Apfeltee zählt zu den beliebtesten Früchtetees und ist streng genommen gar kein Tee, sondern ein Früchteaufguss aus getrockneten Apfelstücken. Er enthält keine Blätter der Teepflanze, ist von Natur aus koffeinfrei und schmeckt mild-fruchtig. Damit eignet er sich für die ganze Familie, zu jeder Tageszeit und sowohl heiß als auch eisgekühlt. Hier lesen Sie, woraus er besteht, wie Sie ihn zubereiten und worauf es beim Kauf ankommt.
| Pflanze/Basis | getrocknete Apfelstücke, oft aus Apfeltrester; keine Teepflanze |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | mild, rund, natürlich süßlich, an Bratapfel erinnernd |
| Wassertemperatur | 100 °C (kochend) |
| Ziehzeit | 8-10 Minuten, längere Ziehzeit unproblematisch |
| Dosierung | 2-3 TL lose Ware bzw. 1 Beutel pro Tasse (250 ml) |
| Aufgüsse | 1 Aufguss (Früchteaufguss) |
| Preisspanne | ca. 2-5 € pro 100 g, Bio-Ware etwas teurer |
Warum Apfeltee kein echter Tee ist
Echter Tee stammt immer von der Teepflanze Camellia sinensis. Apfeltee enthält davon kein einziges Blatt und besteht stattdessen aus getrockneten Apfelstücken, häufig ergänzt um weitere Früchte oder Gewürze. Lebensmittelrechtlich korrekt wäre daher die Bezeichnung Früchteaufguss oder teeähnliches Getränk.
Weil die Teeblätter fehlen, ist Apfeltee von Natur aus koffeinfrei und lässt sich auch am Abend bedenkenlos trinken. Wie sich solche Aufgüsse von echtem Tee abgrenzen und welche Früchte typisch sind, ordnet unser Überblick zum Früchtetee ein.
Herkunft und Herstellung aus Apfeltrester
Äpfel wachsen rund um den Globus, und Apfeltee lässt sich überall dort herstellen, wo es Apfelplantagen gibt. Häufig wird dafür sogenannter Apfeltrester verwendet, also Schalen und Fruchtreste, die bei der Apfelsaftherstellung anfallen. So entsteht aus einem Nebenprodukt ein eigenständiges Getränk, oft sogar ortsnah zum Saftbetrieb.
Für die Haltbarkeit werden die Apfelstücke getrocknet und teils mit Hibiskus, Zimt oder anderen Früchten gemischt. Besonders der türkische Apfeltee hat sich mit seinem intensiv fruchtigen Aroma einen Namen gemacht. Ähnlich wie beim Hagebuttentee entscheidet der Anteil echter Fruchtstücke über die Qualität.
Geschmack: mild, süßlich und ohne Bitterkeit
Apfeltee schmeckt mild, rund und natürlich süßlich, ohne dass Zucker nötig wäre. Die getrockneten Äpfel geben ein Aroma ab, das an reife Früchte und herbstliche Bratäpfel erinnert. Bitterkeit kennt der Aufguss nicht, weshalb auch eine längere Ziehzeit ihn nicht verdirbt.
In Mischungen verschiebt sich das Profil deutlich: Hibiskus bringt eine fruchtige Säure, Zimt eine wärmende Würze. Pur bleibt der Apfeltee dagegen unkompliziert und kinderfreundlich. In unserer Verkostung überzeugte vor allem lose Ware mit sichtbar großen Apfelstücken durch das vollste Aroma.
Apfeltee Schritt für Schritt zubereiten
Getrockneten Apfeltee übergießen Sie mit kochendem Wasser von 100 Grad und lassen ihn acht bis zehn Minuten ziehen; zwei bis drei Teelöffel pro Tasse genügen. Anders als echter Tee kann er nicht überziehen, eine längere Ziehzeit macht ihn nur aromatischer und löst mehr Fruchtsäure.
Frisch gelingt er nach einem alten Hausrezept: einen ungeschälten Bio-Apfel in dünne Scheiben schneiden, mit einem Liter kochendem Wasser übergießen und rund zwei Stunden ziehen lassen. Doppelt stark aufgegossen und über Eis serviert wird daraus ein Sommergetränk, das ohne Zusätze auskommt, ähnlich wie beim selbst gemachten Eistee.
Qualität erkennen und richtig kaufen
Immer wieder geraten Früchtetees in Tests in die Kritik: In billigen Teebeuteln fanden Prüfer schon minderwertige Abfälle statt echter Fruchtstücke, teils sogar Insektenreste. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich daher doppelt, gerade bei sehr günstiger Ware.
Gute Qualität erkennen Sie an sichtbaren, gleichmäßig getrockneten Apfelstücken, einem fruchtigen Duft und einem hohen Anteil echter Frucht ohne künstliche Aromen. Lose Ware ist hier meist die bessere Wahl, wie auch unser Ratgeber, ob ein Teebeutel automatisch schlechter ist als lose Ware, erläutert.
Inhaltsstoffe und Tradition
Apfeltee bringt einen Teil der Inhaltsstoffe mit, die auch in einem frischen Apfel stecken, allerdings in geringerer Konzentration, da nur ein Bruchteil der wasserlöslichen Stoffe in den Aufguss übergeht. Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe sind also enthalten, doch ein frischer Apfel liefert davon deutlich mehr.
Schon früher war der Aufguss als mildes Hausmittel geschätzt: Der Kräuterpfarrer Johann Künzle empfahl Apfeltee einst ausdrücklich allen geistig arbeitenden und nervösen Personen. Heute steht beim koffeinfreien Apfeltee jedoch klar der unbeschwerte Genuss im Vordergrund, nicht eine medizinische Wirkung.
Varianten: von Eistee bis Winterpunsch
Im Sommer wird Apfeltee doppelt stark gebrüht, abgekühlt und mit Eiswürfeln sowie frischen Apfelscheiben serviert; eine Zimtstange gibt ihm eine besondere Note. In der kalten Jahreszeit verwandeln Nelken, Sternanis und Zimt denselben Tee in einen alkoholfreien Winterpunsch für die ganze Familie.
Auch als Basis für eigene Mischungen eignet er sich gut: mit Ingwer wird er würziger, mit Beeren fruchtiger. Wer Zimt mag, findet im Zimt-Tee eine passende Ergänzung für die Adventszeit.
Häufige Fragen
Enthält Apfeltee Koffein?
Nein. Apfeltee besteht aus getrockneten Apfelstücken ohne Blätter der Teepflanze und ist daher von Natur aus koffeinfrei. Er lässt sich zu jeder Tageszeit und auch am Abend trinken.
Wie wird Apfeltee zubereitet?
Mit kochendem Wasser von 100 Grad über zwei bis drei Teelöffel lose Ware oder einen Beutel gegossen und acht bis zehn Minuten gezogen. Eine längere Ziehzeit macht ihn aromatischer, nicht bitter.
Kann man Apfeltee als Eistee zubereiten?
Ja. Dafür brühen Sie ihn doppelt so stark auf, lassen ihn abkühlen und servieren ihn mit Eiswürfeln, Apfelscheiben und nach Wunsch einer Zimtstange als natürliches Sommergetränk.
Ist Apfeltee für Kinder geeignet?
Ja. Durch den fehlenden Koffeingehalt und die natürliche Fruchtsüße ist ungesüßter Apfeltee eine beliebte Alternative zu Säften und Limonaden. Zucker oder Honig sind nicht nötig.
Woraus besteht Apfeltee?
Aus getrockneten Apfelstücken, oft aus Apfeltrester der Saftherstellung. Häufig wird er mit Hibiskus, Hagebutte, Zimt oder weiteren Früchten gemischt, enthält aber keine echten Teeblätter.
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