Legende oder Wahrheit?
Vollkommen sicher sind wohl nur die Rezeptur und die Tatsache, dass der Long Island Iced Tea aus den USA stammt. Dass der Namensteil "Iced Tea" von der Färbung her stammt, ist auch recht wahrscheinlich. Für alles andere gibt es aber fast so viele verschiedene Legenden und Geschichten, wie Leute, die diesen Longdrink gerne mal genießen. Plausibel klingt dabei, ehrlich gesagt, jede Version auf ihre Weise. Der Alkoholanteil dieses Cocktails wird gerne unterschätzt, angesehen wird er ihm keinesfalls auf den ersten Blick. Man muss schon einen Schluck probieren, um überhaupt zu merken, dass Alkohol im Glas ist. Und selbst von denen, die darüber bestens informiert sind, wird der Long Island Iced Tea wegen seinem süßen Geschmack, gerne einmal etwas zu schnell getrunken. Gut vorstellbar also, dass der oder die ursprünglichen Erfinder versuchten mit dieser Mixtur den Alkohol zu verstecken. Aber es gab und gibt auch immer wieder kreative Barkeeper, die ihr Angebot erweitern um ihre Kunden mit einem interessanten Angebot zu binden oder neue Kunden zu gewinnen. Kommt so ein neuer Cocktail gut an, macht er sicher mit der Zeit seinen Weg über den ganzen Globus.Fazit
Wie bei vielen Dingen wird wohl die absolute Wahrheit über den Long Island Iced Tea nicht mehr heraus zu finden sein. Aber vielleicht sind all diese verschiedenen Versionen eine Anregung für kreative Köpfe der heutigen Zeit. Und wer weiß, vielleicht gibt es schon in ein paar Jahren einen neuen In-Cocktail, der nicht nur im Namen, sondern tatsächlich auch in der Zutatenliste Tee enthält. Solch ein Drink hätte, neben einem zweifelsfrei leckeren Geschmack, auch den Vorteil, dass zumindest ein kleiner Teil davon, aus gesunden Inhaltsstoffen bestehen würde. Einen ebenso hohen Gesundheitswert, wie purer Tee, hätte er aber selbstverständlich noch lange nicht. Bildnachweis: Long Island Iced Tea © Boris Ryzhkov - Fotolia.comWas steckt wirklich in Flaschen-Eistee?
Industriell hergestellter Eistee in Flaschen oder Dosen enthält oft erschreckend wenig echten Tee. Eine Analyse verschiedener Marken zeigt: Viele Produkte bestehen hauptsächlich aus Wasser, Zucker (oder Süßungsmitteln), Zitronensäure, Aromen und Farbstoffen. Der Teeanteil ist minimal – teils nur deklariert durch den Begriff „Teeextrakt" oder „Tee-Aroma" auf der Zutatenliste, was faktisch einer Verdünnung des Tees ins Unkenntliche entspricht. Der durchschnittliche Zuckergehalt kommerzieller Eistees liegt bei 8–10 Gramm pro 100 ml – eine 0,5-Liter-Flasche enthält damit 40–50 Gramm Zucker, fast so viel wie eine Cola. Der Name „Eistee" impliziert Tee als Hauptzutat, ist aber rechtlich kaum reguliert. Verbraucher, die aus gesundheitlichen Gründen Eistee trinken, können leicht getäuscht werden.
Selbstgemachter Eistee: Frisch, günstig und gesund
Die Alternative zu industriellem Eistee ist einfach und lohnend: selbst gemachter Cold Brew oder Hot Brew Eistee. Für Cold Brew gibt man 10–15 Gramm Tee pro Liter kaltes Wasser und lässt ihn 8–12 Stunden im Kühlschrank ziehen. Das Ergebnis ist ein sanfter, süßer Tee ohne Bitternoten, weil Kälte die Extraktion von Gerbstoffen minimiert. Für schnellen Hot Brew brüht man doppelt konzentrierten Tee auf (30 Gramm pro Liter) und gießt ihn über Eiswürfel – sofort servierfertig. Natürliche Süße durch Honig, Agavensirup oder Stevia kann minimal eingesetzt werden. Frische Minze, Gurkenscheiben, Zitronenmelisse oder Ingwerscheiben verwandeln einfachen Eistee in einen Erfrischungsdrink, der Cocktails Konkurrenz macht – ohne Alkohol und ohne künstliche Aromen.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Fruchtetee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Jiaogulan Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu mittelamerikanische Teekultur.
Geschichte des Eistees: Von der Weltausstellung zur Massenware
Die offizielle Geburtsgeschichte des Eistees spielt 1904 auf der Louisiana Purchase Exposition (Weltausstellung) in St. Louis, USA. Richard Blechynden, ein englischer Teehändler, sollte heißen indischen Tee verkaufen – aber es war Hochsommer und niemand wollte heißen Tee trinken. In seiner Not goss er den Tee über Eis – und hatte plötzlich einen unerwarteten Riesenerfolg. Ob diese Geschichte vollständig stimmt, ist umstritten (Eistee wurde bereits vorher in amerikanischen Rezeptbüchern erwähnt), aber sie hat sich als Gründungsmythos etabliert. In den USA wurde Eistee in den 1920er Jahren zum Nationalgetränk des Südens. In Europa blieb er bis in die 1970er eine Kuriosität; dann rollten die großen Limonadenhersteller ihre Eistee-Produkte aus, und der Markt explodierte.
Häufig gestellte Fragen zu Eistee
Ist Flascheneistee wirklich ungesund?
Industrieller Eistee enthält oft sehr viel Zucker und wenig echten Tee. Selbstgemachter Eistee ohne Zuckerzusatz ist eine gesunde Alternative.
Welcher Tee eignet sich am besten für Eistee?
Schwarztee (klassisch), Grüntee (leichter, weniger Koffein), Früchtetee (natürlich süß), Hibiskus (leuchtend rot, säuerlich) – alle funktionieren gut als Eistee.
Was ist Cold Brew Tee?
Tee, der in kaltem Wasser über mehrere Stunden zieht. Ergibt weniger Gerbstoffe, mehr Süße und frischeres Aroma als heißer Tee.
Wie viel Koffein hat Eistee?
Selbstgemachter Schwarztee-Eistee hat ca. 20–40 mg Koffein pro 250 ml. Industrielle Produkte variieren stark, Fruchttee-Eistee ist koffeinfrei.
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