Taubnessel-Tee wird aus den Blüten und Blättern der Taubnessel (Gattung Lamium) gewonnen. Anders als ihre stechende Namensverwandte, die Brennnessel, brennt die Taubnessel bei Berührung nicht und lässt sich gefahrlos sammeln. Der milde Aufguss enthält Saponine, Gerbstoffe und ätherische Öle und wird traditionell bei Frauenbeschwerden und Erkältungen verwendet. Hier erfahren Sie, wie Sie Taubnessel und Brennnessel unterscheiden, wie der Tee schmeckt und wie Sie ihn zubereiten.
| Pflanze/Basis | Taubnessel (Lamium album, Weiße Taubnessel u. a.), Lippenblütler |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | mild, leicht süßlich-grasig, kaum bitter |
| Wassertemperatur | 90-100 °C |
| Ziehzeit | 10-15 Minuten |
| Dosierung | 1-2 TL (ca. 2 g) getrocknete Blüten und Blätter pro 250 ml |
| Aufgüsse | 1 Aufguss |
| Preisspanne | ca. 3-6 € pro 100 g |
Taubnessel und Brennnessel unterscheiden
Die Taubnessel sieht der Brennnessel zum Verwechseln ähnlich, besitzt aber keine Brennhaare und hinterlässt bei Berührung kein Jucken auf der Haut. Genau darauf spielt der Name an: taub steht hier für wirkungslos im Sinne des Brennens. Sicher auseinanderhalten lassen sich beide Pflanzen vor allem an den Blüten: Während die Brennnessel unscheinbare grünliche Blütenstände trägt, blüht die Taubnessel auffällig weiß oder rot-violett.
Botanisch gehört die Taubnessel zur Gattung Lamium und damit zu den Lippenblütlern, die Brennnessel dagegen zu den Brennnesselgewächsen, sie sind also nicht näher verwandt. Wer den entwässernden Klassiker sucht, findet ihn beim Brennessel-Tee, während die Taubnessel als milder Aufguss eigene Akzente setzt.
Inhaltsstoffe und traditionelle Anwendung
Die Taubnessel enthält Gerbstoffe und Gerbsäure, reichlich Saponine, ätherische Öle, Schleimstoffe, Flavonoide sowie Histamin. Aus dieser Kombination ergibt sich eine zusammenziehende und reizmildernde Eigenschaft. Verwendet werden vor allem die weißen Blüten (Lamii albi flos) und die oberirdischen Krautteile. Die Saponine gelten als Grund für die leicht auswurffördernde Verwendung bei Husten.
Traditionell wird der Aufguss aus dem Taubnesselkraut bei Frauenbeschwerden wie Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden, bei leichten Magen-Darm-Reizungen sowie bei Husten und Reizungen der Atemwege verwendet; auch eine äußerliche Anwendung als Spülung ist überliefert. Belastbare klinische Studien fehlen jedoch weitgehend, und die Pflanze ist kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Wer milde Frauenkräuter sucht, findet auch im Salbeitee einen vielseitigen Begleiter.
Geschmack des Aufgusses
Taubnessel-Tee schmeckt mild, unaufdringlich und leicht süßlich-grasig. Die weißen Blüten enthalten am Grund einen winzigen Nektartropfen, was Kindern früher als Nascherei diente und die zarte Süße erklärt. Bittere oder herbe Noten treten kaum hervor, weshalb der Aufguss zu den sanftesten unter den heimischen Kräutertees zählt und sich gut für den Alltag eignet.
Wer mehr Aroma möchte, mischt die Taubnessel mit Melisse, Minze oder Kamille. Diese Kombinationen ergeben abwechslungsreiche, weiterhin milde Aufgüsse. Als beruhigende Abendmischung harmoniert sie auch mit Baldrian-Tee. Pur getrunken eignet sich der Tee gut für Menschen, die kräftige Kräuteraromen meiden.
Zubereitung Schritt für Schritt
So bereiten Sie Taubnessel-Tee zu: 1. Ein bis zwei Teelöffel (etwa 2 g) getrocknete Blüten und Blätter pro 250-ml-Tasse abmessen. 2. Wasser auf 90 bis 100 °C erhitzen. 3. Das Kraut überbrühen und abgedeckt ziehen lassen, am besten 10 bis 15 Minuten, damit sich Saponine und Gerbstoffe lösen. 4. Abseihen und warm trinken.
Die vergleichsweise lange Ziehzeit ist typisch für dieses Kraut. Sowohl frische als auch getrocknete Pflanzenteile lassen sich verwenden, getrocknete sind länger haltbar. Zwei bis drei Tassen täglich gelten als üblicher Rahmen.
Sammeln, Ernte und Lagerung
Die ideale Erntezeit reicht von April bis Oktober, also über die lange Blütezeit der Taubnessel. Da sie nicht brennt, lässt sie sich bequem mit der Hand pflücken. Sammeln Sie an sauberen, unbelasteten Standorten und meiden Sie Wegränder an stark befahrenen Straßen. Es gibt mehrere Arten, etwa die Weiße und die Purpurrote Taubnessel, die sich vor allem in der Blütenfarbe unterscheiden.
Die geernteten Pflanzenteile werden luftig im Schatten getrocknet und anschließend luftdicht, trocken und dunkel aufbewahrt, dann halten sie etwa ein Jahr. So haben Sie das Kraut bei Bedarf griffbereit. Tipps zum Aufbewahren von Kräutern bündelt unser Ratgeber Tee richtig aufbewahren.
Häufige Fragen
Warum heißt die Taubnessel so?
Weil sie der Brennnessel ähnelt, aber keine Brennhaare besitzt und nicht brennt. Taub steht hier für wirkungslos im Sinne des Brennens. Sie gehört zur Gattung Lamium.
Wie unterscheide ich Taubnessel und Brennnessel?
Am sichersten an den Blüten: Die Taubnessel blüht auffällig weiß oder rot-violett, die Brennnessel trägt unscheinbare grünliche Blütenstände. Die Taubnessel brennt zudem nicht.
Wofür wird Taubnessel-Tee traditionell verwendet?
Überliefert ist die Verwendung bei Frauenbeschwerden, leichten Magen-Darm-Reizungen sowie bei Husten und Erkältungen. Belastbare Studien fehlen; der Tee ersetzt keine ärztliche Behandlung.
Wie lange muss Taubnessel-Tee ziehen?
Vergleichsweise lange: 10 bis 15 Minuten abgedeckt, damit sich Saponine und Gerbstoffe lösen. Das Wasser sollte 90 bis 100 °C heiß sein.
Kann ich Taubnessel selbst sammeln?
Ja. Von April bis Oktober lassen sich Blüten und Blätter an sauberen Standorten gefahrlos pflücken, da die Pflanze nicht brennt. Danach im Schatten trocknen.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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