Storchenschnabelkrauttee wird aus dem Ruprechtskraut gewonnen, einer heimischen Storchschnabel-Art mit dem botanischen Namen Geranium robertianum. Ihr Name spielt auf die schnabelförmigen Früchte an. Der Aufguss enthält das ätherische Öl Geraniol sowie Gerbstoffe und wird traditionell bei Durchfall und zur Unterstützung des weiblichen Zyklus verwendet. Hier erfahren Sie, welche Inhaltsstoffe die Pflanze prägen, wie der Tee schmeckt und wie Sie ihn zubereiten.

Steckbrief
Pflanze/BasisRuprechtskraut / Storchschnabel (Geranium robertianum), Storchschnabelgewächse
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilherb-adstringierend, leicht rosig-blumig durch Geraniol
Wassertemperatur90-100 °C
Ziehzeit8-10 Minuten
Dosierung1-2 TL (ca. 2 g) getrocknetes Kraut pro 250 ml
Aufgüsse1 Aufguss
Preisspanneca. 3-6 € pro 100 g

Was das Storchenschnabelkraut ist

Das Storchenschnabelkraut, botanisch Geranium robertianum, ist als Ruprechtskraut bekannt und gehört zu den Storchschnabelgewächsen. Seinen Namen verdankt die Gattung den länglichen, schnabelförmigen Fruchtkapseln, die an den Schnabel eines Storchs erinnern. Die zierliche Pflanze trägt kleine, oft rosa bis purpurne Blüten und zerriebene Blätter verströmen einen kräftigen, von manchen als unangenehm empfundenen Duft.

Sie wächst auf der ganzen Welt, von Europa über Nordasien bis Süd- und Nordamerika, und bevorzugt halbschattige, stickstoffreiche Standorte an Hecken, Mauern und Waldrändern. In Nordamerika wird sie mancherorts als Zierpflanze kultiviert. Für Teemischungen rund um den weiblichen Zyklus wird das Kraut bis heute mit anderen Pflanzen kombiniert, etwa mit Frauenmanteltee.

Inhaltsstoffe und traditionelle Anwendung

Auffälligster Inhaltsstoff ist das ätherische Öl Geraniol, dessen Geruch oft als rosenähnlich beschrieben wird. Hinzu kommen weitere ätherische Öle wie Limonen, Linalool und Terpineol sowie Gerbstoffe, Kaffeesäure und die Flavonoide Kämpferol und Rutin. Vor allem die Gerbstoffe verleihen dem Tee seine zusammenziehende, adstringierende Eigenschaft.

Traditionell wird der Aufguss aus dem roten Storchenschnabelkraut bei leichten Durchfallerkrankungen sowie unterstützend bei Frauenbeschwerden verwendet; auch eine entzündungshemmende Verwendung ist überliefert. Wissenschaftlich gut abgesichert sind diese Anwendungen nicht, und das Kraut ist kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Wer mit Tee bei Magen-Darm-Themen experimentiert, findet auch unter Fencheltee einen milderen Klassiker.

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Geschmack des Aufgusses

Storchenschnabelkrauttee schmeckt deutlich herb und adstringierend, was an den Gerbstoffen liegt: Sie erzeugen ein leicht pelziges Gefühl am Gaumen, ähnlich wie kräftiger schwarzer Tee. Im Hintergrund schwingt durch das Geraniol eine zarte rosig-blumige Note mit, die an Rosen erinnert. Je länger der Tee zieht, desto stärker treten die Gerbstoffe und damit die herbe Seite hervor.

Für Einsteiger wirkt der Tee zunächst kräftig. Eine kürzere Ziehzeit von rund fünf Minuten und ein Löffel Honig mildern die Herbe spürbar. Wer eine sanftere Tasse bevorzugt, mischt das Kraut mit milden Blütentees wie Malve oder kombiniert es mit Melissentee für eine zitronig-frische Note. Pur entfaltet der Aufguss dagegen seinen typisch erdig-herben Charakter.

Zubereitung Schritt für Schritt

So bereiten Sie den Tee zu: 1. Ein bis zwei Teelöffel (etwa 2 g) getrocknetes, zerkleinertes Kraut pro 250-ml-Tasse abmessen. 2. Wasser auf 90 bis 100 °C erhitzen. 3. Das Kraut überbrühen und abgedeckt acht bis zehn Minuten ziehen lassen, damit sich die Gerbstoffe lösen. 4. Abseihen und warm trinken.

Ein speziell günstiger Erntezeitpunkt ist für das Ruprechtskraut nicht überliefert; geerntet wird das blühende Kraut im Sommer. Sowohl frische als auch getrocknete Pflanzenteile lassen sich verwenden, getrocknete sind länger haltbar. Zwei Tassen täglich gelten als üblicher Rahmen.

Sammeln, Bezug und Lagerung

Wer selbst sammelt, schneidet die oberirdischen Pflanzenteile an sauberen, unbelasteten Standorten und trocknet sie luftig im Schatten. Da das Kraut bei Berührung stark riecht, sollte man die Hände danach waschen. Im Handel und in der Apotheke ist das Kraut lose erhältlich, oft in Zyklus- oder Kinderwunsch-Mischungen.

Getrocknet wird das Kraut luftdicht, trocken und dunkel aufbewahrt, dann hält es etwa ein Jahr. In der Schwangerschaft und bei bestehenden Erkrankungen sollte vor einer regelmäßigen Anwendung ärztlicher Rat eingeholt werden. Eine Übersicht weiterer Kräuteraufgüsse bietet unser Beitrag zur russischen Teekultur mit ihren Kräutermischungen.

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Häufige Fragen

Woher kommt der Name Storchenschnabel?
Von den länglichen, schnabelförmigen Fruchtkapseln, die an den Schnabel eines Storchs erinnern. Botanisch heißt die Pflanze Geranium robertianum, volkstümlich Ruprechtskraut.

Wofür wird Storchenschnabelkrauttee traditionell verwendet?
Überliefert ist die Verwendung bei leichten Durchfallerkrankungen und unterstützend bei Frauenbeschwerden. Wissenschaftlich gut belegt ist das nicht; der Tee ersetzt keine ärztliche Behandlung.

Wie schmeckt der Tee?
Deutlich herb und adstringierend durch die Gerbstoffe, mit einer zarten rosig-blumigen Note durch das ätherische Öl Geraniol. Honig mildert die Herbe.

Wie bereite ich ihn zu?
Ein bis zwei Teelöffel getrocknetes Kraut mit 90 bis 100 °C heißem Wasser übergießen und acht bis zehn Minuten abgedeckt ziehen lassen, dann abseihen.

Wann sollte ich auf den Tee verzichten?
In der Schwangerschaft und bei bestehenden Erkrankungen sollten Sie vor regelmäßigem Konsum ärztlichen Rat einholen. Bei anhaltenden Beschwerden ist ärztliche Abklärung der richtige Weg.

Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.