Quittentee ist ein fruchtig-herber Aufguss aus der Quitte (Cydonia oblonga), einem Kernobst aus der Familie der Rosengewächse. Roh ist die goldgelbe Frucht hart und kaum geniessbar, getrocknet und aufgegossen entfaltet sie ihr feines Aroma und liefert Vitamin C. Hier erfahren Sie, wie Sie Quittentee aus Fruchtfleisch, Schalen oder Samen selbst zubereiten, wie lange er ziehen muss und woher die alte Obstsorte stammt.

Steckbrief
Pflanze/BasisQuitte (Cydonia oblonga), Fruchtfleisch, Schale oder Samen
Koffeingehaltkoffeinfrei
Geschmacksprofilfruchtig, leicht herb-säuerlich, fein duftend
Wassertemperaturca. 100 °C (kochend)
ZiehzeitFruchtstücke 8-10 Min.; Samen 5 Min. kurz aufkochen
Dosierung1-2 TL getrocknete Quittenstücke pro Tasse (250 ml)
ErntezeitOktober bis November
Preisspanneca. 2-5 € pro 100 g getrocknete Mischung

Die Quitte: alte Obstsorte aus dem Kaukasus

Die Quitte (Cydonia oblonga) ist ein Kernobst und zählt wie Apfel und Birne zu den Rosengewächsen. Ursprünglich stammt sie aus dem Kaukasus und Transkaukasus und ist heute in ganz Europa und Asien verbreitet. In Deutschland spielt sie landwirtschaftlich kaum eine Rolle; nennenswerten Anbau gibt es vor allem in Baden-Württemberg und im Rheinland.

Man unterscheidet Apfel- und Birnenquitten nach ihrer Form. Roh ist das Fruchtfleisch hart, herb und gerbstoffreich, weshalb die Quitte fast nie frisch gegessen wird. Erst durch Erhitzen wird sie geniessbar und entwickelt ihr betörendes, an Apfel und Zitrus erinnerndes Aroma. Wer fruchtige Aufgüsse mag, findet eine verwandte Note auch im Apfeltee oder im Birnentee.

Geschmack und Aroma

Quittentee schmeckt fruchtig mit einer feinen, leicht herb-säuerlichen Note und einem unverkennbaren Duft. Im Vergleich zu süssen Beerentees wirkt er erwachsener und weniger parfümiert. Die Tassenfarbe ist je nach Mischung hell- bis goldgelb.

Industriell gefertigter Quittentee besteht selten aus reiner Quitte: Apfel- und Birnenstücke sind fast immer beigemischt, dazu je nach Hersteller Orangenschalen, Hagebutte oder Aromen. Wer es voller mag, kombiniert Quitte mit Zimt, einem Stück Vanille oder etwas Honig. Als spritzige Variante lässt sich Quittentee wie selbst gemachter Eistee kalt geniessen.

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Inhaltsstoffe

Die Quitte ist eine gute Vitamin-C-Quelle und enthält das Vitamin in beachtlicher Konzentration. Dazu kommen die Mineralstoffe Kalium, Eisen, Zink, Kupfer und Mangan sowie reichlich Pektin, das die Frucht zum klassischen Gelierobst macht. Charakteristisch ist der hohe Gerbstoffgehalt, der für die herbe, zusammenziehende Note verantwortlich ist.

Besonders schleimreich sind die Samen: Ihre Schale gibt beim Einweichen Schleimstoffe ab, weshalb Quittensamen traditionell für einen reizmildernden Aufguss genutzt werden. Beim Erhitzen geht ein Teil des hitzeempfindlichen Vitamin C verloren, ein Rest bleibt jedoch erhalten. Quittentee ist ein Genussgetränk und kein Heilmittel.

Zubereitung aus Fruchtstücken

Für Quittentee aus getrockneten Fruchtstücken geben Sie ein bis zwei Teelöffel pro Tasse in ein Sieb. Übergiessen Sie die Stücke mit rund 250 ml kochendem Wasser von etwa 100 °C. Anders als echter Tee kann ein Fruchtaufguss nicht überziehen, eine längere Ziehzeit intensiviert nur Aroma und Säure. Lassen Sie ihn deshalb 8 bis 10 Minuten ziehen.

Die Stücke dürfen Sie ein zweites Mal aufgiessen, der erste Aufguss bleibt aber kräftiger. Wer frische Quitten verarbeitet, schneidet sie in Spalten, kocht sie 10 bis 15 Minuten weich und nutzt den Sud als Tee, der sich mit etwas Honig abrunden lässt.

Zubereitung aus Quittensamen

Für den schleimreichen Samenaufguss verwenden Sie etwa ein bis zwei Teelöffel der Kerne einer Quittenfrucht pro Tasse. Wichtig: Die Samen werden nur kurz, etwa fünf Minuten, in Wasser aufgekocht und nicht zerdrückt oder geschrotet, da die Kerne ungewünschte Stoffe enthalten. Danach gut abseihen.

Der so gewonnene Aufguss ist mild und leicht schleimig und wird in der Hausapotheke traditionell zum Gurgeln und als reizmildernder Trunk genutzt. Pur und in kleinen Schlucken getrunken, ergänzt er andere Fruchttees gut. Eine schöne fruchtige Kombination ist die Mischung mit Sanddorn, der zusätzlich Vitamin C beisteuert.

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Kauf und Lagerung

Im Handel finden Sie Quittentee meist als lose Fruchtmischung oder im Teebeutel. Achten Sie auf einen erkennbar hohen Quittenanteil und einen frischen, klaren Duft; ein hoher Hibiskusanteil macht den Aufguss vor allem säuerlich-rot, ohne nach Quitte zu schmecken. Übliche Preise liegen zwischen 2 und 5 Euro pro 100 Gramm.

Lagern Sie die getrockneten Stücke trocken, kühl und lichtgeschützt in einer luftdichten Dose, getrennt von stark riechenden Lebensmitteln. So bleibt die Mischung 12 bis 24 Monate aromatisch. Selbst getrocknete Quittenstücke sollten vor dem Einlagern vollständig durchgetrocknet sein, damit sie nicht schimmeln.

Häufige Fragen

Kann man Quittentee selbst machen?
Ja. Getrocknete Quittenstücke mit kochendem Wasser übergiessen und 8 bis 10 Minuten ziehen lassen. Aus frischen Quitten kocht man Spalten weich und nutzt den Sud, für den Samenaufguss werden die Kerne kurz aufgekocht.

Wie schmeckt Quittentee?
Fruchtig mit einer feinen, leicht herb-säuerlichen Note und dem typischen Quittenduft. Er wirkt weniger süss und parfümiert als viele Beerentees und färbt die Tasse hell- bis goldgelb.

Enthält Quittentee Vitamin C?
Die Quitte ist eine gute Vitamin-C-Quelle. Beim Aufguss geht durch die Hitze ein Teil verloren, ein Rest bleibt jedoch erhalten. Dazu liefert sie Kalium, Eisen und reichlich Pektin.

Enthält Quittentee Koffein?
Nein, als reiner Fruchtaufguss ist Quittentee koffeinfrei. Er eignet sich daher zu jeder Tageszeit und auch für Kinder.

Sind Quittensamen im Tee unbedenklich?
Die ganzen Kerne werden nur kurz aufgekocht und nicht zerdrückt oder geschrotet, da das Innere der Samen unerwünschte Stoffe enthält. Ganz und kurz gekocht gelten sie als unproblematisch.

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André Schulze · Herausgeber Tee-Magazin.de

André Schulze betreibt das Tee-Magazin seit 2011 und verkostet, fotografiert und beschreibt Teesorten aus aller Welt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert — zuletzt am 11. Juni 2026.