Shou Mei ist ein chinesischer weißer Tee mit kräftigem, vollem Charakter und gehört zu den bekannteren Vertretern dieser zarten Teekategorie. Als spät geernteter Weißtee aus der Provinz Fujian wird er einer niedrigeren Qualitätsstufe zugeordnet - was ihn keineswegs minderwertig macht, sondern ihm einen eigenständigen, fruchtigeren Charakter verleiht. Hier lesen Sie, was Shou Mei ausmacht, wonach er schmeckt, wie er zubereitet wird und warum er ein guter Einstieg in die Welt des weißen Tees ist.

Steckbrief
Pflanze/BasisCamellia sinensis, weißer Tee (vierte Qualitätsstufe)
Koffeingehaltmoderat, ähnlich grünem/schwarzem Tee; ca. 25-45 mg pro Tasse
Geschmacksprofilvoll, mild-fruchtig, kräftiger als zarte Spitzentees, leicht pelziger Nachhall
Wassertemperaturca. 80 °C, nicht kochend
Ziehzeit2-4 Minuten
Dosierung3-5 g pro 200 ml
Aufgüsse3-5 Aufgüsse
Preisspanneca. 4-9 € pro 100 g

Was weißen Tee ausmacht

Weißer Tee gilt als die am wenigsten verarbeitete Teesorte. Die Blätter werden lediglich behutsam gewelkt und an der Luft getrocknet, ohne Rollen, kontrollierte Oxidation oder Röstung. Diese schonende Behandlung bewahrt einen besonders natürlichen Charakter und das Ergebnis ist ein milder, feiner Tee.

In China blickt weißer Tee auf eine lange Tradition zurück und galt einst als kostbare Rarität; hierzulande gewinnt er erst nach und nach an Bekanntheit. Innerhalb der Kategorie gibt es mehrere Sorten, die sich nach dem verwendeten Blattmaterial unterscheiden - von den reinen Knospentees bis zu den blattreicheren Varianten wie dem Pai Mu Tan.

Shou Mei und seine Einstufung

Shou Mei wird als weißer Tee der vierten Qualitätsstufe bewertet. Diese Einstufung richtet sich am Zustand der Blattknospen aus: Feinste Sorten bestehen fast nur aus zarten, geschlossenen Spitzen, während beim Shou Mei auch reifere Blätter zum Einsatz kommen. Das macht ihn nicht schlechter, sondern verleiht ihm einen kräftigeren, eigenständigen Charakter.

Weil er als letzter der weißen Tees geerntet wird, hat er auch eine etwas dunklere Färbung als die hellen Spitzentees. Wer die feineren Sorten wie den Silbernadel-Tee kennt, entdeckt im Shou Mei einen reizvollen Gegenpol, der zeigt, wie vielfältig weißer Tee sein kann.

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Geschmack und Charakter

Shou Mei schmeckt voller und etwas kräftiger als die zartesten weißen Tees, sein Aroma ist dennoch mild und angenehm rund. Von den weißen Tees zeichnet er sich durch ein besonders fruchtiges Aroma aus, hinterlässt dabei aber auch einen leicht pelzigen Nachgeschmack. Durch den späten Erntezeitpunkt ähnelt sein kräftiger Charakter mancherorts sogar einem Oolong.

Diese Mischung aus Substanz und Sanftheit macht ihn vielseitig: ein guter Tee für den Alltag, der dennoch Feinheit besitzt. Wer weißen Tee bisher nicht kennt, findet im Shou Mei einen freundlichen Einstieg, milder als kräftige Schwarztees, aber substanzieller als die zartesten Spitzentees - vergleichbar zugänglich wie der White Monkey.

Herkunft, Ernte und Herstellung

Weißer Tee kommt fast ausschließlich aus China; Shou Mei wird hauptsächlich in den Provinzen Fujian und Guangxi produziert. Geerntet wird traditionell von Hand und in den frühen Morgenstunden, um die Blätter und Knospen nicht zu beschädigen. Für den Shou Mei werden Blätter und Knospen meist etwas später geerntet als für die edelsten Sorten, weshalb die reiferen Blätter seinen Charakter prägen.

Anschließend welken die Blätter gut belüftet in Welkkörben, gefolgt von einem ersten Trocknungsvorgang; nach dem Aussortieren wird ein zweites Mal getrocknet. Gerade dieser minimale Eingriff macht den Reiz aus, denn der Tee bewahrt so viel von seinem ursprünglichen Wesen wie möglich.

Inhaltsstoffe

Der Koffeingehalt ist bei grünem, schwarzem und weißem Tee grundsätzlich ähnlich; eine Tasse Shou Mei liefert moderate Mengen. Durch die minimale Verarbeitung bleiben die Katechine, also bestimmte Polyphenole, gut erhalten und sind im weißen Tee vergleichsweise stark vertreten.

Als Besonderheit liefert weißer Tee zudem die Aminosäure Theanin, die für ihren entspannenden Charakter geschätzt wird und in Kombination mit Koffein einen Zustand ruhiger Wachheit fördert. Solche Inhaltsstoffe sind Bestandteil der Pflanze; weitergehende gesundheitliche Aussagen lassen sich daraus nicht ableiten.

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Zubereitung und Aufgüsse

Weißer Tee verträgt kein kochend heißes Wasser. Für den Shou Mei empfiehlt sich Wasser von etwa achtzig Grad, um die zarten Aromen zu schonen; zu heißes Wasser macht den Tee bitter. Verwenden Sie rund drei bis fünf Gramm auf 200 ml und lassen Sie den Tee zwei bis vier Minuten ziehen.

Wie viele chinesische Tees lässt sich Shou Mei mehrmals aufgießen - drei bis fünf Aufgüsse sind problemlos möglich, wobei sich das Aroma von Aufguss zu Aufguss verändert. Verlängern Sie die Ziehzeit dabei mit jedem Aufguss um etwa eine halbe Minute, um die Entwicklung über mehrere Tassen zu verfolgen.

Shou Mei lagern

Trocken, kühl und lichtgeschützt aufbewahrt, hält sich weißer Tee gut. Ein luftdichter Behälter schützt das feine Aroma vor Feuchtigkeit und fremden Gerüchen, die der Tee sonst leicht annimmt. Grüner und weißer Tee sollten in der Regel innerhalb von sechs bis zwölf Monaten verbraucht werden.

Manche weißen Tees gewinnen mit den Jahren allerdings sogar an Tiefe: Bei guter Lagerung kann sich ihr Charakter behutsam weiterentwickeln. Durch sein gutes Verhältnis von Preis und Geschmack eignet sich Shou Mei aber ohnehin bestens für den regelmäßigen, täglichen Genuss.

Häufige Fragen

Was ist Shou Mei?
Ein chinesischer weißer Tee aus den Provinzen Fujian und Guangxi, der einer niedrigeren Qualitätsstufe zugeordnet wird, aber durch seinen vollen, milden und fruchtigen Charakter überzeugt.

Ist Shou Mei minderwertig?
Nein. Die Einstufung als vierte Qualitätsstufe bezieht sich auf das Blattmaterial mit höherem Blattanteil und der späten Ernte, nicht auf einen Mangel an Qualität oder Geschmack.

Wie schmeckt Shou Mei?
Voller und etwas kräftiger als die zartesten weißen Tees, dabei mild und rund mit fruchtigem Aroma. Charakteristisch ist ein leicht pelziger Nachgeschmack; im Charakter ähnelt er mancherorts einem Oolong.

Wie bereite ich Shou Mei zu?
Mit Wasser von etwa achtzig Grad und einer Ziehzeit von zwei bis vier Minuten. So bleiben die zarten Aromen erhalten und der Tee wird nicht bitter. Pur kommt sein Charakter am besten zur Geltung.

Kann man Shou Mei mehrfach aufgießen?
Ja, wie viele chinesische Tees lässt er sich drei- bis fünfmal aufgießen, wobei sich das Aroma von Aufguss zu Aufguss verändert. Verlängern Sie die Ziehzeit jeweils um etwa eine halbe Minute.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.