause einlegen, um den immunstimulierenden Effekt aufrechtzuerhalten.
Ist Echinacea bei Autoimmunerkrankungen sicher?
Bei Autoimmunerkrankungen wie Lupus, Rheumatoider Arthritis oder MS sollte Echinacea nicht eingenommen werden, da die Immunstimulation die Erkrankung verschlimmern könnte.
Wie erkenne ich echten Echinacea-Tee?
An dem typischen kribbelnden Gefühl auf der Zunge und dem leicht säuerlichen, kräutrigen Geschmack. Dieses Kribbeln kommt von den Alkamiden.
Kann Sonnenhuttee Erkältungen vollständig verhindern?
Nein, aber er kann das Risiko verringern und bei eingetretener Erkältung Dauer und Schwere reduzieren.
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