Was ist drin?
Auch hier gilt wieder: es gibt zahlreiche verschiedene Hersteller und ebenso zahlreich sind die exakten Rezepturen. Doch selbstverständlich gibt es auch Gemeinsamkeiten. Zum einen handelt es sich bei Abend oder Gute Nacht Tees grundsätzlich um Kräuterteemischungen. Keine Frage, dass diese dann auch in aller Regel genau diejenigen Kräuter enthalten, die dafür bekannt sind, dass sie auf unseren Organismus eine beruhigende Wirkung haben. Allen voran müssen an dieser Stelle also Lavendel, Melisse oder auch Zitronenmelisse, sowie Kamille genannt werden.Hin und wieder findet sich auch Baldrianwurzel oder Verbenenkraut auf der Liste der Zutaten, beides weitere beruhigende Komponenten. Salbei wird ebenfalls gerne verwendet, er wirkt kräftigend auf den Organismus. Weitere Bestandteile können etwa Fenchel, Zitronengras oder auch Muskat sein. Sehr häufig wird noch ein Teil Minze untergemischt, um den Geschmack etwas frischer werden zu lassen.Fazit
Es ist allgemeinhin bekannt, dass der Griff zu Schlaftabletten schnell zu einem Teufelskreis werden kann. Schon bald kann man nicht mehr ohne einschlafen, irgendwann braucht man eine stärkere Dosierung und so weiter. Einschlafen wird zum medizinischen Problem. Entspannende Kräutertees können da eine ausgezeichnete Alternative sein. Jedoch sollte man nicht erwarten, bereits wenige Minuten nach dem Genuss des Tees tief und fest zu schlafen. Dennoch können die einzelnen Kräuter dabei helfen, den Tag und seine Hektik loszulassen und abzuschalten, um entspannt in den Schlaf zu finden. Für Kinder gibt es häufig spezielle Mischungen. Macht man dann aus dieser abendlichen Tasse Tee noch ein kleines Ritual, beispielsweise in dem man es sich richtig gemütlich macht, ohne Telefon, Handy, Fernseher, Computer oder sonstige Störenfriede und den Tee so ganz bewusst genießt, verstärkt man diesen entspannenden Effekt umso mehr.Bildnachweis: Abend / Gute Nacht Tee - © drubig-photo - Fotolia.comZubereitung und Empfehlung
Für die optimale Zubereitung von Abend / Gute Nacht Tee empfiehlt es sich, einen bis zwei Teelöffel der Teemischung mit 250 ml frisch gekochtem Wasser zu übergießen. Je nach Zusammensetzung der Mischung variiert die empfohlene Ziehzeit zwischen fünf und zehn Minuten.
Teemischungen sind häufig so komponiert, dass sich die Aromen der einzelnen Zutaten gegenseitig ergänzen und verstärken. Die richtige Ziehzeit ist dabei entscheidend: Zu kurz, und die tieferen Aromen entfalten sich nicht vollständig; zu lang, und die Balance der Mischung kann durch dominante Einzelnoten gestört werden.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Jiaogulan Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu chinesische Teekultur. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Abend / Gute Nacht Tee sollte wie alle Teemischungen kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Eine luftdichte Teedose schützt vor Feuchtigkeit und Fremdgerüchen und bewahrt das Aroma für zwölf bis achtzehn Monate.
Achten Sie beim Kauf auf die Qualität der einzelnen Zutaten. Hochwertige Teemischungen verwenden ganze oder nur leicht gebrochene Blätter, Blüten und Früchte, während minderwertige Produkte oft stark zerkleinerte Reste enthalten.
Zubereitung von Abend- und Gute-Nacht-Tee
Gute-Nacht-Tee ist eine beruhigende Kräuterteemischung, die speziell für den Abend konzipiert wurde, um Entspannung und einen guten Schlaf zu fördern. Typische Zutaten sind Baldrian, Passionsblume, Hopfen, Melisse und Lavendel – allesamt Kräuter, die für ihre schlaffördernden und nervenstärkenden Eigenschaften bekannt sind. Für die Zubereitung wird ein bis zwei Teelöffel der Mischung pro Tasse mit 90 Grad heißem Wasser übergossen und sieben bis zehn Minuten ziehen gelassen. Der Tee sollte 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen getrunken werden. Mit einem Teelöffel Honig gesüßt schmeckt er angenehm süßlich und wirkt durch das Ritual des Teetrinkens selbst entspannend. Als Abendroutine etabliert – täglich zur selben Zeit getrunken – verstärkt sich der einschlaffördernde Effekt durch den Konditionierungsreflex. Der Tee ist koffeinfrei und eignet sich für Erwachsene und Kinder ab Schulalter (bei entsprechend milden Mischungen). Die Ziehzeit nicht überschreiten, da Baldrian bei zu langer Ziehzeit bitter werden kann.
Wirkung und Schlafförderung durch Gute-Nacht-Tee
Die beruhigende Wirkung von Gute-Nacht-Tee basiert auf den synergistischen Effekten seiner Kräuter. Baldrian (Valeriana officinalis) enthält Valerensäure und Isovalerensäure, die auf GABA-Rezeptoren im Gehirn einwirken und dadurch anxiolytisch und sedativ wirken – ähnlich wie bestimmte Schlafmittel, aber milder und ohne Abhängigkeitspotenzial. Studien belegen, dass Baldrian die Einschlafzeit verkürzen und die Schlafqualität verbessern kann. Passionsblume (Passiflora incarnata) enthält Chrysin und andere Flavonoide, die ebenfalls auf GABA-Rezeptoren wirken und die Tiefschlafphasen verlängern. Hopfen (Humulus lupulus) enthält 2-Methyl-3-buten-2-ol, der im Körper zu einem schlafinduzierenden Metaboliten wird. Melisse hemmt das Enzym GABA-Transaminase und erhöht so die GABA-Konzentration. Lavendel wirkt durch Linalool auf das limbische System und senkt Cortisol. Die Kombination ist hochwirksam bei leichten Schlafproblemen und stressbedingten Einschlafschwierigkeiten.
Geschichte und Entwicklung von Schlaftees
Schlafunterstützende Kräuter haben in der europäischen Volksmedizin eine jahrtausendealte Geschichte. Baldrian war bereits in der Antike als Schlaf- und Beruhigungsmittel bekannt; Dioskurides und Galen beschrieben seine Wirkung. Im Mittelalter wurden Baldrian, Hopfen und Melisse in Klostergärten angebaut und als Schlafmittel eingesetzt. Die Volksheilkunde empfahl Hopfenkissen unter dem Kopfkissen als Schlafhilfe – eine Praxis, die heute noch bekannt ist. Im 19. Jahrhundert, als die Industrialisierung Schlafstörungen durch Stress und Arbeit verbreitete, gewannen pflanzliche Schlafmittel an Bedeutung. Moderne Gute-Nacht-Tees kombinieren die Erkenntnisse der Volksmedizin mit wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Schlafwirkung der einzelnen Kräuter. Das Konzept des abendlichen Teetrinkens als Ritual hat zudem eine wichtige psychologische Dimension in der modernen Stressgesellschaft.
Häufige Fragen zu Gute-Nacht-Tee
Macht Gute-Nacht-Tee süchtig?
Nein, die enthaltenen Kräuter haben kein Abhängigkeitspotenzial. Sie können bedenkenlos bei Bedarf eingesetzt werden, ohne Gewöhnungseffekte zu erzeugen.
Wie lange vorher trinken?
Idealerweise 30 bis 60 Minuten vor dem Zubettgehen. Das ermöglicht, dass die Wirkstoffe resorbiert werden und das Ritual selbst als Einschlafsignal wirkt.
Kann ich Gute-Nacht-Tee mit Schlafmitteln kombinieren?
Nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt – Wechselwirkungen mit Benzodiazepinen und anderen Schlafmitteln sind möglich und können zu übermäßiger Sedierung führen.
Ist Gute-Nacht-Tee für Kinder geeignet?
Milde Mischungen mit Melisse und Kamille sind für ältere Kinder (ab Schulalter) geeignet. Baldrian sollte bei Kindern unter 12 Jahren nur nach ärztlichem Rat eingesetzt werden.
Verwandte Artikel
Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:
- Russische Karawanenmischung (Teemischung)
- Sylter Strandtee (Teemischung)
- English Breakfast (Teemischung)
- Ostfriesenmischung (Teemischung)
- Stehauf Männchen Tee (Teemischung)
- Die sechs echten Tee-Arten (Wissenswertes)
- Sencha (Grüner Tee)
- 8 Gründe, warum Du ab heute mehr Tee trinken solltest (Wissenswertes)