Wenn man sich mit Tee beschäftigt, kommt es immer mal wieder vor, dass man über den Begriff "Teerose" stolpert. Und meist sind die Informationen, die man dazu erhält, etwas widersprüchlich. Dazu muss man wissen, dass der Name Teerose in zwei völlig verschiedenen Bereichen verwendet wird. Zum einen gibt es eine spezielle Rosensorte, die den Namen Teerose trägt. Sie stammt ursprünglich aus China und für die Entstehung ihres Namens gibt es gleich mehrere Theorien. Eine besagt, sie wurde schon immer in Teegärten gepflanzt, eine andere meint, diese spezielle Rose würde nach Tee duften und eine dritte geht eher von einer Unachtsamkeit bei der Verwendung des ursprünglichen Namens aus. Diese Rose wurde von der chinesischen Gärtnerei Fa-Ti gezüchtet und im Laufe der Zeit wurde aus der "Fa-Ti Rose" im englischen die "Tearose". Es gibt allerdings auch Teerosen, die nichts mit einer Rosenpflanze zu tun haben, sondern tatsächlich aus Tee bestehen. Dazu werden sorgfältigst ausgewählte, möglichst junge Zweige einer Teepflanze in reiner Handarbeit kunstvoll zu kleinen Päckchen oder Sträußchen gebunden und mit einem Baumwollfaden zusammengehalten. Selbst Crysanthemen-förmige Teerosen findet man.In China besitzen sie eine lange Tradition und werden dort zu besonders feierlichen Anlässen verwendet. Es gibt sie aus schwarzem, grünem und selbst weißem Tee. Dass diese Teerosen dabei aber erheblich teurer sind, als herkömmlicher loser Tee oder gar Teebeutel, versteht sich von selbst.

Die wichtigsten Fakten über Teerosen

Da die Teerose bei uns doch relativ unbekannt ist, gibt es teilweise recht viele Irrtümer, die über diese Besonderheit kursieren. Zum einen handelt es sich dabei nicht um Samen. Gerade die Bohnenförmigen Päckchen erwecken auf den ersten Blick öfter den Eindruck, als seine es getrocknete Pflanzensamen. Teerosen bestehen tatsächlich immer aus Zweigen. Somit wäre auch bereits geklärt, dass es sich bei Teerosen nicht um Wasserpflanzen, ähnlich einer Seerose, handelt. Auch mit den beliebten "Rosen von Jericho" haben Teerosen nichts gemein, abgesehen von der Form bei einigen Exemplaren. Viele bezweifeln zudem, dass man aus Teerosen tatsächlich Tee kochen kann. Sicher sehen diese Gebilde wunderschön aus und sie sollten unbedingt auch deutlich sichtbar präsentiert werden, als reine Dekoration sind sie jedoch ebenfalls zu schade. Am besten nutzt man sie, ähnlich wie einen großen Teebeutel und legt sie in eine gläserne Teekanne. So hat man sie stets im Blick und kann beobachten, wie sie sich langsam öffnet und ihr herrliches Teearoma und die dazugehörigen Geschmacksstoffe freigibt. Außerdem sollte man seine Teerose unbedingt mehrmals aufgießen. Bis zu 20 Minuten kann es dauern, bis sich solch eine Blüte vollständig öffnet. Viel zu lange für einen einzigen Aufguss. Wirft man die Teerose also bereits nach dem ersten Aufguss weg, lässt man sich nicht nur den Anblick einer wunderbar, voll erblühten Teerose entgehen, man verzichtet auch auf herrlich leckeren Tee.

Fazit

Teeblumen sind Symbol für die wunderbare Handwerkskunst chinesischer Teehersteller. Und sie sind ohne Zweifel ein ganz besonderes Highlight an einem festlich gedeckten Teetisch. Einfach so, zwischendurch wird sich wohl niemand einen Tee aus einer Teerose zubereiten. Wer allerdings einmal eine ganz besondere Teestunde feiern, seinen Gästen etwas Außergewöhnliches bieten möchte, der sollte sich einmal erkundigen, wo es bei uns gute und hochwertige Teerosen zu kaufen gibt. Mit ein klein wenig Aufwand wird man sicher einen guten Teehändler oder auch einen Teeblume Shop finden, der eine Auswahl an schönen und gleichzeitig auch leckeren Teerosen anbietet. Nun bleibt nur noch die Qual der Wahl, ob man einen Schwarztee, Grüntee oder doch lieber einen weißer Tee möchte. Und selbstverständlich die gläserne Teekanne nicht vergessen. Wäre schade, wenn man den Blick auf die Teeblüten der Teerose nicht auch unbegrenzt genießen könnte.Bildnachweis: Teerosen © Superhasi - Fotolia.com

Teerosen-Tee – Zubereitung aus Rosenblüten

Teerosen (Rosa odorata) sind ursprünglich nach ihrem teeähnlichen Duft benannt, nicht weil sie für Tee verwendet werden. Dennoch können Rosenblüten – von Teerosen wie von anderen duftenden Rosensorten – für einen aromatischen Blütentee verwendet werden. Für einen Rosenblüten-Tee werden ein bis zwei Esslöffel frische Rosenblütenblätter oder ein Teelöffel getrockneter Rosenblüten pro Tasse mit 85 bis 90 Grad heißem Wasser übergossen. Die Ziehzeit beträgt fünf bis sieben Minuten. Der Tee hat ein zartes, blumig-süßes Rosenaroma und eine goldene bis leicht rötliche Farbe. Mit Honig gesüßt und mit einem Hauch Zitronensaft verfeinert entsteht ein elegantes Teegetränk. Für Tee sollten ausschließlich unbehandelte Rosen (keine Pestizide, keine Konservierungsmittel) aus dem eigenen Garten oder aus zertifizierter Bio-Quelle verwendet werden. Supermarkt-Blumenstrauß-Rosen sind für Tee ungeeignet, da sie oft chemisch behandelt sind. Getrocknete Rosenblüten für Tee sind in Apotheken und Reformhäusern erhältlich.

Wirkung und Gesundheitliche Vorteile von Rosentee

Rosenblüten enthalten eine Reihe bioaktiver Verbindungen, die sie zu mehr als nur einer Dekoration machen. Die Rosenblüten sind reich an Vitamin C, besonders Hagebutten (Rosa canina), die die häufigste Basis für Rosentee bilden. Flavonoide wie Quercetin, Kaempferol und Myricetin wirken antioxidativ und entzündungshemmend. Ätherisches Rosenöl (Rosa damascena-Öl) enthält Geraniol, Citronellol und andere Terpene mit nachgewiesener antimikrobieller, antidepressiver und anxiolytischer Wirkung. Studien zeigen, dass Rosenöl Stresshormone senkt und die Stimmung verbessert. Gerbstoffe in den Blüten wirken adstringierend auf Schleimhäute. In der traditionellen Medizin werden Rosen bei Augenentzündungen (Rosenblüten-Kompresse), Atemwegsinfektionen und zur Stimmungsverbesserung eingesetzt. Rosen wirken zudem leicht abführend (besonders die Rosenblüten-Innenseite durch Zucker-Verbindungen) und können die Darmgesundheit unterstützen.

Geschichte und kulturelle Bedeutung der Rose im Tee

Die Rose ist seit Jahrtausenden mit Schönheit, Liebe und Heilkraft verbunden. Im alten Persien und in Indien wurden Rosenblüten und Rosenwasser für medizinische und kulinarische Zwecke genutzt. In der osmanischen Küche und Medizin spielte die Rose eine zentrale Rolle. Arabische Ärzte des Mittelalters verwendeten Rosenwasser als Heilmittel. In Europa wurde die Rose im Mittelalter als Heilpflanze in Klostergärten kultiviert. Rosa canina (Hundsrose) mit ihren vitamin-C-reichen Hagebutten war besonders wichtig. Der Begriff „Teerose" (Tea Rose) entstand im 19. Jahrhundert für Rosen, die aus China nach Europa gebracht wurden und einen teeähnlichen Duft hatten – sie wurden jedoch nicht als Tee getrunken, sondern wegen ihres Duftes gezüchtet. Heute werden Rosenblüten in Kräuterteemischungen eingesetzt, besonders in romantischen und entspannenden Teemischungen.

Häufige Fragen zu Teerosen und Rosentee

Kann ich Rosen aus dem Blumenladen für Tee verwenden?
Nein – Blumenstraußrosen aus dem Laden sind fast immer mit Pestiziden und Konservierungsmitteln behandelt. Nur unbehandelte, bio-zertifizierte oder selbst angebaute Rosen für Tee verwenden.

Welche Rosen eignen sich am besten für Tee?
Rosa damascena (Damaszener Rose), Rosa centifolia (Kohlrose) und duftende alte Rosensorten sind ideal wegen ihres intensiven Aromas. Rosa canina (Hundsrose) ist für Hagebutentee die Standardpflanze.

Schmeckt Rosentee süß?
Rosentee hat ein zartes, blumig-süßliches Aroma – nicht stark süß, aber mit einer natürlichen Süße, besonders wenn die Blüten in Blütezeit gesammelt werden. Mit Honig gesüßt wird er noch süßer.

Kann Rosentee die Stimmung heben?
Studien mit Rosenöl zeigen stimmungsaufhellende und angstreduzierende Wirkungen. Ob das auch für Rosentee gilt, ist weniger klar, aber das Duftaroma und das Ritual des Teetrinkens haben nachweislich positive psychologische Effekte.

Verwandte Artikel

Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema: