Tee mit Stevia süßen – Anleitung und Tipps
Stevia ist ein natürliches Süßungsmittel aus der Stevia-rebaudiana-Pflanze, das seit 2011 in der EU als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen ist. Stevia ist 200 bis 300 Mal süßer als Haushaltszucker und kalorienlos, da seine Glykoside vom menschlichen Körper nicht verstoffwechselt werden. Für das Süßen von Tee stehen verschiedene Stevia-Formen zur Verfügung: flüssige Stevia-Tropfen (am praktischsten für Tee, da leicht dosierbar), Stevia-Pulver oder -Granulat (als Zuckerersatz im Verhältnis 1:100 bis 1:300 zum Zucker), Stevia-Presslinge oder -Tabletten (ähnlich wie Süßstofftabletten). Für eine Tasse Tee (200 ml) reicht ein bis zwei Tropfen flüssiges Stevia oder eine Prise Stevia-Pulver aus. Am besten mit wenig beginnen und langsam die gewünschte Süße aufbauen, da Stevia-Geschmack individuell unterschiedlich wahrgenommen wird. Manche Menschen schmecken bei Stevia einen leicht bitteren oder lakritzartigen Nachgeschmack – dies variiert zwischen verschiedenen Produkten und Reinheitsstufen.
Stevia vs. Zucker – Wirkung und gesundheitliche Vorteile
Die Entscheidung für Stevia statt Zucker hat mehrere gesundheitliche Vorteile. Stevia ist kalorienfrei und erhöht nicht den Blutzucker, was es besonders für Diabetiker, Menschen mit Insulinresistenz und alle, die Gewicht kontrollieren möchten, interessant macht. Im Gegensatz zu Haushaltszucker (Saccharose), der Karies fördert, ist Stevia nicht kariogen – es kann sogar das Wachstum von kariesverursachenden Bakterien hemmen. Stevia enthält außerdem in seiner natürlichen Reinform (Steviapflanze) sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativen, antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Stevioside und Rebaudioside, die Hauptsüßglykoside, zeigen in Studien positive Effekte auf den Blutdruck: Sie können dazu beitragen, erhöhten Blutdruck moderat zu senken. Im Vergleich zu synthetischen Süßstoffen wie Aspartam oder Saccharin hat Stevia den Vorteil, eine natürliche pflanzliche Herkunft zu haben. Allerdings ist die Verarbeitungsintensität von hochgereinigten Stevia-Extrakten je nach Hersteller zu berücksichtigen.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu mittelamerikanische Teekultur.
Geschichte und Herkunft von Stevia
Stevia rebaudiana ist eine Pflanze aus dem subtropischen Süd- und Mittelamerika, vor allem aus Paraguay und Brasilien. Indigene Völker wie die Guaraní nutzten Stevia-Blätter seit Jahrhunderten zum Süßen ihres Mate-Tees und für medizinische Zwecke. Der spanische Botaniker Moisés Santiago Bertoni beschrieb die Pflanze 1899 erstmals wissenschaftlich. In Japan wurde Stevia seit den 1970er Jahren als Zuckerersatz verwendet, während es in Europa und den USA aufgrund von Sicherheitsbedenken zunächst nicht zugelassen war. Nach umfangreichen Sicherheitsstudien der EFSA (European Food Safety Authority) wurde Steviol-Glykosid 2011 in der EU als sicheres Lebensmittel zugelassen. Seitdem sind Stevia-Produkte in Deutschland in Supermärkten, Reformhäusern und Apotheken erhältlich. Das Interesse an natürlichen Zuckeralternativen hat die Stevia-Industrie in den letzten Jahren stark wachsen lassen.
Häufige Fragen zu Stevia im Tee
Schmeckt Tee mit Stevia anders als mit Zucker?
Ja, Stevia hat ein etwas anderes Süßprofil als Zucker. Es kann einen leicht bitteren oder lakritzartigen Nachgeschmack haben, der bei verschiedenen Produkten und Reinheitsgraden variiert. Hochreines Rebaudiosid A hat den mildesten Geschmack.
Wie viel Stevia entspricht einem Löffel Zucker?
Das hängt vom Produkt ab: Bei flüssigem Stevia reichen meist ein bis zwei Tropfen für die Süße von einem Teelöffel Zucker. Bei Stevia-Pulver ist es etwa 1/30 bis 1/50 der Zuckermenge. Die genaue Dosierung auf der Produktverpackung beachten.
Ist Stevia für Diabetiker geeignet?
Ja, Stevia erhöht den Blutzuckerspiegel nicht und beeinflusst die Insulinausschüttung nicht negativ. Es ist daher für Diabetiker (Typ 1 und Typ 2) als Zuckerersatz im Tee gut geeignet. Trotzdem mit dem Arzt besprechen.
Kann man Stevia erhitzen?
Stevia ist hitzebeständig bis 200 Grad und eignet sich daher gut für heiße Getränke. Beim Süßen von heißem Tee bleibt die Süßkraft vollständig erhalten, im Gegensatz zu manchen Zuckeralkoholen.
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