Da es der Passionsblume in unseren Breitengraden in der Regel auf Dauer zu kalt ist, wird sie wegen ihres schönen Aussehens bei uns gerne als Zimmerpflanze gehalten. In ihrer Heimat, den warmen Regionen des amerikanischen Kontinents dagegen, war die Passionsblume längst nicht nur wegen ihrer wunderbaren Blüten beliebt. Und auch in Europa wird sie als natürliches Mittel bei Schlafstörungen immer mehr geschätzt.

Inhaltsstoffe

Bei einem Blick auf die Inhaltsstoffe der Passionsblume stößt man zunächst auf alte Bekannte, die Flavonoide. Dabei handelt es sich um eine Gruppe der sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die als Farbstoff nahezu überall vorkommen und denen zudem antioxidative Eigenschaften zugeschrieben werden. Das war es dann aber auch schon, mit vertrauten Namen. Denn der Rest der Liste, liest sich in etwa so: Cumarin, Maltol, Passiflorine, Vitexin, Luteolin, Kaempferol, Umbelliferon, Harmin, Stigmasterol und Sistosterol. Wenn man nicht gerade Chemiker, Apotheker oder ähnliches ist, kann man mit diesen Begriffen wohl eher weniger anfangen.Muss man auch gar nicht. Denn eigentlich ist es schon völlig ausreichend zu wissen, dass die Passionsblume bei Schlafstörungen ebenso helfen kann, wie bei Ängsten und Stress. Auch Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Nervosität und Reizmagen sind typische Indikationen für die Passionsblume. Kurz gesagt, ein Passionsblumentee wirkt nicht nur einfach entspannend, sondern auch krampf- und angstlösend.

Anbaugebiete

Das größte zusammenhängende Gebiet der ursprünglichen Heimat der Passionsblume liegt in Süd- und Mittelamerika und schließt auch noch die wärmeren Regionen Nordamerikas mit ein. Aber auch in Australien, Asien, auf den Galapagos-Inseln und Madagaskar finden sich kleinere, natürliche Bestände. Da sie keinen Frost verträgt, kann man sie bei uns allenfalls in einem großen Pflanzkübel während der Sommermonate draußen halten, muss sie dann aber unbedingt zum Überwintern nach drinnen holen.

Herstellung

Für den Passionsblumentee wird das oberirdische Kraut der Pflanze verwendet. Dieses wird gründlich getrocknet und zerkleinert. Etwa ein bis zwei Teelöffel ergeben eine Tasse Tee. Mit kochendem Wasser übergossen, ist der Tee nach 10 Minuten fertig. Die Pflanzenteile können abgeseiht und der Passionsblumen-Tee in kleinen Schlucken genossen werden. Man kann ein bis drei Tassen pro Tag trinken. Sollten die Beschwerden allerdings nach sechs Wochen immer noch nicht ganz abgeklungen sein, empfiehlt es sich trotzdem dringend, eine Pause einzulegen. In dieser Zeit kann man einen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken, ehe man wieder mit der Passionsblume beginnt.

Fazit

Schlafstörungen sind mittlerweile fast schon eine Volkskrankheit. Immer mehr Menschen leiden, zumindest zeitweise, an Ein- oder auch Durchschlafstörungen. Verständlich dennoch, dass viele der Gedanke daran, nun regelmäßig Schlaftabletten zu schlucken, abschreckt. Da scheint ein Kräutertee eine gute und vernünftige Alternative. Ist es auch. Dennoch sollte man keinesfalls den Fehler begehen und das Ganze mit einem saloppen "Ist doch nur Tee!" zu verharmlosen. Auch oder gerade beim Konsum von Heilkräutern gilt es Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte zu beachten, ganz ähnlich, wie bei herkömmlichen Medikamenten. es ist immer sinnvoll einen Homöopathen oder einen Arzt zu fragen.

Bildnachweis: Passionsblumen © StefanRiedmüller - Fotolia.com

Passionsblumen-Tee zubereiten: Das natürliche Beruhigungsmittel

Passionsblumen-Tee aus getrockneten Blättern und Ranken der Passionsblume (Passiflora incarnata) ist eines der bekanntesten pflanzlichen Beruhigungs- und Schlafmittel. Für die Zubereitung Wasser auf 90 Grad Celsius erhitzen und pro Tasse (250 ml) einen bis zwei Teelöffel getrockneter Passionsblumenkraut verwenden. Zehn bis fünfzehn Minuten zugedeckt ziehen lassen – Passionsblumenkraut braucht lange Ziehzeiten, um seine Wirkstoffe vollständig abzugeben. Abseihen und nach Belieben mit Honig süßen. Der Tee hat eine hellgrün-goldene Farbe und einen milden, leicht krautigen Geschmack.

Für den besten schlaffördernden Effekt: 30 bis 45 Minuten vor dem Schlafen eine Tasse Passionsblumentee trinken. Als Nervenstärkungs-Kur bei Stress und Angst: drei bis vier Tassen täglich über zwei bis drei Wochen. Gut kombinierbar mit Baldrian, Melisse oder Hopfen – diese Kräuter ergänzen sich in ihrer beruhigenden Wirkung. Passionsblumenkraut ist auch in vielen kommerziellen Schlaftees enthalten.

Wirkung und Inhaltsstoffe: Natürliche Beruhigung durch Flavonoide

Passionsblume enthält als wichtigste Wirkstoffe Flavonoide (besonders Vitexin, Orientin und Isovitexin), Alkaloide und Maltol. Diese Verbindungen wirken auf das GABA-System des Gehirns – denselben Neurotransmitter-Mechanismus, den viele Beruhigungsmittel und Schlafmittel adressieren. Die Wirkung ist schwächer als bei synthetischen Beruhigungsmitteln, dafür ohne das Suchtpotential und die Nebenwirkungen dieser Präparate.

Klinische Studien haben die Wirksamkeit von Passionsblume bei Angstzuständen und Schlafstörungen bestätigt: In einer Studie war Passionsblumen-Extrakt bei generalisierten Angststörungen ähnlich wirksam wie das Benzodiazepin Oxazepam – bei deutlich weniger Nebenwirkungen. Als Schlafmittel verbessert Passionsblume die Schlafqualität, ohne am nächsten Morgen Schläfrigkeit zu verursachen. In Deutschland ist Passionsblumenkraut als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von Nervosität und Einschlafstörungen anerkannt.

Geschichte: Von den Azteken zu uns

Passionsblume (Passiflora incarnata) stammt ursprünglich aus Nordamerika, wo indigene Völker (Azteken, Cherokee) die Pflanze seit Jahrhunderten als Beruhigungs- und Schmerzmittel nutzten. Spanische Missionare entdeckten die Pflanze im 16. Jahrhundert und benannten sie nach der Passion Christi – die Blütenanteile erinnerten sie symbolisch an die Leidenswerkzeuge Jesu (Kreuz, Dornenkrone, Nägel). Diese christliche Symbolik machte die Passionsblume in Europa bekannt.

In der europäischen Phytotherapie wurde Passionsblume seit dem 19. Jahrhundert bei nervösen Erkrankungen eingesetzt. Im 20. Jahrhundert wurden die beruhigenden Eigenschaften wissenschaftlich untersucht und bestätigt. Heute ist Passionsblume in vielen europäischen Ländern als pflanzliches Arzneimittel zugelassen und einer der meistverwendeten Kräuter bei Angstzuständen und Schlafproblemen.

Häufig gestellte Fragen zu Passionsblumen-Tee

Hilft Passionsblumen-Tee wirklich beim Einschlafen?
Ja – Passionsblume ist eines der wenigen Kräuter mit klinisch belegter Wirksamkeit bei Schlafstörungen. Sie verbessert die Schlafqualität, verlängert die Schlafdauer und reduziert nächtliches Erwachen. Die Wirkung setzt bei regelmäßigem Konsum ein – eine einzelne Tasse wirkt schwächer als eine mehrwöchige Kur.

Kann Passionsblumen-Tee süchtig machen?
Nein – Passionsblume hat kein bekanntes Suchtpotential. Im Gegensatz zu synthetischen Beruhigungs- und Schlafmitteln (Benzodiazepine) entwickeln sich weder Toleranz noch Abhängigkeit. Das ist einer der großen Vorteile gegenüber synthetischen Alternativen.

Darf man Passionsblumen-Tee in der Schwangerschaft trinken?
Passionsblume sollte in der Schwangerschaft gemieden werden, da die Inhaltsstoffe theoretisch uterusstimulierend wirken könnten. In der Stillzeit ebenfalls Vorsicht walten lassen. Bei Kindern unter 12 Jahren ist die Sicherheit nicht ausreichend belegt.

Passionsblumen-Tee richtig zubereiten

Passionsblume (Passiflora incarnata) ist eine der bestuntersuchten Beruhigungspflanzen der westlichen Pflanzenheilkunde. Für den Tee eignen sich die getrockneten Blüten, Blätter und Stängel. Zubereitung: 1–2 Teelöffel getrocknetes Passionsblumenkraut pro 250 ml Wasser bei 85–90°C (nicht kochend – die empfindlichen Flavonoide werden bei sehr hoher Temperatur abgebaut). 10–15 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Das Ergebnis ist ein mild-grasiger, leicht herber Tee mit angenehm neutralem Charakter. Für intensivere Wirkung: 2–3 Teelöffel verwenden. Als Abendtee ideal: 30–60 Minuten vor dem Schlafengehen trinken. Gut kombinierbar mit Baldrian (schlaffördernd), Hopfen (sedativ) und Melisse (beruhigend) zu einer klassischen Einschlafmischung.

Passionsblume: Wissenschaftlich belegte Beruhigungspflanze

Passionsblume enthält Flavonoide (Chrysin, Vitexin, Orientin) und alkaloidartige Verbindungen (Harman, Harmin), die auf das GABA-System des Gehirns wirken. GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter – Substanzen, die die GABA-Aktivität steigern, wirken beruhigend, angstlösend und schlaffördernd. Chrysin bindet an Benzodiazepin-Rezeptoren (ähnlich wie Valium, aber schwächer und ohne Abhängigkeitspotential). Klinische Studien zeigen, dass Passionsblumen-Extrakt bei generalisierter Angststörung vergleichbar wirksam ist wie Oxazepam (ein Benzodiazepin), aber ohne Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Bei Schlafstörungen zeigen Studien verkürzte Einschlafdauer und verbesserte Schlafqualität. Die EU-Monographie der EMA erkennt Passionsblume als traditionelle Pflanzenzubereitung bei milden Stress- und Angstzuständen an.

Geschichte der Passionsblume: Von Amerika nach Europa

Passiflora incarnata stammt aus dem östlichen Nordamerika und wurde von indigenen Völkern wie den Cherokee als Beruhigungs- und Schlafmittel genutzt. Spanische Missionare des 16. Jahrhunderts entdeckten sie und gaben ihr den Namen „Passionsblume" (Flos passionis) – nicht wegen ihrer beruhigenden Wirkung, sondern wegen symbolischer Elemente der Blüte, die sie mit der Passion Christi assoziierten (Krone = Dornenkrone, Stempel = Kreuznägel). Die Pflanze kam ins 17. Jahrhundert nach Europa und wurde in Klostergärten und Apotheken kultiviert. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war Passionsblumenextrakt in Europa ein gängiges Beruhigungsmittel. Nach dem Aufschwung synthetischer Psychopharmaka geriet sie in den Hintergrund, um in der Pflanzenheilkunde-Renaissance der 1970er–90er Jahre zurückzukehren.

FAQ: Passionsblumen-Tee

Hilft Passionsblumen-Tee bei Schlafstörungen? Ja, klinisch belegt für leichte bis mittlere Einschlafprobleme und unruhigen Schlaf. Er wirkt milder als Baldrian und ist tagsüber gut verträglich – keine starke Sedierung.

Kann man Passionsblumen-Tee bei Angststörungen trinken? Als Unterstützung bei leichter bis mittlerer Angst ja. Bei klinisch diagnostizierter Angststörung nicht als Ersatz für ärztliche Behandlung nutzen.

Hat Passionsblumen-Tee Nebenwirkungen? In normalen Mengen gut verträglich. In sehr hohen Dosen kann er schläfrig machen, daher nicht vor dem Autofahren trinken. Bei Schwangerschaft und Stillzeit meiden.

Wie lange dauert es, bis Passionsblumen-Tee wirkt? Bei akuter Einnahme 30–60 Minuten. Für nachhaltigere Wirkung auf Angst und Schlaf: 2–4 Wochen regelmäßige Einnahme (1–2 Tassen täglich).

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