Schwarzer Tee – der unterschätzte Blutdruckheiler


„Ich habe Rücken und Blutdruck!“ Dieser Satz von Hape Kerkeling alias Hort Schlemmer ist inzwischen seit Jahren legendär und in der Comedy-Szene Kult. Viele zitieren ihn gerne mal mehr, mal weniger ernst gemeint.

Schwarzer Tee - der unterschätzte Blutdruckheiler

Dabei gehören Probleme mit dem Blutdruck zu einem wachsenden und leider auch immer ernster werdenden Krankheitsbild bei uns. Während niedriger Blutdruck so gesehen noch verhältnismäßig leicht in den Griff zu bekommen ist, kann ein schwankender und vor allem ein erhöhter Blutdruck langfristig betrachtet schwerwiegende Konsequenzen haben. Ständige Arztbesuche und die tägliche Einnahme von Medikamente, oft über Monate hinweg, sind dabei unvermeidlich. Die Tabletten jedoch führen oft zu unangenehmen Nebenwirkungen.

schwarzer-tee

In einer US-amerikanischen Fachzeitschrift wird nun von einer aktuellen Studie berichtet, die ausnahmsweise mal nicht die vermuteten positiven Effekte von grünem, sondern diesmal von schwarzem Tee auf dieses Krankheitsbild untersucht hat. Und die Ergebnisse waren beeindruckend. Insgesamt betrachtet enthält der schwarze Tee zwar weniger Polyphenole, vor allem die Konzentration von Katechinen ist niedriger, weshalb bei gesundheitlichen Studien grüner Tee in der Regel bevorzugt wird. Speziell die Thearubigine und Theaflavine sind bei schwarzem Tee dagegen höher konzentriert. Das gleiche gilt bekannter Weise für Koffein.

Die besagte Studie wurde direkt am Menschen durchgeführt, weshalb Spekulationen auf die Übertragbarkeit, beispielsweise von Mechanismen bei Ratten auf den Menschen entfallen. So kann man nun tatsächlich ohne Zweifel belegen, dass der tägliche Genuss von drei Tassen schwarzem Tee zum einen zu hohen Blutdruck langfristig senkt. Des Weiteren konnte nachgewiesen werden, dass auch gefährliche Blutdruckschwankungen, wie sie vor allem nachts vorkommen können, ebenfalls durch den Tee gemildert, bzw. behoben werden.

Im Rahmen der Untersuchung wurden 111 Männer und Frauen mit erhöhtem Blutdruck in zwei Gruppen eingeteilt. Die Auswahl erfolgte völlig zufällig. Während die eine Gruppe über sechs Monate täglich drei Tassen schwarzen Tee trank, bekam die andere Gruppe ein koffein- und vor allem auch flavonoidfreies Placebo. Die Ergebnisse auf den positiven Einfluss des Tees gegenüber dem Bluthochdruck und ganz besonders was die Schwankungen betrifft waren nicht nur eindeutig, sondern waren bereits völlig überraschend vom ersten Tag der Studie an nachweisbar.

Fazit

Grüner Tee ist zweifelsfrei sehr gesund und es gibt selbst nach jahrzehntelanger Forschung immer wieder überraschende Neuigkeiten über diese Teeart. Dennoch sollte man über all diese wunderbaren Erkenntnisse nicht vergessen, dass es zum einen auch noch andere Teearten gibt und dass diese zum anderen ebenfalls sehr gesund sein können. Man ist ja fast schon allein aufgrund der Tatsache überrascht, wenn einmal schwarzer Tee der Mittelpunkt einer Studie ist. Umso beeindruckender, wenn man dann die beeindruckenden Ergebnisse liest.

Einem Getränk, das so viel Koffein wie der schwarze Tee enthält, hätte man wohl nicht unbedingt eine Blutdrucksenkende Wirkung zugetraut. Schon gar nicht im Prinzip von der ersten Tasse an. Nur ein Grund mehr, sich als Teefan über solche Neuigkeiten zu freuen. Schließlich heißt das doch im Umkehrschluss nichts anderes, als dass wir frei nach Lust und Laune und vor allem nach unseren eigenen geschmacklichen Vorlieben jeden Tag aufs Neue entscheiden können, nach welchem Tee uns gerade der Sinn steht, einen positiven, gesundheitlichen Effekt haben wir quasi bei allen Arten.

Auch, wenn die Schwerpunkte des Einflusses auf unseren Körper von Tee zu Tee variieren, so ändert das nichts an der Tatsache, dass Tee nicht nur ein sehr wohlschmeckendes, sondern auch noch ein sehr gesundes Getränk ist. So lange wir also täglich Tee trinken, können wir sicher sein, dass wir uns, unserem Körper und unserer Gesundheit Gutes tun. Und das oft wirklich schon von der ersten Tasse an.

Niemand muss deshalb die Empfehlung fürchten, man solle künftig täglich drei Tassen schwarzen, zwei Tassen grünen und womöglich noch weiteren Tee trinken. Hauptsache Tee – mit diesem Grundsatz vieler Teeliebhaber profitieren wir bereits.

schwarzer-tee

 

Bildnachweis: schwarzer Tee ©Thinkstock: iStockphoto

2 thoughts on “Schwarzer Tee – der unterschätzte Blutdruckheiler

  1. Ein sehr interessanter Artikel. 😉 Nach einigen Recherchen ist auffällig, dass Studien zur gesundheitlichen Wirkung von Tee vor allem auf grünen Tee ausgerichtet sind. Gerade im Hinblick auf die positiven Auswirkung von schwarzem Tee auf den Blutdruck sollte dieser vielleicht nicht unbedingt außer Acht gelassen werden. Gibt es denn eventuell noch umfangreichere Studien zur Wirkung des schwarzen Tees?

    • Hallo Finnya,

      danke, das ist ein wirklich guter Hinweis! Wenn man sich die Studien und Untersuchungen zu Tee so ansieht, könnte man auf den ersten Blick fast tatsächlich meinen, dass es nichts Gesünderes gibt, als grünen Tee und dass schwarzer Tee dagegen schon eher ungesund ist. So ist es aber natürlich nicht wirklich!
      Die Tatsache allerdings, dass man wesentlich mehr Studien zur gesundheitlichen Wirkung von grünem als von schwarzem Tee findet, ist sicher unbestritten. Dafür gibt es wohl mehrere Gründe. Zum einen bedeutet jede ordentlich durchgeführte wissenschaftliche Studie nicht nur einen erheblichen zeitlichen, sondern meist gleichzeitig auch einen großen finanziellen Aufwand. Sprich, für die meisten Studien, selbst wenn sie von Universitäten durchgeführt werden, werden heutzutage Geldgeber benötigt. Und diese Geldgeber nehmen natürlich auch Einfluss auf die Studie. Wenn es eine seriöse Arbeit werden soll zwar keinesfalls auf die Ergebnisse, aber es ist absolut üblich, vertraglich ganz genau festzulegen, was eigentlich untersucht werden soll. Wohl kaum jemand wird einem Wissenschaftler und seinem Team solch große Summen zur Verfügung stellen und es deren Fantasie überlassen, welche Studie sie zu welchem Thema dazu entwickeln. Geld gibt es nur für klar formulierte Projekte, wie beispielsweise „Der Einfluss von grünem Tee auf bestehenden Bluthochdruck“. Und dann wird eben auch nur der grüne Tee untersucht und nicht der schwarze.
      Bleibt also die Frage, warum sich so ganz offensichtlich die meisten Geldgeber solcher Studien zur Wirkung des Tees für den grünen und scheinbar nur recht selten für den schwarzen Tee entscheiden. Auch, wenn wir Tee insgesamt gesehen noch längst nicht so viel trinken, wie andere Nationen, so kann man doch durchaus behaupten, dass vor allem auch der schwarze Tee bei uns inzwischen längst etabliert ist und bei vielen zu einer festen Gewohnheit gehört. Verglichen dazu ist der grüne Tee bei uns eher noch recht neu auf dem Markt. An seinen Geschmack mussten sich die meisten erst noch gewöhnen und da stellte sich für viele Teetrinker erst mal die Frage nach dem Warum. Weshalb sollte man einen Tee trinken, der deutlich bitterer schmeckt, als der schwarze Tee, den man jeden Morgen gerne zum Frühstück trinkt? Die gesundheitlichen Versprechen, die sich dann auch bei uns recht schnell verbreiteten, mussten aber meist erst noch bestätigt und durch wissenschaftliche Studie belegt und abgesichert werden.
      Verständlich also, dass beispielsweise die Tee-Industrie ein Interesse daran hatte, die Marktposition des grünen Tees bei uns zu verbessern. Im Gegensatz dazu hat der schwarze Tee bereits einen recht guten Marktwert. Oder anders ausgedrückt: der schwarze Tee wurde bereits getrunken, es galt also in erster Linie die Verbraucher auch vom grünen Tee zu überzeugen. Auch heute ist es noch so, dass von den durchschnittlich 26 Litern Tee, die jeder Deutsche pro Jahr trinkt, rund 77 Prozent davon schwarzer und nur 23 Prozent grüner Tee sind.
      Aufgrund der vielen Untersuchungen gilt wohl der grüne Tee seitdem als „Wunderwaffe“ schlechthin, während der schwarze Tee dabei meist eher unbeachtet im Schatten steht. Doch man sollte auch einmal näher auf die Frage eingehen, wie groß den der Unterschied zwischen schwarzem und grünem Tee überhaupt ist. Schließlich stammen beide von derselben Pflanze, werden lediglich etwas anders verarbeitet. Kann man also vielleicht sogar einen Teil der Studie zu grünem Tee eins zu eins auf den schwarzen übertragen?
      Leider nicht ganz. Bei der Fermentation, die den Tee erst zu einem schwarzen macht, wird leider ein Großteil der Polyphenole abgebaut und genau diese Inhaltsstoffe sind es aber, denen die meisten gesundheitsfördernden Wirkungen nachgesagt werden. Auch der Anteil der Gerbstoffe ist in schwarzem Tee etwas geringer, als in grünem. Aber sobald bei den Untersuchungen nicht die Polyphenole und nicht ausschließlich die Gerbstoffe im Mittelpunkt standen, kann man durchaus auch behaupten, dass die Wirkung des schwarzen Tees im Vergleich zum grünen zumindest ähnlich, wenn nicht sogar gleich ist.
      Doch auch, wenn man sich beim Suchen etwas mehr Mühe machen muss, als für grünen Tee, so hat auch der schwarze Tee dennoch seine Lobby. Es sind wesentlich weniger Studien und es finden sich auch nicht so häufig neue Ergebnisse, aber es gibt beispielsweise eine ausführliche Studie dazu, dass schwarzer Tee beim Stressabbau hilft. Außerdem gibt es Studien darüber, dass schwarzer Tee nachhaltiger wach macht, als Kaffee und auch eine gewisse Prävention bei Krebs und Demenz sind ebenfalls untersucht, wie der positive Einfluss auf unsere Cholesterinwerte.
      Für den Teefan gilt also folgendes: Die Anzahl an aktuellen Studien spiegelt nicht 100%ig die tatsächliche Wirkung eines Tees auf unsere Gesundheit wider. Sicher ist nicht zu bestreiten, dass der grüne Tee dem schwarzen in einigen Punkten überlegen ist. Dennoch ist der grüne Tee nicht so viel gesünder, als man aufgrund der überwältigenden Anzahl an Untersuchungen zu diesem Thema vermuten könnte. Auch der schwarze Tee hat positiven Einfluss auf unseren Körper, den man keinesfalls unterschätzen sollte.
      Für das Ungleichgewicht an Studien gibt es mehrere Gründe, von denen aber keiner in der Wirksamkeit des Tees selbst liegt. Davon abgesehen gilt es außerdem zu bedenken, dass die meisten von uns ohnehin viel zu wenig Tee trinken, um tatsächlich von den gesundheitsfördernden Effekten zu profitieren.
      Dennoch kann ich diese Anregung gerne aufnehmen und in Zukunft, wenn möglich, mehr über Studien zu schwarzem Tee schreiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.