Der Mao Feng ist wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, wie häufig der Name eines Tees bereits einiges interessantes über dessen Eigenschaften aussagen kann. Übersetzt heißt "Mao" nämlich so viel wie "haarig" oder "behaart", "Feng" dagegen steht für "spitz". Und schon kann man sich vorstellen, dass der Mao Feng eine Sorte ist, deren Blätter zum einen recht spitz und zum anderen behaart sind. Wegen seiner langen, schmalen Blätter wird diese Teesorte in China allerdings häufig auch "Engelshaar" genannt. Doch das allein macht den Mao Feng sicher noch nicht zu einer Spezialität und zu einem der beliebtesten und auch besten Tees Chinas.

Inhaltsstoffe

An seinen Inhaltsstoffen jedenfalls liegt sein Erfolg ebenfalls nicht begründet. Zwar hat der Mao Feng durchaus eine förderliche Wirkung auf unser Immun- und Verdauungssystem, aber dies trifft auch auf andere Sorten grünen Tees zu. Es gibt dabei keine Komponente, die zum Mao Feng besonders erwähnt werden müsste.

Anbaugebiete

Der original Mao Feng stammt entweder aus der chinesischen Provinz Zheijiang oder aus der Nachbarprovinz Anhui. Beide liegen ganz im Osten von China, Zheijiang direkt am Meer, Anhui schließt sich westlich an. Dabei kommt der bekanntere Mao Feng aus Anhui, genauer gesagt aus dem Kreis um die Stadt Huang Shan. Um ihn unterscheiden zu können, trägt er im Handel meist, quasi als eine Art Qualitätsmerkmal, den Namen Huang Shan Mao Feng.

Herstellung

Die Teegärten für Mao Feng liegen in Gebirgsregionen in Höhenlagen von etwa 500 bis 800 Meter. Der beste Erntezeitpunkt ist das Frühjahr und selbst dann werden nur die ganz jungen Triebe geerntet. Dies reicht bereits aus um aus dem Mao Feng eine eigenständige Sorte zu machen. Denn abgesehen von der Lage und dem Zeitpunkt gibt es im Herstellungsprozess keine großen Besonderheiten oder Abweichungen im Vergleich zu anderen grünen Tees.

Fazit

Trifft man das erste Mal auf Mao Feng, wird man wohl besonders von dem intensiven Jadegrün in der Tasse überrascht sein. Zudem hat er einen sehr zarten und weichen, teilweise sogar süßlichen Geschmack, der Duft ist angenehm weich und fruchtig und erinnert an sonnengereifte Zitronen. All dies erwartet man keinesfalls, wenn man vor dem Aufguss die dunkelgrünen, silbern schimmernden Blätter gesehen hat. Angeblich wurde in der Region des Mao Feng schon immer in erster Linie grüner Tee für den Export produziert. Eines Tages soll einer der Teebauern die Idee für den Mao Feng Tee gehabt haben. Als er den Tee einem englischen Teehändler zur Verkostung gab, war dieser so begeistert, dass auch die Einheimischen neugierig wurden und seitdem lieben sie diese Sorte.Bildnachweis: Mao Feng - © sulupress - Fotolia.com

Mao Feng zubereiten: Der Gelbe-Berg-Tee in seiner vollen Pracht

Mao Feng – wörtlich „haariger Gipfel" – ist ein chinesischer Grüntee aus den Huangshan-Bergen (Gelbe Berge) in der Provinz Anhui und gilt als einer der zehn berühmtesten Tees Chinas. Die Zubereitung verlangt Fingerspitzengefühl: Wasser auf 75 bis 80 Grad Celsius abkühlen lassen – kein kochendes Wasser, da es die empfindlichen Knospen verbrennt. Pro 250 ml Wasser zwei bis drei Gramm Mao Feng verwenden. Die erste Ziehzeit beträgt 60 bis 90 Sekunden. Der erste Aufguss ist am frischesten und süßlichsten, weitere Aufgüsse offenbaren tiefere florale Noten.

Ideales Aufbrühgefäß für Mao Feng ist ein Glasbecher oder ein Gaiwan – so kann man das langsame Auffalten der charakteristischen, silber-behaarten Knospen beobachten, was zum Erlebnis des Tees dazugehört. Mao Feng kann zwei bis drei Mal aufgegossen werden. Die helle, goldgelbe bis grünliche Farbe des Aufgusses und der frische Duft nach frischem Gras, Kastanienblüten und einer leichten Süße machen die Zubereitung zum sinnlichen Erlebnis. Ohne Milch oder Zucker genießen – die subtilen Aromen würden sonst überdeckt.

Geschichte: Aus den Gelben Bergen in die Teewelt

Mao Feng aus den Huangshan-Bergen hat eine Geschichte, die bis in die Tang-Dynastie (618-907 n.Chr.) zurückreicht, als die Region erste Berühmtheit als Tee-Anbaugebiet erlangte. Der moderne Huangshan Mao Feng, wie er heute bekannt ist, wurde nach verschiedenen Überlieferungen erst in der Qing-Dynastie (1644-1912) systematisch entwickelt. Die Gelben Berge mit ihren steilen Klippen, feuchten Tälern, Wolken und Nebel bieten ideale Anbaubedingungen: Die Höhenlage (600-1000 m), die häufige Wolkendecke und die reichen, humusreichen Böden ergeben einen Tee von besonderer Qualität.

Huangshan Mao Feng gilt als einer der „Zehn berühmten Tees Chinas" – eine inoffizielle Liste, die verschiedene Versionen hat, aber stets die bedeutendsten Qualitätstees des Landes umfasst. Im 20. Jahrhundert erlangte Mao Feng internationale Bekanntheit und ist heute in vielen Teeläden westlicher Länder erhältlich. Hochwertiger Mao Feng wird einmal jährlich in der ersten Frühjahrsernte (Qingming-Ernte) geerntet und zeichnet sich durch besonders zarte, silberbehaarte Knospen aus.

Inhaltsstoffe und Wirkung: Was Mao Feng so wertvoll macht

Als Grüntee enthält Mao Feng alle charakteristischen Inhaltsstoffe japanischer und chinesischer Grüntees: Catechine (besonders EGCG), L-Theanin, Koffein, Chlorophyll, Vitamin C und verschiedene Mineralstoffe. Die besondere Qualität der Huangshan-Region – neblige Berge, reiche Böden – fließt in den ungewöhnlich hohen Gehalt an L-Theanin und Aminosäuren ein, was den milden, süßlichen Geschmack ohne ausgeprägte Bitterkeit erklärt. Der Koffeingehalt ist moderat (etwa 20-35 mg pro Tasse).

Die antioxidativen Catechine in Mao Feng wurden in zahlreichen Studien auf ihre gesundheitlichen Wirkungen untersucht. Regelmäßiger Konsum von hochwertigem Grüntee wird mit reduziertem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verbesserter kognitiver Funktion und entzündungshemmenden Effekten assoziiert. L-Theanin fördert in Kombination mit Koffein fokussierte Wachheit und Stressreduktion. Als Berggrüntee aus nebligen Höhenlagen gilt Mao Feng zudem als besonders rein – weit entfernt von Industrie und Umweltverschmutzung angebaut.

Häufig gestellte Fragen zu Mao Feng

Was macht Mao Feng so besonders im Vergleich zu anderem Grüntee?
Mao Feng unterscheidet sich durch seinen Ursprungsort – die berühmten Huangshan-Berge in Anhui – und seine charakteristischen Knospen mit silbrigen Härchen (Mao = Haar). Der Geschmack ist ungewöhnlich mild und süßlich für einen Grüntee, mit floralen Noten und wenig Adstringenz. Seine Herkunft aus berühmter Tee-Region und seine Listung unter den zehn berühmten Tees Chinas machen ihn zu einem besonderen Erlebnis.

Wie erkenne ich echten Huangshan Mao Feng?
Echter Huangshan Mao Feng hat charakteristische, zarte Knospen mit silberweißen Haaren, eine jade-grüne Farbe und riecht frisch-grasig mit floralen Noten. Nach dem Aufguss öffnen sich die Knospen langsam. Der Aufguss ist klar, hellgelblich-grün und schmeckt frisch, süßlich und wenig bitter. Günstige Kopien oder falsch etikettierte Produkte fehlt diese Kombination aus Optik, Duft und Geschmack.

Wann sollte man Mao Feng am besten trinken?
Mao Feng eignet sich hervorragend am Morgen oder am frühen Nachmittag. Sein moderater Koffeingehalt und der L-Theanin-Gehalt fördern konzentrierte, ruhige Wachheit – ideal für produktive Arbeitsphasen. Als Tee zur Meditation oder Achtsamkeitsübungen ist Mao Feng ebenfalls sehr geschätzt. Am Abend sollte man ihn wegen des Koffeingehalts meiden.

Kann man Mao Feng als Kaltaufguss zubereiten?
Ja, Mao Feng eignet sich hervorragend für den Kaltaufguss. Drei bis vier Gramm in 500 ml kaltes Wasser geben und zwei bis vier Stunden oder über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Das Ergebnis ist ein besonders süßer, milder Kaltaufguss mit weniger Koffein als der Heißaufguss. Ein intensiveres, frühlingshaftes Erlebnis für die warme Jahreszeit.

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