Geschichte der Zeremonie: Varianten der Zubereitung des Tees
Der Mate-Tee wird aus den Blättern des Mate-Strauchs, einem Stechpalmengewächs gewonnen. Dazu werden die Blätter über Feuer geröstet und getrocknet. Anschließend werden die Blätter zumindest zerkleinert oder teilweise sogar ganz zu Pulver vermahlen. Der Feinheitsgrad, aber auch der Geschmack des Mate-Tees unterliegen regionalen Vorlieben und sind auch heute noch nahezu unverändert, auch wenn Instant-Mate inzwischen in modernen Getränken Verwendung findet. Außerhalb seiner Ursprungsländer konnte sich der Mate-Tee bisher kaum durchsetzten. Es gibt zwar mittlerweile neben den wildwachsenden Sträuchern, die auch heute noch im Urwald des Paranabeckens wachsen, vor allem in Brasilien, Argentinien und Paraguay Mate-Strauch-Plantagen. Deren Ertrag dient jedoch mehr der Verwendung im eigenen Land, als dem Export. Davon abgesehen beträgt ihr Anteil an der Gesamtjahresproduktion immer noch nicht einmal 50 Prozent.Weltweite Ausnahmen im Mate-Tee-Verbrauch außerhalb Südamerikas bilden die Kanarischen Inseln, ebenso wie der Libanon und Syrien. Auswanderer, die nach einige Zeit in Südamerika wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt waren, hatten den Mate-Tee mitgebracht und konnten auch ihre Landsleute von seinen Qualitäten überzeigen. Dank seines Rufs, er könne beim Abnehmen helfen, ist der Mate-Tee in Deutschland sogar als Arzneimittel zugelassen. Trotzdem wird er bei uns auch in herkömmlichen Teeläden gehandelt. Trotzdem ist seine Anhängerschar bei uns noch recht überschaubar. Der Mate Tee ist gesund und hat schmeckt den meisten auf anhieb. In manchen Mischungen ist auch Koffein enthalten, was nicht unbedingt negativ zu bewerten ist. Der Lapacho-Tee, der ebenfalls gerne in Südamerika getrunken wird, wird wie der mittelamerikanische Catuaba-Tee, aus den Rinden eines Baums gewonnen. Bereits die Inkas haben diese Tradition ins Leben gerufen. Dank seines reichen Gehalts an Vitaminen und Spurenelementen ist er auch heute noch beliebt und hat inzwischen auch in unserem Kulturkreis einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht.Der Ablauf der Teezeremonie
Sicher hat jeder einzelne Stamm seine eigenen Rituale und festen Abläufe, wenn gemeinsam Tee getrunken wird. Diese sind jedoch in keiner Quelle explizit aufgeführt. Vielmehr müsste man sich mit der Geschichte der einzelnen Bevölkerungsgruppen befassen und jeweils die Eigenheiten aufführen. Davon abgesehen, ist wohl auch davon auszugehen, dass sowohl der Mate-, als auch der Lapacho-Tee zumindest teilweise wegen ihrer Heilwirkung und nicht aus Anlass eines speziellen Teezeremoniells getrunken werden.Teegeschirr und Zubehör
In Südamerika wird traditioneller Weise zum Trinken oder auch zum Transportieren von Getränken ein spezielles Gefäß namens Kalebasse verwendet. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Flaschenkürbis, der seinen Namen seiner typischen Form verdankt. Diese Kürbisse werden ausgehöhlt, die übrigbleibende Schale wird getrocknet. So sind die Kalebassen relativ gut haltbar und eignen sich bestens als Trinkgefäß. Der Einfluss der Kalebasse geht soweit, dass ihr der Mate-Tee sogar seinen Namen verdankt. Eine in den Anden von zahlreichen Stämmen gesprochene Sprache namens Quechua übersetzt Kalebasse nämlich mit "Mati". Mate ist also der Tee, der aus einer Kalebasse getrunken wird. Somit sind Tee und Trinkgefäß untrennbar miteinander verknüpft.Bedeutung der Teezeremonie
In der heutigen Zeit, ist die Teekultur Südamerikas sicher nicht mehr so bedeutend, wie sie etwa noch vor der Zeit der Eroberer aus Europa war. Dennoch spielen Mate- Und Lapacho-Tee auch heute noch eine große Rolle in ihrer ursprünglichen Region. Und wir verdanken ihr zumindest die Erkenntnis, dass beide Teearten eine nicht zu unterschätzende medizinische Wirkung haben können. So können auch wir lernen, dass man nicht immer automatisch zu Pillen und Tabletten greifen muss. Mit ausreichendem Wissen über die Kräfte der Natur kann man mit dem richtigen Tee die Dosierung von herkömmlichen Medikamenten zumindest reduzieren, wenn man nicht sogar vollständig darauf verzichten kann. Vielleicht mag der Hintergrund der Teekultur in Mittelamerika nicht so tief spirituell sein, wie bei der Teekultur in den asiatischen Ländern. Allerdings bedarf es auch sehr viel Feingefühl und Gespür für Natur und Leben, um solche Tees und deren Wirkung zu entdecken. Woher wussten die Inkas, dass sie mit Tee aus der Rinde des Lapacho-Baumes wertvolle Vitamine zu sich nehmen und sich nicht vergiften? Woher wussten andere Bewohner der Anden, dass Mate-Tee hilft ihre Nerven zu beruhigen und anregend wirkt? Er hätte ebenso gut heftige Übelkeit hervorrufen können. Solch ein tiefes Wissen sollte man auch heute noch unbedingt wertschätzen und vor allem auch bewahren. Es hat auch einen positiven Effekt bezüglich der Ernährung.Bildnachweis: Südamerikanische Teekultur - © Alexander - Fotolia.comMate und südamerikanische Tees zubereiten
Südamerika hat eine der einzigartigsten Teekulturen der Welt, dominiert von Mate (Ilex paraguariensis). Traditionelle Mate-Zubereitung: Einen Kürbisbecher (Güiro/Mate) zu 2/3 mit zerkleinertem Yerba-Mate befüllen. Den Behälter schräg halten, damit das Mate zu einer Seite rutscht. Den Bombilla (Metallfilterstrohhalm) einstecken. Heißes (aber nicht kochendes) Wasser von 70–80°C in den freien Raum gießen – kochendes Wasser verbrennt die empfindlichen Inhaltsstoffe und macht den Mate bitter. Der Mate kann bis zu 20-mal nachgefüllt werden. In Argentinien wird Mate in einer gesellschaftlichen Runde herumgereicht – ein soziales Ritual. In Uruguay ist er das Nationalgetränk, das die meisten Bürger auf der Straße mit einer Thermoskanne bei sich tragen.
Gesundheit des südamerikanischen Mate
Mate (Ilex paraguariensis) ist ein Stimulans-Terpentee, der ein einzigartiges Wirkstoffdreigestirn enthält: Koffein (70–80 mg pro Portion), Theobromin (ähnlich wie in Kakao, milde Vasodilatation) und Theophyllin (bronchienöffnend, milde anregende Wirkung). Die Kombination ergibt einen anderen Wachheitsstatus als Koffein allein: Mehr körperliche Energie (Theobromin), bessere Atemwege (Theophyllin), mentale Schärfe (Koffein). Chlorogensäure in Mate hat antidiabetische und antioxidative Wirkung. Saponine in Mate hemmen Cholesterinabsorption im Darm. Studien aus Südamerika zeigen, dass starker regelmäßiger Mate-Konsum (aber vor allem heißer Mate) mit erhöhtem Speiseröhrenkrebs-Risiko assoziiert ist – weshalb WHO und IARC die Temperatur als Risikofaktor klassifizieren.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber Mate Tee. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Jiaogulan Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu chinesische Teekultur.
Geschichte der südamerikanischen Teekultur
Die Guaraní in Paraguay, Brasilien und Argentinien nutzten Yerba Mate seit Jahrtausenden als Heilmittel, Nahrungsergänzung und soziales Getränk. Die Jesuiten übernahmen Mate im 17. Jahrhundert und etablierten die ersten Mate-Plantagen – weshalb Mate auch „Jesuitentee" heißt. Nach der Jesuitenvertreibung (1767) geriet die Produktion in Verfall, erholte sich aber im 19. Jahrhundert dank privater Plantagen in Argentinien. Heute ist Yerba Mate ein Milliarden-Dollar-Markt: Argentinien, Uruguay und Brasilien konsumieren zusammen über 600.000 Tonnen jährlich. International wächst Mate besonders als Energie-Getränk-Alternative – zahlreiche westliche Unternehmen verkaufen Mate-basierte Shots und Drinks als „natürliche Energy Drinks".
FAQ: Südamerikanische Teekultur
Was ist der Unterschied zwischen argentinischem und uruguayischem Mate? Argentinien: bitter, trocken geröstet (oft ohne Zucker getrunken). Uruguay: ähnlich, aber mit sehr feinem Mahlgrad. Paraguay: süßer Mate (Tereré) als eiskaltes Getränk, oft mit Zitrus-Kräutern. Brasilien: milder, blendierter Chimarrão.
Ist Mate schlechter für die Gesundheit als Tee? Heißer Mate in sehr großen Mengen ist mit Speiseröhrenkrebs assoziiert (wahrscheinlich durch die extreme Hitze, nicht durch Mate selbst). Moderater Konsum bei angemessener Temperatur ist unbedenklich. Kalter Mate (Tereré) hat dieses Risiko nicht.
Gibt es andere südamerikanische Kräutertees? Ja: Muña-Tee (aus peruanischer Bergminze) für Verdauung, Coca-Tee (in Andenregionen gegen Höhenkrankheit), Lapacho/Pau d'Arco-Tee (Baumrinde, antifungal und immunstimulierend), Hierba Luisa (Zitronengras).
Kann man Mate alleine trinken? Ja, aber traditionell ist es ein soziales Getränk. In modernen Zeiten trinken viele Mate alleine – aber das Ritual (Mate vorbereiten, schrittweise nachfüllen) macht es auch solitär zu einer medittativen Praxis.
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