Wasserdost (lat. Eupatorium cannabinum) ist eine krautige Pflanze, die zu den Korbblütlern zählt. Sie wird auch Wasserhanf oder Kunigundenkraut genannt. Was aber nichts daran ändert, dass sie eher nur einem recht überschaubaren Personenkreis überhaupt bekannt ist, geschweige denn, dass man wüsste, dass man mit Tee aus Wasserdost ganz hervorragend das Immunsystem stärken kann. Schade eigentlich, denn sowohl eine ständige Schnupfennase, als auch über Wochen hinweg den gleichen Erkältungstee trinken zu müssen, sind sehr lästige Erscheinungen, vor allem der kalten Jahreszeit.

Inhaltsstoffe

Wie viele andere Heilpflanzen auch, die sich als wirkungsvolles Mittel gegen Erkältungskrankheiten bewährt haben, findet auch Wasserdost bei Erkältungen und bei Heuschnupfen Anwendung. Wasserdost enthält relativ viel ätherisches Öl und auch Gerbstoffe sowie Harz sind sozusagen alte Bekannte. Auch Bitterstoffe sind enthalten, allerdings in der Form eines Bitterstoffglykosids, also verbunden mit einem Zucker.So hilft der Wasserdost nicht nur bei einem geschwächten Immunsystem und bei den klassischen Symptomen einer Erkältungskrankheit. Er ist auch bei Problemen mit der Leber, der Galle oder der Milz einsetzbar. Auch Eierstockentzündungen bessern sich mit Tee aus Wasserdost. Dank seiner entwässernden Wirkung, sind auch Ödeme und geschwollene Füße geeignete Anwendungsgebiete. Hausausschläge dagegen werden mit Umschlägen wirkungsvoll behandelt, die mit diesem Tee getränkt wurden.

Anbaugebiete

Weltweit gibt es insgesamt etwa 45 verschiedene Arten Wasserdost. Bei uns zuhause ist allerdings nur eine, der sog. Gemeine Wasserdost. Ihn findet man auch noch in Nordafrika und im vorderen Asien. Die restlichen Arten bevölkern in erster Linie Nordamerika, zu kleinen Teilen auch die östlichen Regionen Asiens. Besonders gute Wachstumsbedingungen findet der Wasserdost in feuchten Böden in denen er im Halbschatten bis mindestens 30 cm hoch wird. Er kann allerdings auch Höhen von bis zu 2 Metern erreichen.

Herstellung

Für den Tee aus Wasserdost sammelt man in den Monaten von Juli bis September das ganze Kraut der Pflanze. Getrocknet und zerkleinert ist es einige Zeit haltbar und hervorragend auch für Mischungen geeignet. Gerade, wenn man beispielsweise eine schon etwas fortgeschrittene Erkältung behandeln möchte, die sich inzwischen auch mit Fieber äußert, kann es ganz sinnvoll sein, noch weiter Heilpflanzen hinzuzufügen, die vielleicht auch noch schleimlösend und schweißtreibend sind. Verwendet man Wasserdost pur, empfiehlt es sich wegen einer besseren Wirksamkeit, den Tee als Kaltauszug zuzubereiten. Beginnt man gleich täglich bis zu drei Tasse Tee zu trinken, sobald sich die ersten Anzeigen für eine beginnende Erkältung zeigen, kann der Wasserdost am schnellsten helfen.

Fazit

Wer nun also das nächste Mal selbst auch einmal diesen Kräutertee ausprobieren möchte, der muss sich auf den Weg in eine Apotheke machen. Der Wasserdost ist nämlich apothekenpflichtig, das bedeutet, dass man diesen Tee noch nicht einmal im Reformhaus oder bei einem Kräuterhändler bekommt. Wer allerdings eine Stelle weiß, wo Wasserdost wächst, kann dort gerne selbst einen Vorrat für die nächste Erkältungssaison ernten. Der Wasserdost ist nicht geschützt und wenn er sich erst einmal an einem Ort angesiedelt hat, dann wächst er dort auch schnell in großen Mengen.Bildnachweis: Wasserdost ©Thinkstock: iStockphoto

Wasserdosttee zubereiten – Die Pflanze der Schmetterlinge

Wasserdost (Eupatorium cannabinum), auch Gewöhnlicher Wasserdost oder Hanfkraut genannt, ist eine imposante Wiesenpflanze, die in feuchten Gebieten, an Bachufern und in Auwäldern wächst. Von Juli bis September bedeckt sie sich mit zartrosa bis roten Blütenköpfchen, die bei Schmetterlingen und Bienen besonders beliebt sind. Für Wasserdosttee werden die blühenden Triebspitzen und Blätter geerntet.

Für Wasserdosttee übergießen Sie 1 Teelöffel getrockneter Wasserdostblüten und Blätter mit 250 ml heißem Wasser (90 Grad). Nach 5 bis 8 Minuten Ziehzeit abseihen und trinken. Der Tee hat einen leicht bitteren, herben Geschmack. Eine Kombination mit Holunderblüten oder Pfefferminze mildert den Geschmack angenehm ab.

Wichtiger Hinweis: Wasserdost enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), die in hohen Dosen lebertoxisch sind. Daher sollte Wasserdosttee nur in niedrigen Dosen (maximal 1 bis 2 Tassen täglich), nicht über längere Zeiträume und nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen werden. Im Handel befindliche, standardisierte Produkte mit PA-reduzierten Extrakten sind vorzuziehen.

Heilwirkung des Wasserdosts

Wasserdost ist in der europäischen Volksmedizin seit Jahrhunderten als Mittel bei Erkältungen und zur Stärkung des Immunsystems bekannt. Die Pflanze enthält Sesquiterpenlactone, Flavonoide, ätherische Öle und Polysaccharide, die immunmodulierende Wirkungen haben.

Das wichtigste Anwendungsgebiet ist die Stärkung des Immunsystems. Immunmodulierende Polysaccharide im Wasserdost aktivieren bestimmte Immunzellen und können die körpereigene Abwehr stärken. Ähnlich wie Echinacea, mit dem der Wasserdost botanisch verwandt ist, wird er bei Erkältungskrankheiten und zur Prophylaxe eingesetzt.

In der Volksmedizin wird Wasserdost auch bei Leber- und Gallenbeschwerden eingesetzt. Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Gallenproduktion an und fördern die Verdauung. Bei Rheumaerkrankungen soll die entzündungshemmende Wirkung des Wasserdosts lindernd wirken.

Interessant ist auch die externe Anwendung: Wasserdostextrakt wurde traditionell bei schlecht heilenden Wunden und Hautinfektionen eingesetzt. Die antimikrobiellen Eigenschaften der Sesquiterpenlactone können das Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmen.

Geschichte und botanische Besonderheiten des Wasserdosts

Wasserdost war im Mittelalter und in der Volksmedizin der frühen Neuzeit eine bedeutende Heilpflanze. Der Name „Eupatorium" geht auf den König Mithridates VI. Eupator von Pontus (120–63 v. Chr.) zurück, der angeblich die Pflanze als Gegengift verwendete. Im Mittelalter wurde Wasserdost bei Erkältungen, Fieber und Lebererkrankungen eingesetzt.

Interessant ist die Ähnlichkeit des deutschen Volksnamens „Hanfkraut" – der Name kommt von der Form der Blätter, die den Hanfblättern ähneln, die Pflanze hat jedoch keine Verwandtschaft mit Cannabis. In der Volksmedizin wurde diese namenstechnische Verwandtschaft manchmal zu abergläubischen Heilzuschreibungen genutzt.

Die hohe Anziehungskraft für Schmetterlinge macht Wasserdost heute vor allem als Gartenpflanze für Wildblumenbeete und naturnahe Gärten interessant. Im naturnahen Gartenbau wird Wasserdost als Nektarpflanze für Schmetterlinge wie Admiral, Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge geschätzt.

Häufige Fragen zu Wasserdosttee (FAQ)

Kann Wasserdosttee das Immunsystem stärken?
Ja, immunmodulierende Polysaccharide im Wasserdost können das Immunsystem unterstützen, ähnlich wie Echinacea.

Ist Wasserdost mit Hanf verwandt?
Nein, der Name „Hanfkraut" bezieht sich nur auf die ähnliche Blattform. Wasserdost (Eupatoriacea) und Hanf (Cannabis) sind botanisch nicht verwandt.

Wie lange kann ich Wasserdosttee trinken?
Aufgrund des Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden maximal 4 bis 6 Wochen pro Jahr und nur in niedrigen Dosen.

Ist Wasserdost dasselbe wie Echinacea?
Nein, aber beide gehören zur Familie der Korbblütler und haben ähnliche immunstärkende Eigenschaften. Sie sind nicht identisch.

Wann blüht Wasserdost?
Von Juli bis September. Die blühenden Triebspitzen sind die wertvollsten Ernteteile für medizinische Zwecke.

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