Gabalong ist ein japanischer Grüntee, der durch ein ungewöhnliches Verfahren entsteht: Die Blätter lagern stundenlang unter Stickstoff statt unter Sauerstoff und reichern dabei die Aminosäure GABA an. Das Ergebnis ist ein auffallend weicher, milder Aufguss. Hier erfahren Sie, wie das Verfahren funktioniert, woher Gabalong kommt, wie viel Koffein er enthält und wie Sie ihn richtig zubereiten.

Steckbrief
Pflanze/BasisCamellia sinensis, japanischer Grüntee
Koffeingehaltca. 20-30 mg pro Tasse (200 ml)
Geschmacksprofilweich, mild, leicht fruchtig-säuerlich
Wassertemperatur70-80 °C, nicht kochend
Ziehzeit1-2 Minuten
Dosierung1 gehäufter TL (ca. 2 g) pro 200 ml
Aufgüsse2-3 Aufgüsse, Ziehzeit jeweils verlängern
Preisspanneca. 8-15 € pro 100 g

Herkunft und Herstellung: Tee unter Stickstoff

Gabalong ist ein japanischer Grüntee, dessen Name auf die Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verweist, die bei der Verarbeitung angereichert wird. Angebaut wird er in einem eng begrenzten Gebiet der Präfektur Shizuoka, wo die Teesträucher in Höhen von 100 bis 150 Metern stehen. In anderen Teilen Japans und in China spielt diese Spezialität kaum eine Rolle.

Das entscheidende Verfahren wurde 1987 an einem japanischen Forschungsinstitut entwickelt: Die frisch geernteten Blätter lagern 10 bis 14 Stunden unter Stickstoff statt unter Sauerstoff. Ursprünglich sollte das die Haltbarkeit erhöhen, tatsächlich steigt dabei der GABA-Gehalt stark an. Anschließend werden die Blätter wie üblicher japanischer Grüntee gedämpft, gerollt und getrocknet. Wie die Dampffixierung den Charakter prägt, zeigt sich auch beim Sencha.

GABA und die übrigen Inhaltsstoffe

Damit ein Tee offiziell als GABA-Tee gilt, muss er mindestens 150 mg Gamma-Aminobuttersäure pro 100 Gramm enthalten — ein Vielfaches gewöhnlicher Grüntees, die meist unter 10 mg liegen. Daneben liefert Gabalong dieselben Stoffe wie andere japanische Grüntees: Catechine, die Aminosäure L-Theanin und Koffein, das mit rund 20 bis 30 mg pro Tasse moderat ausfällt.

In Japan wird Gabalong traditionell von Menschen mit erhöhtem Blutdruck getrunken, er wird dort vorwiegend in Apotheken und Drogerien angeboten statt im Lebensmittelhandel. Ein belegtes Heilmittel ist er nicht. Wer sich für die Studienlage zu Grüntee und Kreislauf interessiert, findet mehr im Beitrag Grüner Tee und Bluthochdruck.

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Geschmack: weich und mild

Frisch aufgebrüht schmeckt Gabalong auffallend weich und rund, mit einer milden, leicht fruchtig-säuerlichen Note. Die für viele Grüntees typische Herbe tritt zurück, weil die sauerstoffarme Lagerung die Gerbstoffe weniger ausprägt. Die dunkelgrünen, fast nadelförmigen Blätter ergeben einen klaren, hellgrünen Aufguss.

Neben dem grasig-frischen Matcha wirkt Gabalong gedämpfter und sanfter. Damit ist er ein Tee für alle, die kräftige Bitternoten meiden und lieber einen runden Charakter im Glas haben.

Zubereitung Schritt für Schritt

Gabalong verträgt kein kochendes Wasser. Lassen Sie es nach dem Aufkochen auf 70 bis 80 Grad abkühlen, sonst löst der Aufguss zu viele Bitterstoffe. Rechnen Sie mit etwa einem gehäuften Teelöffel (rund 2 Gramm) auf 200 Milliliter.

Die Ziehzeit liegt bei nur ein bis zwei Minuten. Zwei bis drei Aufgüsse sind problemlos möglich, wobei Sie die Ziehzeit jeweils um etwa 30 Sekunden verlängern. Ähnlich behutsam geht man beim Kamairicha vor, einem weiteren japanischen Grüntee mit milder Note.

Kauf und Qualitätsmerkmale

Gabalong ist aufwendig in der Produktion und damit teurer als Standard-Grüntee; üblich sind etwa 8 bis 15 Euro pro 100 Gramm. Gute Ware erkennen Sie an gleichmäßig dunkelgrünen, festen Blättern und einem frischen, leicht süßlichen Duft ohne muffige Töne.

Achten Sie auf eine Angabe des GABA-Gehalts in Milligramm sowie auf ein Erntejahr, denn Grüntee verliert mit der Zeit Aroma. Bio-zertifizierte Importe direkt aus Japan bieten zusätzliche Sicherheit bei Rückständen.

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GABA-Tee als Grüntee und als Oolong

Die GABA-Anreicherung über Stickstofflagerung lässt sich auf verschiedene Teearten anwenden. Gabalong bezeichnet die grüne Variante mit gedämpften, dampffixierten Blättern. Daneben gibt es GABA-Oolong, der vor allem in Taiwan hergestellt wird: Hier werden die Blätter zusätzlich teiloxidiert und gerollt, was dem Aufguss fruchtigere, honigartige Noten verleiht.

Beide teilen den hohen GABA-Gehalt von mindestens 150 mg pro 100 Gramm, unterscheiden sich aber im Charakter. Wer den vollmundigeren, teiloxidierten Stil mag, sollte den taiwanesischen GABA-Oolong probieren; wer es frisch-grün bevorzugt, bleibt beim japanischen Gabalong oder vergleicht ihn mit einem klassischen Mao Feng.

Lagerung

Bewahren Sie Gabalong kühl, trocken und lichtgeschützt in einer luftdichten Dose aus Zinn oder dunklem Glas auf. Als Grüntee reagiert er empfindlich auf Sauerstoff und Feuchtigkeit und sollte innerhalb von sechs bis zwölf Monaten aufgebraucht werden. Halten Sie ihn fern von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen oder Kaffee, da die trockenen Blätter Fremdgerüche rasch annehmen.

Häufige Fragen

Was ist Gabalong?
Gabalong ist ein japanischer Grüntee, dessen Blätter unter Stickstoff gelagert werden. Dadurch reichert sich die Aminosäure GABA an. Der Name verbindet GABA mit der Endung des Wortes Oolong.

Wie entsteht der hohe GABA-Gehalt?
Die frischen Blätter lagern 10 bis 14 Stunden unter Stickstoff statt Sauerstoff. In dieser sauerstoffarmen Umgebung bildet sich vermehrt Gamma-Aminobuttersäure. Echter GABA-Tee enthält mindestens 150 mg pro 100 Gramm.

Wie viel Koffein hat Gabalong?
Eine Tasse (200 ml) enthält etwa 20 bis 30 mg Koffein und liegt damit im Bereich anderer japanischer Grüntees, also deutlich unter Filterkaffee mit 80 bis 120 mg.

Wie bereitet man Gabalong zu?
Mit 70 bis 80 Grad heißem Wasser und einer kurzen Ziehzeit von ein bis zwei Minuten. Kochendes Wasser macht ihn bitter. Zwei bis drei Aufgüsse sind möglich.

Woher stammt Gabalong?
Aus der japanischen Präfektur Shizuoka, wo er in einem kleinen Gebiet in 100 bis 150 Metern Höhe angebaut wird. Außerhalb Japans wird er kaum produziert.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.