Der Name Mao Feng verrät schon einiges über diesen chinesischen Grüntee: "Mao" bedeutet haarig, "Feng" steht für spitz. Gemeint sind die feinen Härchen an den schmalen, spitzen Blattknospen. Der bekannteste Mao Feng stammt aus den Huangshan-Bergen in Anhui und zählt zu den berühmtesten Tees Chinas. Hier erfahren Sie, woher er kommt, warum er so jadegrün in der Tasse leuchtet und wie Sie ihn richtig zubereiten.

Steckbrief
Pflanze/BasisCamellia sinensis, chinesischer Grüntee aus Huang Shan
Koffeingehaltca. 20-40 mg pro Tasse (250 ml)
Geschmacksprofilzart, weich, leicht süßlich, fruchtig nach sonnengereiften Zitronen
Wassertemperatur75-80 °C, nicht kochend
Ziehzeit2-3 Minuten
Dosierungca. 2 g (1 TL) pro Tasse (250 ml)
Aufgüsse2-3 Aufgüsse
Preisspanneca. 8-20 € pro 100 g, je nach Pflückung und Lage

Herkunft aus den Gelben Bergen

Der original Mao Feng stammt aus den chinesischen Provinzen Anhui oder dem benachbarten Zhejiang, beide ganz im Osten Chinas. Der bekanntere kommt aus Anhui, genauer aus dem Kreis um die Stadt Huang Shan, die Gelben Berge. Als Qualitätsmerkmal trägt er im Handel meist den Namen Huang Shan Mao Feng.

Die Teegärten liegen in Höhenlagen von etwa 500 bis 800 Metern. Nebelmeere, hohe Luftfeuchtigkeit und kühle Temperaturen sorgen für ein langsames Wachstum und damit für besonders aromatische Blätter. Diese steilen, nebelverhangenen Gipfel inspirierten über Jahrhunderte Dichter und Maler, eine Landschaft, die der berühmten Heimat des Lung Ching in nichts nachsteht.

Die Bedeutung des Namens

"Mao" heißt haarig oder behaart, "Feng" bedeutet spitz. Der Name verweist auf die langen, schmalen und behaarten Blätter, an deren jungen Knospen feine, flaumige Härchen sitzen. Sie sind ein Zeichen für hochwertige, früh gepflückte Blätter und verleihen dem trockenen Tee ein leicht silbriges Schimmern.

Wegen seiner langen, schmalen Blätter wird diese Sorte in China auch "Engelshaar" genannt. Solche sprechenden Namen sind in der chinesischen Teewelt verbreitet und sagen oft schon viel über das Aussehen oder die Herkunft eines Tees aus, ähnlich wie beim verwandten Yuncui.

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Sorgfältige Frühjahrsernte

Der beste Erntezeitpunkt für Mao Feng ist das Frühjahr, und selbst dann werden nur die ganz jungen Triebe und zarten Knospen gepflückt. Diese frühe Ernte verlangt Erfahrung und ein gutes Gespür für den richtigen Moment, denn nur die feinsten Triebe ergeben jenen milden, ausgewogenen Geschmack, für den der Tee bekannt ist.

Abgesehen von Lage und Erntezeitpunkt gibt es im Herstellungsprozess keine großen Besonderheiten gegenüber anderen Grüntees: Die Blätter werden durch Hitze fixiert, um die Oxidation zu stoppen, dann gerollt und schonend getrocknet. Es sind also vor allem Höhe, Klima und die frühe, selektive Pflückung, die den Mao Feng zur eigenständigen Spezialität machen. Wer den Vergleich zu einem japanischen Grüntee sucht, findet ihn beim Criss Cross.

Geschmack und die jadegrüne Tasse

Wer Mao Feng zum ersten Mal probiert, wird vom intensiven Jadegrün in der Tasse überrascht sein. Der Geschmack ist sehr zart und weich, teilweise sogar süßlich, der Duft angenehm weich und fruchtig, mit einer Note von sonnengereiften Zitronen. Das alles erwartet man kaum, wenn man zuvor die dunkelgrünen, silbern schimmernden Trockenblätter gesehen hat.

An seinen Inhaltsstoffen liegt der Ruf des Mao Feng nicht: Wie andere Grüntees enthält er Catechine, etwas Koffein und L-Theanin, ohne dass eine Komponente besonders hervorsticht. Sein Reiz liegt in der Harmonie aus Sanftheit, klarer Frische und einem angenehm langen, harmonischen Nachklang, fast ohne Bitterkeit. Für ruhige, bewusste Momente eignet er sich ähnlich gut wie ein feiner Matcha.

Zubereitung Schritt für Schritt

Mao Feng verlangt Fingerspitzengefühl: 1. Etwa 2 g (einen Teelöffel) lose Blätter pro Tasse abmessen. 2. Wasser aufkochen und auf 75 bis 80 Grad abkühlen lassen, denn zu heißes Wasser überbrüht die zarten Blätter und macht den Tee bitter. 3. Die Blätter mit dem Wasser übergießen. 4. Zwei bis drei Minuten ziehen lassen. 5. Abseihen oder in einem hohen Glas ziehen lassen.

Im hohen Glas lässt sich beobachten, wie die feinen Blätter langsam aufsteigen und absinken, ein kleines Schauspiel, das zur Zubereitung gehört. Mao Feng lässt sich zwei- bis dreimal aufgießen und zeigt dabei mit jedem Aufguss neue Facetten. Eine kürzere Ziehzeit betont die Frische, eine etwas längere verstärkt den Körper. Wer die genaue Wassertemperatur erst lernen muss, findet Orientierung im Beitrag über das richtige Teewasser.

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Frische bewahren und richtig lagern

Mao Feng schmeckt am besten frisch. Wie alle Grüntees verliert er mit der Zeit an Aroma, weshalb die richtige Lagerung besonders wichtig ist. Kühl, trocken und gut verschlossen bleibt er länger frisch; eine luftdichte, lichtundurchlässige Dose schützt das feine Aroma vor Licht, Wärme und fremden Gerüchen.

Da grüner Tee empfindlich auf Oxidation reagiert, sollte man ihn innerhalb von sechs bis zwölf Monaten aufbrauchen und am besten in überschaubaren Mengen kaufen. Einer Legende nach soll ein Teebauer der Huang-Shan-Region einst auf die Idee zum Mao Feng gekommen sein und einen englischen Teehändler so begeistert haben, dass auch die Einheimischen neugierig wurden, seither gehört der Tee fest zur chinesischen Teekultur.

Häufige Fragen

Was bedeutet der Name Mao Feng?
"Mao" heißt haarig, "Feng" spitz. Der Name verweist auf die schmalen, spitzen und behaarten Blätter sowie die feinen Härchen an den jungen Knospen, ein Zeichen für früh gepflückte Qualität.

Woher stammt Mao Feng?
Der bekannteste Mao Feng stammt aus dem Kreis um die Stadt Huang Shan in der Provinz Anhui, oft als Huang Shan Mao Feng bezeichnet. Die Gärten liegen in 500 bis 800 Metern Höhe.

Mit welcher Temperatur bereite ich Mao Feng zu?
Verwenden Sie Wasser mit nur etwa 75 bis 80 Grad. Zu heißes Wasser überbrüht die zarten Blätter und macht den Tee bitter. Die Ziehzeit beträgt zwei bis drei Minuten.

Wie schmeckt Mao Feng?
Zart, weich und leicht süßlich, mit einem fruchtigen Duft nach sonnengereiften Zitronen. In der Tasse leuchtet er intensiv jadegrün und hat einen langen, fast bitterfreien Nachklang.

Kann ich Mao Feng mehrfach aufgießen?
Ja, er lässt sich zwei- bis dreimal aufgießen und zeigt dabei mit jedem Aufguss neue Geschmacksfacetten. Eine kürzere Ziehzeit betont die Frische, eine längere den Körper.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.