Genaues Hinsehen ist gefragt und lohnt sich
Während die Auflistung auf den Etiketten einiger Beispiele mit Wasser, Zucker, Säuerungsmittel, Saft aus Konzentrat und Säureemulgator gefolgt von Antioxidationsmittel den Begriff Tee völlig vermissen lässt und nur beim Weiterlesen irgendwo der Hinweis zu finden ist, dass es sich bei diesem Eistee um ein Produkt aus Tee-Extrakt handelt, gibt es auch noch ganz andere Fertig-Eistees. "Wasser, schwarzer Tee, Hagebutte, Zucker, Saft aus Konzentrat, Säuerungsmittel, Aroma, Tee-Extrakt" etwa, klingen da schon viel mehr nach "Tee", als das erste Beispiel. Dies sind nur zwei verschiedene Zutatenlisten von zweien der bekanntesten Eistee-Hersteller und schon hier sind die Unterschiede eindeutig. Wer sich also nur ein paar Minuten Zeit um einmal entlang des ganzen Eistee-Regals die Etiketten genauer unter die Lupe zu nehmen, wird erstaunt sein. Nicht nur wegen der Unterschiede, sondern auch, weil es tatsächlich fertigen Eistee gibt, der viel besser ist, als sein Ruf.Das Für und Wider abwägen
Sicher kann ein Fertig-Eistee nur schwer mit selbstgemachtem mithalten. Selbst, wenn er aus "echtem Tee" und mit wenig Zucker zubereitet wird, es werden trotz allem fast immer noch Zusätze enthalten sein, auf die man verzichtet, wenn man sich seinen Eistee selbst zubereitet. Säuerungsmittel beispielsweise wird man in der Regel nicht verwenden. Und vielleicht presst man den Saft sogar frisch aus, anstatt Saft aus Konzentrat zu verwenden. Man muss aber auch zugeben, dass die fertigen Eistees einen sehr praktischen Faktor haben. Egal, ob für unterwegs, wenn es einfach mal schnell gehen oder auch, wenn man schlichtweg gerade zu faul ist, Eistee selbst frisch zuzubereiten. Zumindest hin und wieder sollte man sich auch einen Fertig-Eistee gönnen können. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Gut zu wissen, dass es dann auch Alternativen bei denen man getrost zugreifen kann, ohne sich gleich als "Banause" oder ähnliches zu fühlen.Fazit
Sicher gilt beim Eistee das gleiche Prinzip, das immer gelten sollte, wenn es um Essen und Trinken geht. Der individuelle Geschmack entscheidet! Den Gesundheitsaspekt sollte man keinesfalls ignorieren, aber man sollte es sich auch zugestehen, bewusst zu "sündigen" und hin und wieder etwas trinken, oder essen, einfach, weil es lecker ist und weil man es gerne mag. Ein fertiger Eistee besteht wohl nie aus Tee mit höchster Ausgangsqualität, vielen schmeckt er aber eben doch. Er wirkt erfrischend und man kann ihn in verschiedenen Variationen kaufen, oder selber machen. Ob mit Minze, Ingwer oder doch lieber die gängigen Getränke Mischungen, bleibt euch selber überlassen.Und dann sollte man ihn auch trinken können und dürfen, ohne das Gefühl zu haben, man müsse sich entscheiden zwischen dem Lager der wahren Teekenner und -schätzer und dem der Laien ohne jegliche Ahnung von Tee.Bildnachweis: Eistee © lily - Fotolia.comWas steckt wirklich hinter dem Begriff „Eistee"?
Das Wort „Eistee" weckt klare Vorstellungen – aber die Realität dahinter ist vielschichtig. In Deutschland ist „Eistee" rechtlich nicht streng definiert, was bedeutet, dass ein Getränk mit der Aufschrift „Eistee" sehr wenig echten Tee enthalten muss. Manche Produkte im Supermarkt sind im Grunde aromatisiertes, gezuckertes Wasser mit Teearoma-Zusatz – kein aufgebrühter Tee, sondern ein Tee-Imitat. Die Verbraucherzentrale hat wiederholt Proben untersucht und festgestellt: Viele Eistee-Produkte enthalten weniger Tee-Catechine als ein Glas Wasser, das kurz mit einem Teebeutel in Kontakt kam. Der Begriff „Eistee" funktioniert als Marketingversprechen, nicht als Produktgarantie.
Die Unterschiede zwischen Eistee-Varianten
Echter Eistee kann auf verschiedene Weisen hergestellt werden, jede mit eigenem Charakter. Industrieller Fertigteee aus Flaschen/Dosen: oft wenig Tee, viel Zucker und Aromen. RTD (Ready-to-Drink) Premium-Eistee: höherwertiger, mit nachweislichem Tee-Anteil, aber immer noch oft gesüßt. Selbst gemachter Hot Brew Eistee: konzentrierter Tee, über Eis gegossen – voller Teegeschmack, kontrollierbare Süße. Self-made Cold Brew Eistee: 8–12 Stunden kalt gezogen – sanft, süßlich, wenig Gerbstoffe. Kombucha: fermentierter Tee mit Probiotika – technisch Eistee-verwandt, aber eigene Kategorie. Japanese RTD Canned Green Tea: in Japan ubiquitär, meist ungesüßt und mit echtem Grünteeanteil – ein echter Qualitätsstandard, der in Deutschland selten erhältlich ist.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Fruchtetee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Jiaogulan Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
Wie erkennt man guten Eistee?
Beim Kauf von fertigem Eistee helfen einige Kriterien. Zutatenliste: Tee oder Teeextrakt sollte an erster oder zweiter Stelle stehen (nach Wasser). Zuckergehalt: unter 5g/100ml ist moderat; über 8g/100ml ist hoch (entspricht Cola-Niveau). Aromen: „natürliche Aromen" sind besser als unspezifizierte „Aromen". Kein Zusatz von Säuerungsmitteln und Konservierungsmitteln als Zeichen von Qualitätstee. Oder: einfach selbst machen. Ein Cold Brew aus 10g hochwertigem Tee auf 1 Liter Wasser ist in 8 Stunden fertig, kostet weniger als ein halbes Liter Fertigeistee und enthält unvergleichlich mehr Tee-Inhaltsstoffe.
Häufig gestellte Fragen zu Eistee-Produkten
Muss Eistee aus echtem Tee bestehen?
In Deutschland gibt es keine strenge Legaldefinition. Ein Produkt namens „Eistee" muss in der Praxis kaum Tee enthalten.
Welche Eistee-Marken enthalten echten Tee?
Premium-Marken und japanische RTD-Grüntees (z.B. Ito En) haben nachgewiesene Teeanteile. Bei deutschen Massenmarken ist der Teeanteil oft minimal.
Wie erkenne ich zuckerfreien Eistee?
Nährwerttabelle: 0g Zucker per 100ml (Achtung: „ohne Zuckerzusatz" kann trotzdem natürliche Fruchtzucker enthalten). Süßungsmittel wie Stevia sind möglich.
Ist Kombucha dasselbe wie Eistee?
Nein – Kombucha ist fermentierter Tee mit Milch säure und Essigsäure. Er hat eigene gesundheitliche Eigenschaften (Probiotika) und schmeckt säuerlich-spritzig, nicht nach klassischem Eistee.
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