Die Lipton Tee Pyramiden im Geschmackstest
Ob normaler Pfefferminztee, Weißer Tee, schwarzer Tee, grüner Tee, Kräuter Tee, Früchte Tee, Himbeere oder Zitrone Honig….die verschiedensten Kreationen finden sich neuerdings ganz gerne in Pyramiden-Teebeuteln in aromatisierter Form wieder. Auch Lipton bietet zahlreiche Geschmacksrichtungen in diesen kleinen netten Dreiecken an. Da haben wir uns gleich mal Teetassen geschnappt und zwei dieser speziellen Sorten ausprobiert. Und dazu noch der neue Schwarz-Tee von Lipton, genannt Yellow Label Tea, aus nachhaltigem Anbau. Wir sind gespannt!Lovely Lemon (Zitrone und Honig)
Klingt schon aufgrund des Namens lecker. Packung auf und 20 niedlich aussehende Pyramidenbeutel warten auf den Sprung in die Teetasse. In den Beuteln sind neben Zitronenschale und Honig natürlich die gute alte Hagebutte, Apfel, Lindenblüten, Hibiskus und Brombeer- und Orangenblätter. Leider finden sich auch Aroma und Maltodextrin im Tee, was die gute Grundmischung bestimmt nicht nötig gehabt hätte. Mal davon abgesehen: Die Pyramidenförmigen Teebeutel sollen dafür sorgen, dass sich das Aroma der Teeblätter und Fruchtstückchen besonders gut entfalten können und der Tee so noch geschmacksintensiver schmeckt. Also ab damit in die Tasse und heißes Wasser darüber. Da Früchtetee gerne etwas länger zieht, ist laut Packungshinweis eine Ziehzeit von 5-8 Minuten zu empfehlen. Duftet wunderbar süßlich nach Honig und fruchtig nach Zitrone. Leider wurde mein Geschmackssinn im Vergleich zu meiner Nase etwas enttäuscht. Nein, der Tee schmeckt super. Nur irgendwie nicht nach Zitrone und ebenso wenig nach Honig. Süß, auch fruchtig aber eben ohne die gelbe Frucht. Nach der anfänglichen Irritation schmeckt er dann doch ganz gut. Und zwar nach Minze, Limonengras und einem Hauch von grünem Tee. Aber das ist ja auch ok und ist wirklich lecker. Alles natürlich rein subjektiv. Am besten ihr testet den Loveley Lemon selbst einmal und vielleicht entdeckt ihr ja die Zitrone oder noch eine Menge anderer Früchte und Geschmäcker. Auf jeden Fall ist eine noch längere Ziehzeit zu empfehlen. Den Teebeutel kann man ruhig 10 Minuten in der Tasse lassen, da der Tee in großen Bechertassen sonst zu fad schmecken würde.Pfefferminztee
Ja, auch der scheinbar profane Pfefferminztee hat es in den Pyramiden-Teebeutel geschafft. Wohl einer der beliebtesten Teesorte der Deutschen überzeugt im neuen Teebeutel Design. Zugegeben kann man bei der einzigen Zutat –der Minze –nicht so viel verkehrt machen. Wenigstens kommt er, im Vergleich zu anderen Sorten von Lipton, ohne zusätzliche Aromen und Zusatzstoffe aus. Dennoch schmeckt der Tee wesentlich intensiver nach den grünen Blättern als manch anderer vergleichbare Kräutertee. Wahrscheinlich trägt hier die Form des Teebeutels wirklich zu einer größeren Entfaltung der Aromen bei und hinterlässt einen vollmundigen Geschmack. Auf der Packung sind 4-5 Minuten Ziehzeit angegeben, die auch vollkommen ausreichen dürfte. Lecker duftend verspricht die dunkelgrüne Farbe schon mal so einiges und man freut sich auf den minzigen Geschmack, der zugleich, durch sein enthaltenes Menthol, auch noch besonders gesundheitsfördernd sein soll. Wer denkt Pfefferminztee ist ja langweilig und nur gegen Erkältung, Schnupfen und Halsweh gut, der kann sich schon mal auf den Sommer freuen. Denn auch kalt schmeckt der super. Probiert ihn doch mal mit Eiswürfeln, ein wenig Zucker und einen Schuss Zitronen- oder Limettensaft. Schmeckt himmlisch erfrischend. Da könnt ihr euch dann euren eigenen Eistee mit den Lipton Teesorten zusammen mixen.Yellow Label Tea
Was wäre Lipton (schließlich bekannt durch Eistee) ohne seinen schwarzen Tee im Sortiment. Zwar nicht im schicken Dreiecksteebeutel aber trotzdem lecker. Ausgezeichnet durch eine dunkle Farbe, kräftig und leicht herben aber zugleichauch milden Geschmack lässt sich dieser Tee wirklich genießen. Ob mit Milch und Zucker, ohne Zucker, mit Zitrone …..er schmeckt einfach gut. Da keine Ziehzeit auf der Packung angegeben ist, hier ein kleiner Tipp. 2-3 Minuten ziehen lässt den schwarzen Tee sein volles Aroma entfalten und behält dabei das meiste an Koffein und wirkt somit eher anregend. Lasst ihr den Tee so um die 5 Minuten ziehen, wird er eher zunehmend abgerundeter und ist so auch am Abend gut zu trinken. Auf jeden Fall viel länger als 5-6 Minuten sollte der Yellow Label Tea nicht ziehen, sonst neigt dieser dazu bitter zu werden. Natürlich kommt der Schwarze Tee aus dem Beutel nicht gegen die losen Teeblätter aus dem Teeladen an. Gerade für eine Tasse Genuss ist es aber perfekt. Die große englische Teezeremonie lässt sich damit allerdings nicht vollziehen. Macht aber ja auch nichts. Der Geschmack überzeugt – und das ist schließlich das Wichtigste. Und natürlich die gute Tat. Interessant ist nämlich, dass der Tee nicht nur aus nachhaltigem Anbau kommt sondern dazu noch verschiedene soziale Standards vereinbart worden sind, welche bessere Arbeitsbedingungen, ein gerechter Lohn, Gesundheitsversorgung für die Arbeiter und der Zugang zu Schulbildung für deren Kinder enthält. Lipton ist Mitglied der Rainforest Alliance und unterstützt damit die Tee Farmer, ihre Produkte ökologisch verträglich anzubauen, eine größere Wirtschaftlichkeit zu erlangen und sich dadurch besser am Weltmarkt zu positionieren. Auf der Packung findet sich ein grüner Frosch, der darauf hinweist, dass der Tee auf zertifizierten Plantagen wächst, welche die Umwelt weniger stark beeinträchtigen. Dabei ist die Rainforest Alliance darauf auslegt, Hilfe zur Selbsthilfe zu schaffen, damit verarmte Tee Farmer einen eigenen Weg aus der Armut finden, dabei die Umwelt schonen und so selbstständig agieren können. Allerdings steht dieses Zeichen nicht für Bio Tee, also dem Anbau des Tees in rein biologischer Art. Und trotzdem ist dies ein Schritt in die richtige Richtung. Mir schmeckt dieser schwarze Tee dadurch gleich noch ein bisschen besser, obwohl dieser faire Anbau noch nicht für alle Teesorten von Lipton gilt. Dies sollte sich jedoch laut dem Unternehmen bis 2015 ändern.Das Geschmacksdreieck: Ein Werkzeug für Teekenner
Tee hat eine der komplexesten Geschmacksprofile aller Getränke – ähnlich wie Wein werden professionelle Teekoster immer ausgefeiltere Beschreibungsrahmen nutzen. Das Konzept des „Geschmacksdreiecks" bei Tee beschreibt die drei grundlegenden Geschmacksdimensionen, die jeden Tee charakterisieren: Aroma (Duft und Geschmack), Textur (Mundgefühl, Körper) und Abgang (Nachgeschmack, Länge). Diese drei Dimensionen spannen einen Raum auf, in dem jeder Tee seinen einzigartigen Platz findet. Ein leichter Yin Zhen hat ein zartes Aroma, sehr leichte Textur und einen langen, süßen Abgang. Ein kräftiger Assam hat ein intensives Malzaroma, einen vollen Körper und einen kurzen, aber kräftigen Abgang. Das Dreieck hilft, Tees präzise zu beschreiben und zu vergleichen.
Aromenprofile von Tees: Eine Karte der Geschmackslandschaft
Professionelle Teeverkoster verwenden ein differenziertes Vokabular, das sich an Weinkostterminologie und asiatische Tee-Deskriptoren anlehnt. Blumige Aromen: Orchidee (Tieguanyin), Jasmin (Jasmin-Tee), Rose (Rose Noir), Lavendel (Lavendel-Kräutertee). Fruchtige Aromen: Pfirsich (Oriental Beauty), Muskatel (Darjeeling), Apfel (Longjing), Stachelbeere (Darjeeling First Flush). Grasige Aromen: frisches Gras (Sencha), Heu (weißer Tee), grüne Bohnen (Gunpowder). Röst-/Nussaromen: Popcorn (Genmaicha), Haselnuss (gerösteter Oolong), Karamell (Houjicha). Mineralisch/Erdig: Stein (Wuyi Rock Oolong), feuchte Erde (reifer Pu-erh), Waldboden (alter Pu-erh). Diese Kategorien helfen, den eigenen Teegeschmack zu kartieren und gezielt neue Sorten zu erkunden.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Fruchtetee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Wie entwickelt man einen verfeinerten Teegeschmack?
Teegeschmack ist erlernbar – durch regelmäßiges, bewusstes Verkosten. Der erste Schritt: Tees pur trinken (ohne Milch, Zucker oder andere Zusätze), um die natürlichen Aromen zu erleben. Der zweite Schritt: Tees vergleichen – denselben Grüntee bei 70 °C und 85 °C aufbrühen und die Unterschiede notieren. Dritten Schritt: Tees aus verschiedenen Regionen nebeneinander verkosten – ein Darjeeling First Flush neben einem Second Flush neben einem Nilgiri. Vierten Schritt: Eine Art Tee-Geschmackstagebuch führen. Die professionellen Verkoster der Teeindustrie nutzen standardisierte Bewertungsbögen; für Hobbyisten reicht ein Notizbuch mit persönlichen Eindrücken. Mit der Zeit schärft sich die Wahrnehmung, und die Geschmackslandschaft von Tee wird immer reicher.
Häufig gestellte Fragen zu Tee-Geschmacksprofilen
Was ist „Muskatell-Aroma" beim Darjeeling?
Ein charakteristisches trauben-moschaartiges Aroma des Darjeeling Second Flush, das durch die Bisse einer Zikade und das spezifische Terroir entsteht.
Was bedeutet „Hui Gan" oder „Cha Qi"?
Hui Gan (回甘) = zurückkehrende Süße. Cha Qi (茶气) = die „Energie" des Tees – das körperliche Empfinden nach dem Trinken.
Kann man Tee richtig oder falsch verkosten?
Es gibt Techniken (saugen, auf der Zunge rollen), aber subjektiver Geschmack ist immer legitim. Es gibt kein „falsch" beim persönlichen Genuss.
Was ist der Unterschied zwischen Aroma und Geschmack bei Tee?
Aroma wird olfaktorisch (über Nase) wahrgenommen, Geschmack über die Geschmacksknospen (süß, sauer, bitter, salzig, umami). Das Gesamterlebnis ist immer eine Kombination beider.
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