Himbeertee ist nicht gleich Himbeertee: Hinter dem Namen verbergen sich zwei ganz verschiedene Getränke. Der eine ist ein Aufguss aus Himbeerblättern, der traditionell von Hebammen empfohlen wird; der andere ein fruchtiger Früchtetee, der meist nur Himbeeraroma enthält. Hier erfahren Sie, wie Sie beide unterscheiden, welche Inhaltsstoffe stecken und wie Sie Himbeertee heiß wie kalt zubereiten.
| Pflanze/Basis | Himbeerblätter (Rubus idaeus) bzw. Früchtemischung mit Himbeeraroma |
|---|---|
| Koffeingehalt | koffeinfrei |
| Geschmacksprofil | Blättertee: mild, leicht herb-grün; Früchtetee: fruchtig-säuerlich, samtig |
| Wassertemperatur | 100 °C (kochend) |
| Ziehzeit | Blättertee 5-10 Min.; Früchtetee 8-10 Min. |
| Dosierung | 1-2 TL Blätter bzw. 2-3 TL Früchtemischung pro Tasse |
| Aufgüsse | 1 Aufguss (Kräuter-/Früchtetee) |
| Preisspanne | ca. 2-5 € pro 100 g, Bio-Blättertee ab ca. 3 € |
Himbeerblättertee oder Früchtetee?
Wer Himbeertee kauft, sollte zweimal hinsehen. Häufig handelt es sich um Tee aus getrockneten Himbeerblättern — einen Kräutertee mit mildem, leicht herb-grünem Geschmack. Daneben gibt es echten Früchtetee, der jedoch nie ausschließlich aus Himbeeren besteht.
Der Grund ist der Preis: Himbeeren sind teure Früchte, weshalb in Mischungen meist günstigere Zutaten wie Apfel, Orange, Hibiskus und Hagebutte den Großteil ausmachen und oft nur Himbeeraroma die Geschmacksrichtung liefert. Manche Mischungen enthalten zusätzlich Brombeerblätter oder exotische Früchte wie Kiwi und Papaya. Wie viel Frucht wirklich drinsteckt, ist auch bei anderen Sorten ein Thema — etwa bei unserem Beitrag zum Apfeltee.
Inhaltsstoffe der zwei Varianten
Beim Früchtetee liegt der Reiz in der Vielfalt und Menge der enthaltenen Vitamine aus den verarbeiteten Früchten. Hibiskus und Hagebutte liefern Fruchtsäuren und einen Teil des Vitamin C, der die typische Frische ausmacht. Echte Himbeerstückchen sind dagegen die Ausnahme.
Der Tee aus Himbeerblättern enthält Gerbstoffe sowie nennenswerte Mengen Calcium, Eisen und Magnesium. Dem Magnesium wird die leicht krampflösende Eigenschaft zugeschrieben, weshalb Himbeerblättertee traditionell als Hausmittel bei Regelbeschwerden verwendet wird. Wer fruchtsäurereiche Aufgüsse mag, findet Ähnliches im Hagebuttentee und im Hibiskusblütentee.
Anbau und woher die Himbeere kommt
Ursprünglich wächst die Himbeere vor allem in Europa, wo sie an Waldrändern und Lichtungen verbreitet ist. Je weiter südlich man kommt, desto seltener werden die Wildpflanzen. Inzwischen gibt es Zuchtbestände auch in Nordamerika, Neuseeland und sogar Grönland.
Für Tee werden je nach Variante die Blätter oder die Früchte genutzt. Die Blätter lassen sich gut trocknen und sind daher die günstigere Grundlage, während die Früchte aufwendiger zu verarbeiten sind. Beerennoten finden sich in vielen Mischungen wieder, oft kombiniert mit Brombeerblättern oder Holunder.
Herstellung: warum echte Himbeeren selten sind
Himbeeren sind heikle Früchte. Sie wachsen an dornigen Sträuchern, müssen trotz vorhandener Erntemaschinen sorgfältig behandelt werden und dürfen nach dem Waschen nicht feucht lagern. Zudem sind sie nicht lange haltbar und sehr druckempfindlich.
All das macht Himbeeren teuer. Kaum ein Hersteller zahlt diesen Preis für ein paar getrocknete Fruchtstückchen, wenn sich der gewünschte Geschmack viel günstiger über Himbeeraroma erzielen lässt. Deshalb gilt: Je niedriger der Preis und je mehr Teebeutel, desto wahrscheinlicher ist der Himbeergeschmack rein aromatisiert. Worauf es bei Früchtemischungen sonst ankommt, zeigt unser Früchtetee.
Zubereitung heiß und kalt
Beide Varianten werden mit kochendem Wasser von 100 °C aufgegossen. Himbeerblättertee zieht 5 bis 10 Minuten, Früchtetee 8 bis 10 Minuten — Früchte- und Kräutertee können nicht überziehen, eine längere Ziehzeit intensiviert nur Geschmack und Fruchtsäure. Rechnen Sie 1 bis 2 Teelöffel Blätter beziehungsweise 2 bis 3 Teelöffel Früchtemischung pro Tasse.
Als Eistee bereiten Sie ihn doppelt konzentriert zu und gießen ihn über Eiswürfel. Mit seinem samtigen Nachgeschmack und einem schönen Rotton in der Tasse schmeckt Himbeertee im Sommer kalt und im Winter heiß. Da er koffeinfrei ist, eignet er sich zu jeder Tageszeit, ähnlich wie der ebenfalls beliebte Kirschtee.
Himbeerblättertee in der Schwangerschaft
Unter Hebammen hat Himbeerblättertee einen festen Platz. Zu Beginn einer Schwangerschaft wird ihm traditionell eine lindernde Wirkung bei Übelkeit nachgesagt, gegen Ende gilt er als geburtsvorbereitendes Mittel, dem eine Lockerung des Beckenbodengewebes zugeschrieben wird.
Wissenschaftlich ist der geburtsvorbereitende Effekt nicht eindeutig belegt, und wegen des möglichen Einflusses auf die Gebärmuttermuskulatur sollten Schwangere die Anwendung — besonders Zeitpunkt und Menge — mit ihrer Hebamme oder Ärztin absprechen. Wer rund um Schwangerschaft und Kräutertee mehr erfahren möchte, findet Hinweise in unserem Beitrag zum Schwangerschaftstee.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Himbeerblättertee und Himbeer-Früchtetee?
Himbeerblättertee ist ein Kräutertee aus getrockneten Blättern mit mild-herbem Geschmack. Früchtetee enthält dagegen meist Apfel, Hibiskus und Hagebutte sowie Himbeeraroma, echte Himbeerstückchen sind selten.
Ist in Himbeertee echte Himbeere enthalten?
Oft nur wenig. Weil Himbeeren teuer sind, verwenden viele Hersteller vor allem Himbeeraroma und günstigere Früchte. Besonders bei preiswerten Teebeuteln steckt meist kein echtes Fruchtfleisch drin.
Wie bereitet man Himbeertee zu?
Mit kochendem Wasser von 100 °C aufgießen. Himbeerblättertee zieht 5 bis 10 Minuten, Früchtetee 8 bis 10 Minuten. Pro Tasse rechnet man 1 bis 2 Teelöffel Blätter oder 2 bis 3 Teelöffel Früchtemischung.
Enthält Himbeertee Koffein?
Nein, sowohl Himbeerblättertee als auch Himbeer-Früchtetee sind von Natur aus koffeinfrei. Damit sind sie auch abends sowie für koffeinempfindliche Personen gut geeignet.
Dürfen Schwangere Himbeerblättertee trinken?
Himbeerblättertee gilt traditionell als geburtsvorbereitend und kann die Gebärmuttermuskulatur beeinflussen. Zeitpunkt und Menge sollten Schwangere daher mit Hebamme oder Ärztin absprechen.
Gesundheitlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und dem Genuss von Tee. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht den Rat einer Ärztin oder eines Arztes. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten oder vor der Anwendung von Heilkräutern halten Sie bitte ärztliche Rücksprache.
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