Vor kurzem bei uns noch ein absoluter Exot, muss man weißen Tee inzwischen längst zu den erfolgreichsten Newcomern zählen. Seinen Erfolg bei uns verdankt der weiße Tee, der in seiner Heimat China bereits auf eine sehr lange Tradition zurückblickt, sicher auch der Tatsache, dass er nicht nur bei gut sortierten Teehändlern zu finden ist, sondern dank der ganz großen Teehersteller mittlerweile sogar in fast jedem Supermarktregal steht. Die Sortenauswahl ist zwar, im Vergleich zu grünem oder gar schwarzem Tee recht eingeschränkt, doch das schränkt den Genuss keinesfalls ein. Gong Mei, auch bekannt unter dem Namen Tribute Eyebrow, ist zwar nur ein Tee der dritten Qualitätsstufe, überzeugt trotzdem mit seinem milden Geschmack.

Inhaltsstoffe

Die Tatsache, dass der weiße Tee sich vor allem durch einen niedrigen Gehalt an Gerb- und Bitterstoffen auszeichnet, täuscht viele seiner Anhänger. Zwar bleibt der Geschmack auch bei längerer Ziehdauer angenehm mild und blumig, doch trotz dieser äußerst magenschonenden Eigenschaft wirkt weißer Tee sehr anregend. Die Konzentration an Koffein ist nämlich wiederrum im Vergleich zu anderen Arten wie grüner oder schwarzer Tee, erhöht. Dies lässt sich ganz einfach erklären: das Koffein sammelt sich in einer Teepflanze vor allem in den Blattspitzen und den Knospen. Da nur diese für weißen Tee verwendet werden, ist logisch, dass dann auch im Endprodukt entsprechend viel Koffein enthalten ist. Der Vitamingehalt des weißen Tee, besonders die Vitamine C und E, ist ebenfalls recht hoch. Und auch die Flavonoide, sekundäre Pflanzenstoffe, die antibakteriell wirken, leisten ihren Beitrag, warum weißer Tee als wahre Wunderwaffe für unsere Gesundheit gilt. So sollen Cholesterinspiegel, Blutzucker und Blutdruck positiv beeinflusst werden. Manche glauben sogar, der regelmäßige Genuss weißen Tees könne die Entstehung von Krebs verhindern.

Anbaugebiete

Für den Gong Mei werden ausschließlich die Blätter des Xiao Bai Teebaumes verwendet, ein besonders kleiner Teestrauch, der vor allem China, inzwischen aber auch in Japan und sogar Kenia und Indien angebaut wird. Die größten Mengen werden aber unverändert in der chinesischen Provinz Fujian hergestellt, wie andere Sorten weißen Tee auch.

Herstellung

Ziel bei der Herstellung weißen Tees ist es, die Blätter in einem möglichst ursprünglichen Zustand zu belassen. Nach der Ernte werden sie zu diesem Zweck möglichst gelichmäßig getrocknet und im Anschluss gedörrt. Zum Schluss wird aussortiert. Nur geschlossene, unbeschädigte Knospen ergeben weißen Tee der besten Qualität. Dass Gong Mei zur dritten Klasse gehört, bedeutet also, dass hier auch beschädigte oder bereits geöffnete Knospen enthalten sind.

Fazit

Gong Mei ist ein nicht ganz so teurer weißer Tee und eignet sich deshalb auch recht zum, wenn man diese Teeart einfach einmal ausprobieren möchte. Sein Geschmack, der gerne auch an Orchideen erinnert, wird sicher überzeugen.

Bildnachweis: Gong Mei — © nizo - Fotolia.com

Gong Mei zubereiten: Der zugängliche Weißtee aus China

Gong Mei ist ein chinesischer Weißtee aus der Kategorie der „Tribute Eyebrow"-Tees und liegt qualitativ zwischen Shou Mei und Bai Mu Dan. Er besteht aus den größten Blättern und kleinsten Knospen der Weißtee-Ernte und hat einen kräftigeren Charakter als die feinen Silbernadeln oder Bai Mu Dan. Für die Zubereitung Wasser auf 80 bis 85 Grad Celsius erhitzen. Pro 250 ml Wasser zwei bis drei Gramm Gong Mei verwenden. Zwei bis drei Minuten ziehen lassen. Gong Mei kann zwei bis drei Mal aufgegossen werden.

Der Aufguss hat eine hellgoldene bis hellbernsteinfarbene Farbe und einen angenehm weichen, leicht süßlichen Geschmack mit erdigen Noten. Im Vergleich zu Bai Mu Dan fehlen die ausgeprägten floralen Noten; stattdessen überzeugt Gong Mei durch Zugänglichkeit und einen runden Körper. Als Kaltaufguss über Nacht im Kühlschrank ist Gong Mei ein wunderbares Sommergetränk. Da er günstiger ist als die feinen Weißtees, eignet er sich gut für den täglichen Konsum.

Die Weißtee-Familie: Einordnung von Gong Mei

Chinesische Weißtees werden nach Qualität und Blattzusammensetzung in mehrere Kategorien eingeteilt. Bai Hao Yinzhen (Silbernadeln) stehen an der Spitze – nur Knospen, kaum Verarbeitung, höchster Preis. Bai Mu Dan (Weiße Pfingstrose) folgt mit einer Knospe und zwei Blättern. Gong Mei und Shou Mei bilden die untere Qualitätsstufe mit reiferen, größeren Blättern. Diese Hierarchie spiegelt sich im Preis wider, aber nicht unbedingt im Genuss: Viele Teeliebhaber bevorzugen die zugänglichere, kräftigere Note der unteren Qualitätsstufen.

Gong Mei stammt hauptsächlich aus der Provinz Fujian, wo auch die anderen chinesischen Weißtees produziert werden. Die Region um Fuding und Zhenghe ist traditionell das Zentrum der Weißtee-Produktion. Gong Mei wird nach Qualität sortiert und erhält in China eine Bewertungsskala von eins (höchste Qualität) bis fünf. Der in Deutschland erhältliche Gong Mei ist meist der mittleren Qualitätsklasse zuzuordnen.

Häufig gestellte Fragen zu Gong Mei

Ist Gong Mei ein guter Einstieg in Weißtee?
Ja – Gong Mei ist durch sein zugänglicheres Preis-Leistungs-Verhältnis ein idealer Einstieg in die Welt der chinesischen Weißtees. Wer Weißtee zunächst ausprobieren möchte, ohne viel zu investieren, ist mit Gong Mei gut bedient. Wenn die Weißtee-Welt gefällt, kann man sich zu den feinen Qualitäten wie Bai Mu Dan oder Silbernadeln vorarbeiten.

Kann man Gong Mei auch lagern?
Ja, wie alle Weißtees kann auch Gong Mei gelagert werden. Bei korrekter Lagerung entwickelt er mit der Zeit tiefere, honigähnliche Noten. Da Gong Mei günstiger ist, ist das Lagern für Experimentierfreudige ein interessanter Ansatz.

Wie unterscheidet sich Gong Mei von Shou Mei?
Beide sind Weißtees aus reiferen Blättern, aber Gong Mei hat noch etwas Knospenanteil und gilt als etwas feiner als Shou Mei. In der Praxis sind die Unterschiede gering. Shou Mei ist meist kräftiger und erdiger, Gong Mei etwas milder und zugänglicher.

Zubereitung von Gong Mei Weißtee

Gong Mei (贡眉, „Kaiseraugenbrauen") ist eine der vier wichtigen weißen Tee-Sorten aus China und die dritte Qualitätsstufe nach Yin Zhen (Silbernadel) und Pai Mu Tan (Weißer Pfingstrosentee). Gong Mei besteht aus reiferen Blättern mit weniger Knospen als Pai Mu Tan, was ihm mehr Körper und Süße verleiht. Zubereitung: 75–80 °C Wasser (kein kochendes Wasser!), 4–5 Gramm pro 200 ml, 4–5 Minuten Ziehzeit. Der Aufguss ist goldgelb bis bernsteinfarben, das Aroma süßlich-fruchtig mit Noten von Honig und reifen Äpfeln. Gong Mei ist einer der wenigen weißen Tees, der auch für Gongfu-Stil funktioniert: kurze Aufgüsse in einer Gaiwan geben ein sich entwickelndes Geschmackserlebnis über mehrere Aufgüsse. Besonders als gereifter alter weißer Tee (3–10 Jahre) entwickelt Gong Mei tiefe, honigartige Aromen.

Wirkung und Gesundheitsaspekte von Gong Mei

Gong Mei ist weniger bekannt als die feinen Sorten Yin Zhen und Pai Mu Tan, hat aber ähnliche gesundheitliche Profile. Weißer Tee enthält hohe Mengen an Catechinen und Polyphenolen – die geringe Verarbeitung (nur Welken und Trocknen) erhält die natürlichen Schutzstoffe der Pflanze. EGCG-Gehalt in weißem Tee ist vergleichbar mit dem in Grüntee, manchmal sogar höher, weil die Blätter kürzer erhitzt werden. Gong Mei hat einen geringeren Koffeingehalt als Yin Zhen (Knospen enthalten mehr Koffein als reifere Blätter), was ihn ideal für nachmittäglichen oder abendlichen Genuss macht. Die Anthocyane und Flavonoide in den reiferen Blättern von Gong Mei haben entzündungshemmende Wirkung. Gereifter Gong Mei wird in der chinesischen Volksmedizin bei Erkältungen und Verdauungsproblemen eingesetzt.

Geschichte und Klassifizierung weißer Tees

Weißer Tee aus der Fujian-Provinz hat eine lange Geschichte, obwohl die formale Klassifizierung der vier Hauptsorten (Yin Zhen, Pai Mu Tan, Gong Mei, Shou Mei) erst im 20. Jahrhundert standardisiert wurde. Der Begriff „Gong Mei" (Kaiseraugenbrauen) verweist auf die geschwungene Form der reifen Teeblätter, die an Augenbrauen erinnert – traditionell ein Symbol für Würde und Weisheit. In der Qing-Dynastie war Gong Mei eines der wichtigsten Export-Güter Fujians, besonders für den europäischen Markt. Im 19. Jahrhundert exportierten Händler aus Fuding und Zhenghe große Mengen Gong Mei nach Europa. Heute wird Gong Mei weltweit in Teehandlungen angeboten und ist eine gute Einsteigerwahl für alle, die weißen Tee kennenlernen möchten.

Häufig gestellte Fragen zu Gong Mei

Was ist der Unterschied zwischen Gong Mei und Shou Mei?
Shou Mei (寿眉, „Langlebige Augenbrauen") ist die vierte Qualitätsstufe – noch reifere Blätter, mehr Körper, kräftigerer Geschmack. Gong Mei ist feiner, Shou Mei robuster.

Kann man Gong Mei als Eistee trinken?
Ja – Cold Brew Gong Mei ergibt einen mild-süßlichen Eistee mit leichter Fruchtnote. Ideal im Sommer.

Reift Gong Mei gut?
Ja – wie alle weißen Tees kann Gong Mei über Jahre gelagert werden. Nach 3–5 Jahren entwickelt er tiefere, medizin-artige Aromen ähnlich wie alter Pu-erh.

Ist Gong Mei teuer?
Günstiger als Yin Zhen und Pai Mu Tan. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in der weißen Tee-Kategorie.

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