Tee als Zahlungsmittel


Tee kann in Asien auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurück blicken. Doch auch, wenn die Kultur, die Tradition und selbst das ganz normale Alltagsleben dort ohne Tee gar nicht mehr denkbar wären, so haben sich im Laufe der Zeit doch die Bedeutung und die Rolle des Tees gewaltig verändert. Es war längst nicht immer so, dass Tee vom ganzen Volk absolut selbstverständlich getrunken wurde, ganz im Gegenteil.

Tee als Zahlungsmittel

Zu Beginn seiner Geschichte, war die Verbreitung des Tees in China ganz eng auf die Region der Provinz Szechwan begrenzt. Erst allmählich breitete sich seine Bekanntheit entlang des Jangtse-Flusses aus und erreichte schließlich auch die Küstenregionen. Dabei ist gar nicht einwandfrei belegt, ab wann die Geschichte des Tees in China begann.

Die berühmte Legende von Kaiser Shen Nung hat sich angeblich im Jahre 2727 v. Chr. zugetragen. Dabei ist allerdings das Wann fast genauso unsicher, wie das Ob. Es gilt noch nicht mal als gesichert, dass Shen Nung überhaupt existierte, geschweige denn, dass er wirklich auf diese Art und Wiese den Tee entdeckte. Wesentlich sicherer ist dagegen die Tatsache, dass es schon im Jahre 221 v. Chr. eine Steuer auf Tee gab. Die historischen Dokumente, die bis in unsere Zeit aus der Qin-Dynastie überliefert wurden, belegen dies ohne Zweifel.

Weiteren Unterlagen und Belegen aus vergangenen Dynastien zufolge, wurde Tee erst mal für einen längeren Zeitraum sogar, gar nicht als Getränk gesehen, sondern vielmehr als Medikament und Arzneimittel eingesetzt. Vor allem bei Kopfschmerzen, Müdigkeit und selbst bei altersbedingten Sehschwächen wurde den Patienten gerne Tee verordnet, nicht selten auch in Form von Heilsalben. Tee galt damals als absolute Kostbarkeit. So sehr sogar, dass er aufwändig zu Tafeln gepresst wurde, teilweise noch mit einem Siegel versehen und dann als Zahlungsmittel genutzt wurde.

Erst viele Jahre später, während der Tang Dynastie im 8. Jahrhundert, begann sich die Bedeutung des Tees entscheidend zu wandeln. Am Kaiserhof begann man damit, Tee regelmäßig zu trinken. Schnell übernahm die Oberschicht diesen neuen Trend und schließlich entdeckten die buddhistischen Mönche, dass sie nach Teegenuss während ihrer stundenlangen Meditationen wacher blieben und somit ihren eigenen Ansprüchen leichter gerecht werden konnten. Spätestens jetzt war der Siegeszug des Tees nicht mehr aufzuhalten. Mit Teeanbau und -handel war plötzlich gutes Geld zu verdienen und bald schon wurde die Tradition der sogenannten „Tribut-Tees“ eingeführt, der Kaiser bestand darauf, von den besten Tees seines Landes jeweils eine angemessene Menge an seinen Hof geliefert zu bekommen.

Legende oder Wahrheit?

Vieles über die Geschichte und Entwicklung des Tees liegt im Unklaren, zahlreiche Einzelheiten und Details sind nicht ganz schlüssig. Je weiter zurück die einzelnen Ereignisse liegen, desto schwieriger wird es selbstverständlich, sie historisch zu belegen und Beweise, etwa in Form von Dokumenten oder Niederschriften zu finden.

Im Vergleich zu der Zeit allerdings, in die die Entdeckung des Tees fallen soll, war die Epoche, in der Tee Medikament und Zahlungsmittel war, quasi wie gestern. Auch, wenn es nicht viele sind, aber aus diesem Zeitraum sind einige Unterlagen und Schriftstücke erhalten geblieben und sind bis heute unbestechliche Zeugen dafür, dass man mit Tee tatsächlich einmal seine Rechnungen bezahlen konnte.

Fazit

Sieht man heute die Unmengen an Tees, die sich in den Supermarktregalen stapeln und betrachtet man dazu auch die häufigen Billigpreise, dann kann man sich sicher nur recht schwer vorstellen, dass Tee tatsächlich einmal so wertvoll war, dass man mit ihm bezahlen konnte, wie andernorts etwa mit Gold. Schon für wenige Euro kann man sich heutzutage mit Teebeuteln eindecken, die für mehrere Wochen reichen.

Sicher wäre es nicht erstrebenswert, Tee wieder so teuer werden zu lassen, wie in seiner Anfangszeit. Es ist wunderbar, dass es nicht nur so viele verschiedene Teearten und -sorten gibt, sondern dass wir uns diese auch leisten können. Selbst in unseren Breitengraden, in denen man ja auch immer noch den weiten Transportweg des Tees aus seiner Heimat hierher mitbezahlen muss. Dennoch sollten wir uns in Zukunft vielleicht etwas mehr Gedanken darüber machen, wie wertvoll der Tee für uns persönlich ist. Was spricht dagegen, sich ab und zu einen ganz besonderen Tee zu gönnen? Warum lagern wir den Tee bei uns zu Hause oft unter den schlimmsten Bedingungen mit feuchter Luft in einem Küchenschrank, wo das Beste des Aromas bereits nach wenigen Tagen verflogen ist? Auch, wenn Tee inzwischen längst nicht mehr so wertvoll ist, können wir ihn trotzdem so behandeln.

 

Bildnachweis: Tee als Zahlungsmittel © SLDigi – Fotolia.com

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